Skarabäus und Schmetterling

Erschienen: Januar 2015

Bibliographische Angaben

  • Gerth Medien, 2015, Titel: 'Skarabäus und Schmetterling', Originalausgabe

Couch-Wertung:

88

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Rita Dell'Agnese
Spannung und Historie gekonnt gemischt

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Jan 2015

Die junge Sarah reist mit Lady Alison Clifford nach Ägypten. Im Jahr 1922 ein gefahrvolles Unternehmen für zwei Frauen ohne männliche Begleitung. Doch die unerschrockene Lady Clifford möchte ihrer zögerlichen und zurückhaltenden Ziehtochter Sarah die Ausgrabungen näher bringen. Immer wieder gerät Sarah in Bedrängnis, sie wird vom Unglück regelrecht verfolgt. Doch es scheint ein guter Geist über ihr zu wachen in Form zweier Männer, die Sarah mehr als nur Sympathie entgegen bringen. Aus dem verhaschten Mädchen, das noch immer darunter leidet, von ihrem Vater nach dem frühen Tod der Mutter von einem Tag auf den anderen zu einer Ziehmutter gebracht worden zu sein, wächst langsam eine tatkräftige junge Frau heran. Die Reise nach Ägypten vermag vieles aufzubrechen und gibt Sarah die Chance, sich völlig neu kennen zu lernen.

Einige Jahrzehnte später reist erneut eine junge Frau nach Ägypten, um Wahrheiten zu finden. Rahel macht ein Praktikum in einem Museum. Als sie eines Abends überfallen und ihre Wohnung durchsucht wird, gerät Rahel in den Sog von seltsamen Machenschaften und in den Verdacht der Ermittler. Zusammen mit ihren Freunden reist Rahel nach Ägypten, um nachzuforschen, was bei der Öffnung des Grabes, bei der damals auch Sarah zugegen war, wirklich passiert ist. Doch Rahels Suche nach Wahrheit gefällt nicht allen: Die junge Frau gerät in große Gefahr. Doch wie schon damals bei Sarah taucht auch bei Rahel ein guter Geist auf, der sie zu beschützen scheint.

Lockerer Erzählstil

Elisabeth Büchle kann erzählen. Das wird bei Skarabäus und Schmetterling schon nach wenigen Seiten klar und dieser Eindruck hält auch über die ganzen mehr als 600 Seiten hinweg an. Immer mit einer leisen Note von Humor erzählt die Autorin die Geschichte ihrer beiden Protagonisten. Dabei geht sie einen sehr klaren Weg. Die beiden Geschichten sind nicht, wie oft bei Romanen, die auf verschiedenen Zeitebenen spielen, bunt ineinander verwoben. Büchle erzählt zunächst Sarahs Geschichte und anschließend jene von Rahel einer Protagonistin übrigens, die sie bereits in einem früheren Roman (Das Mädchen aus Herrnhut) eine Rolle spielen ließ. Dadurch werden die Leser nicht aus dem jeweiligen Erzählstrang heraus gerissen und können sich ganz dem Fluss der Geschichte überlassen. Dass die beiden Geschichten letztlich doch mehr miteinander zu tun hat, als man auf den ersten Blick vermuten mag, versteht sich von selbst.

Spannender Ablauf

Die Vermischung von historischem Roman, Spannung und Liebesgeschichte ist der Autorin weitgehend geglückt. Sie hat alle Elemente eingeflochten, die es braucht, um fasziniert bei der Sache zu bleiben und das Buch nur ungern aus den Händen zu legen. Es zeigt sich auch, dass Elisabeth Büchle es mühelos schafft, die geheimnisvolle Welt des alten Ägyptens sichtbar einzufangen und ihren Lesern als besonderes Geschenk dem Roman beizumischen. Dass sie dabei auch nicht halt vor politischen Entwicklungen Anfang des 20. Jahrhunderts macht, gibt dem Roman zusätzlich Tiefe. Die Leserinnen und Leser erfahren, wie es um das Verhältnis der ehemaligen Kolonialmacht England zum neuerdings angeblich freien Ägypten bestellt ist.

Schwieriger wird es, wenn es um die Protagonisten geht. Während Lady Alison beispielsweise sofort ein Mensch ist, den man schon alleine aufgrund ihrer unkonventionellen Haltung mögen muss, tut man sich mit der etwas langweiligen Sarah schon schwerer. Obwohl sie sich im Laufe des Romans tüchtig entwickelt, kann sie niemals diese Tiefe aufweisen, wie es ihre Ziehmutter tut. Das zögerliche Verhalten und die vielen Selbstzweifel der jungen Frau legen sich manchmal etwas schwer über die ganze Geschichte. Allerdings machen die ausgesprochen gut gezeichneten anderen Figuren dieses leise Manko wieder wett.

