Die Küste der Freiheit

Erschienen: Januar 2014

Bibliographische Angaben

  • Lübbe, 2014, Titel: 'Die Küste der Freiheit', Originalausgabe

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Rita Dell'Agnese
Hier mischt der Zufall mächtig mit

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Nov 2014

Die junge Mennonitin Anna entgeht nur knapp einer Vergewaltigung durch den unehrenhaften Soldaten Kurt Paul. Obwohl Lorenz von Tannau und seine Männer das Schlimmste verhindern können, wird Anna von der Gemeinschaft,  in der sie mit ihrem Vater lebt, fortan ausgegrenzt. Hinter ihrem Rücken wird gemunkelt, sie habe die Situation provoziert. Anna, die durch ihr Wissen um die Heilkunst bereits angeeckt war, leidet. Erst recht, als sie weitere Schicksalsschläge einstecken muss und immer deutlicher wird, dass sie ihn der Gemeinde kaum mehr eine Zukunft haben wird. Gleichzeitig hat sie ihr Herz an ihren einstigen Retter verloren. Der aber soll mit seinem Regiment nach Amerika versetzt werden. 1776 herrscht dort ein erbitterter Krieg. Anna verkauft sich als Schuldmagd ebenfalls nach Amerika, um ihrem Geliebten nahe zu sein. Sie ahnt nicht, dass sie als Schuldmagd quasi den Status einer Sklavin einnehmen wird. Den in seinem Geiste edlen Lorenz erwartet auf dem Schlachtfeld Schlimmes: Nicht nur, dass er verwundet wird, er begegnet auch dem unehrenhaften Soldaten wieder, der seit seiner Entlassung aus der Armee und dem Spießrutenlaufen nach der versuchten Vergewaltigung voller Hass auf Lorenz ist und seit Jahren auf Rache sinnt.

Sie begegnen sich immer wieder

Die Autorin Maria W. Peter führt ihre Leserinnen und Leser von Hessen in die Vereinigten Staaten und siedelt damit ihren Roman in einer Region an, die in den historischen Romanen nicht schon ausführlich abgehandelt wurde. Auch die Schauplätze rund um den Unabhängigkeitskrieg sind wohl für etliche Leserinnen und Leser eher ungewohntes Terrain. Damit kann die Autorin durchaus punkten. Doch gleichzeitig birgt das auch Gefahren: Es mag sich wohl jeder irgendwann die Frage stellen, weshalb sich in einem solch weitläufigen Land die Protagonisten immer wieder über den Weg laufen. Meist überlässt Maria W. Peter dem Zufall das Feld. Doch das wirkt auf Dauer denn doch etwas zu einfach gestrickt und so verliert der Roman je länger, desto mehr an Tempo. Selbst ein Publikum, das solche Zufälligkeiten gerne hinnimmt, wenn es dem Verlauf des Romans dient, dürfte etliche Entwicklungen schlicht als unglaubwürdig empfinden. Das ist sehr schade, entführt die Autorin doch in eine facettenreiche Welt und hat viel zu bieten.

Interessante Charaktere

Die Zusammenstellung ihrer Charaktere ist Maria W. Peter durchaus geglückt. Sie hat die einzelnen Figuren feinfühlig ausgearbeitet und gibt ihnen viel Gehalt mit auf den Weg. Die Konstellationen sind nicht ohne Reiz und die Figuren bewegen sich bis auf wenige Ausreißer sehr glaubwürdig in der ihr zugeschriebenen Welt. Dass die Autorin dann aber doch häufig auf Klischees zurückgreift und bei den beiden Hauptfiguren Anna und Lorenz die Heldenposition sehr stark ausreizt ist schade. Es bringt den Roman etwas ins Trudeln und verschiebt die Handlung zu stark in den Mainstream-Liebesroman-Bereich. Dabei sind, bei genauerem Hinsehen, sehr viele interessante Aspekte eingearbeitet, die eine vertiefte Auseinandersetzung mit der entsprechenden Zeit verdienen. So etwa das Thema "Schuldenmagd" oder auch die verschiedenen religiösen Aspekte, die zum Tragen kommen. Es ist dabei nicht nur die Gemeinschaft der Mennoniten, die wohl für viele eine unbekannte Welt darstellen.

Etwas in die Länge gezogen

Sehr üppig ausgefallen ist der Umfang des Romans, der immer wieder auch die Geduld des Publikums strapaziert. Manche Szene hätte durchaus Kürzungspotenzial, kommen doch einige Beschreibungen oder Handlungen etwas gar oft vor. Natürlich können die Wiederholungen auch als bewusstes Stilmittel verwendet worden sein, doch dürfte dies dann eher eine etwas unglückliche Wahl gewesen sein. Trotz den deutlichen Schwächen, die der Roman mit sich bringt, lohnt es sich dennoch, sich näher mit Die Küste der Freiheit zu befassen. Die Autorin spricht etliche Themen an, die zu faszinieren vermögen und nimmt ihr Publikum auf eine abenteuerliche Reise mit.

Die Küste der Freiheit

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Letzte Kommentare:
13.01.2018 10:12:40
Gina1627

Ein Leseerlebnis! Eine perfekte Mischung aus Geschichte, Liebe und dem Wunsch nach Freiheit!
Kann Glaube, Liebe und Hoffnung zu einem guten Ende führen?
Anna ist eine hilfsbereite und selbstlose junge Frau, die zusammen mit ihrem liebevollen Vater in einer streng religiösen Gemeinschaft der Mennoniten lebt. Von ihrer verstorbenen Mutter hat sie das Wissen erworben, wie sie Menschen medizinisch helfen kann. Nie hätte sie damit gerechnet, dass ihr nach einem Krankenbesuch auf dem Heimweg aufgelauert wird und ihr in letzter Sekunde der Sekondeleutnant Lorenz von Tannau noch Hilfe leisten kann. Zwischen beiden herrscht direkt eine magische Anziehungskraft, die sich noch weiter verstärkt, als Anna Lorenz nach einem Überfall, bei dem er lebensgefährliche Verletzungen erleidet, mit Müh und Not sein Leben retten kann. Doch Missverständnisse stehen ihnen im Weg. Lorenz zieht mit seiner Einheit auf nach Amerika in den Unabhängigkeitskrieg. Verzweiflung, Sehnsucht und der Ausschluss aus ihrer Gemeinschaft führen dazu, dass Anna sich auch auf den beschwerlichen Weg in das ferne Land macht. Doch schreckliche persönliche Erlebnisse und die Kriegswirren lassen sie nicht mehr auf eine glückliche Zukunft und ein Wiedersehen mit Lorenz hoffen. Was hat das Schicksal und Gott noch für beide vorgesehen?
Maria W. Peter hat einen wundervollen historischen Roman erschaffen, der durch ihren brillanten Schreibstil, der einfühlsam, berührend, bildhaft und spannend ist, glänzt. Ihre wunderschöne tragische und herzerwärmende Liebesgeschichte um Anna und Lorenz hat sie überaus spannend mit der Geschichte von Amerika zu Zeiten des Unabhängigkeitskrieges verknüpft. Man spürt vollkommen die Atmosphäre des 18. Jahrhunderts in der die Sklaverei, der Menschenhandel und die Welt der Reichen vorherrschte. Doch auch die Hoffnung der vielen Menschen, die aus fernen Ländern hier ihr Glück und ihre Freiheit suchten, wurde sehr eindringlich und authentisch beschrieben. Man merkt, dass die Autorin sich während ihres Studiums mit der amerikanischen Geschichte auseinandergesetzt hat und dies in ihrem Roman durch wahre Geschehnisse, Fakten und Handlungsorte, sehr interessant eingeflochten hat.
Mit Anna und Lorenz hat sie zwei wundervolle und sympathische Charaktere erschaffen mit denen man mitgelitten, mitgefiebert und gehofft hat. Ihre Liebesgeschichte wurde behutsam und sehr liebevoll aufgebaut und bekam seine Dramatik und Spannung durch polarisierende Menschen, die sich ihnen in den Weg gestellt haben, aber auch sehr hilfsbereiten Freunden, die ihnen zu einer besseren Zukunft verholfen haben. Herzklopfen, Entsetzen und Rührung sind hier garantiert.
In ihrem Epilog hat sie einen sehr schönen Abschluss für die Schicksale und Lebensgeschichten der Menschen gefunden, die man im Laufe des Buches in sein Herz geschlossen hat.
Mit ihrem Nachwort und natürlich auch mit ihrem ganzen Buch hat sie aufgezeigt, wieviel Herzblut, Liebe und Zeit in diesem Meisterwerk steckt. Die liebevolle Aufmachung mit einem wunderschönen Cover, Karten der Handlungsorte und einem Glossar hat dies auch noch unterstrichen.
Maria M. Peter hat mich mit „Die Küste der Freiheit“ vollkommen begeistert und mir wunderschöne Lesemomente geschenkt. Das Buch ist ein „Leseschatz“ für den ich eine unbedingte Leseempfehlung ausspreche.
Ich bin sehr froh und glücklich, dass ich diesen Roman während einer Leserunde kennenlernen durfte und habe dabei eine sehr liebenswerte Autorin kennengelernt, die uns unermüdlich und überaus herzlich während der Leserunde begleitet hat. Weitere Bücher von ihr sind ein Lesemuß!
Für dieses wunderschöne Buch vergebe ich verdiente 5 Sterne.

03.11.2017 09:19:55
Margitta

Vorab , ich würde kein Buch aus dieser Epoche und Thematik lesen. Durch Empfehlung bin ich darauf aufmerksam geworden.
Das Buch hat mich mit ihren Protagonisten gefangen genommen und so beansprucht , dass ich es ab und an zur Seite legen mußte. Man fühlt sich direkt im Geschehen und spürt die Verzweiflung , die Ungerechtigkeiten und die Rigorosität mit der Menschen das Leben genommen wird. Sei es durch Gesetzte innerhalb verschiedener Gruppierungen , Versklavung . Es war eine sehr harte Zeit. Dieses wurde durch die Autorin sehr klar formuliert. Sie hat sich klar und deutlich ausgedrückt , der Schreibstil nimmt einen mit. Schön , dass für die Seele auch ein paar Lichtblicke zu finden waren und auch die Geschichte glücklich endet. Ich bezweifle keine Sekunde , dass es sich so hätte zutragen können.
Da ( wie schon geschrieben , diese Zeit nicht die Meine ist ) ein Lob an die Autorin , die mich mit ihrer Geschichte gefesselt hat.

25.07.2017 14:36:30
dorli

Waldeck, 1775. Als die Mennonitin Anna Hochstetter auf einer Lichtung den schwer verletzten Lorenz von Tannau findet, nimmt sie den Offizier bei sich auf, um ihn gesund zu pflegen. Eine gute Tat, die von der Gemeinde amischer Täufer, in deren Mitte Anna lebt, mit Argwohn betrachtet wird. Kurze Zeit später wird ihr Unzucht vorgeworfen, es folgen Bann und Ausschluss aus der Gemeinde.
Anna verlässt Waldeck und macht sich auf die Suche nach dem mittlerweile genesenen Lorenz, um ihn um Hilfe zu bitten, doch der Offizier befindet sich mit seinem Regiment bereits auf dem Weg in die amerikanischen Kolonien.
Es ist die Hoffnung auf ein selbstbestimmtes, unabhängiges Leben, die Anna den Entschluss fassen lässt, Lorenz nach Amerika zu folgen.
In der Neuen Welt angekommen, muss Anna sich jedoch als Schuldmagd verdingen und gerät in einen Strudel aus Demütigung, Unterdrückung, Ausbeutung, fiesen Machenschaften und Verrat – die Verwirklichung ihrer Träume rückt in weite Ferne…

In ihrem historischen Roman „Die Küste der Freiheit“ entführt Maria W. Peter den Leser in die Zeit des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges und wartet mit einer lebendig erzählten Mischung aus Historie, Romantik, Abenteuer und Spannung auf.

Die Autorin hat die historischen Ereignisse zwischen1775 und 1783 mit einer fesselnden fiktiven Geschichte verwoben und ein umfassendes und glaubwürdiges Bild der damaligen Zeit gezeichnet. Schnell ist man mittendrin im Geschehen und verfolgt gespannt das Miteinander und Gegeneinander der Akteure.

