Ich malte die Sonne - Die Bedrohung

Erschienen: Januar 2014

Bibliographische Angaben

  • Salonlöwe, 2014, Titel: 'Ich malte die Sonne - Die Bedrohung', Originalausgabe

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Annette Gloser
Genrebild mit Mätresse

Buch-Rezension von Annette Gloser Jan 2015

Im Dezember 1670 lebt Daphne von Owen wieder in Heidelberg. Nach dem Tod ihres Vaters versucht die junge Malerin, sich in der kurpfälzischen Hauptstadt zu etablieren. Aber sie hat große Schwierigkeiten, niemand will ihr Aufträge geben, denn unter den braven Calvinisten hat es sich herum gesprochen, dass die unverheiratete Daphne ein Kind zur Welt gebracht hat. So wird die ledige Mutter mit Verachtung und Ignoranz bestraft. Dann aber wird Daphne beauftragt, das Hochzeitsportrait der Prinzessin Elisabeth Charlotte von der Pfalz zu Rhein zu malen. Elisabeth Charlotte, genannt Lieselotte, soll die zweite Gemahlin des Herzogs von Orléans werden und somit Schwägerin des Sonnenkönigs Louis XIV.

Daphne kennt  Monsieur aus ihrer Zeit in Paris, sie weiß, was die junge Lieselotte von der Pfalz erwartet: Ein Gemahl, der den Männern weitaus mehr zugetan ist als den Damen. Niemand hält es für notwendig, die unerfahrene Prinzessin über die Neigungen ihres Mannes und die komplizierten Verhältnisse am französischen Hof zu informieren. Daphne beobachtet dies mit Sorge und fasst schließlich den Mut, Lieselotte auf das vorzubereiten, was sie in Frankreich erwarten wird. Elisabeth Charlotte ist dankbar für diesen Freundschaftsdienst und wünscht sich, dass Daphne als ihre Vertraute mit nach Frankreich kommt. Diesen Wunsch kann Daphne nicht ablehnen. Aber sie fährt mit sehr gemischten Gefühlen nach Paris, denn mit ihr fährt auch ihre kleine Tochter Marie Françoise, und eine Begegnung mit dem Vater des Kindes wird sich nun nicht mehr vermeiden lassen. Aber noch weiß der Sonnenkönig nicht, dass er der Vater einer weiteren Tochter ist. Das allerdings ist nicht zu übersehen, denn Marie Françoise ist ihrem königlichen Vater wie aus dem Gesicht geschnitten.

Höfisches Leben

Im zweiten Teil der als Trilogie angelegten Romanreihe Ich malte die Sonne setzt Cornelia Mohrmann die fiktive Geschichte der begabten Malerin Daphne von Owen fort. Allerdings liegt der Schwerpunkt in diesem Teil der Trilogie weniger auf der Malerei und Daphnes Schwierigkeiten, sich als Frau in der Académie zu behaupten. Die Autorin lässt ihre Heldin tief in das höfische Leben und die damit verbundenen Intrigen eintauchen. Zwar malt Daphne auch jetzt noch, aber es wird sehr viel weniger darüber berichtet und auch die ausgesprochen informativen (und vergnüglichen) Exkurse in die zeitgenössische Malerei des Barock entfallen weitestgehend. Dafür begegnet man sehr vielen Persönlichkeiten des Hoflebens und erfährt viel über die oft gefährlichen Spielchen, die Missgunst und Neid auf königliche Protektion hervorbringen können.

Es bleibt nicht aus, dass Daphne in das Visier der offiziellen Maitresse Ludwigs gerät und allen Grund hat, Madame de Montespan zu fürchten. Eine unverhoffte Verbündete findet sie in der früheren Geliebten des Königs, Madame de La Vallière. Und da Daphne als Hofmalerin Lieselottes von der Pfalz nach Frankreich zurückkehrt, spielt auch das (Ehe-)Leben dieser außergewöhnlichen Dame eine nicht unwichtige Rolle im Roman.

