Der Tonsetzer

Erschienen: Januar 2007

Bibliographische Angaben

  • Heyne, 2007, Titel: 'Der Tonsetzer', Originalausgabe

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Carsten Jaehner
Romantik im Klavierbauergeschäft

Buch-Rezension von Carsten Jaehner Jan 2007

Normalerweise würde man denken, der Beruf des Klavierbauers gäbe keine spannenden Geschichten her, aber wer bislang so gedacht hat, der wird hier eines Besseren belehrt.

Die Mitte des 19. Jahrhunderts war allgemein durch technische Fortschritte geprägt, und dies passierte auch im Musikinstrumentenbau. Neue Erfindungen sollten den Musikern erleichtern, ihre Instrumente zu spielen, neue Instrumente kamen hinzu, und alte wurden verbessert. Im Jahr 1853 macht der schüchterne Roland Hauser seine Lehre bei einem Klavierbauer in Hannover und wird allgemein geachtet als junger Mann mit Ideen, die sich auch sein Meister gerne anhört. Roland lebt zusammen mit seiner Mutter, für die ihr Sohn alles bedeutet. Daher sieht sie auch mit Argusaugen, wie sich Roland in das hübsche Mädchen von gegenüber, Anna Hauser, verliebt und ihr den Hof macht.

Eine junge Frau mit vielen Verehrern

Anna versorgt den Haushalt von Harald van Basten, einem Komponisten, der immer noch auf den großen Wurf wartet und sich mehr und mehr dem Alkohol hingibt. Dabei hilft ihm auch nicht, dass er sich ein wenig in Anna verguckt hat, wenngleich er weiß, dass sie für ihn unerreichbar ist. Und auch Rolands Freund Alexander Paulus, Sohn eines Druckereibesitzers, hat ein Auge auf Anna geworfen. Eines Tages wird Roland von seinem Meister zu einer Präsentation nach Leipzig geschickt, wohin er mit einer der ersten Eisenbahnen überhaupt fahren darf. Dafür muss er natürlich seine Anna in Hannover lassen. Leider ist das Eisenbahnfahren zu dieser Zeit noch neu, und nicht jeder ist den Stahlrössern freundlich gesinnt, und daher erreicht auch nicht jeder Zug sein Ziel.

In einem weiteren Handlungsstrang der Geschichte kommt der alte Friedrich Hahnlechner vor, ein pensionierter Polizeibeamter, der einen alten ungelösten Fall über plötzlich verbrannte Menschen lösen will. Sein Sohn arbeitet mit Roland zusammen als Lehrling beim Klavierbauer. Der alte Hahnlechner findet dabei interessante Dinge über einige Leute in Hannover heraus.

Ein Roman für jedermann

Rainer Cordts legt mit "Der Tonsetzer" einen Roman vor, zu dem man kein Musiker sein muss, um sich mit ihm anfreunden zu können. Seine Charaktere sind Leute wie Sie und ich, mit Ecken und Kanten und dem einen oder anderen Geheimnis. Das gesellschaftliche Leben findet in so genannten Salons statt, deren Ablauf von Cordts liebevoll geschildert wird. Man leidet ein wenig mit van Basten, wenn er sein Klavierwerk erstmals öffentlich zu Gehör bringt.

Von der ersten Seite an ist man in dem Buch gefangen, in das immer wieder Briefe eingestreut werden, die von einer Liebe zeugen, die so nicht sein durfte. Erst am Ende wird freilich gelöst, wer da an wen geschrieben hat, aber das ist nur einer der Aspekte, warum man das Buch vor dem Ende nur schwerlich aus der Hand legen kann. Cordts schreibt in einem Stil, wie man gerne Bücher liest. Es wird nie langweilig, jederzeit kann man sich mit den handelnden Personen identifizieren.

"Tonsetzer" gibt es in diesem Buch mehrere: einen, der komponiert, einen, der es druckt und einen, der das Klavier baut, so dass der Titel des Buches sehr gut gewählt ist. Und auch der Mann auf dem Buchcover, der dort nur halb zu erkennen ist, taucht im Buch auf. Schon oft hat man erlebt, dass die Personen auf dem Buch mit der Geschichte nichts zu tun haben, aber hier ist es endlich mal anders. Denn eben dieser Johannes Brahms ist für Harald van Basten eine Art Konkurrent, wobei er sofort merkt, dass er Brahms nicht das Wasser reichen kann. Das lässt ihn nur noch häufiger zur Flasche greifen, was seinen Mitmenschen und seiner Schaffenskraft natürlich nicht gut tut.

Die Anfänge der Eisenbahn

Sehr schön in die Zeit und in die Szenen gesetzt sind die Anfänge der Eisenbahn, die damals den Menschen noch sehr suspekt und fremd war. Dass sie einen entscheidenden Punkt im Buch markiert, macht das Unwissen um diese technische Neuerung nur noch verständlicher und die Ängste der Menschen realistischer.

Cordts macht es dem Leser leicht, ihm zu folgen, und das hat man ja auch gerne. Es ist kein musikalisches Wissen erforderlich, geschweige denn dass man sich im Klavierbau auskennen muss, um sich vor allem mit Anna und Roland identifizieren zu können. Wie die beiden in ihrer ersten Schüchternheit schließlich zueinander finden, das ist schon sehr niedlich und sicherlich der damaligen Zeit entsprechend. Ja, wir waren alle mal jung...

Ein paar Übertreibungen

Allerdings gibt es gegen Ende des Buches einige Gegebenheiten, die etwas übertrieben wirken und so den bisherigen Realismus des Geschehens ein wenig stören. Ohne zu verraten, was dort passiert, ist das Ende ein wenig auseinander gefranst, wodurch die Gefahr besteht, dass Handlungslöcher bleiben. Aber die letztlich Auflösung der Handlungsfäden lässt es wohl nicht anders zu.

Im Anhang befindet sich eine Liste mit den im Roman vorkommenden Musikstücken, so dass man, wenn man die betreffenden Tonträger zur Hand hat, das Buch noch einmal mit der entsprechenden Hintergrundmusik hören kann. Oder man schafft sie sich deswegen an. Den "Tonsetzer" wird man bestimmt gerne noch mal ein weiteres Mal lesen. Und man wird gerne nach einem neuen Buch von Rainer Cordts Ausschau halten.

Der Tonsetzer

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