Maria W. Peter ermöglicht dem Leser interessante Einblicke in das Leben der Auswanderer und Kolonisten, in die unterschiedlichen Glaubensrichtungen, die Sklaverei und in das Kriegsgeschehen und Schlachtengetümmel zwischen den Dreizehn Kolonien und der britischen Kolonialmacht – alles was die Menschen an der amerikanischen Ostküste damals bewegt und angetrieben hat, wird anschaulich geschildert.

Die Autorin macht es ihrer Hauptprotagonistin nicht leicht, in der Neuen Welt Fuß zu fassen. Knechtschaft, Hunger, Erschöpfung, Intrigen, Nachstellungen und Übergriffe – Anna hat immer wieder mit herben Niederlagen zu kämpfen und man hofft und bangt stets mit ihr, dass ihr Leidensweg ein gutes Ende nehmen wird und irgendwann der Tag kommt, an dem sie ein glückliches Leben in Freiheit führen kann.

„Die Küste der Freiheit“ hat mir sehr gut gefallen. Es hat Spaß gemacht, Anna und Lorenz kennenzulernen, sie auf ihrem Weg durch diese mitreißende Geschichte zu begleiten, unheilvolle Zeiten mit ihnen zu durchleben und die brenzligen Situationen wie auch die heiteren Momente mit ihnen zu teilen.

20.07.2017 11:53:50
AmberStClair

Ein Meisterwerk vom feinsten. Eine sehr gut recherchierte Geschichte, mit sehr tief bewegende Szenen das einem manchmal Tränen in den Augen standen. Man konnte alles Leid und die Pein die Anna und Lorenz erlitten hatten mitfühlen. Die Schicksalsschläge waren manchmal so hart das man echt bangte ob sie je zueinander finden. Eine sehr ergreifende Liebesgeschichte die einen im Atem hielt.
Diese mitreißende Auswanderergeschichte ist der Autorin mehr als nur gelungen. Man merkte das sie ihr ganzes Herz mit rein gab. Die Szenen waren sehr authentisch und die historische Geschichte Amerikas gut mit eingebracht. Man konnte sich auch alles sehr gut vorstellen, was die Soldaten erlebten. Aber auch die Sklaven in ihrem Elend. Die ganzen Klassenunterschiede, sowie auch die deutschen Auswanderer die keinen Rat mehr wußten und wegen ihrer Religion flüchteten.
Ich persönlich fand die Geschichte einmalig, sie hat das versprochen was ich mir erhoffte. Spannung, ein absolutes Lesevergnügen und eine lehrreiche Erfahrung. Die Charaktere waren sehr gut beschieben und man war selbst mitten unter ihnen. Ein dickes Buch von 800 Seiten was man gar nicht merkte so fesselnd war der Inhalt.
Interessant wurde es noch mal im Glossar. Hier wird alles sehr ausführlich dargestellt.
Eine absolute Leseempfehlung, für Leser die etwas mehr über die amerikanische Geschichte wissen möchten.

18.07.2017 10:52:59
venatrix

Wie wir es von der Autorin gewohnt sind, entführt sie uns in eine Zeit der Kriege, der Ungerechtigkeiten und der Standesunterschiede. Wir begleiten die Mennonitin Anna und den jungen hessischen Leutnant Lorenz von Tannau auf ihren unterschiedlichen Wegen von Deutschland nach Amerika, just zu jener Zeit, als sich die 13 Kolonien sich gegen das Mutterland England auflehnen. Wir schreiben das Jahr 1776.

Die Story beginnt in Waldeck, Hessen. Anna Hofstetter, eine tiefgläubige Mennonitin lebt mit ihrem Vater bei den Amischen. Mehr gelitten als willkommen nimmt man jedoch ihre medizinischen Kenntnisse in Anspruch. Auf dem Nachhauseweg von einer schwierigen Geburt wird sie vom Deserteur Kurt Paul überfallen. Der Vergewaltigung entgeht sie nur knapp durch das Auftauchen des jungen hessischen Leutnant Lorenz von Tannau.
Wenig später kreuzen sich die Schicksale der drei wieder. Diesmal ist Lorenz Pauls Opfer und Anna nimmt den schwer verletzten Soldaten, gegen den ausdrücklichen Wunsch der Dorfgemeinschaft, mit nach Hause und pflegt ihn gesund. Während der langen Wochen der Genesung kommen sich Anna und Lorenz näher, dennoch gibt es für die beiden keine Zukunft. Standesunterschied und anderer Glauben lassen eine Verbindung damals nicht zu.

Die Fürsorge für den Verletzten hat für Anna schwerwiegende Folgen: sie wird aus der Gemeinschaft der Amisch ausgestoßen, weil sie sich mit einem Andersgläubigen abgegeben hat und gegen die „Befehle“ der Dorfgemeinschaft zuwidergehandelt hat.

Als Lorenz mit seinem Regiment nach Amerika aufbricht, flüchtet Anna, die den selbstherrlichen und despotischen Gideon heiraten soll, damit sie wieder ein respektables Mitglied der Gemeinschaft werde, aus Waldeck in die Kolonien mit der vagen Hoffnung Lorenz wieder zu finden.

Doch vorerst landet sie als Schuldmagd auf der Plantage der Familie Huntley in Williamsburg. Hier ist sie auf Gedeih und Verderb dem sadistischen John Huntley und seinem Aufseher Anderson ausgeliefert. Doch auch Rose, eine schöne Sklavin, spinnt rund um Anna eine bösartige Intrige, in deren Folge sie als Mörderin gebrandmarkt wird. Am Pranger stehend wird Anna von Lorenz entdeckt und die beiden fliehen gemeinsam.

Doch nicht nur Anna und Lorenz sind unabhängig voneinander in Amerika angekommen. Auch Kurt Paul, als Deserteur gebrandmarkt, treibt in der Neuen Welt weiter sein Unwesen.

Annas Traum von der Freiheit erfüllt sich nicht. Als entlaufene Schuldmagd ist sie immer der Gefahr der Entdeckung ausgesetzt. Sie findet Unterschlupf bei Emmet, einem irischen Quäker, der auch nicht ganz das ist, was er scheint.

Lorenz ist in die Kämpfe der Kolonisten gegen das Mutterland verwickelt. Immer wieder geht es um Leben oder Tod.

Werden Anna und Lorenz einander wiederfinden?

Meine Meinung:

Maria W. Peter versteht es ausgezeichnet die vielen historischen Details in die Handlung zu verweben, ohne dass der Leser merkt, dass er hier Geschichtsunterricht erhält. So mag ich das! Die Handlungsstränge werden akkurat miteinander verknüpft und wieder entknotet. Immer wieder berühren sich die Schicksale der Protagonisten und driften wieder auseinander. Manchmal, könnte man ein wenig viel des Zufalls vermuten, doch die Kolonien sind dünn besiedelt und die Bevölkerung trifft sich in den wenigen Städten. Die sind Umschlagplatz von Waren aller Art, Sklavenhandel inklusive. Daher ist das Aufeinandertreffen von Anna, Lorenz, Kurt Paul und den vielen anderen interessanten Figuren des Romans durchaus glaubwürdig.

In den Wirren des (Unabhängigkeits)Krieges gehen Moral und Menschlichkeit gleich einmal verloren. Auch Anna, die streng Gläubige, fühlt sich das eine oder andere Mal von Gott in Stich gelassen. Dennoch hilft ihr der Glaube, über viele Widerwärtigkeiten hinweg.

Schön und authentisch sind auch die Nebenfiguren dargestellt. Da ist zum einen Emmet, der große Schuld auf sich geladen hat, oder der irische (katholische) Priester Father Sean, der auch eine schmerzvolle Vergangenheit hinter sich gelassen hat. Auch John Huntley ist in seiner Widerwärtigkeit deutlich präsent.


Fazit:

Wer gerne historische Romane liest, die penibel recherchiert sind, ist hier genau richtig. Gerne gebe ich 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

18.07.2017 10:11:49
hitti

"Auf eine besser Zukunft....auf ein neues freies Leben"
1776 in Waldeck;
Anna Hochstetter wohnt als Mennonitin in einer Amischen Gemeinde bei ihrem kranken Vater und übt den Beruf der Hebamme und Pflegekraft aus. Eines Tages spricht sie auf dem Heimweg ein Deserteur namens Kurt Paul an, dem sie in ihrer Gutherzigkeit zunächst hilft und kurze Zeit später fast von ihm vergewaltigt wird, wenn nicht zu rechten Zeit sein Vorgesetzter, der Offizier Lorenz von Tannau, hinzugekommen wäre und das Schlimmste verhindert hätte. Kurt Paul wird unehrenhaft aus dem Militär entlassen und muss obendrein eine Strafe verbüßen. Als Rache spürt er Lorenz auf und verletzt ihn fast tödlich. Anna findet Lorenz in seinem kritischen Zustand, nimmt ihn mit nach Hause und pflegt ihn gesund. Obwohl er katholisch ist und Anna als Mennonitin eigentlich nicht mit diesen Menschen verkehren dürfte, bringt sie es nicht fertig, den in Not geratenen Lorenz nicht zu helfen.
Vom ersten Augenblick an fühlen sich beide zueinander hingezogen; doch stehen sowohl ihre Religionen als auch ihre Standesunterschiede wie Mauern zwischen ihnen. Der Leser erlebt im Laufe des Geschehens hautnah mit, mit welcher Kraft Menschen für ihre eine wahre Liebe kämpfen können. Nach Lorenz Genesung wird er von seiner Dienststelle nach Amerika beordert und Anna wird wegen eines angeblichen Vergehens unter den Bann der Gemeinde gestellt. In ihrer Not versucht sie ebenfalls nach Amerika zu reisen und dort in Freiheit zu leben.
Wie lange sie tatsächlich dort auf ihre Freiheit warten muss und welche unfasslich grausamen und unmenschlichen Wege sie gehen muss, kann sie nicht einmal erahnen. Wird sie in Amerika Lorenz jemals wieder sehen, haben sie eine Chance auf ein Leben zu zweit?

Maria W. Peter schuf mit diesem grandiosen Roman ein herrliches Epos, das in der Zeit des Achzehnten Jahrhunderts spielt. Die exzellent ausgearbeiteten und authentisch agierenden Personen sowie die faszinierende Story in der diese leben reißen den Leser mit in das Geschehen, lassen ihn mitfühlen, mitleiden, bangen, hoffen und freuen.

Anna, Lorenz und Noah, nur einige der Hauptdarsteller, wuchsen mir alle sehr an's Herz. Der Roman lebt durch die bestens in Szene gesetzten Wesensunterschiede dieser Personen und wird dadurch noch interessanter und spannend. Die Bösewichte des Romans bringen das Blut des Lesers unweigerlich in Wallung und ließen mich oft bis in die Nacht um die liebgewordenen Hauptfiguren zittern.
Durch den flüssigen, ansprechenden und leicht verständlichen Schreibstil gelang der Autorin ein Roman, den man einfach sehr gerne liest und während der Lektüre nicht mehr aus der Hand legen möchte. Die hinreißenden Szenen und die herrlich detaillierten Beschreibungen der Handlungsorte entfalten ein buntes Kopfkino der Extraklasse.
Der wohlig-dicke Schmöker von gut achthundert Seiten Stärke schenkte mir eine Zeitreise in die äußerst interessante amerikanische Revolutions Geschichte um 1776. Sklaven, soziale Umbrüche, turbulente politische Wirren, unterschiedliche, fast bizarr wirkende Religionen von Mennoniten, Amischen und deren Streit mit Katholiken sind eindrucksvoll, unterhaltsam und intensiv in die Geschichte eingeflochten.
Ein besonderes Highlight dieses rund um gelungenen Romans ist die am Ende des Buches dargebotene Hilfe, die der Autorin sicherlich sehr viel Mühe gekostet hat: ein Glossar mit den wichtigsten Begriffen zu diesem fantastischen Werk.
Wie viel Arbeit dieser Roman "Küste der Freiheit" der Autorin gekostet haben muss, kann man schon alleine darin erahnen, dass sie dafür mehrere Jahre intensivster Recherche und Literaturforschung betrieb. Das Ergebnis ist ein Roman enormer Qualität. Die in meinen Augen geniale Autorin bewies ihr literarisches Können schon alleine darin, die vielen Fakten und historischen Details so in eine mitreißende Story zu verpacken, dass daraus ein lehrreicher aber mühelos und mit größtem Vergnügen zu lesender Roman entstand.
Somit kann ich dieses Werk jedem Leser wärmstens empfehlen, der gerne historische Romane liest. Einen großen und herzlichen Dank liebe Maria für den großartigen Roman und die gewaltige Arbeit die darin steckt.