So ist Skarabäus und Schmetterling einmal mehr eine gelungene Unterhaltung aus der Feder von Elisabeth Büchle, die mit Sicherheit auch dazu führen wird, dass die Leserinnen und Leser das alte Ägypten künftig mit ganz anderen Augen betrachten werden.

Skarabäus und Schmetterling

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Letzte Kommentare:
18.05.2015 21:07:40
PMelittaM

Sarah Hoffmann begleitet im Jahr 1922 ihre Ziehmutter Alison Clifford nach Ägypten, wo sie nicht nur bei der Entdeckung des Grabes Tutanchamuns dabei sein kann, sondern auch in große Gefahr gerät. Viele Jahre später wird die Familie ihrer Nachfahrin Rahel Höfling des Schmuggels von Tutanchamun-Artefakten verdächtigt und auch Rahel sieht sich plötzlich im Zentrum gefährlicher Ereignisse.

Elisabeth Büchle erzählt in drei Zeitebenen: In Prolog und Epilog geht es in das Alte Ägypten, gut 1.300 Jahre vor Christus, in Teil 1 werden Sarahs Erlebnisse erzählt und in Teil 2 dann die von Rahel. Während Prolog und Epilog nur jeweils wenige Seiten kurz sind, teilen die beiden anderen Teile den Rest der fast 600 Seiten jeweils ca. hälftig unter sich auf.

Zumindest von Teil 1 hatte ich einen gut recherchierten historischen Roman erwartet (und auch das, im Übrigen sehr schöne Cover, unterstützt diese Vermutung). Allerdings scheint es mit der Recherche nicht allzu weit her zu sein. Die Auflösung in Teil 1 ist meiner Meinung nach so gar nicht möglich. Jemand, der sich mit der damaligen Zeit etwas auskennt (die Geschehnisse um die es geht, beginnen kurz nach Ende der viktorianischen Epoche!), sollte zumindest Zweifel daran bekommen (leider kann ich nicht näher darauf eingehen, ich möchte nicht spoilern). Von mir darauf angesprochen, zog die Autorin die „Fiktionskarte“, für mich ein Zeichen, dass tatsächlich in dieser Sache nicht ausreichend recherchiert wurde. Wenn die Auflösung schon an den Haaren herbeigezogen ist und damit einfach nur enttäuschend, dann ist für mich in der Regel die ganze Geschichte kaputt, spätestens hier hatte der Roman bei mir verloren.

An historischen Romanen mag ich, dass ich in der Regel noch etwas dazu lernen kann. Hier werden wir z. B. Zeugen eines sehr bekannten Ereignisses – und erfahren im Grunde nicht mehr als das, was man sich auch in wenigen Minuten bei Wikipedia anlesen könnte (wenn man es nicht sowieso schon weiß). Hier habe ich wohl zu viel erwartet …

Beide Teile könnte man auch unter das Genre Thriller fassen, zumindest vom Plot her, nicht aber von der tatsächlichen Erzählung, denn spannend oder atemberaubend ist die Erzählung nicht. Sie zieht sich und zieht sich und ist insgesamt viel zu lang, vor allem Teil 2 hätte man auf mindestens die Hälfte kürzen können ohne Substanzverlust. Beide Teile sind sich zudem in Vielem sehr ähnlich, in beiden gibt es eine "zarte" junge Frau, die aus zunächst unerklärlichen Gründen in Gefahr gerät, es werden Anschläge ausgeführt, ohne dass sie oder der Leser es sich erklären könnten. In beiden tritt ein gut aussehender aber geheimnisvoller Mann auf, zwischen dem und der „zarten“ Frau bald zärtliche Gefühle entstehen, in beiden Fällen gibt es aber Gründe, die gegen eine Beziehung sprechen (klingt schon sehr nach einem kitschigen Frauenroman, oder?).

Für meinen Geschmack ist der Romantikanteil deutlich zu hoch, ich hätte mir den Fokus mehr auf dem historischen Part bzw. auf der Spannung gewünscht. Auch handeln die Charaktere in meinen Augen nicht immer logisch oder authentisch (ein Beispiel wäre ein Attentat in Zusammenhang mit Zwangsheirat, das ich mir einfach nicht logisch erklären kann). Die ständigen Anschläge wirken auf mich nicht spannend, sondern ermüdend, hier wäre weniger mehr gewesen. Der Roman verführte mich immer öfter zum Querlesen, was allein schon sehr gegen ihn spricht.

