Bella Clara

Erschienen: Januar 2015

Bibliographische Angaben

  • List, 2015, Titel: 'Bella Clara', Originalausgabe

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78

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Rita Dell'Agnese
Nun findet die dritte Freundin ihre Bestimmung

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Mär 2015

Die Autorin Petra Durst-Benning hat drei Frauenschicksale ins Zentrum ihrer Jahrhundertwind-Trilogie gestellt. Im Abschlussband geht es nun um Clara Berg, die in Meersburg versucht, das Ende ihrer unglücklichen Ehe mit dem angesehenen Frauenarzt Gropius in Berlin zu verkraften. Um sich von ihrem Ehemann scheiden zu lassen, musste Clara eine Affäre inszenieren. Im Jahr 1906 ist die Scheidung ein Skandal, der sich schnell herum spricht. Trotz aller Bemühungen will es Clara nicht gelingen, in Berlin ein Auskommen als Angestellte einer Apotheke zu finden. Schlimmer noch: Es gelingt Gropius, Clara ihre beiden Kinder zu entziehen und jeden Kontakt zu verhindern. Verzweifelt macht sich Clara auf den Weg zu Lilo an den Bodensee. Die Freundin betreibt dort ein erfolgreiches Hotel und sucht händeringend nach Hilfe. In der lieblichen Bodenseestadt Meersburg kann die unglückliche Berlinerin nicht nur durchatmen, sie findet auch eine Aufgabe, die sie zunehmend in Beschlag nimmt: Sie entwickelt Pflegeprodukte für Frauen. Obwohl sie einige Hürden zu bewältigen hat, kann sie sich damit einen Namen schaffen. Auch ein neuer Mann tritt in ihr Leben und Claras Glück scheint perfekt. Erst nach und nach merkt sie, dass Stefano nicht der Mann ist, für den sie ihn gehalten hat. Clara droht erneut den Boden unter den Füssen zu verlieren.

Vom Mut, sich etwas aufzubauen

Petra Durst-Benning versteht es, Frauenschicksale darzustellen und ihren Protagonistinnen genau die richtige Mischung aus Mut und Zweifeln mitzugeben, um sie glaubwürdig wirken zu lassen. Das ist auch bei Clara Berg der Fall. Die von ihrem Ehemann jahrelang misshandelte und unterdrückte Frau entdeckt nach und nach ihre Stärke, bleibt aber in einigen Belangen die mutlose und verzagte Frau, die sich nach einer starken Schulter sehnt. Sehr eindrücklich beschreibt die Autorin, wie Clara durch ihren wachsenden Erfolg an ihre physischen und psychischen Grenzen kommt. Die Arbeit wächst ihr über den Kopf, allerdings hilft sie ihr auch, zu vergessen. Der Neuanfang am anderen Ende von Deutschland geht zwar etwas gar problemlos vor sich, doch mag man dies der Autorin verzeihen. Sie bemüht den Zufall nicht zu stark, sondern hat schlüssige Erklärungen dafür, wieso sich Clara einige Türen so problemlos öffnen. Leider bleibt jedoch vieles etwas an der Oberfläche, man wünschte sich da und dort mehr Tiefgang bei den Charakteren.

Epoche gut dargestellt

Auf jeden Fall hat Petra Durst-Benning einmal mehr viel Geschick darin bewiesen, die Epoche, in der ihr Roman angesiedelt ist, gut darzustellen. Sie führt die Leserinnen in die feine Gesellschaft ein, die ihre Sommermonate am Bodensee verbrachte und dort ein mondänes Leben führte. Zudem nimmt die Autorin ihr Publikum mit nach Baden-Baden, ebenfalls ein Ort, dem die Schönen und Reichen jener Zeit zugetan sind. Ein Ausflug in die französische Welt des Parfums und einige wenige Szenen aus der ehemaligen Heimat Claras, Berlin, runden das Bild ab. Nach und nach fließen Erklärungen über die Kosmetikbranche ein und gibt es einen Einblick in die gesellschaftlichen Gepflogenheiten mit rauschenden Festen.