18.07.2017 08:34:54
grit0707

Klappentext:
1775: Als ihr geliebter Lorenz mit seinem Regiment nach Amerika in den Krieg geschickt wird, ist Anna zutiefst verzweifelt. So verzweifelt, dass sie sich als Schuldmagd in die amerikanischen Kolonien verkauft. Bald schon findet sie sich mit zahlreichen anderen Auswanderern auf einem Schiff in die Neue Welt wieder. Doch der Weg in die Freiheit und zur Liebe ist weit.

Meine Meinung:
Ich wollte das Buch gerne lesen, da ich schon einiges über die Auswanderung der Schotten nach Amerika gelesen hatte. Nun war ich gespannt, wie Maria W. Peter dieses Thema umsetzt. Und das ist ihr eindeutig gelungen. Nicht nur die Geschichte, in der von Verfolgung, Intrigen, Kampfgeist, Hilfe, Liebe und Hass erzählt wird, sondern auch die historisch gut recherchierten Hintergründe machen das Lesen zu einem Vergnügen. Der Schreibstil ist so flüssig, dass man direkt in die Geschichte eintaucht. Die Hauptprotagonisten Anna und Lorenz sind sympathisch und man fiebert das ganze Buch über mit den beiden mit. Dagegen wünscht man den Gegenspielern, wie Kurt Paul oder Rose, zeitweise die Pest an den Hals. Maria W. Peters hat es sehr beeindruckend verstanden alle historischen Ereignisse, die in dieser Zeit mit der Auswanderung nach Amerika zu tun hatten, in dieser Geschichte zu erzählen. Alles in allem möchte man das Buch gar nicht zur Seite legen, weil man wissen möchte, was noch alles passiert und wie es dann weitergeht.

Mein Fazit:
„Die Küste der Freiheit“ ist ein Buch, das von der ersten bis zur letzten Seite interessant und lesenswert ist. Nicht nur der Schreibstil überzeugt, sondern auch die Geschichte mit den vielen historischen Hintergründen. Ich spreche hier eine klare Leseempfehlung aus, nicht nur für Liebhaber des Genres.

18.07.2017 08:24:41
Malaika

Als Annas Vater stirbt, kann er sie nicht mehr vor der anstehenden Heirat mit Gideon Beiler beschützen. Eigentlich wäre Gideon der perfekte Mann - er hat den selben Glauben, gehört der ihrer Gemeinde an und ist auch, im Vergleich zu Anna, sehr wohlhabend. Er hat aber eine furchtbare Persönlichkeit…
Anna beschliesst nach 'America' zu flüchten, um dort neu anzufangen. Das verläuft jedoch nicht so, wie sie es geplant hat.

Das Buch konnte mich ab der ersten Seite in den Bann ziehen. Es ist spannend, tragisch und schön. Man kann in das 18. Jahrhundert abtauchen und die Welt durch die Augen der Protagonisten sehen.
Im Buch ist der amerikanische Bürgerkrieg, die Sklaverei, die Zeit der Reformation/Gegenreformation und noch vieles mehr eingewoben. Das ermöglicht ein sehr spannendes Leseerlebnis.

“Die Küste der Freiheit” hat mich erstaunlicherweise durchgehend gefesselt, etwas, das ich nicht erwartete habe, da viele, so dicke Bücher sich irgendwann ziehen. Dieses Buch jedoch nicht. Es passiert immer etwas Neues und es wiederholt sich nichts zweimal.

Anna war mir sofort sympathisch. Sie ist eine selbstbewusste, starke, junge Frau, die sich nicht so schnell unterkriegen lässt. Auch ihre unermüdliche Gutmütigkeit, anderen zu helfen, konnte ich nur bewundern.

Die Autorin hat das Buch unglaublich gut recherchiert - von historischen Hintergründen bis zu medizinischen Möglichkeiten. Dadurch hat sie dem Buch einen spezialen Glanz gegeben, der auch noch nach dem Lesen nachwirkt.

Das Cover ist einfach wunderschön, die weichen Farben kombinieren perfekt mit dem Kranich und den Silhouetten im Hintergrund…

Dieses Buch ist ein absolutes Muss für alle, die spannende historische Romane lieben.

15.07.2017 15:31:05
PMelittaM

Das Leben der Mennonitin Anna Hochstetter und des Sekondeleutnant Lorenz von Tannau scheint verbunden zu sein. Bereits in Deutschland liefen sie sich mehrmals über den Weg und auch in Amerika, wo beide aus unterschiedlichen Gründen gelandet sind, treffen sie sich wieder.

In Amerika geraten beide in die Wirren des Unabhängigkeitskrieges, doch auch anderes macht ihnen Sorgen.

Maria W. Peters Roman über die beiden so unterschiedlichen Deutschen ist ein wahrer Pageturner, trotz seiner über 800 Seiten habe ich den Roman innerhalb kurzer Zeit gelesen. Die Autorin hat ein Händchen dafür, dem Leser ihre Charaktere sehr nahe zu bringen, man bangt, hofft und freut sich mit ihnen – oder ärgert sich und schimpft über die Antagonisten, von denen es auch ein paar gibt. Die beiden Protagonisten gefallen mir sehr gut, Anna, die sich selbst, auch unter widrigsten Umständen, treu bleibt, und Lorenz, der eine Reihe guter Anlagen für die Entwicklung, die er durchläuft, von Anfang an mitbringt. Auch die weiteren Charaktere sind der Autorin gut gelungen, manche sind allerdings etwas zu eindimensional gestrickt, ich hätte mir, vor allem bei den Antagonisten, weniger Klischee sondern mehr Ambivalenz gewünscht.

Ähnliches gilt für das Schicksal der Protagonisten, vor allem dem Annas, denn irgendwann war mir all das Unglück, das ihr widerfährt, fast zu viel, gut, dass die Autorin ihr dann doch zwischendurch ein wenig Frieden gönnt. Die Autorin hat viel hineingepackt von dem, was Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen nach Amerika kamen, passieren konnte, der Roman wirkt dadurch aber nicht überladen, da nicht alles auf die beiden Protagonisten, sondern manches auch auf Nebenfiguren zutrifft, da gibt es z. B. Sklaven, irische Auswanderer, Plantagenbesitzer. Dadurch, dass der Roman aus vielen verschiedenen Perspektiven geschrieben wurde, kommen viele dieser Charaktere selbst zu Wort – und das gefällt mir wirklich richtig gut, wir schauen nicht von oben auf das Geschehen, sondern sind jeweils mittendrin.

Auch wenn die Charaktere allerhand Schlimmes durchmachen müssen, wie etwa die Überfahrt nach Amerika oder Kriegsschlachten, gelingt es der Autorin gut, dieses zwar eindringlich, aber nicht allzu drastisch darzustellen. Andeutungen oder ein paar kurze Sätze reichen oft vollkommen aus, um dem Leser das Leid begreiflich zu machen.

Die Geschichte ist spannend, und man fühlt sehr mit den Protagonisten, sowie mit manchen Nebenfiguren. Was mich, neben den teilweise klischeehaften Charakteren, etwas gestört hat, waren die vielen Zufälle, die in der Regel zu Begegnungen führten, die man sich, vor allem in dieser Fülle, im wahren Leben nicht wirklich vorstellen kann. Allerdings trifft die Autorin damit auch immer wieder die Wünsche der Leser, so dass man sich letztlich über diese Zufälle freut, weswegen es mich dann eben nur ein bisschen und nicht sehr stört.

Im Grunde wird das auch nebensächlich neben dem, was die Geschichte bietet: Sie bringt dem Leser diese Zeit sehr nahe, als Leser erfährt man viel nebenbei, sei es über bestimmte Religionen, die verschiedenen Beteiligten des Unabhängigkeitskrieges, das damalige Rechtssystem und einiges mehr, die Autorin hat umfassend recherchiert, was man auch dem umfangreichen Nachwort entnehmen kann. Am Ende klappt man den Roman zufrieden zu und denkt sicher noch eine Zeit lang hin und wieder an Anna und Lorenz und ihre Begleiter während der erzählten Zeit.

Wie bereits erwähnt, hat die Autorin ein umfangreiches Nachwort verfasst, in dem sie auf verschieden Aspekte des Romans und ihrer Recherche genauer eingeht, außerdem enthält das Buch zwei farbige Karten (Deutschland und Amerika), ein Glossar, eine Liste der historischen Persönlichkeiten, die vorkommen oder zumindest eine Rolle für das Geschehen spielen, sowie Reise- und Städtetipps – perfekt!

Der Roman hat mich gut unterhalten und mich mitgenommen in die Zeit des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges. Wer gerne umfangreiche, gut recherchierte historische Romane liest, die auch eine Liebesgeschichte erzählen dürfen, ist hier genau richtig.

13.07.2017 15:50:18
Lese gerne

1775 Waldeck, Hessen: Die junge Anna wurde mit ihrem Vater aus ihrer Heimat vertrieben. Sie werden in der Nähe von Waldeck von anderen Mennoniten aufgenommen, denn dort wo Anna und ihr Vater lebten dürfen nur eine bestimmte Anzahl von Mennoniten leben. Durch ein Unglück lernt Anna den hessischen Offizier Lorenz von Tanau kennen. Als Lorenz nach Amerika abkommandiert wird ist Anna sehr traurig. Aber irgendwann werden sich die Wege von Anna und Lorenz wieder kreuzen.
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"Die Küste der Freiheit" ist ein sehr gut recherchierter historische Roman, Die Autorin hat vier Jahre an diesem Roman gearbeitet um z. B. sogar die Wetterlage bei bestimmten Schlachten in Amerika richtig abzubilden. Das Buch handelt in einem Zeitraum von acht Jahren (1775 - 1783). Anna, die Protagonistin des Buches, ist Mennonitin. Eine Glaubensgemeinschaft, der Protestanten, die keine Kinder taufen, sondern erst Jugendliche oder junge Erwachsene getauft werden. Sie verweigern Eide und Kämpfe im Krieg. Vielen sind vielleicht die Amischen bekannt, die heutzutage in Amerika leben. Diese Glaubensgemeinschaft hat sich von den Mennoniten abgesplittet. Außerdem wird im Buch auch der Sklavenhandel, der zur damaligen Zeit in den Nord- und Südstaaten polarisierte und das Leben einer Schuldmagd oder -knecht angesprochen. Im Anhang sind viele interessante Infos über historische Personen des Unabhängigkeitskrieges, der sich genau über den Zeitraum der acht Jahre erstreckt, die Auswanderung Deutscher im 18. Jahrhundert, aber auch über die Glaubensgemeinschaft der Mennoniten, von denen heutzutage viele als Amische in Pennsylvania in Amerika leben, abgebildet. Es gibt noch Kartenmaterial, das im Moment im E-Book noch nicht abgedruckt ist. Außerdem noch interessante Adressen zu Museen, den erwähnten Schlachtfeldern in Amerika und wer sich für die Amische Kultur interessiert eine Adresse einer Amisch Farm in Pennsylvania.
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Ich selbst bin ganz begeistert von diesem historischen Roman, der stolze 800 Seiten Lesestoff mit sich bringt und danke der Autorin für diese sehr interessant Lektüre, die ohne weiteres fünf Sterne und mehr verdient hat.

