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Annette Gloser
Die eine und einzige Liebe

Buch-Rezension von Annette Gloser Aug 2015

Im Jahr 1634 arbeitet Helena Jans van der Strom als Magd bei einem Amsterdamer Buchhändler. Sein Einkommen bessert dieser Mister Sergeant mit der Vermietung von Fremdenzimmern auf. Aber eines Tages kommt ein ganz besonderer Gast, vom Hausherrn mit viel Spannung erwartet: Der französische Naturwissenschaftler und  Philosoph René Descartes. Helenas Vater ist auf See verschollen, die Mutter hat versucht, sich und die Kinder mit dem Spinnen von Wolle über die Runden zu bringen. Darum ist Helena nach Amsterdam gegangen und hat sich diese Arbeit gesucht. Sie weiß nicht, wer Descartes ist, aber sie ist ein ganz besonderes Mädchen. Das Lesen und Schreiben hat sie sich selbst beigebracht, sie ist wissbegierig und kann gut zeichnen. Der große Philosoph beginnt, sich für das junge Mädchen zu interessieren und Helena kann ihm nicht widerstehen.

Als sie schwanger wird, sorgt Descartes dafür, dass sie ihr Kind ohne finanzielle Sorgen zur Welt bringen kann. Aber er wird sie nie heiraten können. Nicht nur der  Standesunterschied ist zu groß, Descartes ist Katholik und Helena Calvinistin. Niemand darf erfahren, wer der Vater von Helenas kleiner Tochter ist, denn Descartes Gegner warten nur darauf, ihn kompromittieren zu können. Für Helena aber ist dieser Mann der eine und einzige, den sie jemals lieben kann. Und auch sie ist für den Philosophen die ganz große Liebe. Eine Liebe ohne Aussicht auf Erfüllung.

Eine ganz besondere junge Frau

Helena Jans selbst kommt in diesem Roman zu Wort und erzählt ihre Geschichte. Die Autorin Guinevere Glasfurd hat sich tief in diese junge Frau hinein versetzt und hat Worte in meiner Hand als IchErzählung geschrieben, aus der Perspektive Helenas. Dabei ist über die historisch reale Helena Jans nur sehr wenig bekannt. Im Internet findet man sie nur als kurze Erwähnung in den Artikeln über Descartes. Guinevere Glasfurd musste für ihre Protagonistin nicht nur intensiv recherchieren, sondern auch ihren Charakter, ihre ganze Wesensart, nachempfinden. Dabei ist es der Autorin gelungen, eine sehr glaubhafte, lebendig wirkende Helena zu erschaffen, die ihre Geschichte mit einfachen Worten erzählt. Diese Helena ist ganz und gar ein Mädchen ihrer Zeit und ihres Glaubens, und doch wird beim Lesen schnell deutlich, dass diese junge Frau etwas ganz Besonderes gewesen sein muss.

Dies ist der großen Kunst der Autorin zu verdanken, die aus den wenigen Bruchstücken, die ihr zur Verfügung standen, einen komplexen Charakter von großer Tiefe erschuf. Selbst Descartes, der doch hier eigentlich die zweite Hauptrolle spielt, kommt dem Leser nicht so nahe wie Helena Jans van der Strom. Aber über Helena und ihre Erzählungen lernt man ihn kennen, erfährt von seinen Forschungen und seiner Art zu denken.