Es fließt viel Champagner

Gerade die rauschenden Feste aber bringen auch eine etwas überbetonte Note in den Roman hinein: Den fließenden Champagner. Während der ganzen Geschichte ist immer wieder die Rede vom ausgeschenkten Champagner dies auf eine Weise, die den Verdacht nahe legt, dass hier unbedingt die Verbindung zum zweiten Teil der Jahrhundertwind-Trilogie hergestellt werden sollte. Mit ihren Verweisen auf das Radfahren zeigt die Autorin jedoch, dass das auch etwas dezenter möglich ist. Auch ohne diese stetigen Querverweise wird die Leserin die Trilogie als Gesamtwerk wahrnehmen, auch wenn es ohne weiteres möglich ist, nur einen der Teile zu lesen. Dass mit Claras Schicksal die Trilogie nun zu Ende ist, ist bedauerlich. Die Serie hat viel Potenzial und mit der zweiten Frau Gropius oder den Töchtern von Clara und Josefine gibt es gleich mehrere Frauen, deren Schicksal Stoff für weitere Romane geben könnte.

Die Jahrhundertwind-Trilogie ist eine unterhaltsame Lektüre, die auf eine spielerische Art viel Atmosphäre aus den Jahren um die Jahrhundertwende und die ersten Jahre im 20. Jahrhundert zu bieten hat. Autorin Petra Durst-Benning erweist sich einmal mehr als gute Erzählerin und scharfe Beobachterin.

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Letzte Kommentare:
13.07.2015 13:03:33
Nuigurumi

Berlin im Jahr 1906: Clara Gropius, die mit einem angesehenen Arzt verheiratet ist, wird von ihrem Mann seit Anfang ihrer Ehe geschlagen und gedemütigt. Eine Scheidung ist nur möglich, wenn der Mann sie will, also inszeniert Clara einen Seitensprung, bei dem sie von ihrem Mann überrascht wird. Die Rechnung geht auf: ihr Mann reicht die Scheidung ein. Leider trifft sie auf einen harten Richter, der ihrem Mann nicht nur Claras Erbe, sondern auch den Sohn zuspricht. Die Tochter darf laut Urteil bei Clara bleiben, aber der Vater schafft es mit Tricks, dass auch das Mädchen bei ihm bleibt.

Clara bleibt nichts, keine Kinder, kein Geld, keine Arbeit - dafür aber zwei gute Freundinnen, Josefine und Isabelle. Da Clara in Berlin durch die Berichterstattung in der Zeitung zur persona non grata geworden ist, zieht sie zu einer Freundin von Josefine nach Meersburg am Bodensee. Lilo ist auch geschieden und hat ihr Leben selbst in die Hand genommen, daher versteht sie es, Clara zu motivieren, dasselbe zu tun.

Clara hat von ihrem Vater, einem Apotheker, in ihrer Jugend viel über die Herstellung von Seifen und anderen Kosmetika gelernt. Dieses Wissen wendet sie nun an und macht sich schnell mit einem kleinen Laden in Meersburg selbstständig. Sie weiß, dass Kosmetik nicht nur gut für die Haut, sondern auch für die Seele der Frauen ist, und mit dieser für ihre Zeit ungewöhnlichen Verkaufspsychologie, zusammen mit ihren guten Produkten, macht sie sich schnell einen Namen und hofft, dass sie, sobald sie etwas Geld und einen guten Ruf als Geschäftsfrau hat, auch ihre Kinder wiedersehen wird…

Die ersten Kapitel haben mich oft sehr betroffen gemacht: wie Clara von dem Scheidungsrichter und später von der ganzen Gesellschaft behandelt wird, ist heute einfach nicht mehr nachvollziehbar. Die Autorin versteht es sehr gut, dem Leser Claras Schicksal nahezubringen und zu zeigen, wie wichtig ihre Freundinnen in dieser Situation sind.

Auch Claras Ankunft in Meersburg und ihre Anfangszeit dort sind so schön beschrieben, dass ich am liebsten sofort hinfahren wollte, um alles mit eigenen Augen zu sehen, und ich fand es sehr interessant, wie Clara dazu kam, wieder mit der Seifen- und Kosmetikherstellung zu beginnen und ihr kleines Geschäft zu eröffnen. Doch danach ging mir plötzlich alles etwas zu schnell. Anhand der Zeitangaben über den einzelnen Kapiteln habe ich versucht, den Verlauf von Claras Karriere nachzuvollziehen, aber es war fast unmöglich. Sobald Clara ihr Geschäft eröffnet hatte, gefiel mir das Buch nicht mehr so gut wie vorher. Alles schien sehr überstürzt und unglaubwürdig.