Ein buntes und lebendiges Bild

Cornelia Mohrmann erzählt ihre Geschichte mit viel Schwung. Auch wenn die Handlung nicht immer spannend im eigentlichen Sinne des Wortes ist, so erfährt der Leser hier doch so viel Interessantes, dass man das Buch kaum aus der Hand legen mag. Die Autorin schenkt ihren Protagonisten viel Aufmerksamkeit, arbeitet ihre Charaktere sorgfältig aus und verleiht ihnen so sehr viel Lebendigkeit. Und auch, wenn man vielleicht seine Zweifel haben mag, ob der reale Ludwig XIV. im Privatleben tatsächlich so gewesen sein könnte, wie ihn Cornelia Mohrmann schildert, so begegnet man in diesem Roman doch einem König, dessen Persönlichkeit in sich stimmig ist. Es ist der Louis, den die Autorin für sich entdeckt hat, und den sie ihren Lesern mit viel Empathie nahe bringt.

Aus der Vielzahl der handelnden Personen und Schauplätze entsteht ein stimmiges, buntes Genrebild des Lebens am Hof. Das reicht von der Schilderung einiger Festlichkeiten über die Beschreibung des Parks von Versailles bis zur Verteilung von Räumlichkeiten im Schloß und zur Beschaffung einer Mahlzeit. Dabei hat man als Leser den Eindruck, dass hier gründlich und mit viel Detailfreude recherchiert wurde.

Unterhaltung auf hohem Niveau

Ich malte die Sonne II - Die Bedrohung ist ein Roman, der seinen Lesern entspannte Stunden bescheren kann, verbunden mit dem Abtauchen in eine nicht ungefährliche Glitzerwelt, voller Trug und Schein. Man muss den ersten Teil der Trilogie nicht gelesen haben, um sich im zweiten Teil zurecht zu finden. Aber wer den zweiten Teil liest, wird nicht zögern, sich auch den ersten zu beschaffen. Hier findet man gute Unterhaltung auf hohem Niveau. Glücklicherweise hat sich der Salonlöwe Verlag auch für eine andere Covergestaltung als beim ersten Band entschieden, so dass das Cover jetzt dem Inhalt des Romans weitaus eher gerecht wird.

Die Autorin hat das Buch mit einem interessanten Nachwort versehen, in dem sie noch einmal auf das Verhältnis von realer Geschichte und Fiktion eingeht. Dieses Nachwort sollte man sich nicht entgehen lassen. Sehr angenehm auch das Glossar am Ende des Buches. Alles in Allem ein gelungenes Rundum-Paket. Und ein Buch, das man gerne weiter empfiehlt.

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Letzte Kommentare:
12.08.2015 12:41:09
Hannes

Wieder ist Frau Mohrmann ein hervorragender Roman gelungen.
Ich kann jedoch Frau Gloser in ihrer Rezension nicht folgen, dass das Cover gegenüber Band 1 besser geworden ist.
Fantastisch fand ich, dass das Cover in Band 1 der Handlung entsprungen war, da Daphne ja den Sonnenkönig karikiert hatte. Jetzt ist es leider ein Allerweltscover geworden, wie es in unzähligen anderen Romanen auch immer wieder auftaucht.
Frau Mohrmann hat wiederum gut recherchiert und in dem ausführlichen Nachwort darauf hingewiesen, wo sie die Historie wegen eines sinnvollen Handlungsablaufs zeitlich verlassen hatte. Ohne dieses Nachwort hätte ich mich doch verwundert, dass die Intellektuelle Gruppe um Daphne herum 1672 das Café Procope besucht hatte, obwohl es erst 1686 gegründet wurde ( und leider demnächst geschlossen wird).
Auf jeden Fall hoffe ich auf baldiges Erscheinen des nächsten Bandes.