Holland im 17. Jahrhundert

Beim Lesen ersteht vor dem inneren Auge ein sehr klares Bild des Lebens im 17. Jahrhundert in Holland. Neben Helena und Descartes gibt es noch einige Protagonisten, die für diese Geschichte eine wichtige Rolle spielen und die von der Autorin ebenfalls mit viel Fingerspitzengefühl gestaltet wurden. Immer wieder wird das alltägliche Leben geschildert, so bildhaft, dass man ganz genau miterlebt, wie Helena schuftet, welche Freuden sie in ihrem Leben kennt. Dabei dringt nur wenig von außen in die begrenzte Welt der jungen Frau ein. Aber durch ihr Denken, durch ihre Interpretation der wenigen Fakten, bekommt man ein sehr genaues Gefühl dafür, wie die Welt nicht nur für Helena ausgesehen haben könnte, sondern auch für Descartes, erfährt von seinen Feinden, seinen Arbeitsmethoden, seiner Art zu leben. Die Autorin hat die Atmosphäre der Zeit, so, wie sie diese Zeit sieht, eingefangen und beim Lesen können wir diese Atmosphäre spüren. Es ist eine dichte, wahrhaftige Geschichte entstanden, die ihre Leser so schnell nicht mehr los lässt und viel von der Kraft, aber auch von der Traurigkeit vermittelt, die das Leben der Helena Jans möglicherweise bestimmt haben. Guinevere Glasfurd hat einen fiktiven Charakter erschaffen. Aber sie tat es so, dass man das beim Lesen sehr schnell vergisst.

Ein außergewöhnlich guter Roman

Mit Worte in meiner Hand ist Guinevere Glasfurd ein außergewöhnlich eindringlicher Roman gelungen, ein Kleinod unter den historischen Romanen. Der List Verlag hat das Buch mit Hardcover und Schutzumschlag ausgestattet, dazu mit einer Banderole. Eine Aufmachung, die potentielle Leser darauf aufmerksam macht, dass man hier kein alltägliches Buch vor sich hat. Am Ende des Romans findet man ein sehr interessantes Nachwort der Autorin, welches zur Lektüre empfohlen sei. Kein Roman für zwischendurch zum Abschalten und hinterher vergessen. Wer sich auf Guinevere Glasfurd und ihre Helena einlässt, der wird als Leser gefordert und bekommt dafür ein wunderbares Leseerlebnis.

Worte in meiner Hand

Worte in meiner Hand

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Letzte Kommentare:
12.07.2017 00:39:36
Andreas

Ich bin gerade dabei, "Worte in meiner Hand" als Hörbuch zu hören und bin ganz fasziniert, bin ich doch selbst Mathematiker und Naturwissenschaftler, aber einer von der gefühlvollen sowie philosophischen und spirituellen Sorte ... und im Grunde meines Herzens auch "Frauenrechtler". Für mich ist das ein ganz wunderbares Buch, auch wenn es an vielen Stellen traurig ist.
Es wurde ja auch schon viel Gutes und Richtiges darüber geschrieben. Ich möchte gerne noch eine Idee hinzufügen, die mir vorhin bei der Betrachtung jener Helena Jans kam... Sie erinnert mich an die Mirjam von Luise Rinser, die auch außergewöhnlich klug ist ... und ebenso wie diese trotzdem immer nur zu ihrem Idol aufschauen kann ... es bleibt in gewisser Weise immer eine Trennlinie. Wer beide Bücher kennt, mag sich überlegen, ob er/sie ebenfalls diese Parallele erkennen kann. Faszinierend!

02.09.2015 14:35:22
leseratte1310

Helena Jans van der Storm ist Magd bei dem Buchhändler Thomas Sergeant. Dass sie lesen und schreiben kann, ist ziemlich außergewöhnlich für eine Magd. Sie ist aufmerksam, wissbegierig und arbeitet sorgfältig. Als ihr Herr den neuen Hausgast „Monsieur“ aufnimmt, der ständig arbeitet und Leute anzieht, ist sie neugierig. Sie fühlt sich zu ihm hingezogen. Er ermuntert sie, ihm von sich zu erzählen. Auf Descartes übt sie auch eine Anziehungskraft aus und so kommt es, dass die beiden eine Affäre haben. Das bleibt nicht ohne Folgen. Helena wird schwanger. Sie muss Amsterdam verlassen. In Deventer kommt sie bei Frau Anhold unter. Hier kommt auch ihre Tochter Francine zur Welt.
Wird ihre Liebe Bestand haben? Wird sich Monsieur Descartes um Helena und seine Tochter kümmern?
Es ist eine Liebe, die von Anfang an unter schwierigen Bedingungen entsteht. Helena ist eine Magd, während René Descartes ein bekannter Philosoph und Wissenschaftler ist. Auch ihr Glaube erschwert eine Beziehung, sie ist Calvinistin, er Katholik. Aber sie setzen sich über alle Standesdünkel hinweg.
Diese Geschichte baut auf einer wahren Begebenheit auf und mischt diese perfekt mit Annahmen und Fiktion.
Die Charaktere sind sehr authentisch geschildert. Man kann ihre Gedanken, Gefühle und Nöte nachvollziehen. Es gehört Mut dazu, sich zur Liebe zu bekennen und alle Konventionen über Bord zu werfen.
Die Geschichte ist romantisch, entbehrt aber auch nicht einer gewissen Tragik, denn das Schicksal legt Helena einige schwere Prüfung auf. Der Schreibstil ist einfach und angenehm flüssig zu lesen.
Eine bewegende Geschichte einer Liebe, die nicht sein darf. Empfehlenswert!