09.07.2017 21:15:41
Bettina Hertz

Die Küste der Freiheit
Autor: Maria W. Peter
Anna Hochstetter lebt mit ihrem Vater in einer Monnonitengemeinde im Waldecker Land. Sie macht durch ein brisantes Erlebnis die Bekanntschaft mit dem jungen Sekondeleutnant Lorenz von Tannau. Genau diese macht es wenig später erforderlich, dass Anna den Schutz der Gemeinde verlässt. Ihr Ziel ist zunächst Cassel, zur Einheit von Lorenz, doch trifft sie diesen nicht mehr an, da er einen Marschbefehl Richtung Amerika folgen musste. Kurzentschlossen kauft sie sich selbst eine Überfahrt ins gelobte neue Land mit dem großen Ziel, endlich in Freiheit leben zu können. Aber das Schicksal meint es nicht gut mit Anna, die letztendlich als Schuldmagd mehr tot als lebendig in Amerika ankommt und bei dem skrupellosen Sklavenhändler und Tabakplantagenbesitzer John Huntley landet. Ein schier unüberwindbarer Weg, wieder ihr eigenes Leben selbst zu bestimmen, liegt vor ihr. Sie trifft abermals auf Lorenz und trotz ihrer unterschiedlichen Ansichten fühlen sich beide voneinander angezogen. Beide durchleben eine Odyssee durch die Amerianischen Revolution und finden doch nicht zueinander. Wird es jemals für Anna und Lorenz ein gemeinsames Leben geben?
Dieses Buch machte mich anfangs mit seinen über 800 Seiten fast Angst und deshalb kann man eine Rezension kaum in wenigen Zeilen schreiben, ohne dass die gefühlten Emotionen verloren gehen würden. Maria W. Peter hat hier ein Epos geschaffen, aus dem es kein Entrinnen gibt. Der Schreibstil ist so lebendig, spannend, bildhaft, dass man eigentlich keine Pause beim Lesen einlegen möchte. Zunächst lernt man Anna kennen, die mir sofort ans Herz gewachsen ist. Man kann sich so toll in ihre Gefühlswelt hineinversetzen, dass einem ganz warm ums Herz wird. Dann tritt Lorenz in ihr Leben, der Leutnant eines hessischen Regiments, dass nach Amerika aufbricht, um gegen die dortigen Rebellen zu kämpfen. Lorenz ist für mich der Held der Geschichte. Trotz Adelsgeschlecht ist er sehr gerecht zu seinen Untertanen und kann vor allem gut und böse unterscheiden. Durch seine Kriegserlebnisse im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg muss er oftmals seine Einstellung überdenken und macht für mich den größten Wandel seiner Person aus.
Anna und Lorenz sind die zwei Hauptprotagonisten und bilden den roten Faden dieser wunderschönen Auswanderersaga. Aber wer Romane aus der Feder von Maria W. Peter kennt, weiß, dass das nicht alles sein kann. Es gibt eine bunte Vielfalt von Nebencharakteren, die hier Leben eingehaucht bekommen und man leidet, hofft, bangt, freut und fiebert mit ihnen mit. Die Bösewichte des Buches möchte man stets bestraft sehen, aber auch da versteht es Maria W. Peter geschickt, uns Lesern ein wenig leiden zu lassen. Hinzu kommen die historischen Zusammenhänge, Ereignisse und Personen, die perfekt mit den fiktiven Figuren verwoben werden. Man lernt hier neben der Amerikanischen Revolution sowohl ein Stück Deutsche und Irische Geschichte kennen. Ich habe so oft während des Lesens gegoogelt und dachte immer nur: „Wow, wie lange hat Maria W. Peter da wohl bis ins kleinste Detail recherchiert?“ Das allein zollt schon großen Respekt.
Selbst als das Buch zu Ende gelesen war, möchte man sich noch nicht von Anna und Lorenz trennen und wird hier von einem wunderbaren Nachwort belohnt. Es ist sicher sehr ausführlich, aber für jemanden wie mich, der als Laie in diese Geschichte purzelt, perfekt und beim förmlich studieren dessen Inhaltes kam immer wieder dieser Aha-Effekt. Die Übersichten der historischen Personen inkl. Reise- und Stöbertips bilden eine perfekte Zugabe. Die Gestaltung des Buches ist vom Cover her hervorragend gelungen, es verströmt sofort ein Gefühl von Sehnsucht nach anderen Welten und wie einfach haben wir es doch heute, uns solch einen Traum zu erfüllen im Gegensatz zu Zeiten von Anna und Lorenz. Sehr hilfreich finde ich auch die beiden Landkarten im Buchdeckel vorn und hinten.
Ich kann diese tolle Auswanderersaga absolut und uneingeschränkt weiterempfehlen und vergebe super gerne fünf Sterne.

07.07.2017 16:27:14
venatrix

Wie wir es von der Autorin gewohnt sind, entführt sie uns in eine Zeit der Kriege, der Ungerechtigkeiten und der Standesunterschiede. Wir begleiten die Mennonitin Anna und den jungen hessischen Leutnant Lorenz von Tannau auf ihren unterschiedlichen Wegen von Deutschland nach Amerika, just zu jener Zeit, als sich die 13 Kolonien sich gegen das Mutterland England auflehnen. Wir schreiben das Jahr 1776.

Die Story beginnt in Waldeck, Hessen. Anna Hofstetter, eine tiefgläubige Mennonitin lebt mit ihrem Vater bei den Amischen. Mehr gelitten als willkommen nimmt man jedoch ihre medizinischen Kenntnisse in Anspruch. Auf dem Nachhauseweg von einer schwierigen Geburt wird sie vom Deserteur Kurt Paul überfallen. Der Vergewaltigung entgeht sie nur knapp durch das Auftauchen des jungen hessischen Leutnant Lorenz von Tannau.
Wenig später kreuzen sich die Schicksale der drei wieder. Diesmal ist Lorenz Pauls Opfer und Anna nimmt den schwer verletzten Soldaten, gegen den ausdrücklichen Wunsch der Dorfgemeinschaft, mit nach Hause und pflegt ihn gesund. Während der langen Wochen der Genesung kommen sich Anna und Lorenz näher, dennoch gibt es für die beiden keine Zukunft. Standesunterschied und anderer Glauben lassen eine Verbindung damals nicht zu.

Die Fürsorge für den Verletzten hat für Anna schwerwiegende Folgen: sie wird aus der Gemeinschaft der Amisch ausgestoßen, weil sie sich mit einem Andersgläubigen abgegeben hat und gegen die „Befehle“ der Dorfgemeinschaft zuwidergehandelt hat.

Als Lorenz mit seinem Regiment nach Amerika aufbricht, flüchtet Anna, die den selbstherrlichen und despotischen Gideon heiraten soll, damit sie wieder ein respektables Mitglied der Gemeinschaft werde, aus Waldeck in die Kolonien mit der vagen Hoffnung Lorenz wieder zu finden.

Doch vorerst landet sie als Schuldmagd auf der Plantage der Familie Huntley in Williamsburg. Hier ist sie auf Gedeih und Verderb dem sadistischen John Huntley und seinem Aufseher Anderson ausgeliefert. Doch auch Rose, eine schöne Sklavin, spinnt rund um Anna eine bösartige Intrige, in deren Folge sie als Mörderin gebrandmarkt wird. Am Pranger stehend wird Anna von Lorenz entdeckt und die beiden fliehen gemeinsam.

Doch nicht nur Anna und Lorenz sind unabhängig voneinander in Amerika angekommen. Auch Kurt Paul, als Deserteur gebrandmarkt, treibt in der Neuen Welt weiter sein Unwesen.

Annas Traum von der Freiheit erfüllt sich nicht. Als entlaufene Schuldmagd ist sie immer der Gefahr der Entdeckung ausgesetzt. Sie findet Unterschlupf bei Emmet, einem irischen Quäker, der auch nicht ganz das ist, was er scheint.

Lorenz ist in die Kämpfe der Kolonisten gegen das Mutterland verwickelt. Immer wieder geht es um Leben oder Tod.

Werden Anna und Lorenz ihre persönliche Freiheit finden?

Meine Meinung:

Maria W. Peter versteht es ausgezeichnet die vielen historischen Details in die Handlung zu verweben, ohne dass der Leser merkt, dass er hier Geschichtsunterricht erhält. So mag ich das! Die Handlungsstränge werden akkurat miteinander verknüpft und wieder entknotet. Immer wieder berühren sich die Schicksale der Protagonisten und driften wieder auseinander. Manchmal, könnte man ein wenig viel des Zufalls vermuten, doch die Kolonien sind dünn besiedelt und die Bevölkerung trifft sich in den wenigen Städten. Die sind Umschlagplatz von Waren aller Art, Sklavenhandel inklusive. Daher ist das Aufeinandertreffen von Anna, Lorenz, Kurt Paul und den vielen anderen interessanten Figuren des Romans durchaus glaubwürdig.

In den Wirren des (Unabhängigkeits)Krieges gehen Moral und Menschlichkeit gleich einmal verloren. Auch Anna, die streng Gläubige, fühlt sich das eine oder andere Mal von Gott in Stich gelassen. Dennoch hilft ihr der Glaube, über viele Widerwärtigkeiten hinweg.

Schön und authentisch sind auch die Nebenfiguren dargestellt. Da ist zum einen Emmet, der große Schuld auf sich geladen hat, oder der irische (katholische) Priester Father Sean, der auch eine schmerzvolle Vergangenheit hinter sich gelassen hat. Auch John Huntley ist in seiner Widerwärtigkeit deutlich präsent.

Fazit:

Wer gerne historische Romane liest, die penibel recherchiert sind, ist hier genau richtig. Gerne gebe ich 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

06.07.2017 14:08:17
Gudrun Arts-Fischer

Nichts an dem in zarten Lila- und Rosatönen gehaltenen Cover mit dem auffliegenden Vogel und der angedeuteten Küstenlinie lässt erahnen, was sich für ein gewaltiger historischer Roman darunter verbirgt.

Maria W. Peter ist mit ihrem Roman „Die Küste der Freiheit“ eine opulente Geschichte gelungen. Stilsicher und wortgewandt verknüpft sie perfekt recherchierte geschichtliche Fakten und Ereignisse mit spannender Fiktion. Obwohl der Roman 800 Seiten umfasst, ist er von der ersten bis zur letzten Seite absolut fesselnd. Die Protagonisten sind ausnahmslos authentisch und alle, ob „gut“ oder „böse“, sind liebevoll dargestellt und haben ihre eigene persönliche Note.

Da sind:
Die junge Mennonitin Anna, die gezwungen ist als Schuldmagd nach Amerika auszuwandern; der hessische Offizier Lorenz, der für die Briten in der „neuen Welt“ kämpfen muss; der brutale Plantagenbesitzer John Huntley; der bigotte Gideon und der irische Pfarrer Sean, deren Schicksale alle miteinander verbunden sind.

Maria W. Peter hält den Leser permanent in Atem, die Emotionen fahren geradezu „Achterbahn“. Mal überwiegt Freude, mal Trauer, dann wieder Abscheu und Unverständnis. Bei alldem lernt der Leser auch noch nebenbei etwas über Religionen, Kriegsführung und die amerikanische Revolution. Beste Unterhaltung plus Wissenserwerb – perfekt!

Ein abschließendes Nachwort mit ergänzenden Hinweisen, ein umfangreiches Glossar, eine Liste von historischen Persönlichkeiten sowie zwei Landkarten runden das Lesevergnügen ab.

Fazit:
Das Buch „Die Küste der Freiheit“ ist absolut lesens- und empfehlenswert und fast schon ein Muss für Fans des Genres.

02.07.2017 20:54:06
xynovia

„ Die Küste der Freiheit“ ein historischer Roman vom Maria W. Peter, erschienen im Verlag Bastei Lübbe.

Klappentext:
Hessen 1776: Als ihr geliebter Lorenz mit seinem Regiment nach Amerika in den Krieg geschickt wird, ist Anna zutiefst verzweifelt. So verzweifelt, dass sie sich als Schuldmagd in die amerikanischen Kolonien verkauft. Bald schon findet sie sich mit zahlreichen anderen Auswanderern auf einem Schiff in die Neue Welt wieder. Doch der Weg in die Freiheit und zur Liebe ist weit ...