Die Hauptcharaktere sind teils stereotyp, klischeehaft, die Frauen sind zart und scheu, aber trotzdem irgendwie stark (weil Gott sie lenkt und leitet), die Männer sind stark, geheimnisvoll und die Beschützer der Frauen (klingt auch sehr nach einem kitschigen Frauenroman, oder?) Und auch hier gibt es meiner Meinung nach Recherchemängel: Sarah z. B. ist ausgebildete und examinierte Krankenschwester, doch wie hat sie das nur geschafft, bei ihrer Zartheit und Scheu und wo hat sie die Ausbildung genossen? In einem Krankenhaus? Krankenschwestern, zumal in der damaligen Zeit, müssen zupacken können und scheu dürfen sie auch nicht sein. Alison Clifford hätte sie doch auch als Gesellschafterin begleiten können, das hätte für die Geschichte vollkommen ausgereicht.

Die Nebencharaktere sind zum Teil ansprechender gestaltet, besonders gefallen haben mir Alison Clifford, auch wenn man aus dieser starken Frau noch mehr hätte herausholen können. Ich habe mich auch gefragt, warum ihre Art kaum Auswirkungen auf Sarah hatte, obwohl sie sie doch erzogen hat. Gut gefallen haben mir auch Falk und Daniel aus Teil 2, auch wenn Falk, der für den Humor Zuständige, diesen oft überspannt hat.

Wie oben schon erwähnt: Der christliche Gott spielt in diesem Roman tatsächlich eine große Rolle, alle (zumindest die „guten“) Charaktere sind sehr gläubig, beten viel, legen ihr Schicksal in Gottes Hände und vertrauen auf Gottes Plan, sogenannte christliche Werte werden ausgiebig thematisiert. Mich nervt das, ich will das in einem Roman nicht lesen, schon gar nicht in diesem Umfang.

Für Fans von Elisabeth Büchle ist es sicher schön, dass in diesem Roman Charaktere aus früheren Romanen auftauchen, für mich war es zumindest zeitweise etwas irritierend, weil ich Anspielungen nicht verstanden habe, wirklich störend ist es aber nicht.

In meinen Augen ist der Roman ein, zumindest inhaltlich, leichtgewichtiger Frauenroman, bei dem die Genres „historisch“ und „Thriller“ nur vorgeschoben sind. Damit falle ich so gar nicht in die Zielgruppe, was vielleicht auch erklärt, warum mir der Roman nicht gefallen hat. Ich war froh, als ich ihn endlich ausgelesen hatte und werde wohl keinen weiteren Roman der Autorin lesen. Empfehlen kann ich ihn leider auch nicht.

30.03.2015 11:38:54
Orange

1920: Lady Alison kann sich auf Grund ihres Wohlstandes und ihres Witwentums eine unkonventionelle Lebensweise erlauben. Zusammen mit ihrer Ziehtochter Sarah reist sie nach Ägypten. Sie wollen dort die in dieser Zeit laufenden Ausgrabungen besichtigen. Während ihres Aufenthaltes treffen sie mit Howard Carter zusammen, der dort in seiner letzten Saison im Tal der Könige gräbt und dabei das Grab des Tutanchamun findet. Sarah freundet sich mit der Einheimischen Samira an und lernt so das Leben der Bevölkerung kennen. Als Samiras kleine Schwester sie um Hilfe für ihre kranken Freunde bittet, zögert Sarah nicht lang und findet so ihre Berufung. Doch genießen können Sarah und Alison ihren Aufenthalt nicht wirklich, denn immer wieder gerät Sarah in brenzliche Situationen. Zudem kreuzen Andreas Sattler und Jacob Miller immer wieder ihren Weg, doch beide hüten ein Geheimnis.
2011: Rahel arbeitet als Praktikantin im Berliner Museum. Als immer wieder Artefakte aus dem Grab Tutanchamun auftauchen, gerät sie in Verdacht etwas damit zu tun zu haben. Zusammen mit ihren Freunden und des Briten Duke versucht sie dieses Rätsel zu lösen. Doch auch sie gerät immer wieder in brenzliche Situationen.

Entgegen meinen Erwartungen lässt Elisabeth Büchle diese beiden Erzählstränge nicht abwechselnd laufen, sondern gliedert den Roman in zwei Teile. Dies habe ich so nicht erwartet, es tut dem Buch aber keinen Abbruch, zumal einige Fragen aus dem ersten Teil erst im zweiten Teil geklärt werden. Zudem baut die Autorin immer wieder Wendungen ein, die den Lauf der Geschichte verändern und den Leser lange im Dunkeln tappen lassen.