01.09.2015 11:34:58
Nuigurumi

"Worte in meiner Hand" ist ein historischer Roman, der diese Bezeichnung absolut verdient. Im Gegensatz zu vielen anderen historischen Romanen verzichtet er auf jede Effekthascherei und "Action", sondern lebt von seiner Authentizität.

Der Philosoph René Descartes ist sein ganzes Leben lang viel herumgereist. Während seines Aufenthaltes in Amsterdam lernt er Helena Jans van der Strom kennen, die Magd in dem Haus, in dem er zusammen mit seinem Diener zwei Zimmer gemietet hat. Helena kann ein wenig lesen und schreiben, hat aber ansonsten keine Schulbildung. Schon bald holt Descartes die völlig unerfahrene Helena in sein Bett. Doch er geht auch mit ihr spazieren und lässt sich von ihr die Dinge erklären, wie sie sie sieht, was für ihn oft eine völlig neue Sichtweise ist. Trotzdem ist der unüberbrückbare gesellschaftliche Unterschied zwischen ihnen immer spürbar.

Helena wird schwanger. Descartes sorgt dafür, dass sie das Kind bekommen kann, aber er ist nicht für sie da, was Helena nicht verstehen kann. Sie weiß nicht, dass es sein Ansehen zerstören würde, wenn die Wahrheit herauskäme. Später ziehen sie zwar zusammen in ein abgelegenes Haus, aber die Beziehung bleibt schwierig. Seine Tochter liebt Descartes allerdings sehr.

In diesem Buch steht nicht so sehr die Handlung im Mittelpunkt, denn es passiert eigentlich sehr wenig. Wichtiger ist vielmehr die komplizierte Beziehung zwischen Helena und Descartes, die der Leser mit Helenas Augen sieht.

Am Anfang wurde ich beim Lesen etwas ungeduldig. Es passiert so wenig und alles scheint so lange zu dauern. Nachdem ich mich an das langsame Tempo gewöhnt hatte, hat es mir aber gefallen, denn so war das Leben im 17. Jahrhundert nun mal. Das Tempo trägt dazu bei, dass das Buch so authentisch wirkt.

Die Geschichte beruht auf einigen wenigen historischen Fakten; der Rest ist der Fantasie der Autorin entsprungen. Ich hatte aber den Eindruck, dass sie sehr gut recherchiert hat. Auf ihrer Website sagt sie selbst, dass sie zeigen möchte, dass es sich hier nicht um die typische Beziehung eines einflussreichen Mannes zu einer Magd handelt, und möchte, dass der Leser herausfindet, warum sich Descartes zu Helena hingezogen gefühlt hat

Wunderschön geschrieben (und übersetzt!) wird der Leser hier ohne Sensationen und Kostüme allein durch die Atmosphäre in die Vergangenheit versetzt, was nur wenige historische Romane so schaffen.