Meine Meinung:
Ich lese sehr gerne historische Romane und habe jetzt das Buch von Maria W. Peter „ Die Küste der Freiheit“ gelesen.
Der Schreibstil der Autorin hat mich fasziniert, er ist eine wunderbare Mischung aus locker, leicht und ernsthaft. Es liest sich sehr leicht und schnell, da die Sätze und Kapitel sehr flüssig geschrieben sind. Bei der Aufteilung der Kapitel hat Maria W. Peter sehr genau darauf geachtet, das die Handlungen der Protagonisten sich abwechseln, aber auch das der Leser zu keinem Zeitpunkt den roten faden verliert. Das hat mir wirklich sehr gut gefallen. Zusammen mit dem Inhalt, der wirklich sehr gut recherchiert ist, spürt man beim Lesen förmlich wie viel Liebe und Engagement die Autorin in ihren Roman gesteckt hat.
Auf über 800 Seiten wir nicht nur die Geschichte von der Protagonistin Anna erzählt, die sehr viel Leid ertragen muss und sehr viel erlebt um wieder mit ihrem geliebten Lorenz zusammen zu kommen. Es wird auch sehr schön beschrieben wie hart eine Überschiffung nach Amerika war, das dabei Menschen erkrankten … . Aber auch die militärischen Ereignisse die um damaligen Zeitpunkt stattfanden werden wunderbar dargestellt. Die Handlungen der verschiedenen sympathischen und unsympathischen Protagonisten ist darin wunderbar eingebettet und beides zusammen harmonisiert einfach hervorragend. Alle Charaktere, Handlungen und Gespräche wirken auf mich sehr authentisch und geben dem ganzen Buch noch viel mehr.
Von Anfang an baut die Autorin Maria W. Peter eine fesselnde und spannende Handlung auf, so das man das Buch gar nicht mehr weglegen möchte. Meiner Meinung nach kommt es zu keinem Zeitpunkt des Romans zu Dopplungen oder langatmigen Stellen. Die Spannungskurve bleibt bis zum Ende erhalten.
Persönlich sehr gut gefallen hat mir, das das Buch durch 2 Karten ( jeweils eine hinten und eine vorne), einem Nachwort und dem Glossar ergänzt wird.

Einfach einer der besten historischen Roman die ich bisher gelesen habe. Ich kann das Buch nur weiter empfehlen an alle die sich für historische Romane begeistern.

02.07.2017 15:26:06
Stephanie P

Die Mennonitin Anna verliebt sich in den hessischen Leutnant Lorenz, welcher in den Krieg nach Amerika geschickt wird. Als Anna aus ihrer Gemeinschaft verbannt wird geht sie ebenfalls nach Amerika. Allerdings landet sie als Schuldmagd auf einer Plantage. Bald müssen sowohl Anna als auch Lorenz feststellen, dass der Weg in die Freiheit und zur Liebe weit ist und ihnen immer wieder Steine in den Weg gelegt werden.

Maria W. Peter ist es mit ihrem fesselnden und flüssigen Schreibstil gelungen einen wirklich lesenswerten historischen Roman zu verfassen. Die Handlung ist gut durchdacht und sehr logisch. Es wechseln sich immer wieder Kapitel rund um verschiedene Protagonisten ab. Diese sind aber deutlich gekennzeichnet, wodurch keine Verwirrung beim Leser aufkommt. Bei den einzelnen Kapiteln wird zu Kapitelbeginn die jeweilige Jahreszahl und der Ort aufgeführt, wodurch man die geschichtlichen Ereignisse besser einordnen kann. Zudem findet man im Buch zwei Karten, welche es dem Leser ermöglichen auch örtlich die Geschehnisse sofort nachvollziehen zu können. Die bildliche Schreibweise von Maria W. Peter ermöglicht es dem Leser komplett in die amerikanische Revolution einzutauchen, wodurch großes Kopfkino entsteht.

Die einzelnen Kapitel sind logisch aufgebaut, wodurch unnötige Längen und Wiederholungen vermieden werden können. Es wird gleich zu Beginn Spannung aufgebaut und bis zur letzten Seite gehalten wodurch es einem schwer fällt das Buch wegzulegen. Besonders gelungen fand ich die Verknüpfung der sehr interessanten und bildlich dargestellten historischen Fakten, den zum Teil sehr liebenswerten Charakteren und der berührenden Liebe zwischen Anna und Lorenz.

Die Charaktere sind sehr authentisch und bildlich beschrieben. Als Leser kann man sich schnell ein Bild machen und Sympathie oder Antipathie entwickeln. Vor allem die Hauptrollen waren mir sofort sympathisch, was zur Folge hatte, dass ich das ganze Buch mit ihnen mitfiebern musste. Aber auch die anderen Protagonisten werden ebenso ausführlich beschrieben. Besonders gut gefallen hat mir, dass der Leser spätestens zum Ende des Buches auch etwas über das Schicksal Nebencharaktere erfährt.

Maria W. Peter hat die einzelnen Dialoge sehr authentisch geschrieben. Die Protagonisten sprechen sich mit Titeln an und der Pfarrer betet auf Latein. Dennoch wird der Lesefluss in keinster Weise beeinträchtigt, da die Dialoge trotzdem gut verständlich und flüssig sind.

„Die Küste der Freiheit“ ist geschichtlich sehr gut und aufwendig recherchiert! Der Leser merkt sofort, dass sich Maria W. Peter unglaublich gut mit der Geschichte der amerikanischen Revolution, den Sklaven, den Mennoniten,… befasst hat. Als Leser fällt einem auf, dass alles Geschichtliche im Buch Hand und Fuß hat. Bei einigen Ereignissen war ich so überrascht, dass ich diese recherchiert habe und feststellen musste, dass diese wirklich geschehen sind und Maria W. Peter die Fakten nicht zu Gunsten der Handlung verändert hat. Auch ohne geschichtliches Vorwissen kann man ohne Probleme in die Handlung einsteigen und dieser bis zum Ende folgen.

Zum Ende des Buches findet sich ein Glossar mit den wichtigsten Begriffen und bedeutenden Persönlichkeiten. Dies ermöglicht dem Leser schnelle Recherche, beispielsweise wenn man einen Begriff nicht versteht.

FAZIT:

„Die Küste der Freiheit“ ist ein wirklich gelungener historischer Roman, der sowohl durch liebenswerte Charaktere, sehr gut recherchierten historischen Fakten als auch einer wirklich fesselnden Handlung überzeugen kann. Ich kann jedem nur empfehlen dieses Buch zu lesen!

03.05.2017 22:01:08
speedy208

Echo an die Leser, die meinen Kommentar als "Neid" abtaten: Nein, Ihr habt unrecht. Ich bin weder neidisch auf die Autorin noch hlate ich mich für besonders toll. Mit "unbehelligt" habe ich mich vielleicht falsch ausgedrückt, damit meinte ich nur - wie soll ich sagen, dass man mich richtig versteht - ach ja, genau: unvoreingenommen! Leider trifft das auf jemanden wie mich, der sich so intensiv mit dem US-Bürgerkrieg auseinandergesetzt hat, überhaupt nicht mehr zu. Bei jedem Buch, das nur den Hauch Unabhängigkeitskrieg/Bürgerkrieg trägt, reagiere ich überkritisch. Also nimmt es mir bitte nicht übel, wenn mir dieses Buch nicht gefallen hat. Kann aber auch gut sein, dass ich mit dieser Ära bzw. dem Thema gesättigt bin.

16.02.2017 20:11:36
Corpus

Inhalt:
1775: Als ihr geliebter Lorenz mit seinem Regiment nach Amerika in den Krieg geschickt wird, ist Anna zutiefst verzweifelt. So verzweifelt, dass sie sich als Schuldmagd in die amerikanischen Kolonien verkauft. Bald schon findet sie sich mit zahlreichen anderen Auswanderern auf einem Schiff in die Neue Welt wieder. Doch der Weg in die Freiheit und zur Liebe ist weit ...

Meine Meinung:
"Die Küste der Freiheit" ist ein sehr interessanter und spannender historischer Roman.
Die Geschichte selbst hat mir sehr gut gefallen und der Schreibstil war flüssig zu lesen.
Die Protagonisten waren sehr gut dargestellt, dass man sie sich auch gut vorstellen konnte. Auch die Schauplätze sind gut und detailliert beschrieben. Man kann sich daher sehr gut in die Zeit und die Szenen hinein versetzen.
Auch der Sklavenhandel und die Bereicherung der Farmer wird hier sehr gut und authentisch dargestellt.
Das Buch ist sehr gut recherchiert. Man kann hier einiges über den amerikanischen Unabhängigkeitskrieg lernen.
Dies geschieht aber nicht wie in einem Geschichtsbuch, was langweilig wäre, sondern wird spannend mit der Liebesgeschichte verbunden und man erfährt ganz viel nebenbei.

Fazit:
Das Buch hat mir sehr gut gefallen und es war sehr interessant von Dingen zu lesen, die ich sonst so auch noch nicht gehört habe. Spannung, Liebe und Wissen werden hier in einer guten Mischung verknüpft. Darum kann ich das Buch mit gutem Gewissen weiter empfehlen.


Noch eine Ergänzung:
Dem Kommentar von "speedy208" kann ich - wie auch meine Vorredner - absolut nicht zustimmen und ich finde es auch völlig unpassend in einer Rezension alle anderen Leser als "unbehelligt" darzustellen und sich selbst als "tolle Autorin" darzustellen.
Hier spricht offensichtlich eine Autorin, die voll Neid das Werk "einer Konkurentin" schlecht machen möchte.

02.01.2017 19:51:33
Astrid G.

"Nach all den unglaublichen Veränderungen, die sie in den vergangenen Jahren erlebt hatte, war sie jedoch nicht bereit, die Hoffnung aufzugeben, dass eines Tages nicht nur Schranken zwischen Menschen von unterschiedlicher Herkunft, Hautfarbe und Stand fallen würden, sondern auch die zwischen Christen verschiedener Bekenntnisse." Seite 839

Meine Meinung

Als Anna und Lorenz sich nach einer schicksalhaften Begegnung kennen lernten, war es um sie geschehen. Lorenz musste mit seiner Einheit nach Amerika in den Krieg ziehen und Anna blieb verzweifelt zurück. Ohne Hoffnung auf ein Wiedersehen ließ sich Anna als Schuldmagd verkaufen und machte sich mit anderen Auswanderern auf den Weg in die Neue Welt.

Lange stand dieses Buch ungelesen im Bücherregal und ich traute mich nicht es zu lesen. Die 839 Seiten der Geschichte machten mir Angst. Ich hätte nicht so lange warten müssen, denn die Auswandersaga der beiden Hauptprotagonisten Anna und Lorenz war einfach grandios erzählt. Lieber spät als nie!

Anna und Lorenz waren von Anfang an sehr sympathisch. Anna war sehr mutig, als sie Lorenz suchte und ihm nach Amerika folgte.

Lorenz war ein mutiger Mann, der einen Eid geschworen hat, niemals seine Soldaten zu verlassen. Bemerkenswert!

Ich hab mit den Beiden mit gezittert, mitgeweint, mit gefiebert & mitgefühlt.

Der Schreibstil ist flüssig. Die Seiten flogen nur so dahin. Ich hab es mit großem Vergnügen "verschlungen".

Einige der Nebencharaktere waren sehr sympathisch. Böse Schurken muss jedes spannendes Buch haben. Ich fand die "leise" Freundschaft zwischen Schwarz und Weiß sehr schön. Mehr möchte ich nicht verraten, wer sich angefreundet hat.

Es geht in diesem Roman um Hass, Krieg, verschiedene Glaubensbekenntnisse, Sklaverei, Freiheit und Liebe.

Schaut nicht auf die Seitenanzahl, taucht in eine unbekannte Welt hinein. Ihr werdet es nicht bereuen.

Fazit

spannend, großartig, dramatisch, abenteuerreich & wahre Liebe

27.12.2016 18:02:46
Marie Kurzhals

"Die Küste der Freiheit" von Maria W. Peter ist ein historischer Roman, wobei ich eher zur Liebesgeschichte tendieren würde, welcher sich hauptsächlich um die Auswanderung und Ansiedlung in den englischen Kolonien Nordamerikas dreht. Das Spannende hierbei ist, dass wir nicht die Rolle eines Sklaven einnehmen, auch nicht die eines reichen Schnösels, der gemütlich auf seine Plantagen starrt, nein!
Anna Hochstetter verliert Haus, Hof und Vater und soll einen Widerling heiraten. Als wäre das nicht schon genug, wird sie auch noch von einem Soldaten der Hessischen Jäger belästigt, doch dann kommt noch ein Hessischer Jägeroffizier und rettet die gute Anna. Schlussendlich verfolgt sie jedoch das Pech auf den Fersen. Ihre einzige Chance sieht sie darin, sich als Schuldmagd zu verpflichten, um nach Amerika zu gelangen. Hier nimmt ihr Leid seinen Lauf, doch wendet sich alles irgendwann zum Guten.