Mit der Meindorff-Trilogie hat die Autorin ihre Messlatte natürlich sehr hoch gelegt. Wer hier etwas vergleichbares sucht, wird vielleicht enttäuscht sein. Wer das Buch aber, wie von der Autorin im Vorwort selbst gesagt, mit einen Augenzwinkern liest, wird sich gut unterhalten fühlen. Als Leserin historischer Romane hat mir persönlich der erste Teil besser gefallen, aber auch der zweite Teil hatte durchaus seinen Reiz.

Ein kurzes Dankeswort und ein Glossar runden das Buch ab.

24.03.2015 20:05:12
wampy

„Skarabäus und Schmetterling“ ist ein Roman von Elisabeth Büchle, der 2015 im Gerth Medien Verlag als Hardcover erschienen ist. Der Roman spielt auf zwei Zeitebenen. Im ersten Teil fährt die junge Sarah mit ihrer Ziehmutter Lady Alison Cliford nach Ägypten zu den Ausgrabungsstätten des Archäologen Howard Carter, der zu dieser Zeit auch die Grabstätte Tutanchamuns findet. Im zweiten Teil im Jahr 2011begleiten wir die junge Rahel auf ihren Abenteuern in Berlin, England und Ägypten.
Inhaltsbeschreibung aus Amazon:
Die junge Sarah reist im Jahr 1922 nach Ägypten, wo sie die aufsehenerregenden Ausgrabungsstätten des Archäologen Howard Carter besucht. Doch Sarah scheint Missgeschicke und Unfälle anzuziehen ... Oder steckt jemand dahinter, der ihr schaden will? Aber warum? Als Howard Carter dann tatsächlich die Grabanlage des Pharao Tutanchamun findet, gerät Sarah in höchste Gefahr ... 90 Jahre später in Berlin: Immer wieder tauchen Tutanchamun-Artefakte auf dem Schwarzmarkt auf. Auch Rahel, die als Praktikantin im Berliner "Neuen Museum" arbeitet, gerät unter Verdacht. Bald wird sie von Europol verfolgt und flieht in Begleitung des Historikers Daniel und seiner Frau Emma nach Kairo, um herauszufinden, was damals wirklich geschehen ist ... Ein packender Roman, der in die Welt der Pharaonen entführt.
Meine Meinung:
Die Figuren sind liebevoll und facettenreich beschrieben, aber auch etwas einseitig positiv gestaltet. Die Selbstfindung der jungen Sarah wird von der Autorin eindrucksvoll beschrieben. Das Geschehen wird durch eine eine allerdings sehr vorhersehbare Liebesgeschichte gewürzt. Bei den Abenteuerelementen gelingt es der Autorin sehr gut Spannung aufzubauen und diese auch zu halten. Im zweiten Teil wirkt einiges wie eine Neuauflage des ersten Teils nur versetzt in die Neuzeit. Die Abenteuerelemente werden durch Krimielemente ersetzt. Aber gerade an diesen Stellen geht die Spannung aus meiner Sicht verloren. Dies liegt zum einen an der Häufigkeit der Überfälle und zum anderen schlicht am Fehlen von Graucharakteren. So ist die Auswahl der möglichen Übeltäter doch sehr überschaubar. Im Gegensatz dazu sind die Guten so massiv mit positiven Eigenschaften belegt, das es mir zu viel des Guten wurde. Das Gottvertrauen, der Mut, die Liebe, das Vertrauen in die Freunde, der Glaube und die Fähigkeit zur Vergebung ... – es wurde mir zu viel.
Fazit:
Auf der Positivseite stehen die schöne Sprache und die liebevolle Schilderung der Protagonisten. Die Geschichte im ersten Teil hat mich gefangengenommen. Auf der Negativseite erscheinen die doch etwas einseitigen Charaktere und die nicht gelungene Krimihandlung im deutlich schwächeren zweiten Teil. Bei der Abwägung dieser Punkte kamen bei mir 70/100 bzw. 3 von 5 Sternen heraus.

17.03.2015 21:25:33
dorli

Elisabeth Büchle wartet in „Skarabäus und Schmetterling“ mit einem tollen Mix aus Abenteuer, Spannung, Romantik und Humor auf. Der Aufbau der Handlung hat mir sehr gut gefallen. Die Autorin hat die auf unterschiedlichen Zeitebenen spielenden Abenteuer von Sarah und Rahel nicht miteinander vermischt, sondern erzählt deren mitreißende Geschichten nacheinander.

