Das Erbe der Äbtissin

Erschienen: Januar 2015

Bibliographische Angaben

  • Droemer-Knaur, 2015, Titel: 'Das Erbe der Äbtissin', Originalausgabe

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Karin Speck
Eine Äbtissin auf der Flucht

Buch-Rezension von Karin Speck Jul 2015

Judith und Silas sind auf der Flucht. Ihre Reise führt sie über die Alpen Richtung Italien. Judith ist aus ihrem Kloster, in dem sie es bis zur Äbtissin gebracht hatte, geflohen. Silas, der maurische Arzt des verstorbenen Kaisers Barbarossas, ist nunmehr frei und will sein Leben mit der Frau verbringen, die er liebt. Gemeinsam haben sie also beschlossen, das Reich zu verlassen und in Silas Heimat zu gehen. Doch unterwegs in den Bergen stoßen sie unerwartet auf ein kleines Mädchen. Die Mutter liegt im Sterben und so nehmen die beiden das ungewöhnliche Mädchen mit sich, nicht ahnend, welche Kräfte in dem Mädchen Namens Luna stecken. Schon bald werden sie von ihren Verfolgern eingeholt. Als dann Heinrich, der Nachfolger Barbarossas, erkrankt, werden alle drei zu ihm gebracht, da sie ihn heilen sollen.

Zwei Handlungsstränge, die zwei Geschichten erzählen

Das Erbe der Äbtissin ist der Nachfolgeband zu Das Geheimnis der Äbtissin und schließt direkt an den Vorgänger an. Der Erzählstil ist relativ modern gehalten und dementsprechend schnell lässt sich die Geschichte auch lesen. Zunächst pendelt der Leser zwischen zwei Handlungssträngen hin und her. Zum einen wird die Geschichte von Judith und Silas erzählt. Von ihrer Flucht, wie es sich auf der Flucht lebt, wie sie vorankommen und wen sie treffen und heilen. Alles für sich gesehen interessante Dinge, aber leider wenig spannend. Der zweite Erzählstrang lässt den Leser teilhaben an den Geschicken von Heinrich, dem Nachfolger von Kaiser Barbarossa. Hier erfährt der Leser die politischen Zusammenhänge und historische Einzelheiten aus der Zeit des ausgehenden 12. Jahrhunderts. Irgendwie scheinen die beiden Handlungsstränge aber nichts miteinander zu tun zu haben. Es entsteht viel mehr das Gefühl, zwei völlig unabhängige Geschichten zu lesen. Dies ändert sich erst ab ungefähr der Mitte des Buches, zu dem Zeitpunkt als die Protagonisten auf einander treffen und nun gemeinsam reiten. Wirklich spannend wird es aber auch jetzt nicht. Das Leben bei Hofe spielte sich auf den Pferderücken ab. Das Reich war riesig, Heinrich ist immer wieder über die Alpen gezogen, um irgendwo Krieg zu führen. Judith und Silas müssen hier natürlich immer mit.

Ein Hauch von Mystik

Etwas Mystisches bekommt die Geschichte durch das Mädchen Luna. Sie ist rätselhaft, jeden der ihr begegnet mag das Mädchen sofort und das, obwohl sie anders beschrieben wird, als es damals der Norm entsprach. Sie entwickelt eine besondere Beziehung zum Kaiser. Durch sie wirkt die Geschichte selbst aber etwas unglaubwürdig. Zumal auch eine Erklärung fehlt, in welchem Zusammenhang Luna mit der historischen Geschichte um den Kaiser steht.

Etwas schwächer als der Vorgänger

Ein Nachwort ist hier leider nicht vorhanden, nur ein Personenregister der historisch belegten Protagonisten. Eigentlich schade, es wäre sicher interessant zu lesen, wo die Autorin die Idee zu ihrer Geschichte her hatte. Sehr schön ist allerdings, dass es auch in diesem zweiten Band wieder eine Karte gibt und auch die Gedichtzeilen vor den einzelnen Kapiteln werden fortgesetzt. Der Titel Das Erbe der Äbtissin ist vielleicht ein bisschen unglücklich gewählt, denn ein Erbe gibt es hier nicht, vielmehr wird einfach die Geschichte von Judith fortgesetzt.  Auch ist dieser Band um einiges schwächer als Das Geheimnis der Äbtissin, macht aber trotzdem Spaß zu lesen. 