Auf den ersten Blick erscheint einem Maria W. Peters Werk wie ein riesiger Schinken - und, zugegeben, das ist er auch. Aber ein guter, gereifter, saftiger Schinken, mit dem man jede Sekunde genießt! Durch verschiedene Perspektiven erhaschen wir als Leser viele Einblicke, sind also nicht bloß auf Annas Gedankengut beschränkt. Und hat man einmal einen guten Lauf, liest sich das Buch fast schon zu schnell. Man kann komplett in die Geschichte eintauchen, da jede SItuation unglaublich detailliert beschrieben ist. Trotzdem lässt uns die werte Autorin noch Spielraum für eigene Ideen, was ich ziemlich wichtig finde.
Zum Lesen habe ich allerdings viel zu lange gebraucht. Und das hat einen ganz einfachen Grund: ich las bis zu einer Stelle, auf der man vor lauter Spannung lieber vorgeblättert und den Schluss gelesen hätte, und wurde dann in meinen Hoffnungen enttäuscht. Die Geschichte nahm plötzlich eine so tragische Wendung, dass ich empört das Buch weglegen musste. Ja, was fällt der Autorin eigentlich ein? Wie kann man nur SO grausam sein??
Nachdem sich alle Empörung gelegt hatte, konnte ich wieder einigermaßen neutral an die Sache rangehen. Und siehe da, es folgte Schlag auf Schlag. Ich kann ohne Übertreibungen sagen, dass all diese Plot Twists grandios eingebaut wurden, an sich ist das Buch einfach wundervoll!

Ich freue mich schon, weitere Bücher von Maria W. Peter zu lesen. Für alle, die gerne in Geschichten eintauchen und auch Liebe in historischen Schinken nicht missen wollen, gibt es wohl kaum besser gelungene Werke als "Die Küste der Freiheit".

13.12.2016 14:37:51
Mohnblume

Liebe toma,
da bin ich ganz deiner Meinung. Ich kann auch nicht speedy208 Meinung vertreten. Ich finde wie viele andere auch, den Roman hervorragend.
Zum Cover, haben die Autoren keine großen Einfluß, das entscheiden meistens leider die Verlage. Ich hatte am 2. Advent besuch von eine Autorin die auch Historische Romane schreibt. Da kamen wir auf das Mitspracherecht der Autoren, für das Cover ihres Buches...

12.12.2016 13:07:45
toma

Eins vornweg: Ich schreibe zwar nicht selbst historische Romane, aber ich habe in über 50 Jahren sicher ein paar Tausend gelesen … nicht zu zählen die anderen Genres … und glaube daher, beurteilen zu können, ob ein Buch "literarisch hochstehend" ist.
Das muss „Die Küste der Freiheit“ aber überhaupt nicht sein, denn ich persönlich würde mit diesem Ausdruck vielleicht Werke von Thomas Mann oder Theodor Fontane bezeichnen, aber sicher erwarte ich das nicht von einem historischen Roman. Der soll „nur“ gut sein und mich mit einer interessanten Geschichte, glaubwürdig gezeichneten Charakteren, flüssiger Sprache und einem stimmigen historischen Hintergrund fesseln, und alles das habe ich in dem Buch von Maria W. Peter gefunden.
Natürlich sind Geschmäcker verschieden, aber es mutet schon recht seltsam an, wenn hier 20 Leser dem Buch über 90° bescheinigen und nur "speedy208" eine völlig gegenteilige Meinung hat.
Für mich ist dieser Kommentar nichts anderes, als der Versuch, das Werk einer unliebsamen „Konkurrentin“ ???
niederzumachen und zwar auf gemeinste Weise, denn SO schlecht, wie es hier dargestellt wird, KANN ein Buch überhaupt nicht sein !!! Hier wurde tatsächlich JEDES Klischee herangezogen, das ein Buch negativ erscheinen lässt und genau das macht diese „Rezension“ für mich so unglaubwürdig.
Der einzige Punkt, dem ich zustimmen kann, ist tatsächlich das Cover, das auch mMn nicht zum Schauplatz der Geschichte passt. Aber als AUTORIN sollte die „Rezensentin“ eigentlich wissen, dass die Auswahl des Titelbildes die Verlage vornehmen und die Verfasser nur in den seltensten Fällen ein Mitspracherecht haben.
Ich bezeichne mich gern als „Hobbyhistorikerin“, denn ich beschäftige mich seit einem halben Jahrhundert mit Geschichte der verschiedensten Epochen und lese dazu auch Sachbücher und Biografien. Bei einem ROMAN, der für mich das Kriterium „historisch“ erfüllt, lege ich sehr viel Wert auf einen gut recherchierten Hintergrund, in den sich die fiktiven Elemente stimmig und nachvollziehbar einfügen.
Die Geschichte des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges ist mir bekannt, viele der Militärs, die auf beiden Seiten gekämpft haben … u.a. Clinton, Rall, Steuben, Washington, Merion, Sumner, um nur einige zu nennen … und die Rolle der von England „gekauften“ hessischen Soldaten, ebenso. Auch über die Sklaverei habe ich Verschiedenes gelesen, tatsächlich auch „Onkel Toms Hütte“ und „Roots“. Ich kann daher der Autorin nur zu ihrer sorgfältigen und umfassenden Recherche gratulieren.
Die Geschichte von Anna und Lorenz fügt sich natürlich und harmonisch in das tatsächliche historische Umfeld ein. Die Situation einer Schuldmagd und die Lebensweise der Mennoniten war für mich sehr interessant, wenn auch nicht ganz neu, aber hier habe ich noch etwas mehr darüber erfahren. Im Übrigen war ich persönlich froh, dass das Buch mit dem Wiedertreffen der Beiden nicht plötzlich zu Ende war. Es gab noch eine ganze Menge zu erzählen, um die Geschichte wirklich abzuschließen und mir verging die Zeit bis dahin wie im Flug. Tatsächlich habe ich für die 880 Seiten keine 3 Tage gebraucht und zwar inclusive der Unterbrechungen, um im Netz nach weiteren Informationen zum Thema und den Personen zu recherchieren.
Was „speedy208“ in einem guten historischen Roman für wichtig, bzw. unwichtig erachtet entspricht jedenfalls in keinster Weise MEINEM Anspruch an einen solchen. Es hört sich für mich leider überhaupt nicht interessant, sondern sehr langweilig an und ich würde ein solches Buch bestimmt nicht lesen wollen.
„Die Küste der Freiheit“ fand ich dagegen sehr unterhaltsam, spannend und informativ und daher vergebe ich 90 Punkte.

08.10.2016 19:01:18
speedy208

Eins vornweg: Ich schreibe selbst historische Romane, wobei es mir die USA (US-Bürgerkrieg) angetan haben. Daher ist mein Eindruck ein anderer als der vom Grossteil der (unbehelligten) Leser.
Das Cover - das einen Pelikan oder Reiher vor dem Hintergrund einer sumpfigen Küstenlandschaft (Carolinas oder Floridas) zeigt - hat nichts mit dem Inhalt zu tun. Wäre ich nach dem Cover gegangen, ich hätte das Buch nie gekauft (wäre vielleicht auch besser gewesen). Das liebliche Lavendel des Hintergrunds suggeriert aber schon, dass es sich um eine Liebesgeschichte handelt.
Das Buch besteht aus 5 Kapiteln, aus Anmerkungen, Adressen, Karten, quasi um auf den Spuren der Protagonisten zu wandeln. Hätte ich ja auch gemacht, wenn mich das Buch vom Hocker gehauen hätte; dem war aber nicht so. Spannung hielt sich auf Sparflamme, Handlung war vorhersehbar, historischer Aspekt minim, Sprache "normal bis platt" - kaum literarisch hochstehend. Zeitweise fühlte ich mich in den US-Bürgerkrieg versetzt und nicht in den Unabhängigkeitskrieg.
Die Handlung fing gut an, war - auf dem deutschen Festland - einigermassen (!) atmosphärisch stimmig, die Spannung wuchs und wurde Mitte des Buches, nachdem die 2 Protagonisten sich in Amerika wiedersehen, entladen. Und damit war auch die Luft bzw. der Reiz verpufft. Der Rest, der darauf folgte, hätte sehr gut - und immerhin 300 Seiten! - weggelassen werden können: unnötiger Ballast, der schwer verdaulich war, blosse Aufzählung weiterer Klischees, die man - als unbefangener Leser - auch erwartet. Für mich war das kaum auszuhalten - ein Grund, warum ich nach der zügig gelesenen (2 Wochen oder so) Buchhälfte für den Rest knapp 3 Monate brauchte, je Woche ein bis zwei Kapitel (zäh wie Gummi, langweilig bzw. atmosphärisch nicht stimmig). Die grosse Überraschung waren dann die allerletzten Kapitel, die in einem bittersüssen Happy-end mündeten.
Von einer Autorin, die grossspurig als "USA-Kennerin, -Liebhaberin und Stipendiatin einer renommierten US-Uni" vorgestellt wird, hätte ich mehr Substanz erwartet, keine Bedienung bekannter Klischees, samt Anlehnung an "Onkel Toms Hütte", "Vom Winde verweht", "Roots" usw. Der Klappentext wurde der faden Story einfach nicht gerecht. Könnte ja sein, dass dieser beim Rohentwurf der Handlung entstand, also nichts mit der Endfassung zu tun hatte bzw. nicht mehr angepasst wurde.
Statt altbewährte Klischees aufzuwärmen, wäre es wirklich ein Novum - und Pluspunkt - gewesen, näher auf das weniger bekannte Thema einer "Schuldmagd in den USA" sowie die Religionsfrage "Täufer" einzugehen, garniert von der Lovestory und dem Kriegswirren. Hier verzettelte sich die Autorin immens: sie ging auf die Schlachten ein und auf die Medizin. Der Krieg und die Medizintechnik kamen mir so vor, als ob die Autorin versucht hätte, den (unterentwickelten) Stand der US-Medizin aus den 1860er-Jahren sowie die Situation im Bürgerkrieg, auf die 1770-80er umzuwälzen. Das nennt man künstlerische Freiheit, aber dann verdient ein Roman nicht das Label "historischer Roman"! Ich will meinen Leser zwar unterhalten, aber auch Fakten mitgeben, nicht Wunschdenken portieren... "Back to the future" quasi. Apropos Thema "Schuldmagd": Howard Fast hat in den 1930er Jahren mit "Rachel und der Fremde" (hat auch die "Einwanderer" geschrieben) einen kurzweiligen, warmen Roman auf rund 300 Seiten oder weniger geschaffen! Als US-Stipendiatin hätte sie das doch wissen müssen, oder?
Mir kam's zeitweise wie ein Groschenroman aus dem Bastei-Lübbe-Verlag vor: oberflächlich, intellektuell anspruchslos, kitschig, schwache Charaktere, die man trotz der 800+ Seiten kaum besser kennt. Dazu passt, dass Paul und John Huntley, die beiden Gegenspieler Annas und Lorenzes, blass und körperlos daherkommen. Man kann sich keinen der Protagonisten richtig vorstellen - so als ob sie einem "Personenkatalog" der Autorin entsprungen wären, die sich, je nach Thema, eine Person einfach rausgepickt und diese mit dem Attribut "Weiss" oder "Schwarz" versehen, ins Geschehen eingebettet hätte. Haken darunter, nächste Person?
Die Anhäufung von Banalitäten, kostete der Handlung den roten Faden. Manchmal wusste man nicht, warum sie das beschreibt Ein weiteres Klischee, das mich weniger störte, als erheiterte: dass die weiblichen Hauptpersonen, egal wie alt diese sind, in den "Hebammen-, Heilkräuter- oder Medizinstand" und die männlichen als Offiziere, Anwälte, Ärzte oder Journalisten (ultramodern) erhoben werden.
Wenn ich nämlich eine Hauptperson habe, die ich von einem Kontinent auf den anderen verschiebe und diese mit einer Liebesromanze kröne, dann ist das Wiedertreffen das Ziel, das Ende, aber nicht das weitere Blabla. Was interessiert mich dann, was die beiden alles noch durchmachen müssen? Das hätte ein 2.Teil (als separates Buch) beantwortet- für jene, die wissen wollen, wie's weitergeht.
Fazit: ein Buch zum Vergessen, eine Riesenenttäuschung. Kitsch as Kitsch can. Nur etwas für Romantiker, die nichts mit Geschichte am Hut haben.

