Sherlock Holmes und die letzte Fahrt der Lusitania

Erschienen: Januar 2015

Bibliographische Angaben

  • kbv, 2015, Titel: 'Sherlock Holmes und die letzte Fahrt der Lusitania', Originalausgabe

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Jörg Kijanski
Der Meisterdetektiv auf dem sinkenden Schiff

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Mär 2015

Hintergrund des fünften Sherlock-Holmes-Romans aus der Feder von Wolfgang Schüler ist die letzte Fahrt der Lusitania, neben ihrem Schwesterschiff der Mauretania eines der beiden größten Passagierdampfer der Welt, das bekanntlich am 7. Mai 1915 von einem deutschen U-Boot (genauer der SM U 20 Seiner Majestät U-Boot Nummer 20) versenkt wurde.

Sherlock Holmes und sein treuer Weggefährte Dr. Watson sind eigentlich im wohlverdienten Ruhestand, doch da die Welt aus den Fugen geraten ist und der Erste Weltkrieg sein hässliches Gesicht an vielen Orten zeigt, werden die beiden Freunde von Mycroft Holmes als Sondergesandte des britischen Außenministeriums eingesetzt und kommen auf diese Weise nach Amerika. So will es der Zufall, dass ihre Rückfahrt am 1. Mai 1915 in New York startet an Bord des Luxusschiffes Lusitania. An Bord bittet sie Kapitän Turner nach einem Einbrecher Ausschau zu halten, der sich auf dem Schiff befinden soll.

 

"Ein Briefbogen mit dem Wasserzeichen vom Schiff, wie er wohl in jeder Kabine bereit liegt, zumindest in der Ersten Klasse. Damit hätten wir den möglichen Täterkreis auf 290 Verdächtige eingegrenzt, uns drei ausgenommen, plus jenen Teil der Mannschaft, der auf diesem Deck hier Zutritt hat."

 

Bereits am zweiten Tag ihrer Seereise ist passiert es, ein Safe wurde geknackt und ein höherer Geldbetrag entwendet. Holmes und Watson machen sich an die Arbeit und müssen bald feststellen, dass noch ein weitaus größeres Unheil das Schiff bedroht ...

Wie immer ein Roman mit vielen Hintergrundinformationen

Nein, selbst der größte Detektiv aller Zeiten kann die Ereignisse der Weltgeschichte nicht abwenden und so sinkt die Lusitania auch in diesem Roman. Alles andere wäre albern und würde dem Schreibstil des Autors zuwider laufen, denn wie immer hat Wolfgang Schüler sorgfältig recherchiert und bietet umfangreiche Informationen wie auch geschichtliche Anekdoten.

 

"Über die Lusitania wird berichtet, dass in der Ersten Klasse ausschließlich Millionäre reisen würden. Wir zwei alten Hagestolze werden also die ersten beiden Passagiere sein, auf die dieses Prädikat noch nicht einmal ansatzweise zutrifft. Das bedeutet in concreto, dass wir es eine Woche lang mit ungebildeten und vulgären neureichen Amerikanern, überkandidelten und selbstverliebten Künstlern sowie senilen und degenerierten, britischen Adeligen zu tun haben werden."

 

So geht es ganz nebenbei um das Wettrennen am Südpol, eine weltbekannte Schießerei am O.K. Corral und im vorliegenden Fall naheliegend um die politischen Ränkespiele auf Seiten der Briten, denn im Zusammenhang mit dem Untergang der Lusitania spielte offenbar der damalige Marineminister Winston Churchill eine recht bedenkliche Rolle. Er wollte unbedingt den Kriegseintritt Amerikas erzwingen.

 

"Aber der Untersuchungsausschuss wird Zeugen vernehmen. Wir können nicht alles kontrollieren."

"In der Tat", seufzte der Marineminister, "Demokratie ist die Notwendigkeit, sich gelegentlich den Ansichten anderer Leute zu beugen. Das beste Argument gegen die Demokratie ist eine fünfminütige Unterhaltung mit dem Durchschnittswähler."

 

Wie immer überzeugt Sherlock Holmes durch seine grandiose Beobachtungsgabe und folglich ergeben sich neben dem spannenden Haupterzählstrang und den politischen Hintergründen noch die ein oder andere lustige Situation. Selten befanden sich Holmes und Watson dabei in derart hoher Gefahr und dies bereits während der Überfahrt. Die Situation auf dem Schiff, dessen Ausstattung, Personal und illustre Gäste der Oberschicht werden angesichts des vergleichsweise geringen Buchumfanges (rund 240 Seiten) recht ausführlich beschrieben. Im Ergebnis entsteht ein anregendes und unterhaltsames Lesevergnügen, dass trotz des fortgeschrittenen Alters seiner Protagonisten nach einer Fortsetzung schreit.

 

"Ich will nicht damit langweilen, welche absurden Verdächtigungen den kranken Journalistenhirnen entsprangen. Das gesamte Drama endete damit, dass von diesen widerlichen Schmierfinken allen Ernstes behauptet wurde, Sherlock Holmes habe nie gelebt! Er sei lediglich eine literarische Erfindung gewesen!"

 

Lediglich beim Lektorat wäre etwas mehr Sorgfalt von Vorteil. So lief gleich auf der ersten (!) Seite die SM U 20 am 30. April 2015 aus (statt 1915) und der erste Safe-Raub an Bord der Lusitania fand wahlweise nach dem Diner (Seite 71) oder dem Mittagessen (Seite 74) statt.

Sherlock Holmes und die letzte Fahrt der Lusitania

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