Die gute Stadt Paris

Erschienen: Januar 1992

Bibliographische Angaben

  • Aufbau, 1980, Titel: 'Paris ma bonne ville', Originalausgabe

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Almut Oetjen
Die Pariser Bluthochzeit als literarisches Thema

Buch-Rezension von Almut Oetjen Jan 2007


Die gute Stadt Paris, der dritte Band der Reihe Fortune de France, setzt die Geschichte der Familie de Siorac zur Zeit der Hugenottenkriege fort. Mit rund 600 Seiten, die sich auf nur zehn Kapitel aufteilen, ist er der umfangreichste Band der Reihe. Der zweite Band endet kurz nach der "Michelade", dem Massaker von Nîmes im September 1567 und der Rückkehr der drei Freunde Pierre, Samson und Miroul nach Montpellier. Der dritte Band beginnt mit dem Aufenthalt der Freunde auf Mespech und mehreren kleineren Auseinandersetzungen zwischen Papisten und Hugenotten, von denen auch das Umfeld Mespechs nicht verschont bleibt. Am 23. März 1568 wird der Vertrag von Longjumeau geschlossen. Pierre und Samson reisen, begleitet von Miroul, wieder nach Montpellier und setzen ihre Studien fort. Im August 1571 erhält Samson den Meisterbrief als Apotheker. Am 14. April 1572 erlangt Pierre den Doktorgrad. Pierre freundet sich mit dem Katholiken Giacomi an, der ihm in der Fechtkunst überlegen ist. Kurz darauf werden die drei Freunde von Pierres Vater nach Mespech zurückgerufen. Sie geraten in einen Hinterhalt des Räuberbarons Fontenac. Pierre tötet seinen Gegner im Duell, was verboten ist, weshalb er nach Paris muss, den König um Gnade zu bitten. Als die Freunde in Paris ankommen, steht die Hochzeit zwischen Margot, der Schwester des Königs, und dem Hugenottenführer Heinrich von Navarra bevor.

Die gute Stadt Paris

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Letzte Kommentare:
08.11.2012 21:44:27
Iris

Merle führt einem sehr realistisch die damligen Geschehnisse, aber auch die Befindlichkeiten der damaligen Bevölkerung vor Augen. Insgesamt ensteht vor dem Leser ein sehr rundes und vollständiges Bild über das alltägliche Leben, die Kirche, den Wissensstand von damals und die Gepflogenheiten bei Hofe. Die Sprache passt sich ebenfalls der damaligen Zeit an. Ein sehr gelungenes Buch, das gleichzeitig auch spannend geschrieben ist.

19.02.2010 16:47:05
Susannah

1572 - ein Jahr, das in Frankreich für ein grausames Blutvergießen steht. In eben diesem Jahr treffen wir den jungen hugenottischen Baronssohn Pierre de Siorac wieder, der soeben Doktor der Medizin geworden ist und seine Heimreise antritt. Doch das Glück scheint dem jungen Mann nicht hold, als er in ein Duell verwickelt wird, seinen Angreifer tötet, und ob seines Glaubens plötzlich vom Galgen bedroht wird. So muss, zusammen mit seinem Bruder Samson und seinem Freund Giacomo, nach Paris, um dort die Gnade Karls IX. zu erflehen. Kein leichtes Unterfangen, bedenkt man, dass derKönig katholischen Glaubens ist und Pierre zu den "Ketzern" gehört. Und sofort beeindruckt ihn diese Stadt Paris, die so anders ist als die anderen Städte. Leider auch grausamer,wie er sieht, denn an allen Ecken und Enden wird das Feuer des Hasses geschürt und die Flamme des Zorns angefacht. Hetzerische Reden und nicht zuletzt Intrigen am Hofe machen die Pariser scharf wie Bluthunde, die nur darauf warten, ein Massaker abzuhalten. Nach der Vermählung der Schwester des Königs mit dem hugenottischen König von Navarra ist es soweit. In der Nacht zum Feiertag des Heiligen Bartholomäus leuten die Glocken, und ganz Paris macht sich zu einem schlachten auf, dessen Opfer die Seine nahezu verstopft. Und mitten in dieser Bartholomäusnacht hängt Pierres Leben mehr als einmal am seidenen Faden ...

Der dritte Teil der langen Reihe, mit Sicherheit der bisher dramatischste. WIr lernen zum ersten Mal die mächtigen Frankreichs kennen: Karl IX.,der leidenschaftlich gerne Trompete und Ball spielt und sich rasch erzürnt, seine Mutter, Katharina von Medici, die immer schwarz trägt und den Teufel im Herzen, wie man meinen könnte. Wieder haucht Merle jenen Figuren diese wundervolle Lebendigkeit ein, wie man sie nur selten findet. Sein Gespür für historischen Humor ist ebenso beeindruckend wie seine Liebe zum (historischen) Detail, ohne dabei den Leser zu ermüden. Gerade die Darstellungen der Bartholomäusnacht sind ergreifen und schockieren den Leser, der nicht glauben will, wie eine ganze Stadt sich so im Blut ertränken konnte.

Freunde französischer Geschichte - in Robert Merle habt ihr einen eurer Meister gefunden!

15.08.2007 20:36:48
anath

Pierre muß nach Paris reisen um dort das Pardon des Königs zu erbitten.Unabkömmliche Begleiter sind Miroul und Samson.Die Stimmung in Paris ist aufgeheizt gegen die Hugenotten.Viele Hugenotten sind in der Stadt um die Hochzeit des Prinzen Heinrich von Navarra mit der Prinzessin Margot mit zu erleben.
Als dann das Grauen der Bartholomäusnacht beginnt,können Pierre und Miroul nur hoffen,dem Morden irgendwie zu entkommen...

Ich habe bereits mehrere Bücher gelesen,die die Bartholomäusnacht schildern.Keines war so minutiös recherchiert wie dieses. Merle liefert ein Sittenbild von Stadt und Zeit,verbunden mit historischer Akuratesse.Bewundernswert,spannend und mitreißend.