Das Erbe der Äbtissin

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Letzte Kommentare:
02.08.2015 21:33:30
mabuerele

„...Als Arzt sitzt man entweder oben auf dem hohen Ross, oder man liegt unter seinen Füßen...“

Dem eigentlichen Beginn sind zwei kurze Episoden vorangestellt. Die erste erzählt die Legende vom Auftreten der Feenkinder. Die zweite ist kursiv geschrieben. Sie wird ihre Fortsetzung am Ende des ersten Buches finden und ihre Vollendung zum Schluss. Erstes Buch heißt, dass die Handlung in zwei Zeitabschnitte untergliedert wird.
Wir schreiben das Jahr 1191. Die ehemalige Äbtissin Judith und der maurische Arzt Silas sind auf den Weg nach Süden. Sie wollen in Silas` Heimat. Nach einem Lawinenabgang bei der Überquerung der Alpen rettet sie ein Kind. Die Mutter des Kindes liegt im Sterben. Sie bittet Judith, das Mädchen Luna mit sich zu nehmen.
Auch König Heinrich und der Reichstruchsess Markward von Annweiler sind auf den Weg nach Süden. Ihnen darf Judith keinesfalls begegnen.
Die Autorin hat einen fesselnden und gut recherchierten historischen Roman geschrieben. Sie spannt den Bogen von der Kaiserkrönung Heinrichs bis zu seinem Tod. Das Buch lässt sich zügig lesen und hat mich schnell in seinen Bann gezogen. Dazu beigetragen haben die komplexen Beziehungen zwischen den Protagonisten, die abwechslungsreiche Handlung und der angenehme Schriftstil. Historische Fakten werden umfassend in den Ablauf des Geschehens einbezogen.
Die Protagonisten sind gut charakterisiert. Luna hat heilende Hände. Judith weiß, dass sie auf das Kind besonders achtgeben muss.
Zwei Entwicklungswege stehen im Mittelpunkt des Romans. Zum einen wird Luna vom Kind zur jungen Frau, die erkennen muss, das Menschen, die sie mag, harte und ungerechte Entscheidungen treffen. Zum anderen geht es um den Lebensweg von Kaiser Heinrich. Seine Lieblosigkeit gegenüber seiner Frau, seine Härte gegenüber den Geiseln und seine Menschenverachtung, wenn es um Macht und Rache geht, zeigen sich nach und nach.
Die Handlungsorte werden mit passenden Metaphern umfassend beschrieben. So entstanden schnell Bilder vor den Augen. Für die Grausamkeit von Krieg und Unterdrückung findet die Autorin treffende Worte, ohne sich in Einzelheiten zu verlieren. Dafür spielen in diesen Situationen Gefühle eine besondere Rolle. Die Wut der Einwohner von Tusculum, die den brennenden Inferno entkommen konnten, die Angst von Judith um ihren am Sumpffieber vor Neapel erkrankten Bruder, die Freude der Einwohner von Neapel beim Abzug der kaiserlichen Truppen, die sich in grenzenlosen Leichtsinn äußert, sind nur einige Beispiele dafür. Aussagekräftige Dialoge sorgen einerseits dafür, dass die Personen und ihre Motive deutlicher werden, andererseits demonstrieren sie politisches Handeln.
Viel dazugelernt habe ich als Leser über die medizinischen Möglichkeiten der damaligen Zeit. Kräuter spielten auch bei den Ärzten eine entscheidende Rolle.
Dem Roman ist eine Karte mit den Handlungsorten vorangestellt. Ein ausführliches Personenregister ergänzt die Handlung.
Das Cover mit der Frau und der Schriftrolle passt zum Inhalt des Buches.
Der Roman hat mir sehr gut gefallen. In einer fiktiven Geschichte mit einer kleinen Spur Mystik werden reale historische Geschehen exzellent vermittelt. Unterschwellig hat mir das Buch vermittelt, dass Krieg und Gewalt die guten Eigenschaften der Menschen in Gegenteil verkehren können und durch Hass und Rache neue Gewalt produzieren. Leiden müssen häufig Unschuldige.

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