Der Leopard von Paris

Erschienen: Januar 2015

Bibliographische Angaben

  • Pendo, 2005, Titel: 'Le Léopard des Batignolles', Originalausgabe

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Carsten Jaehner
Mordserie in Paris

Buch-Rezension von Carsten Jaehner Apr 2015

Im Paris des Jahres 1893 macht ein Serienmörder von sich reden, die Gazetten sind voll davon. Einem vermeintlichen Selbstmord folgt der Mord an einem Emaillemaler. Als schließlich der Buchbinder Andrésy bei einem Hausbrand ums Leben kommt macht zunächst niemand Gedanken.

Mit dem Buchbinder befreundet waren Victor Legris und Kenji Mori, Buchhändler und bereits erprobte Detektive. Sie haben bereits der Polizei versprechen müssen, sich nie wieder in Polizeiangelegenheiten einzumischen und keine vermeintlichen Kriminalfälle mehr zu verfolgen. Auch ihren jeweiligen weiblichen Begleitungen mussten sie dies Versprechen. Doch natürlich lässt ihnen der Tod ihres Freundes keine Ruhe, zumal sie seltsame Botschaften erhalten, die einerseits kryptisch verschlüsselt sind, dabei aber von einem Leoparden die Rede ist, was sie aufmerksam werden lässt.

Ungeahnt von Polizei und Frauen machen sie sich unabhängig voneinander, aber mithilfe ihres schriftstellerisch veranlagten Mitarbeiters Joseph auf die Suche nach der Wahrheit. Bald stellen sie fest, dass ihr Freund vielleicht doch in krumme Geschäfte verwickelt war. Doch wer hat ihn auf dem Gewissen?

Buchladen im Griff

Es ist bereits der fünfte Fall für Victor Legris und seine Freunde, den die Paris Bouquinisten-Schwestern, die unter dem gemeinsamen Pseudonym Claude Izner veröffentlichen, den Lesern vorlegen. Inzwischen hat sich die Konstellation innerhalb des Buchladens, den die drei führen, etabliert, immer wieder durcheinander gebracht durch Frauen. Da ist Josephs Mutter, die sich inzwischen um den Haushalt kümmert, wenn man ihn denn so nennen will. Da ist Iris, die Tochter von Kenji und Freundin Josephs, wenngleich die beiden in einer leichten Krise stecken. Und da ist Tasha, Freundin von Victor und bereits so eng miteinander, dass inzwischen Heiratspläne geschmiedet werden. Allein deswegen möchte sie nicht, dass Victor sich weiterhin in Gefahr begibt, was er ihr auch verspricht, doch wie so oft kommt es anders, als man denkt.

Die sechs Hauptfiguren leben und arbeiten mehr oder weniger im Buchladen, allerdings versuchen die drei Männer immer wieder, Zeit zu schinden, um ausserhalb des Ladens agieren zu können. Entweder versuchen sie, sich gegenseitig auszustechen, oder Iris muss herhalten. Immerhin floriert der Laden und es gibt viele Kunden, so dass Botengänge unausweichlich sind&

Man arbeitet besser zusammen

Joseph, der fleissige Sammler von kriminalistischen Zeitungsausschnitten, kommt der Kette von seltsamen Ereignissen als erster auf die Spur, und auch die Nachrichten, die Victor und Kenji erhalten, lassen ihnen keine Ruhe. Eine Taschenuhr mit Gravur spielt dabei eine entscheidende Rolle, in mysteriösen Briefen an Victor ist von einem Leoparden von Paris die Rede, und wer ist dieser Sacrovis, dessen Name und Identität nicht klar ist. Überhaupt ist die Anzahl der Verdächtigen und der involvierten Personen nicht klar Verwirrung allerorten, doch nach und nach erweisen sich die Spürnasen als erfolgreich.

In Gegensatz zu seinem Vorgänger konzentriert sich dieser fünfte Roman wieder mehr auf einen Kriminalfall, der tatsächlich auch diesen Titel verdient, jedenfalls auf die lange Strecke gesehen. Da die privaten Konstellationen alle mehr oder weniger im Reinen sind, können Spuren verwischt, Fährten gelegt und wieder entfernt werden, wie es sich für einen Krimi gehört. Dabei verfolgt der Leser im Wesentlichen die Tätigkeiten von Victor und Joseph, während die Forschungen von Kenji meist im Dunkeln bleiben, wie überhaupt sein Charakter mysteriös bleibt und nicht unbedingt als Sympathieträger fungiert. Hier ist noch viel Potenzial vorhanden.

Frankreich, Frankreich

Victor und Joseph ermitteln mal einzeln, mal gemeinsam und tragen tatsächlich ihre Ergebnisse zusammen, was ihrer beider Beziehung durchaus guttut. Und damit beginnen sie auch frühzeitig im Roman, so dass man gerne bei der Stange bleibt.

Dass sich das Autorenduo Claude Izner im Paris Ende des 19. Jahrhunderts auskennt, ist in jedem Satz zu spüren. Das aufkommende Fahrrad, eine aufblühende Stadt, die damaligen Straßennamen und Geschäfte wurden genau recherchiert und durch zahlreiche Fußnoten verifiziert. Auch durch die Sprache (gelungene Übersetzung von Gaby Wurster, die mit Übersicht und Umsicht ihres Amtes waltet) wird der Leser in die Zeit entführt, und trotz deutscher Übersetzung bleibt ein gewisser französischer Charme erhalten.

Zwar wird der deutschsprachige Leer durch fantastisch anmutende französische Namen durcheinander gebracht und liest sich durch Straßennamen schwindelig, aber das gehört zu einer Authentizität dazu. Ein hervorragendes, ausführliches Nachwort entführt ebenfalls in die Zeit, ergänzt durch Literaturangaben, Anmerkungen und Liedtexte. Hier haben die Autorenschwestern wieder ganze Arbeit geleistet.

Schöne Historie

Mit Der Leopard von Paris setzt der Piper Pendo Verlag die erfolgreiche französische Reihe fort, die einen wundervollen Einblick in das Paris Ende des 19. Jahrhunderts bringt. Der Roman beinhaltet einen angenehmen Kriminalteil, einigen Humor und neben einer gewissen Leichtigkeit auch ernsthafte Passagen, in denen vergangene Tage wie Schlachten von 1871 hervortreten und den Roman damit historisch weiter aufwerten.

Warum der Verlag den herausgeberischen Weg der vier Vorgänger nicht weitergegangen ist, wird sein Geheimnis bleiben. Waren die ersten drei Bände noch als Hardcover erschienen, später als Taschenbuch, erscheint Teil fünf nun direkt als Paperback, mit einem Titel ohne Bezug zu den anderen (wenngleich näher am französischen Originaltitel, daher aber trotzdem inkonsequent), und mit anderem Design. Einige Verlage ändern ihre Strategien, was Stammleser verärgert und im Buchregal nicht schön aussieht. Selten beweisen Verlage hier einen kundenfreundlicheren langen Atem. Der Leser ist machtlos.

Inhaltlich jedoch kann sich der Leser hier nicht beklagen und wird auf seine Kosten kommen. Was die Spannung und Stringenz angeht, ist noch Luft nach oben, aber trotzdem oder gerade deswegen wird man bei Teil sechs wieder gerne zugreifen. Weitermachen.

Der Leopard von Paris

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