Natürlich treten auch wieder Männer in Claras Leben und natürlich entscheidet sie sich wieder für den falschen und merkt es zu spät. Aber in dem Fall ist die Geschichte einfach zu konstruiert und man weiß genau, wie es enden wird und dass es am Ende ein Happy End geben wird.

Petra Durst-Benning ist eine routinierte Autorin. Sie schreibt gut und weiß, was ihre Leserinnen möchten, daher ist "Bella Clara" ein gut zu lesender, unterhaltsamer Roman, wie alle Bücher der Autorin. Die erste Hälfte des Buches hat mich auch berührt und mitgerissen, aber in der zweiten Hälfte wurde es mir zu seicht und zu vorhersehbar.

03.04.2015 22:06:08
PMelittaM

Berlin 1906: Clara Gropius hält es bei ihrem gewalttätigen Ehemann nicht mehr aus, sie lässt sich scheiden. Dafür muss sie allerdings die Schuld am Scheitern der Ehe auf sich nehmen und verliert so nicht nur ihr Erbe an der Apotheke ihrer Eltern sondern auch die Kinder, noch nicht einmal ein Besuchsrecht räumt man ihr ein. Gut, dass sie gute Freundinnen hat, die ihr schließlich auch eine Stellung in Meersburg am Bodensee verschaffen. Dort gelingt es ihr schließlich, ihr Leben in die eigene Hand zu nehmen und sich mit viel Kraft, Kreativität und Können eine eigene Existenz aufzubauen.

Dieser Roman ist der Abschluss der Jahrhundertwind-Trilogie, man kann ihn aber sehr gut auch lesen und verstehen, wenn man die beiden Vorgänger, so wie ich, nicht kennt. Allerdings sollte man darauf gefasst sein, dass die Wunschliste um diese beiden Romane wachsen wird.

Schon zu Beginn gelingt es der Autorin perfekt, die Atmosphäre im Gerichtssaal einzufangen und auch im weiteren Verlauf erzählt sie atmosphärisch dicht. Zudem hat sie interessante, authentisch wirkende Charaktere geschaffen, die der Leser gut kennen lernt und die nachvollziehbare Entwicklungen durchlaufen. Die Geschichte ist interessant und spannend, besonders gut gefällt mir, wie sie in den historischen, vor allem gesellschaftlichen und technischen, Kontext eingebettet wurde, hier hat die Autorin gut recherchiert. Sehr interessant finde ich auch die italienischen Haareinkäufer, deren Erwähnung mich auch direkt dazu brachten, selbst zu recherchieren, so etwas liebe ich an historischen Romanen besonders: Wenn ich dazu lernen kann. Auch sehr schön ist die Erwähnung bzw. das Auftreten diverser historischer Persönlichkeiten und das Nachwort, in dem die Autorin, wenn auch nur kurz, auf reale Hintergründe eingeht und z. B. einen Kunstkniff klar stellt, auch das gehört für mich in einen guten historischen Roman.

Der Roman hat eine Botschaft, die Mut macht und zeigt, dass auch manchmal aus Unglück Glück erwachsen kann. Es ist der erste, den ich von Petra Durst-Benning gelesen habe und er hat mich restlos überzeugt. Ich werde auf jeden Fall weitere Romane der Autorin lesen, natürlich auch die beiden anderen Bände der Trilogie und bin gespannt, ob sie mich ähnlich begeistern werden.

Diesen Roman kann ich uneingeschränkt empfehlen, Petra Durst-Benning erzählt die Geschichte einer starken und patenten Frau, die es schafft, auf eigenen Füßen zu stehen ohne Schmalz und Kitsch, nachvollziehbar und gut recherchiert, fängt die Atmosphäre der Zeit ein, erstellt interessante Charaktere und eine spannende Geschichte. Zugreifen!

28.03.2015 18:33:53
Sagota

Der letzte Band der "Jahrhundertwind"-Trilogie der Bestsellerautorin Petra Durst-Benning erschien (in Hardcover) im List-Verlag, 2015.