Der Roman beginnt mit einem kurzen Ausflug in das Jahr 1327 v. Chr. nach Ägypten. Hier begegnet man Schöne Sonne und Wüstensturm, die sich gemeinsam auf den Weg an den See Genezareth machen, eine reich verzierte Truhe im Gepäck...

Dann folgt ein Zeitsprung in das Jahr 1922. Dieser erste Teil des Romans spielt fast ausschließlich in Ägypten. Gemeinsam mit Sarah Hofmann und deren Ziehmutter Lady Alison Clifford geht es von England aus nach Luxor. Alison ist eine sehr sympathische, reiche, abenteuerlustige, verwitwete Adlige, die es sich in den Kopf gesetzt hat, Howard Carter und dessen Ausgrabungsstätten zu besuchen.
Mit detailreichen Beschreibungen und ausführlichen Schilderungen zeichnet Elisabeth Büchle ein sehr spannendes Bild rund um die Ausgrabungen im Tal der Könige. Man kann die aufgeregte Stimmung aller Beteiligten sehr gut spüren, als Howard Carter das Grab Tutanchamuns entdeckt. Auch Luxor und besonders das Hotel „Winter Palace“ werden von der Autorin hervorragend in Szene gesetzt.
Wirklich genießen können die zurückhaltende Sarah und die quirlige Alison ihren Aufenthalt nicht, denn es kommt zu einigen mysteriösen Unfällen und Anschlägen – hier tut sich eine sehr verzwickte Geschichte auf, denn jeder der Akteure scheint so seine Geheimnisse zu haben. Immer wenn es für Sarah brenzlig wird, ist einer ihrer Reisebekanntschaften zur Stelle. Doch meinen Andreas Sattler und Jacob Miller es ehrlich? Oder sind die beiden gefährlich?
Elisabeth Büchle versteht es äußerst geschickt, den Leser in ein raffiniertes Verwirrspiel zu ziehen. Man weiß irgendwann nicht mehr, wer mit seiner Geheimniskrämerei eigentlich Gutes im Sinn hat und wer Böses im Schilde führt.

Nach einem weiteren Zeitsprung ins Jahr 2011 lernt man Rahel Höfling kennen. Sie ist Praktikantin im Neuen Museum in Berlin und wird plötzlich mit dem Vorwurf konfrontiert, verbotenerweise im Besitz von Tutanchamun-Artefakten zu sein. Nicht nur der auf Rahel angesetzte Europol-Mitarbeiter Duke Taylor verfolgt die junge Frau, auch Unbekannte machen Rahel das Leben schwer. Da ist es gut, dass sie sich auf ihre Freunde Emma und Daniel Ritter sowie auf ihren früheren Klassenkameraden Falk Jäger verlassen kann.

Die Schauplätze des zweiten Teils sind vor allem Berlin und England. Die Handlung ist ähnlich dramatisch wie im ersten Teil, wird aber um einiges actionreicher. Gejagt von den Unbekannten begibt sich Rahel mit ihren Freunden auf eine aufregende Flucht. Auch hier schafft es Elisabeth Büchle, den Leser an der Nase herumzuführen, denn die Drahtzieher der Überfälle auf Rahel bleiben bis zum Schluss im Dunklen.

Elisabeth Büchle verleiht ihren Figuren schnell eine Persönlichkeit, die Akteure werden allesamt lebhaft und facettereich dargestellt, selbst kleinste Nebenfiguren wirken nicht oberflächlich, sondern bereichern die Szenerie außerordentlich. Besonders begeistert hat mich Falk Jäger. Wann immer er die Bühne betritt, sorgt er mit seiner guten Laune und vielen frechen Sprüchen für beste Unterhaltung.

„Skarabäus und Schmetterling“ ist ein großartiger Roman, der mit zahlreichen Überraschungen für spannende Lesestunden sorgt. Vor allen Dingen das Miträtseln und Spekulieren über die Identität der Übeltäter hat mir riesigen Spaß gemacht.

05.03.2015 21:40:18
Jana68

"Skarabäus und Schmetterling" von Elisabeth Büchle ist ein unterhaltsamer Roman, in dem sich Abenteuer, Liebe und Krimi auf 2 Zeitebenen sehr gut zu einer stimmigen Geschichte fügen. Durch Prolog und Epilog wird mit einer kurzen Erzählung aus der Zeit des Tutanchamuns eine schöne Brücke geschlagen, die die Dimension des Geschehens auf sympathische Weise verdeutlichen soll.

