Im Glanz der Königin

Erschienen: Januar 2014

Bibliographische Angaben

  • , 2014, Titel: 'Im Glanz der Königin', Originalausgabe

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45
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Karin Speck
Jeanne de La Motte auf ihrem Weg zu Macht und Geld

Buch-Rezension von Karin Speck Dez 2014

Frankreich im Jahre 1756. Jeanne wird als armes Mädchen geboren, doch von ihrem Vater bekommt sie ständig zu hören, sie wären adlig und ihnen stünde mehr zu. Als Jeanne dann Jahre später auf sich allein gestellt ist, da der Vater verstorben ist und Mutter längst das Weite gesucht hat, will sie ihr Recht geltend machen und begibt sich nach Paris. Dort gelingt es ihr, von einer reichen Marquise aufgenommen zu werden. Sie erhält eine Ausbildung und später wird sie die Geliebte des Kardinals Rohan. Ihr Aufstieg in die Kreise des Adels in Frankreich scheint ihr gewiss.

Amüsant, aber leider nicht immer spannend

Im Glanz der Königin erzählt die Geschichte von Jeanne de La Motte. Sie war eine verarmte Adlige aus einer Nebenlinie der Valois, was historisch belegt ist. Ihr Leben als solches ist sicher eine interessante Geschichte, aber leider ist es dem Autor Achim Kuhlmann nicht wirklich gelungen, ihr Leben einzuhauchen und ihre Geschichte glaubhaft zu vermitteln. Jeannes Aufstieg vom armen Mädchen zur Mätresse des Kardinals ist zwar gut geschildert, auch ihr Versuch, sich unverzichtbar zu machen, ist interessant, aber leider nicht besonders fesselnd. Ihr Charakter ist dabei einfach nicht greifbar, statt ihr Leben zu schildern werden nur einzelne Episoden daraus erzählt, immer in Anlehnung dessen, was der Geschichtsunterricht auch schon erzählt hat. So ist dann auch die sogenannte Halsbandaffäre Dreh- und Angelpunkt dieser Geschichte. Der Autor hat sich da genau an die Vorgaben gehalten, diese Dinge sind auch interessant zu lesen, aber sie wirken einfach nicht überzeugend. Der Autor schafft es nicht, Jeanne ein Gesicht zu geben. Sie bleibt blass und unscheinbar.

Auch vom Leben der Menschen wird nicht viel erzählt. Egal ob von den Reichen und Schönen oder von den armen, hungernden Menschen in Paris oder im Umland. Es dreht sich einzig und allein darum, wie Jeanne an Geld kommen kann, alles andere ist nicht wichtig. Als Leser kann man nicht einmal wirklich nachvollziehen, warum das so ist. Hat man dann erst einmal in die Handlung hineingefunden und vor allem einen Faden der Geschichte in den Händen, ist das nächste Kapitel auch schon wieder ein paar Jahre weiter und bei einem neuen Lebensabschnitt von Jeanne.

Jeanne und die Königin

Interessant ist sicher die Verbindung von der armen Jeanne zu der Königin Marie Antoinette. Während Jeanne nach Geld strebt, hat die Königin dieses in vollem Maße. Jeanne versucht, in die Nähe der Königin zu kommen, um von ihrem Ruhm und ihrem Geld zu profitieren, leider aber nur mit mäßigem Erfolg. Das Schicksal der Königin und ihrer Familie wird auch nur kurz angerissen. Erst zum Ende scheint sich ihrer beider Schicksal zu verbinden. 

In Im Glanz der Königin wird auf gerade einmal 200 Seiten das Leben einer Frau erzählt, von der vielleicht nicht so viel bekannt ist, die aber trotz allem ein bewegtes Leben hatte. Nicht jeden Leser wird der Autor mit seiner Geschichte erreichen, wobei das Leben der Jeanne de La Motte durchaus spannend gewesen sein könnte. Ein Nachwort klärt Fiktion und Wahrheit und erzählt von der Halsbandaffäre und einigen anderen historischen Tatsachen. 

Im Glanz der Königin

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