16.02.2016 01:07:32
Areti

Inhalt:
1775: Als ihr geliebter Lorenz mit seinem Regiment nach Amerika in den Krieg geschickt wird, ist Anna zutiefst verzweifelt. So verzweifelt, dass sie sich als Schuldmagd in die amerikanischen Kolonien verkauft. Bald schon findet sie sich mit zahlreichen anderen Auswanderern auf einem Schiff in die Neue Welt wieder. Doch der Weg in die Freiheit und zur Liebe ist weit ...

Meine Meinung:
Das Buch ist sehr schön und übersichtlich gestaltet.
Vorne im Buchdeckel befindet sich eine Karte des "Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation" zur Zeit des endenden 18. Jahrhunderts, hinten im Buchdeckel werden auf einer Karte die 13 amerikanischen Kolonien dargestellt. So hat man direkt einen Überblick, wo die Geschichte spielt und kann dort auch immer wieder nachschauen.
Die große Auswanderungssaga, die über 800 Seiten umfasst, ist in 5 Teile gegliedert, die jeweils noch in mehrere einzelne Kapitel unterteilt sind.

Die Geschichte wird in 3. Person aus der Sicht von mehreren Personen geschildert. Dies sind vor allem die zwei Hauptprotagonisten Anna und Lorenz, aber auch die Perspektiven einiger Nebencharaktere (wie ein Soldat von Lorenz, eine Sklavin oder ein Priester) werden geschildert, sodass man gleich die Gedanken, Gefühle und Antriebe sehr vieler Personen kennenlernt und die Geschichte von mehreren Strängen her wahrnimmt, die sich nach und nach oder immer wieder zwischendurch miteinander verwoben werden. Das macht das Ganze sehr interessant.
Schön ist auch, dass man dadurch sehr gut mit den Charakteren mitfühlen und mitfiebern kann.
Der Schreibstil ist locker leicht und sehr flüssig zu lesen. Ich hätte das Buch am liebsten kaum aus den Händen gelegt.

Man lernt verschiedene Umstände zur Zeit des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges kennen. Neben den kriegerischen Ereignissen erfährt man auch etwas über die Glaubensrichtungen und den Handel mit Sklaven und Schuldmägden.
In diesem Umfeld entwickelt sich die Liebesgeschichte zwischen Lorenz und Anna, die aus völlig unterschiedlichen Ständen kommen und daher eigentlich nie zueinander finden sollten.
Das Buch bedient somit viele verschiedene Themen, die sehr gut recherchiert und spannend dargestellt sind.

Am Ende des Buches befindet sich noch ein Glossar mit Begriffen, die in dieser Geschichte vorkommen und für das Verständnis des Lesers hilfreich sein können. Desweiteren folgt eine Vorstellung von historischen Persönlichkeiten, die für die Romanhandlung bedeutend sind.
Zuallerletzt bekommt man noch Reise- und Stöbertipps, falls man sich auf die Spuren von Lorenz und Anna machen möchte. Eine sehr schöne Idee.

Fazit:
Mir hat die Auswanderungssaga von Maria W. Peter sehr gut gefallen. Es werden viele verschiedene Themen angesprochen und schön in einer Liebesgeschichte verpackt.
Für mich war die Thematik des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges völlig neu und ich bin sehr überrascht, wie gut ich unterhalten wurde und wie spannend das Buch war.

14.12.2015 14:42:39
Bibilotta

Die Geschichte beginnt im Jahre 1775 – Anna lebt zusammen mit ihrem Vater in Hessen, einem Ort, bzw. einer Gemeinde der Täufer – eine Glaubensgemeinschaft.
Bei einem Überfall wird Anna von dem jungen Leutnatn Lorenz von Tannau gerettet. So fing die Liebe der beiden an …
Als Annas Vater gestorben ist, wird Anna aus der Glaubensgemeinschaft ausgeschlossen und Lorenz wird mit seinem Regiment nach Amerika in den Krieg geschickt. Für Anna bleibt in all ihrer Verzweiflung nichts anderes, als sich als Schuldmagd in die amerikanischen Kolonien zu verkaufen. So erhofft sie sich Lorzenz wieder zu finden.
Doch der Weg in die Freiheit, der Weg zur großen Liebe, gestaltet sich schwerer als gedacht und sie müssen einige schwere Laster auf sich nehmen.

Ob die beiden das schaffen, ob Anna zu Lorenz wiederfindet und was sie alles erlebt und durchmachen muss … das müsst ihr selbst lesen.



Maria W. Peter hat es geschafft mich mit diesem dicken Schmöker in eine andere Zeit zu versetzen. Ich habe mich durch ihre Worte, ihre Beschreibungen bildhaft in alles hineinversetzen können. Sie hat es geschafft ein ganz gezieltes, und detailiertes Bild von Amerikas Klassenunterschiede seinerzeit zu übertragen. Der Einblick in den Unabhängigkeitskrieg, war für mich besonders interessant, lehrreich aber auch sehr unterhaltsam und gefühlvoll in die Geschichte eingearbeitet.

Man merkte, dass Maria sich mit dieser Sache sehr genau auseinandergesetzt hat, und einige interessante Fakten mit einfliessen lies. Es war für mich nicht nur ein unterhaltsamer, gefühlvoller, schmerzvoller und doch auch schöner Roman, sondern es war eine Geschichtseinheit der schönen Sorte, die mich in den Bann gezogen hatte.

Aber nicht nur die Geschichte um den Unabhängigkeitskrieg wird hier aufgeführt, nein, man wird in eine spannende Liebesgeschichte heineingezogen, die mein Herz sehr stark strapaziert hatte. Das Auf und Ab, die Kämpfe, Unterschiede und gesellschaftlichen Lebensumstände, die teilweise zwischen den beiden standen, werden hier wundervoll dargestellt. Sie zeigen auf, wogegen angekämpft wurde und wie stark die Liebe der zwei Protagonisten ist.


Fazit

„Die Küste der Freiheit“ von Maria W. Peter ist ein wundervoller, gefühlvoller, interessanter und schöner historischer Roman, der micht berührt, bewegt und fasziniert hat. Mir wurden damit ein paar wunderschöne Lesestunden beschert und ich kann ihn nur wärmstens empfehlen und ans Herz legen.

17.11.2015 18:31:52
Gelinde

Die Küste der Freiheit, von Maria W. Peter

Cover:
Ein sehr schönes Cover, das sofort Fernweh weckt.

Inhalt:
Eine große Auswanderersage.
1775 – 1781, „nur“ sechs Jahre, aber in dieser Zeit passiert so unwahrscheinlich viel!
Anna steht vor dem Nichts. Ihr Vater, der letzte aus ihrer Familie ist gestorben, sie wird aus der Glaubensgemeinschaft ausgeschlossen und ihre große Liebe, Lorenz, wird mit seinem Regiment nach Amerika in den Krieg geschickt.
Anna ist zutiefst verzweifelt, so verzweifelt, dass sie sich als Schuldmagd in die amerikanischen Kolonien verkauft.
Doch der Weg in die Freiheit und zur Liebe ist mit vielen Stolpersteinen belegt.

Meine Meinung:
Ein wunderbares Buch!
Es ist unglaublich spannend, emotional und stellenweise herzzerreißend.
Alles ist so toll beschreiben, die Personen, die Gefühle, die Stimmungen, die Landschaft, die einzelnen Handlungen die Gedanken.
Ich war sofort drin in der Geschichte und wollte am liebsten mitagieren.
Die Autorin versteht es einfach sagenhaft zu erzählen, wie das Schicksal die Wege der Protagonisten sich immer wieder kreuzen lässt. Es sind „nur“ sechs Jahre die beschrieben werden, aber ich habe das Gefühl, die Protagonisten (eine überschaubare Menge) alle schon ewig, in und auswendig, zu kennen.
Und doch werden immer wieder neue Geheimnisse angedeutet, die sich dann geschickt verflechten und auflösen – einfach klasse.
Das Schicksal oder Fortunas Glücksrad dreht sich unaufhörlich.
Wunderbar, wie Menschen aus total unterschiedlichen, ja sogar zutiefst verfeindeten Gruppen als Freunde zusammenfinden.

Autorin:
Maria W. Peter ist seit Langem von Amerika begeistert. Sie lebte auch in Columbia, Missouri, wo sie als Fulbright-Stipendiatin die School of Journalism besuchte.
Heute ist sie als freie Autorin tätig.

Mein Fazit.
Zum Glück habe ich das Buch im Urlaub zu lesen begonnen, denn ich konnte es nicht mehr aus der Hand legen. Und ich habe jede der fast 900 Seiten genossen.
Von mir eine klare Leseempfehlung und 5 Sterne.

04.11.2015 13:12:16
Elke König

Mein Fazit:

Als ich das signierte Exemplar in der Hand hielt, musste ich erstmal tief schlucken. 871 Seiten!!! Das ist schon ein ordentlicher Batzen. Und ich Gedanken plante ich eine Lesezeit von 10 bis 14 Tagen ein …

871 Seiten beinhaltet die Geschichte von Anna und Lorenz. Und nicht eine Seite kam Langweile auf, nicht eine Sekunde! Ich habe das Buch an sechs Lese-Tagen ausgelesen und auch jetzt noch, ein paar Tage nach dem Ende, bin ich gedanklich oft noch bei der Lektüre. Mit aufwendigen Recherchen hat die Autorin eine Geschichte erzählt, die glaubhaft, grausam, aber auch mitreißend und nebenbei noch lehrreich ist. Und ich habe keinen Zweifel, das sie irgendetwas falsch recherchiert hat, wenn, das ist es sicherlich nur eine Kleinigkeit. Einiges, was in dem Buch vorkommt, habe ich im Internet nachgelesen, um mehr Informationen zu bekommen. Und vieles ließ sich einfach nachlesen. Es gibt ein umfangreiches Nachwort zu diesem Buch und es ist deutlich zu spüren, das in diesem Buch eine ganze Menge Herzblut steckt.

Was mir auch gut an dem Roman gefiel, war die Widergabe der Atmosphäre und Stimmung der damaligen Zeit. Halb Europa wurde unterdrückt, entweder wegen dem Stand oder wegen der Religion. America galt als das Land der Verheißung und der Freiheit. Das auch dort nicht alles Eitel Sonnenschein war, wird den Menschen in dem Roman sehr schnell bewußt: Sklaverei und Knechtschaft. Auch hier spielte die Religion eine große Rolle. Trotz der häufigen Zufälle und der starken Ausprägung an der Religion war es eine wunderbare Geschichte.

Am Ende befindet sich ein Glossar über die historischen Ereignisse, Personen und auch Begriffe. Denn die Dialoge sind in der damaligen Sprache gehalten, was auf mich manchmal befremdlich wirkte, aber die Glaubwürdigkeit der Geschichte unterstreicht. Für mich hat die Autorin so lebendig geschrieben, dass ich ständig gewisse Szenen im Kopf habe und eher der Eindruck vorherrscht, ich hätte einen Film gesehen. Ist mir so nur selten passiert.

Für mich ist dieser Roman ein Highlight des Jahres und ich kann es jedem nur empfehlen, der Auswanderer-Sagas und vielleicht noch die Südstaaten-Thematik mag. Begeisternde glänzende volle fünf Sterne von mir (ist eigentlich noch zu wenig!).

Ich habe der Autorin meinen Dank für dieses Buch ausgedrückt und ihr hohen Respekt gezollt. Etwas, was ich sehr selten tue, aber hier finde ich es einfach angebracht. Ich bedanke mich noch einmal öffentlich dafür, dass ich auf dieses Buch aufmerksam wurde und es lesen durfte. Danke!

