Das Tribunal

Erschienen: Januar 2002

Bibliographische Angaben

  • Droemer-Knaur, 1999, Titel: 'Hart's War', Originalausgabe

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Christina Wohlgemuth
Ein Justizdrama vor historischer Kulisse

Buch-Rezension von Christina Wohlgemuth Feb 2015

Deutschland, 1943. Tommy Harts Leben ist monoton, öde und ohne jede Abwechslung. Doch auf andere Art und Weise, als es sich der Durchschnittsmensch vorstellt. Tommy Hart, amerikanischer Navigator, ist ein Kriegsgefanger in einem Luft-Stalag. Seine viele freie Zeit verbringt er unter anderem mit seinen juristischen Lehrbüchern, denn Tommy möchte Anwalt werden. Doch die Umstände des Krieges bringen ihn schneller in den Gerichtssaal als erwartet. Einer der Kriegsgefangenen wird ermordet aufgefunden. Der Täter scheint schnell ausgemacht: der schwarze Flieger Lincoln Scott. Aus einem Job als Pflichtverteidiger wird für Tommy Hart schnell ein Kampf um die Wahrheit und um Scotts Leben. Auf der Gegenseite: die Nazis, aber auch die Rassisten in den eigenen Reihen ...

Ein Kriegsgefangenenlager als Kulisse

Romane über den Zweiten Weltkrieg gibt es wie Sand am Meer. Doch Das Tribunal, das bereits 2002 auf Deutsch erschien und mit Bruce Willis verfilmt wurde, sticht aus der Masse heraus. Denn die Geschichte spielt sich auf wenigen Quadratmetern ab - in einem deutschen Kriegsgefangenenlager für Angehörige der Luftwaffengattungen. Und entgegen des Klischees der bösen Deutschen und der guten Alliierten verschwimmen im Lager die Grenzen zwischen Gut und Böse. Man hat sich miteinander arrangiert - ein notwendiger Schritt, wenn man auf engem Raum miteinander zurechtkommen muss.

Doch dann kommt Lincoln Scott ins Lager - ein amerikanischer Flieger. Das Lagerleben gerät in Schieflage, denn Scott ist schwarz - und der Anteil an Rassisten im Lager hoch. Konflikte sind vorprogrammiert - doch dann wird ein Lagerinsasse ermordet, einer derjenigen, die Scott das Leben zur Hölle machen wollten. Scott ist schnell der Hauptverdächtige - und Tommy Hart, ein junger Jurist in Ausbildung, soll ihn verteidigen. Schnell zeichnet sich ab, dass der Prozess nicht an normalen Grundsätzen des Rechtsstaats zu messen ist und dass Hart an mehreren Fronten zugleich kämpfen muss.

Charaktere, die nur auf den ersten Blick wie Klischees wirken

Auf den ersten Blick erscheinen einem die Charaktere vertraut und stereotyp: der heldenhafte junge Amerikaner, der blaublütige Kommandant des Lagers, der bösartige, intelligente Gestapo-Offizier - die Geschichte scheint vorgezeichnet. Doch die Geschichte entwickelt sich spannend und interessant - und mit ihr entwickeln sich die Charaktere. Im Vorhinein festgelegte Meinungen ändern sich, die Fronten verschieben sich. Und so scheint die ursprünglich vorhersehbare Geschichte plötzlich in einem anderen Licht.

Stilistisch ist der Roman leicht zu lesen, ohne dabei flach daher zu kommen. Die Gerichtsszenen sind intensiv und  atmosphärisch erzählt, das Gefühl des Eingesperrtseins überträgt sich auf den Leser. Und so überzeugt der Roman letzten Endes nicht nur durch ein spannendes Gerichtsdrama, sondern auch durch seine atmosphärische Darstellung des Alltags in einem deutschen Kriegsgefangenenlager - einem Thema, das bislang eher weniger Berücksichtigung findet.

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