Friesenrebellion

Erschienen: Januar 2015

Bibliographische Angaben

  • Emons, 2015, Titel: 'Friesenrebellion', Originalausgabe

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Jörg Kijanski
Das Leben auf Borkum im Jahr 1811

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Aug 2015

Am 14. August 1811 betritt Henri Lebon als neuer Kommandant die Insel Borkum. Eine seiner ersten Amtshandlungen ist noch am gleichen Tag ein Salutschuss zu Ehren Napoleons, der am folgenden Tag seinen 43. Geburtstag begeht. Unter den Inselbewohnern löst der Salutschuss jedoch große Beunruhigung aus, da den meisten der Anlass unbekannt ist. Sie haben ohnehin andere Sorgen, denn die verhassten Franzosen, die seit fast drei Jahren die Insel besetzt halten, haben ihre wichtigste Lebensgrundlage, den Walfang, weitgehend zerstört, indem sie die meisten Boote beschlagnahmten. Nun sind sie auf Schmuggel angewiesen und stets darauf bedacht, sich weder von den Besatzern noch vom gierigen Inselvogt erwischen zu lassen. Plötzlich drohen sich die Ereignisse zu überschlagen, denn vor der Küste taucht eine englische Fregatte auf. Deren Kapitän bittet Lebon um Unterstützung, da drei seiner Leute auf die Insel desertiert sein sollen. Schon bald zeigt sich, dass es sich dabei um eine List der Briten handelt. Wie sollen sich die Einheimischen zwischen Franzosen und Engländern verhalten und was hat es mit dem Leichnam auf sich, der am Nordstrand gefunden wurde?

Interessante und informative Geschichte

Rund zwanzig Personen reichen der Autorin Ocke Aukes, um ihre Geschichte zu erzählen, die grob auf einer wahren Begebenheit beruht oder sich zumindest so ähnlich zugetragen haben könnte. In einem kurzen Nachwort findet sich die entsprechende Erklärung, ansonsten fehlt diesem Buch leider jeglicher Anhang. Zumindest eine Karte aus der damaligen Zeit, verbunden mit Eintragungen, welche Inseln und Gebiete unter französischer und englischer Herrschaft stehen, hätte zu einem besseren Verständnis geholfen. So erfährt man immerhin, dass Borkum unter französischer Besatzung steht, während Helgoland zu England gehört.

 

"Wir zahlen Geld für die Nutzung von Gold- und Silbergegenständen, die uns seit Jahrzehnten gehören. Jetzt haben wir keins mehr. Sogar das Auflegen von Puder und das Tragen von Perücken kostet, als ob wir die noch hätten. >Madame

 

Drei junge Borkumer Männer werden in Napoleons Armee gepresst, wechseln nach einer verlorenen Seeschlacht zu den Engländern und bieten dem Kapitän der bereits erwähnten Fregatte ein Geschäft an. Sie sollen zum Schein desertieren und während die englischen Seeleute die Verräter angeblich suchen, können sie sich ein Bild über die Lage und Kartografie der Insel machen. Die Franzosen müssen dem nahezu tatenlos zusehen, da sie zahlen- und waffenmäßig hoffnungslos unterlegen sind.

Die einzelnen Inselbewohner die hier eine maßgebliche Rolle spielen (die Angehörigen der "Flüchtigen", der verhasste und geldgierige Inselvogt, der Pfarrer, ein paar Schmuggler, ein Kräuterweib) werden ansprechend dargestellt und vor allem ihre kargen, entbehrungsreichen Lebensumstände anschaulich aufgezeigt.

So gibt Friesenrebellion nicht nur Einblicke in die damalige Schifffahrt, die politische Lage, welche für die Insulaner von Napoleons Seeblockade in der Nordsee geprägt ist, sondern auch in das alltägliche Leben der einfachen Menschen. Ein lesenswerter Roman also, nicht nur für geschichtsinteressierte Ostfriesen. Ein Schwachpunkt allerdings bleibt; die Handlung ist weitestgehend vorhersehbar und der Spannungsbogen daher arg begrenzt. 

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Letzte Kommentare:
04.07.2016 14:06:44
venatrix

„Wir zahlen Geld für die Nutzung von Gold- und Silbergegenständen, die uns seit Jahrzehnten gehören. Jetzt haben wir keins mehr. Sogar das Auflegen von Puder und das Tragen von Perücken kostet, als ob wir die noch hätten. >Madame< vielleicht. Steuern auf Seife, Salz, Tabak, Alkohol, Torf, Mahlkorn, Schlachtvieh und das Wiegen. Fehlt nur noch, dass ich jedes Mal, wenn ich vom Ostland zum Westland gehe, eine Gebühr bezahlen muss.“

Worum geht’s?

Man schreibt das Jahr 1811. Napoleon und seine Truppen sind über Europa hinweggefegt, haben die alte Ordnung durch ihre eigene ersetzt. Der Kaiser der Franzosen hält Völker und Landstriche besetzt, so auch die friesische Insel Borkum. Seit drei Jahren werden rücksichtslos die wenigen Wertsachen, Lebensmittel und Schiffe requiriert. Ohne Boote verlieren die Bewohner Borkums ihren ohnehin kargen Lebensunterhalt. Ohne Schiffe können sie dem Walfang nicht nachgehen. Die Menschen sind gezwungen, vom Schmuggel zu leben. Neben den Besatzern, macht ihnen auch noch der gierige Inselvogt zu schaffen, der von überall seinen Anteil haben will.

Just am 14. August, des Kaisers Geburtstag, erhält Borkum einen neuen Kommandanten, Henri Lebon. Argwöhnisch beobachtet von den Einheimischen lässt einen Geburtstagssalutschuss abfeuern.

Drei junge Männer, die in Napoleons Armee gepresst wurden, sind nach der verlorenen Schlacht desertiert. Sie heuern auf einer englischen Fregatte an. Gewitzt wie die von Wind und Wetter gegerbten Männer sind, bieten sie dem Kapitän eine Möglichkeit, die Insel ohne Gefahr zu betreten. Die Engländer spielen Lebon vor, nach Deserteuren zu suchen, während sie Borkum eilends kartografieren.
Zähneknirschend muss Lebon klein beigeben, da er der Fregatte nichts entgegenzusetzen hat.

Unklar ist, wie sich die Borkumer verhalten sollen, sind sie ja von Engländern und Franzosen nicht wirklich begeistert. Als dann noch eine Leiche am Nordstrand gefunden wird, ist man völlig ratlos.

Akribisch sind die einzelnen Inselbewohner und ihr karges, entbehrungsreiches Leben geschildert.

Das Buch gibt tolle Einblicke in die damalige politische Lage und in die Schifffahrt. Die geschichtlichen Ereignisse sind anschaulich dargestellt. Manches hätte spannender präsentiert werden können.