== Inhalt (Buchrücken):==
1906: Hoffnungsvoll reist Clara an den Bodensee. Sie träumt von einem neuen Leben. Die Berlinerin lässt den eleganten Käfig ihrer gescheiterten Ehe hinter sich, endlich will sie ihre Pläne verwirklichen. Als Tochter eines Apothekers kennt sie sich aus mit den Kräften der Natur. Und sie macht die Schönheit der Frauen zu ihrer Lebensaufgabe. Clara blüht auf, die neue Freiheit schenkt ihr innere Ruhe. Doch die Schatten der Vergangenheit drohen ihr strahlendes Glück zu zerstören. Kann Clara ihrem Geschick vertrauen?

== Meine Meinung ==
Dieser Roman ist für mich das 5. Buch von insgesamt 15 erschienenen Büchern der Autorin, das ich gelesen habe: Ohne Bd. 1 und 2 der "Jahrhundertwind"-Trilogie zu kennen, erfährt der Leser auch in diesem Roman einiges über die beiden anderen Protagonistinnen (Josefine und Isabella), da die Freundschaft zwischen allen 3 Frauen - die Hauptprotagonistin ist hier Clara - sehr tief ist und im Roman einen großen Stellenwert einnimmt. Allen Romanen der Autorin, die ich kenne, ist eines gemein: Es geht um die Emanzipation von (charakterlich mutigen, intelligenten und oftmals aus recht begütertem Hause stammenden) Frauen, die "sich was trauten" - im zeitlichen Zusammenhang gesehen, sind es also in der Trilogie, die vor mehr als 100 Jahren spielt, allesamt Vorkämpferinnen für weibliche Unabhängigkeit und Selbständigkeit sowie Rechten, die ihnen (zögerlich und teils erst Jahre später) zugestanden wurden (z.B. zu studieren, Wahlrecht ab 1919!). So sehen diese sich nach Unabhängigkeit sehnenden Frauen zu denjenigen auf, die "Galerien leiten, an Unis studieren, Autofahren lernen, ein eigenes Einkommen erzielen" - vor 110 Jahren fürwahr keine Selbstverständlichkeit für eine Frau!
Als Apothekertochter versucht Clara nach ihrer Scheidung am Bodensee, sich ein neues Leben aufzubauen und hat hierbei Gespür für Geschäftliches, das in einen für diese Zeit revolutionären Erfolg in Sachen Naturkosmetik mündet - den Erfolg in der Liebe durch einige Enttäuschungen jedoch erstmal ausspart...
Wie es der "Luftikus" Roberto bei seiner Ankunft in Meersburg formuliert, ist der sehr leicht und flüssig geschriebene Roman, der einen hohen Unterhaltungswert hat, vielleicht am besten so zu umreißen, zu beschreiben "hier roch es nach Geld und Wohlstand, und es lag eine frohe Stimmung in der Luft" (S. 244). Dieser "Wohlgeruch", den später der Parfümeur aus Grasse noch intensiver, präziser in die Produkte Claras einarbeitet, begleitet den Leser durch das gesamte Buch. So hält sich Clara auch eher bei den wohlhabenden Damen der Gesellschaft auf (und so manches Glas Champagner wird getrunken), auch wenn gelegentlich kurz erwähnt wird, das es durchaus Frauen gibt, die sich solcherlei "Luxus" gar nicht leisten konnten...
Ich habe hier durchaus kein sozialkritisches Buch erwartet, aber die Champagnerlaune und guten Geschäftserfolge waren mir persönlich zuweilen "des Guten zuviel", da zur Zeit um 1910 der Alltag von Frauen zumeist sehr anders aussah. Letztendlich wird noch eine Schönheitsfibel verlegt und "ein weiterer Traum von Clara ist wahr geworden".
Frau Durst-Benning versteht zu unterhalten, stilistisch ist der Roman leicht verständlich und sehr flüssig zu lesen sowie atmosphärisch dicht geschrieben, also klassische Elemente für einen hohen Unterhaltungswert im besten, belletristischen Sinne. Nebenbei werden technische Errungenschaften erwähnt, die vor mehr als 100 Jahren die Welt revolutionierten: Das Automobil, das "Kintopp", das Telefon, der Fotoapparat - um nur einige zu nennen, was mir persönlich gefallen hat und das Buch historisch betrachtet etwas "bereicherte". Auch Themen wie die Solidarität, die Hilfsbereitschaft, die Freundschaft zwischen den 3 Frauen waren schön zu lesen und wurden sehr transparent dargestellt.