09.08.2015 15:48:16
Mohnblume

Zur Autorin:

Ein sehr gefühlvoller und poetischer Roman den die Autorin Guinevere Glasfurd geschrieben hat. Ihre Sprache ist klar , Kraftvoll und voller knisternder Spannung.
Eine Geschichte über eine verbotene und schicksalhafte Liebe die nicht sein darf. Es geht um die wahre Beziehung zwischen dem Philosophen Renè

Descartes und der Magd Helena Jans van der Storm. Sie hat die einzelnen Charaktere, deren Gefühle und Emotionen sehr gut heraus kristallisiert. Ihre Protagonisten kommen sehr real und lebendig herüber , man konnte sich spielend in jeden hineinversetzen, deren Sorgen, Nöte, Freude und Trauer mitfühlen. Die zarte aufblühende Liebe und die Hoffnung auf Erfüllung. Die Jahre in Amsterdam , Utrecht und die Zeit in dem kleinen Haus am Meer in Saintpoort, eigentlich ihre Glücklichste Zeit. Der Tod der geliebten Tochter Francine. Ein aufwühlende Geschichte in der sie uns das Leben und wirken dieser zweier Menschen näher gebracht hat . Ein Meisterwerk !

Meine Meinung zum Inhalt:

Helena Jans van der Strom war für ihre Zeit in der sie lebte und ihrer Herkunft eine ungewöhnliche Junge und Wissensdurstige Frau mit einem enormen Durchsetzungsvermögen.
Das sie schreiben und Lesen konnte verschaffte ihr die Stelle bei dem Buchhändler Mr. Sergenant in Amsterdam. Sie brauchte diese Stelle , den ihr Vater war auf See vermisst und ihr Bruder hatte gerade auf einem Schiff angeheuert , von den kargen Einkünften ihrer Mutter konnten sie nicht Leben. Helena traf es gut mit ihrer Stelle , sie hatte frei Hand , ein Bett zu essen und ein kleines Gehalt, im Gegensatz zu vielen Mägden. Bertje eine Magd aus der Nachbarschaft mit der sie sich anfreundete hatte es nicht so gut, sie brachte ihr Lesen und Schreiben bei. Eines Tages bekam Mr. Sergant einen Logiergast Monsieur Renè Descartes einen aufsteigenden Philosophen und seinen Diener Limousine . Helena, ist von Monsieur hin und her gerissen, von seinem Wissen und seiner Schreiberei der er sich Widmet. Aber auch Descartes ist von Helenas Wissendurst und schnellem Auffassungs vermögen begeistert. Er ist so fasziniert das er sich ihr nähert und ihr den letzten Schliff , das Schreiben mit der Feder beibringt. So langsam tasten sich die zwei näher heran. Es lodert ein ganz schönes Feuer zwischen den beiden, einer Liebe die nicht sein darf und die nicht ohne Folgen bleibt. Er versteckt Helena in Utrecht, bei Frau Anholts, dort bringt sie ihre gemeinsame Tochter Francine zur Welt und verfasst ein Buch für ihr Kind mit einem Alphapet . Renè kehrt eine Tages zurück und als die Gerüchte Küche brodelt , nimmt er sie und ihre Tochter mit nach Saintpoort , in ein kleines abgelegenes Haus am Meer. Das Versteckspiel hört nicht auf, obwohl es eigentlich ihre Glücklichste Zeit dort war , schlägt das Schicksal mal wieder zu, in Form eines verliebten Mannes, der sich eines Tages an Helena Recht.
Renè bringt sie zurück nach Utrecht, wo sie sich langsam erholt , gerade als die Welt wieder hell erscheint, möchte Renè das ihre Tochter Francine ihr Sonnenschein, nach Frankreich zu seiner Tante geht, um dort eine angemessene Erziehung zu erlangen. Aber dazu kommt es nicht die kleine Francine erkrankt an Scharlach und stirbt. Die Welt der beiden ist aus den Fugen geraten, beide sind verzweifelt ihre Francine ihr Liebstes verloren zu haben.
Beide trennen sich, Helena heiratet einen Witwer und doch können beide nicht von einander lassen, Rene braucht seine Helena, sie ist seine Muse sein Motor der ihn antreibt. Auch diese Treffen bleiben nicht ohne Folgen, Helena schenkt ihm einen Sohn Justinus. Die Jahre vergehen , Descartes geht nach Schweden , von wo aus er nicht mehr zurückkehrt...