Im ersten Teil reisen wir mit der völlig unkonventionellen englischen Lady Alison und deren zurückhaltenden Ziehtochter Sarah nach Ägypten in das Jahr 1922 und dürfen Howard Carter bei seiner Entdeckung des Grabes von Tutanchamun über die Schulter schauen. Im Land der Pharaonen sind die Protagonistinnen ständig in Gefahr durch gezielte Anschläge auf ihr Leben. Gerade dabei finden Sie neue Freunde; die beiden wachsen nicht nur wie Mutter und Tochter zusammen sondern erleben ein Stück Selbstfindung, wodurch sich die zurückhaltenden und kluge Sarah in eine charakterfeste junge Frau voller Selbstvertrauen und Mut verwandelt, während Alison lernt, Gefühle zuzulassen, sich zu öffnen und vor allem sich selbst zu vergeben.
Gerade in diesem ersten Teil gelingt es der Autorin, durch ihren bildhaften und poesievollen Schreibstil dem Leser das Gefühl zu vermitteln, wirklich mittendrin statt nur dabei zu sein.

Der 2. Teilt spielt im Jahr 2011 und wir lernen die Nachfahrin der Protagonisten des ersten Teils, Rahel, und ihre Freunde kennen. Auch sie sehen sich mit einer ständigen Bedrohung ihres Lebens konfrontiert und müssen sich auf ganz ähnliche Weise zur Wehr setzen, sich mutig ihren Ängsten stellen, Risiken eingehen und klug entscheiden.
Die Symbolkraft von Skarabäus und Schmetterling zieht sich wie ein roter Faden durch beide Teile des Romans.
Die beiden Zeitebenen nicht - wie oft üblich - zu vermischen, sondern in 2 aufeinanderfolgende Romanabschnitte zu gliedern, kommt der Romanidee sehr entgegen. Dennoch hatte auch ich im 2. Teil oft das Gefühl, die gleiche Geschichte noch einmal zu lesen, nur eben in einer anderen Zeit. Doch die vielen Parallelen sind gewollt, zeigen Sie doch, worum es eigentlich und immer wieder geht:
Freundschaft, Liebe und Vertrauen, Mut (manchmal auch Wagemut), für andere Einstehen und kämpfen, aber auch Glaube und Vergebung sind zentrale Themen des Romans. Ein Stück weit wird auch das Bewusstsein geschärft, mit unserem wertvollen kulturellen Erbe sorgsam umzugehen und dies als Erbe für alle Menschen zu verstehen.
Mir hat das Buch spannende Entspannung geschenkt und - beginnend mit dem einladenden Cover - wunderbare Bilder der ägyptischen Ikonen vor Augen gezaubert. Bleibt zu hoffen, dass diese uns noch lange erhalten bleiben!
4 von 5 Sternen und 88 Punkte in der HC-Wertung.

05.03.2015 12:11:32
-LENA-

Der Roman spielt in zwei Zeitebenen:

1922 Sarah, Ziehtochter von Lady Alison, reist mit ihr nach Ägypten, um an den Ausgrabungen von Carter teilzunehmen. Seit ihrer Ankunft kommt es immer wieder zu mysteriösen Anschlägen.
In diesen Teil erlebt man Carters Ausgrabung des Tutchanamon Grabes , der nie aufgeben wollte und sich in viel Geduld üben muß. Hier kann man die Neugierde und Anspannung der Anwesenden spüren.
2011 Rahel gerät in das Visier von Ermittlern, als vermehrt Artefakte aus. dem Grab Tutchanamons auf den Markt kommen. Zu dieser Zeit beginnt der arabische Frühling. Hier wiederholen sich die Ereignisse mit Überfällen und Einbrüchen. Ein Freundeskreis mit lockeren Umgangston steht hinter Rahel und versucht mit Rat und Tat zu helfen.
Die Protagonisten zeigen wenig Ecken und Kanten, bis auf Lady Alison mit ihrer sehr eigenen Art. Sarah und Rahel haben wenig Selbstvertrauen, oft möchte man ihnen zu rufen: wacht endlich auf. Der ritterliche Andreas lässt seinem Freund Jacob den Vortritt. Duke, der Ermittler, ist ein Muskelpaket und sieht einem bekannten Schauspieler(?) ähnlich. Beide lieben ihren Schmetterling.
Falk,ein witziger Zeitgenosse, mit unkonventionellen Einfällen, hat immer die passenden Antworten zur Hand. Großmutter Mary, die nichts erschüttern kann punkten beim Leser
Wer hinter den Anschlägen steckt und deren Aufklärung bringen Spannung in den Roman.