== Fazit: ==
Der Roman "Bella Clara" ist wie ein wärmender Mantel, den man sich an einem kühlen Märzabend umlegt; im Vordergrund steht der große und gefühlvoll geschriebene Unterhaltungswert - der besonders Frauen ansprechen dürfte - und in dem man lesend versinken kann (wenn die "milde Süße des Parfums", die von dem Mantel ausgeht, nicht als störend empfunden wird).
Das Buch enthält jedoch viele positive Lebensweisheiten, die (Frauen) Mut machen und aufrütteln sollen, sich etwas "zu trauen". Für viele nette Lesestunden mit eindeutigem "Schmökerfaktor" vergebe ich 3,5 Sterne und 79° auf der Histo-Couch.

24.03.2015 17:19:06
darts

Mit Bella Clara findet die Jahrrhundertwind-Trilogie von Petra Durst-Benning ein gelungenes Ende.
Clara bricht aus ihrem unglücklichen Familienleben aus, indem sie sich durch einen Trick schuldig scheiden läßt. Leider fällt das Urteil härter aus als erhofft und sie muß auf ihre beiden Kinder und die ererbte Apotheke zu Gunste ihres Ehemanns verzichten. Auch mit einer Anstellung in einer Apotheke klappt es in Berlin nicht.
Plötzlich winkt das Schicksal, Lilo ist ebenfalls geschieden und leitet in Meersburg am Bodensee ein Hotel und sucht dringend Personal. Clara zögert nicht lange und zieht dorthin. Durch weitere schicksalhafte Ereignisse bekommt sie sogar eine Anstellung in einer Apotheke, darf dort ihre erste Creme herstellen und findet gleich eine adlige Fürsprecherin ihres Produktes. Der Anfang ihrer Kosmetikserie ist geschafft.
So toll der Erfolg und Aufstieg als 'Schönheitskönigin' auch ist, Clara vergeht fast vor Sehnsucht nach ihren Kindern.

Petra Dunst-Benning hat mit dieser Trilogie ein tolles Werk geschrieben. Man erhält Einblick in die Problematik der unemanziperten Frauen um die Jahrhundertwende und gleichzeitig erfährt man einiges über die Anfänge des Fahrrades, der Champagner-Herstellung und den Champagner-Witwen und auch über die Anfänge der Kosmetiklinien.
Der Schreibstil ist flüssig und baut viele Spannungsbögen auf, sodass ich, als Krimi- und Thrillerliebhaberin, voll auf meine Kosten gekommen bin.
Nur der Einband von Bella Clara hätte in den Farben grün/lavendel noch besser zu dem Buch gepaßt.

23.03.2015 13:16:06
venatrix

Mit „Bella Clara“ endet die „Jahrhundertwind-Trilogie“ um die Freundinnen Josefine, Isabelle und eben Clara.

Es ist nicht nötig, die beiden anderen Bücher, „Solange die Welt noch schläft“ (Bd.1) und „Die Champagnerkönigin“ (Bd.2) zu kennen, da jeder der drei Roman für sich allein stehen kann. Hilfreich ist es trotzdem.

Dieses Buch ist Clara und allen jenen Frauen gewidmet, die sich von ihren gewalttätigen Männern trennen und sich scheiden ließen. In dieser Zeit (Anfang des 20. Jahrhunderts) ist eine Scheidung nur unter schwierigsten Bedingungen möglich. Clara verliert alles, ihre Kinder, ihr Erbe und ihre Reputation. Die Berliner Gesellschaft ächtete sie.
Wie weg von Berlin, nämlich am Bodensee baut sie sich eine neue Existenz auf.

Petra Durst-Benning schildert den Werdegang von der ersten Creme bis zur Schönheitsfabrik ausführlich und spannend. Sie entführt uns in die Welt der Düfte und Cremes.
Die Autorin erzählt eine Geschichte, die ein bisschen an die Gründung von „Marbert“ von Margarethe Sendler und Bertha Roeber erinnert. Auch ein bisserl Elizabeth Arden ist darin verpackt. Dennoch versprüht der Roman „ein abgerundetes Bouquet“ wie es in einem gut kompniertem Parfum sein soll.

Alles in allem ein sehr kurzweiliges Buch mit gut recherchiertem Hintergrundwissen – empfehlenswert!