09.02.2015 15:03:45
Regina Nicodemus

Wahre Begeisterung ergriff mich beim Lesen dieses Romanes, so dass ich mich auch gleich nach Veröfftenlichung des zweiten Bandes gleich ins Lesen stürzte. Cornelia Mohrmann versteht es viel Fach- und Sachverstand in eine wunderbare Geschichte einzubinden. Da ich selber male, haben mich die Erlebnisse einer Malerin zur Zeit Ludwigs des XIV natürlich besonders interessiert. Frauen hatten es zu dieser Zeit nicht leicht sich auf dem Kunstmarkt zu behaupten...Daphnes ausgesprochen intelligentes und diplomatisches Handeln kann auch heute noch so mancher Frau Vorbild sein. Erfrischend anders. Mit viel Vorfreude freue ich mich auf den dritten Band.

08.02.2015 21:27:53
Stefan Pachmayr

Bereits zum zweiten Mal entführt uns Cornelia Mohrmann in die Zeit und an den Hof des Sonnenkönigs Ludwig XIV. Lange Zeit habe ich beim Lesen überlegt, an wen mich die ganze Schreibweise erinnert. Da ich auch ein Freund der klassischen französischen Literatur bin - an Balzac! Auch er beschreibt sehr detailliert und mit viel Sprachgefühl Millieus. Hier der Hof Ludwig XIV. Die Sprache ist der damaligen Zeit angemessen und hebt sich wohltuend von der belanglosen Gegenwartsliteratur ab. Heldin ist wie im ersten Teil Daphne von Owen, eine Mätresse des Königs die auch eine gefeierte Malerin ist. Man merkt es der Autorin an, daß sie sich sehr viel Detailwissen über diese Epoche erworben hat. Die Handlung hat Schwung und Witz und natürlich Spannung. Ich will nicht zu viel vorwegnehmen, es geht auch um einen Giftmord! Jeden Historienbuchinteressierten sei dieses Buch ans Herz gelegt und ich hoffe auf weitere Folgen dieser "Comédie Humaine" von Cornelia Mohrmann!

06.02.2015 14:39:55
Nick

Ich malte die Sonne - Band 2 "Die Bedrohung" von Cornelia Mohrmann
Eine Rückkehr sprachlicher Eleganz

Durch einen Zufall habe ich diesen Band 2 zuerst gelesen und wurde in mehrfacher Hinsicht angenehm überrascht. Diese leider noch zu wenig bekannte Autorin hat nicht auf die bei Autoren so beliebten historischen Kulissen Mittelalter und 19. Jahrh. gesetzt, sondern sich dem 17.Jahrh.
gekonnt genähert. C.Mohrmanns Thema umfasst Kunst, Kultur und Politik
dieser Epoche, wobei sie sich auf das höfische Umfeld Ludwigs den XIV,
fokussiert.
Sie hat umfassend recherchiert und eine phantastische Fiktion einfließen
lassen. Die spannend erzählten Erlebnisse ihrer Heldin, der jungen deutschen
Daphne von Owen verknüpfen sich mit den Biografien historischer realer
Personen auf unterhaltsame und kulturgeschichtlich bereichernde Weise.
Seien es nun Daphnes freundschaftliche Beziehung zur frisch nach Frankreich
verheirateten Lieselotte von der Pfalz, die Auseinandersetzung mit dem mächtigen Malerfürsten Charles Le Brun, ihr Sich-abarbeiten an ihrem
machtbewussten Gönner Ludwig XIV., oder ihre Begegnungen mit dem komisch-kaufzigen Gottfried von Leibnitz - stets erkennt man den bemerkenswerten Sinn der Autorin für geschliffene, teils humorvolle Dialoge.
Gelungen fand ich bei dieser Lektüre die Rückkehr sprachlicher Elegant, die für dieses historische Genre stimmig ist.
Gelegentlich lässt sich Cornelia Mohrmann von zu viel Wortverliebtheit verführen. Eine kleine, eitle Sünde, die der Autorin dank ihrer Fähigkeit, diese herrliche Fülle von Fakten in den Spannungsbogen "eintröpfeln" zu lassen, zu verzeihen ist.