Ein „netter“ Roman bei dem die Charaktere zu sympathisch sind . Es kommt immer wieder zu Wiederholungen bei den Gedankengängen der einzelnen Figuren über Selbstzweifel und Gottvertrauen. Vergebung spielt eine große Rolle.
Der Roman hat meine großen Erwartungen nicht erfüllt, der Funke sprang lange nicht über.
Es ist ein locker geschriebener Roman wie die Autorin auch im Vorwort erwähnt,
Ein Glossar befindet sich am Ende.

04.03.2015 20:21:16
Sagota

Der Roman "Skarabäus und Schmetterling" von Elisabeth Büchle ist bei Gerth Medien 2015 in HC erschienen und das sandfarbene Cover ist phantasievoll mit Hieroglyphen bedeckt, hinter denen die Pyramiden im ägyptischen "Tal der Könige" zu sehen sind; es spielt demzufolge im Prolog und Epilog zu Zeiten des Pharaos Tutanchamuns; zu Ausgrabungszeiten des berühmten Howard Carter (1922/23 in Teil 1 des Buches sowie auch in der jetztigen Zeit (2011) in Teil 2 des Romans.

== Inhalt/Handlung aus dem Flyer des Verlags zum Buch ==

Die junge Sarah reist im Jahr 1922 nach Ägypten, wo sie die aufsehenerregenden Ausgrabungsstätten des Archäologen Howard Carter besucht. Doch Sarah scheint Missgeschicke und Unfälle anzuziehen...
Oder steckt jemand dahinter, der ihr schaden will?
90 Jahre später in Berlin: Immer wieder tauchen Tutanchamun-Artefakte auf dem Schwarzmarkt auf. Was ist damals in Ägypten wirklich geschehen?

== Meine Meinung ==
Stilistisch ist die Autorin sich treu geblieben: Die Figuren sind sehr facettenreich, gefühl- und ausdrucksvoll gezeichnet; ebenso die gefahrvollen Momente, denen sich die Hauptprotagonisten ausgesetzt sehen. So gibt es viele Gefahren und Überfälle anno 1922, als Lady Alison mit ihrer Ziehtochter Sarah nach Ägypten aufbrechen... Auch die Nachfahrin Sahra's, die Tochter von Klaus und Bethany Höfling, einem berühmten Ärchäologen-ehepaar, gerät 2011 aufgrund des rätselhaften Verschwindens von Grabbeigaben des Pharaos aus der Zeit vor fast 100 Jahren in Gefahr, da sich rüde Zeitgenossen an die Fersen von Rahel hefteten....
In beiden Teilen spielt jeweils die Beziehungsebene eine dominante Rolle (Sarah/Andreas in Teil 1, Rahel/Duke in Teil 2) und zarte, romantische Liebesgeschichten sind - mit Krimi-Elementen versehen - in den jeweilig zeitlichen Hintergrund und -ort eingebettet. Historische Begebenheiten spielen in diesem Roman Elisabeth Büchle's eine sekundäre Rolle, daher war dieses Buch (wie im Vorwort der Autorin empfohlen) mit einem "Augenzwinkern" zu lesen: Trtoz vieler Anschläge auf die Protagonisten und einem recht spannenden Plot blieb bei mir die Lesespannung leider gänzlich aus. Auffallend war hingegen, dass christliche Werte wie die Bereitschaft, zu vergeben, Glaube, Vertrauen (auch: Gottvertrauen), Hilfsbereitschaft, Schutz und Liebe eine wesentliche Rolle in der gesamten Romanhandlung zukommt. Der "zerbrechliche", aber schöne Schmetterling steht symbolisch dafür, sich seinen eigenen Ängsten zu stellen, nicht furchtsam zu sein, sondern aktiv und mit Lebensmut das eigene Leben aktiv zu gestalten: Ängste zu überwinden kann heißen, über sich selbst hinauszuwachsen: Selbstvertrauen zu haben.
Beide Geschichten sind in dieser Hinsicht stimmig, da sowohl Sarah als auch Rahel diese persönliche Entwicklung nehmen - ihre Ängste hinterfragen und sie schließlich überwinden können.