10.03.2015 08:31:23
€nigma

Zum Inhalt
Der vorliegende Roman ist der Abschlussband der Jahrhundertwind-Trilogie um die Freundinnen Josefine ( :arrow: Solang die Welt noch schläft), Isabelle ( :arrow: Die Champagnerkönigin) und Clara (Bella Clara).
Während Josefine und Isabelle bereits ihren Weg gefunden haben, befreit sich die Apothekertochter Clara nach vielen unglücklichen Jahren aus der Ehe mit dem dominanten und gewalttätigen Arzt Dr.Gerhard Gropius. Aus ihren Plänen, eine Anstellung in einer Apotheke anzunehmen, wird nichts, denn in Berlin ist Clara als schuldig Geschiedene - sie musste sich als Ehebrecherin ausgeben, um überhaupt eine Scheidung zu erwirken - gesellschaftlich ruiniert. Ohne Unterhaltsanspruch und ohne ihre geliebten Kinder, die beim Vater bleiben, verlässt Clara Berlin und fährt nach Meersburg, wo Lilo,eine weitere Freundin der jungen Frau (aus Band 1), inzwischen ein Hotel führt. Dort baut sie im Laufe der nächsten sechs Jahre, im bescheidenen Rahmen beginnend mit der Herstellung einer Pflegecreme für wohlhabende Damen ein Kosmetik-Imperium auf. Ihr Weg ist nicht leicht und von gelegentlichen Rückschlägen geprägt, doch auch in Meersburg findet Clara treue Freunde, die sie bei ihrem Vorhaben unterstützen. Selbst ihre Freundinnen Josefine und Isabella in Berlin und Frankreich stehen ihr mit Rat (brieflich) und Tat (Besuche) zur Seite.

Beurteilung
Nach eigener Aussage im Nachwort möchte die Autorin mit diesem Roman "Schönheitsköniginnen" wie Elizabeth Arden und Estée Lauder, die Weltunternehmen geschaffen haben, ein Denkmal setzen. Dementsprechend ist die Herstellung von Pflegecremes und Gesichtswasser von der Zusammenstellung per Hand bis zur Manufaktur mit vielen Mitarbeitern das beherrschende Thema des Romans. Damit geht auch die wesentliche Thematik der Jahrhundertwind-Trilogie einher: der Anbruch neuer Zeiten mit mehr Freiheiten für die Frauen. Zu einer Zeit, als Frauen rund um die Uhr als Hausfrauen, Ehefrauen und Mütter für Andere im Einsatz sind und ihr eigenes Wohl nicht im Blick haben, ist der Gedanke an eine Auszeit nur für sich selbst geradezu revolutionär. In Claras Kosmetiksalon lassen die Frauen sich verwöhnen und finden Entspannung, außerdem bekommen sie Tipps zur Stärkung ihrer Gesundheit, die heutzutage zum Allgemeinwissen gehören (Bewegung an frischer Luft, Schwimmen etc.)
Auch die anderen weiblichen Romanfiguren in Claras Umwelt sind beispielhaft für eine Zeit, in der die Frauen sich aus der Abhängigkeit von und Bevormundung durch die Männer befreien. Sicherlich sind nicht alle Details immer glaubwürdig, manchmal läuft es für Clara und ihre Mitstreiterinnen etwas zu glatt, dennoch bekommt der Leser einen guten Einblick in die Zeit des frühen 20.Jahrhunderts mit ihrer "Aufbruchstimmung" der Frauen.
Die Charakterisierung der Figuren ist gut gelungen, Clara wird nicht plötzlich zur perfekten Frau, sondern macht trotz ihrer Klugheit und Entschlossenheit gerade im zwischenmenschlichen Umgang mit dem männlichen Geschlecht noch Fehler.
Der Erzählstil des Romans ist sehr anschaulich und erweckt im Leser den Wunsch, selbst einmal einen Erholungsurlaub am schönen Bodensee zu genießen.

Fazit
"Bella Clara" ist ein Roman, der vornehmlich weibliche Leser ansprechen dürfte, er bietet fesselnde Unterhaltung und interessante Einblicke in die Frühzeit der Kosmetikindustrie. Ein gelungener Abschluss einer insgesamt gelungenen Trilogie!

Zeitpunkt.
Menschen, Schicksale und Ereignisse.

Wir schauen auf einen Zeitpunkte unserer Weltgeschichte und nennen Euch passende historische Romane.

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