" Eine wundervolle und bewegende wahre Geschichte , einmal angefangen zu lesen lässt einem das Buch nicht mehr los"

Es wäre wundervoll noch mehr von der Schriftstellerin zu hören, ihr ist ein kleines und Poetisches Meisterwerk gelungen !

09.08.2015 13:11:10
leseratte1310

Helena Jans van der Storm ist Magd bei dem Buchhändler Thomas Sergeant. Dass sie lesen und schreiben kann, ist ziemlich außergewöhnlich für eine Magd. Sie ist aufmerksam, wissbegierig und arbeitet sorgfältig. Als ihr Herr den neuen Hausgast „Monsieur“ aufnimmt, der ständig arbeitet und Leute anzieht, ist sie neugierig. Sie fühlt sich zu ihm hingezogen. Er ermuntert sie, ihm von sich zu erzählen. Auf Descartes übt sie auch eine Anziehungskraft aus und so kommt es, dass die beiden eine Affäre haben. Das bleibt nicht ohne Folgen. Helena wird schwanger. Sie muss Amsterdam verlassen. In Deventer kommt sie bei Frau Anhold unter. Hier kommt auch ihre Tochter Francine zur Welt.
Wird ihre Liebe Bestand haben? Wird sich Monsieur Descartes um Helena und seine Tochter kümmern?
Es ist eine Liebe, die von Anfang an unter schwierigen Bedingungen entsteht. Helena ist eine Magd, während René Descartes ein bekannter Philosoph und Wissenschaftler ist. Auch ihr Glaube erschwert eine Beziehung, sie ist Calvinistin, er Katholik. Aber sie setzen sich über alle Standesdünkel hinweg.
Diese Geschichte baut auf einer wahren Begebenheit auf und mischt diese perfekt mit Annahmen und Fiktion.
Die Charaktere sind sehr authentisch geschildert. Man kann ihre Gedanken, Gefühle und Nöte nachvollziehen. Es gehört Mut dazu, sich zur Liebe zu bekennen und alle Konventionen über Bord zu werfen.
Die Geschichte ist romantisch, entbehrt aber auch nicht einer gewissen Tragik, denn das Schicksal legt Helena einige schwere Prüfung auf. Der Schreibstil ist einfach und angenehm flüssig zu lesen.
Eine bewegende Geschichte einer Liebe, die nicht sein darf. Empfehlenswert!

06.08.2015 20:49:25
-LENA-

René Descartes ist Logiergast im Hause des Buchhändlers Sergeant in Amsterdam. Hier trifft er auf Helena, die aus einfachen Verhältnissen kommt. Eine Verbindung, die auf Vorurteile stößt und nicht sein darf.

Diese heimliche Beziehung wird aus der Sicht von Helena geschildert und man kann sich gut vorstellen, dass es so gewesen sein könnte.
Durch den Schreibstil der Autorin kann man sich sehr gut in die Charaktere hineinversetzen.
Descartes erlebt man als einen unsteten Menschen , der es nie lange an einem Ort aushält. Seine Schriften muß er gegenüber Kritikern verteidigen. Bei seinen Experimenten ist man dabei.
Sein Diener Limousin fühlt sich berufen alles Negative von Descartes fernzuhalten.
Helena will mehr und bringt sich mit einer eigenen, speziellen Methode vieles selbst bei. Ihre unsichere Situation auf welcher Seite sie steht, ihre Bemühungen ein besseres Leben zu führen werden nachvollziehbar beschrieben.
Die Schwierigkeiten für Frauen im 17. Jahrhundert Bildung zu erreichen und wie die Umgebung darauf reagiert werden thematisiert.

Nachwort und Inhaltsverzeichnis mit den wechselnden Handlungsplätzen ergänzen den Roman.

René Descartes und Helena Jans van der Strom, eine wahre Geschichte wurde von der Autorin aus den wenigen bekannten Fakten in einen lesenswerten, beeindruckenden Roman umgesetzt. Faszinierend geschrieben und nur zu empfehlen.

Zeitpunkt.
Menschen, Schicksale und Ereignisse.

Wir schauen auf einen Zeitpunkte unserer Weltgeschichte und nennen Euch passende historische Romane.

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