== Fazit ==
Ein unterhaltsamer und romantischer Liebesroman, der an historischen Ereignissen wie den Ausgrabungen und der Graböffnung des Pharaos Tutanchamun angelegt ist, eine Art persönlicher Entwicklungsroman, in den viele christliche Werte eingeflochten sind. Mir persönlich war die Geschichte zu lang geraten, es gab viele inhaltliche Wiederholungen (Überfälle, Anschläge, Flucht) und als bekennende Leserin guter Krimis blieb leider hier die Spannung - bis kurz vor dem Romanende - gänzlich aus. Dennoch gefällt mir nach wie vor der sensible und auch oftmals humorvolle Schreibstil der Autorin; ich vergebe 82 ° auf der Werteskala und 3 Sterne.

04.03.2015 15:50:37
Mohnblume

Sehr schön sind hier Vergangenheit und Gegenwart mit einander verwoben. Schon der Prolog im Jahre 1327 in Ägypten klingt sehr geheimnisvoll mit Schöne Sonne und Wüstensturm die sich mit einem wertvollen Gegenstand aufmachen und alles offen lässt.....

Im 1. Teil 1922 , geht es um die junge Sarah Hofmann die bei ihrer Ziehmutter Lady Alison in London als Gesellschafterin lebt. Sie eine Hobby Astrologin und exzellente Zeichnerin , begleitet Lady Alison auf ihrer Reise nach Ägypten zu den berühmten Ausgrabungsstätten , die von Howard Carter geleitet werden. Er ist auf der Suche nach den Grab des Pharao Tutanchamun und den Schätzen. Auf ihrer Reise lernen sie Andreas den Reise Journalisten und Jacob einen Kunstsammler kennen. Beide verehren Sarah und begleiten die beiden Ladys zu den Ausgrabungen. Jacob schenkt ihr sogar zum 21. Geburtstag einen Skarabäus. Sarah scheint das Unglück förmlich anzuziehen immer wieder passieren ihr Missgeschicke und Unfälle. Auch wird sie verfolgt von einer mysteriösen dunklen Gestalt. Andreas und Jacob sind beunruhigt und forschen nach . Da ist auch noch die Geheimnisvolle Ägypterin Samira , die Rätselraten auf gibt. Eines Tages stößt Carter auf das Grab , ab diesem Tag schwebt Sarah in größter Gefahr , werden sie die Männer retten können..... Im 2. Teil , 90 Jahre später in Berlin, tritt Urenkelin Rahel im Neuen Museum eine Stelle als Praktikantin an , sie ist angehende Ägyptische Historikerin . Auch hier wird es mysteriös auch sie scheint das Unglück anzuziehen. Immer wieder tauchen geraubte Ägyptische Artefakte auf dem Schwarzmarkt auf. Man hat den Polizeiagenten Duke von Europol auf sie und ihre Familie angesetzt. Er arbeitet unter Cover und scheint auch einige Geheimnisse zu verbergen. Sarah wird verfolgt und überfallen, ihr alter Schulfreund Falk ist gleich zur Stelle , auch die resolute Emma und ihr Mann Daniel , bieten ihr Hilfe an. Ein Versteckspiel und Flucht von einem Ort zum anderen , die Lage scheint Aussichtslos und es geht am Ende um Leben und Tod. Mit von der Partie ist Duke , der einen Maulwurf bei Interpol vermutet. Ihnen bleibt nur noch ein Ausweg die Flucht nach Kairo um die wahren Hintergründe zu erfahren und um die Verfolger zur strecke zubringen. Wird es ihnen gelingen , ein Abenteuerliche und unvorhergesehenes Ende,,,,,



Der Autorin Elisabeth Büchle , ist mal wieder ein Grandioser Roman gelungen. Dieser tanzt etwas aus der Reihe ihrer üblichen Romanen , er ist sehr spritzig und hat schon einen Triller Effekt . Mit vielen unvorhersehbaren Wendungen, vielen dramatischen Spannungen , führt sie den Leser immer wieder aufs Glatteis. Sehr schön und Bildhaft sind ihre Recherche zu den Ausgrabungsstätten des Grabes und die Grabkammern des Tutanchamun und den Schätzen beschrieben. Mit vielen Schicksalhaften Geheimnissen bis 1327 vor Christus in Ägypten. Ihre Protagonisten wirken wie immer sehr Lebendig , ihre einzelnen Charaktere und Emotionen sind klar heraus Kristallisiert . So das man sich gut in jeden einzelnen hinein versetzen kann. Das ganze ist sehr spannend, raffiniert und flüssig geschrieben . Eine Geschichte vor der spektakulären Panoramas Ägyptens ....... Der Roman schreit nach einer Fortsetzung....



" Ein grandioser Roman , der süchtig macht "