06.09.2015 13:09:42
Celines Bücherwelt

+++ACHTUNG SPOILER+++
Der Roman lässt sich sehr flüssig lesen, ich brauchte für die 840 Seiten + Anhang nur eine Woche. Und das trotz Schule. Von Anfang an fand ich die Charaktere sehr sympathisch und war ab der ersten Seite komplett in der Geschichte gefangen. Anfangs fand ich die wörtliche Rede von Lorenz etwas gewöhnungsbedürftig, zum Beispiel "..kümmere Er sich um den Verwundeten und siehe Er zu, dass jemand hilft, ihn aufs Pferd zu heben." Diese eigenartige Anrede ist aber im Nachwort erklärt und zieht sich glücklicherweise nicht durch das Buch. Lediglich, wenn Lorenz mit Leuten aus der Armee redet, findet diese Anrede noch einmal Anklang. Ich habe wirklich die ganze Zeit mit den Charakteren mitgefiebert, gehofft, dass Anna und Lorenz sich wieder finden. Ich habe geweint, als Lorenz "starb", hatte Wut auf Rose und ihre hintertriebenen Pläne, verspürte Angst, wenn Lorenz auf dem Schlachtfeld war und atmete beim Wiedersehen der beiden auf und verspürte eine unbändige Freude.
Eine Fortsetzung des Romans würde ich sofort kaufen. Maria W. Peter kann es definitiv mit den historischen Romanen von Iny Lorentz aufnehmen. Es gibt viele tolle Hintergrundgeschichten, wie zum Beispiel den Religionskonflikt und Standesunterschiede, die aber der eigentlichen Liebesgeschichte nicht die Show stehlen, und gut gut recherchiert sind. Manchmal fand ich, gab es zu viele tolle Zufälle für Anna und Lorenz, die man der Geschichte aber absolut gönnt und die in einem Roman meiner Meinung nach definitiv enthalten sein dürfen. Ich liebe dieses Buch und es bekommt auf jeden Fall einen Ehrenplatz im Regal. Einen so emotionalen Roman habe ich wirklich so lange nicht gelesen, dass ich kurzzeitig überlegt habe, allen Büchern, die ich in letzter Zeit mit 5 Sternen bewertet habe, wieder einen Stern zu klauen. Hier sollte es einen Bonusstern geben. Also 6 von 5 ;)

17.08.2015 18:21:34
sommerlese

Was für ein toller Schmöker!
Dieses Buch hat mich gut unterhalten, informiert, aber auch erschüttert und mitgerissen. Doch das Wichtigste, es hat mich vollkommen vereinnahmt und in eine andere Zeit hineinversetzt. Ich konnte es einfach nur verschlingen und immer weiter lesen, obwohl der Roman ja umfangreiche 880 Seiten zählt.

Die historischen Grundlagen hat die Autorin ausgezeichnet recherchiert und äußerst gelungen in den Roman eingebaut. Sie vermittelt ein deutliches Bild Amerikas und seiner Klassenunterschiede, beschreibt den auch mit Hilfe von ausländischen Soldaten geführten Unabhängigkeitskrieg und die vielseitigen religiösen Strömungen, die durch Auswanderer dort gelebt wurden.
Historische Begriffe und Persönlichkeiten werden ausführlich im Glossar erklärt und beschrieben. So hat man als Leser die Möglichkeit, sein Wissen um diese Zeit aufzufrischen und ein besseres Verständnis der herrschenden Umstände zu erhalten. Besonders hervorheben möchte ich das aufschlussreiche Nachwort der Autorin, hier wird der Traum der Freiheit in der Geschichte der Menschheit noch einmal ausdrücklich erklärt.

Doch nicht nur die geschichtlichen Belange sind interessant dargestellt. Die spannende Liebesgeschichte der beiden Protagonisten Anna und Lorenz entwickelt sich mit viel menschlichem Auf und Ab und zieht den Leser in seinen Bann. Das bringt Sehnsucht und Leben in historische Romane. Aber auch der Zeitgeist wird sehr klar bechrieben, indem die Lebensumstände und die Klassenunterschiede auch zwischen christlichen Konfessionen aufgezeigt werden und somit die damit verbundenen unüberbrückbaren Hürden der zwei Liebenden deutlich werden. Die Charaktere setzen sich im Handlungsvelauf gedanklich mit den religiösen Aspekten auseinander und deuten damit die Schwierigkeiten ihrer Verbindung in der damaligen Zeit an.

Auch wenn ich diesen Roman in seiner Sprache und Fülle regelrecht verschlungen habe, so ist doch der Zufall hier eindeutig zu viel am Werk. Wenn sich ein paar Personen im großen Amerika immer wieder treffen, wirkt das natürlich unlogisch und konstruiert. Doch das blende ich einfach aus. Denn als fiktive Personen und Stellvertreter ihrer Zeit sehe ich sie eher sinnbildlich und nur so kommt in der Handlung eine Dramatik und Spannung auf!

Diese Geschichte um Anna und Lorenz hat mich gefesselt. Gerade die geschilderten Klassenunterschiede, das große Leid der Sklaven, die menschenverachtende Unterdrückung durch Plantagenbesitzer und ihre Helfershelfer ziehen mich in einen Bann des Lesens und nehmen mich mit auf eine emotionale Reise. Große Leseempfehlung von mir!

09.08.2015 12:36:29
unclethom

Das Buch spielt in der Zeit vom Herbst 1775 und Ende 1783 und beschriebt die Erlebnisse zweier Menschen die aus den unterschiedlichsten Gründen in den Kolonien gelandet sind.

Es ist die Zeit des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges und der Sklaverei in den jungen Vereinigten Staaten und dem Kampf ihrer Menschen um die Unabhängigkeit vom Britischen Mutterland.

Von der ersten bis zur letzten Seite ist es der Autorin gelungen mich zu fesseln. Das Buch hat immerhin mehr als 800 Seiten, dennoch fand ich im gesamten Verlauf der Story keine Längen die das Buch langweilig machen könnten.

Es ist Maria W. Peter aufs Beste gelungen die Atmosphäre der damaligen Zeit in ihrem Buch ins jetzt zu transportieren.

Sehr gelungen und authentisch beschreibt sie ihre Figuren und Schauplätze. Mit den Figuren kann man sich jederzeit identifizieren und so leidet, bangt und hofft vor allem mit den beiden Hauptfiguren Anna und Lorenz.

Für mich war es eine Reise in meine Jugend, hat mich das Buch doch stellenweise an die TV-Reihe aus den Achtzigern erinnert. Damals lief im TV die Reihe Roots, die in der gleichen Zeit spielte.

Dank der guten Recherche blieb man während der gesamten Lektüre des Buches neugierig und so manches habe ich so nebenbei auch gegoogelt.

So bildhaft die Autorin schreibt, so sehr begann bei mir schnell das Kopfkino zu rattern, es war als liefe ein Kinofilm in meinem Kopf ab. Bunt und farbenfroh präsentierte sich das Buch in meiner Fantasie. Jede Figur und jeder Schauplatz war für mich so wie ein Bild vor meinem inneren Auge sichtbar. Ich glaube dieses Buch könnte unter Umständen erfolgreich verfilmt werden.

Dies war für mich das erste Buch der Autorin, aber ganz sicher nicht das letzte.

Völlig verdient sind das in der Summe für mich 5 Sterne sowie eine Leseempfehlung.

07.08.2015 15:50:37
clary99

„Ein Hauch von Veränderung hing in der Luft.“
Zitat aus dem Buch, Seite 44

Eine Chance auf Freiheit, Unabhängigkeit…

„„Wir halten diese Wahrheiten für ausgemacht, dass alle Menschen gleich erschaffen worden, dass sie von ihrem Schöpfer mit gewissen unveräußerlichen Rechten begabt worden, worunter sind Leben, Freyheit und das Bestreben nach Glückseligkeit….“ Präambel der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung“
Zitat aus dem Buch, Seite 7

Zum Inhalt: 1775: Anna Hochstetter, eine junge Mennonitin, lebt mit ihrem kranken Vater in einer amischen Gemeinde in Waldeck/Hessen. Mit ihrem Wissen über Heilkunde setzt sie sich für Kranke und Notdürftige ein. Ihre Hilfe bei Fremden, Andersgläubige, wird von den Gemeindemitgliedern nicht gern gesehen. Als sie von dem Deserteur Kurt Paul überfallen wird, kann der hessische Offizier Lorenz von Tannau das Schlimmste verhindern. Ein paar Wochen später findet Anna den schwerverletzten Lorenz und rettet ihm sein Leben…
Zwischen Anna und Lorenz entsteht eine besondere Zuneigung, aber eine Beziehung ist für beide unmöglich. Stand und Glauben verbieten dies. Freiherr Lorenz von Tannau, Offizier des Landgrafen von Waldeck-Pyrmont, wird mit seinem Regiment nach Amerika geschickt, um gemeinsam mit den Briten gegen die Rebellen zu kämpfen. Anna wird nach einer Verleumdung unter Bann gestellt. Als ihr Vater stirbt, entscheidet sie sich zu gehen. Ohne Familie, Heimat und Geld unterschreibt sie einen Vertrag als Schuldmagd und reist nach Amerika. Dort hofft sie Freiheit und mehr Toleranz zu finden…

„Sie würde diesen Ort finden, an dem sie frei ihren Glauben leben konnte. Frei, ihrem Gewissen zu folgen und das zu tun, wozu sie sich von Gott berufen fühlte – anderen Menschen zu helfen, für Kranke und Notleidende da zu sein.“
Zitat aus dem Buch, Seite 179

Meine Meinung: Die Schreibweise von Maria W. Peter ist angenehm und mitziehend. Anna und Lorenz begeben sich auf getrennten Wegen nach Amerika. Für Anna, als gläubige Mennonitin, ist Krieg und Gewalt falsch. Als Schuldmagd wird ihre Arbeitskraft von einem gewissenlosen Plantagenbesitzer gekauft… Lorenz ist an seinen Eid gebunden…
Viele Auswanderer, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen, erhofften sich ein „besseres“ Leben. Die zufälligen Begegnungen der verschiedenen Personen waren ein bisschen zu häufig. Die Charaktere an sich und ihr Leben wurden aber sehr interessant und glaubhaft erzählt. Mennoniten, Katholiken, Quäker, Sklaven und Sklavenaufseher, Soldaten und Offiziere…

Die historischen Hintergründe über Politik, Glauben, Stand, Herkunft und Kultur sind fließend in den wechselhaften Handlungsverlauf und –orten eingebracht. Die Lebensweisen, beispielweise in amischen Gemeinden, auf Tabakplantagen und unter Soldaten, sind ebenfalls sehr gut recherchiert und überzeugend.
Der Unabhängigkeitskrieg zwischen den Rebellen und Loyalisten spaltet die Menschen. Jeder glaubt, er kämpft für die richtige Seite. Allerdings gibt das Ziel, Freiheit und Unabhängigkeit, den Rebellen noch mehr Entschlossenheit. Die Sklavenbefreiung steckt noch in den Anfängen…

Noch mehr über die geschichtlichen Fakten erfährt der Leser im wissenswerten Nachwort!

Hilfsbereitschaft, neue Freunde, Hoffnung, Sehnsucht und Liebe, aber auch Hass, Grausamkeit und Bosheit!

Es wird spannend und ereignisreich!

Ein historischer vielschichtiger Roman über die Zeit während des Unabhängigkeitskriegs mit einer spannenden Liebesgeschichte!

Klare Leseempfehlung!

12.07.2015 09:07:33
Susanne Degenhardt / Smilla507

Über einen Zeitraum von 7 Jahren begleitet der Leser die Mennonitin Anna Hochstetter und den hessischen Soldaten Lorenz von Tannau. Beide führt das Schicksal – oder besser gesagt: Gott – nach America und den Leser ins 18. Jahrhundert.

Im Jahre 1776 begegnen sich beide in Waldeck, einem kleinen Dorf in Hessen. Hier wohnt Anna bei den Amisch und hilft als Hebamme aus. Eines Tages wird sie von Kurt Paul überwältigt. Der Deserteur will sie vergewaltigen. Sein Plan geht beinahe auf, doch Unteroffizier Lorenz von Tannau kommt Anna in letzter Sekunde zu Hilfe. Vom ersten Moment an fühlen sich beide voneinander angezogen, doch da steht zu viel zwischen ihnen, als dass sie der Liebe zueinander nachgeben würden: Da ist zum Einen der unterschiedliche Glaube (Lorenz ist Papist) und der Standesunterschied.

Bald darauf wird Lorenz nach America beordert. Anna, von der Gemeinschaft der Amisch verstoßen, folgt ihm, doch wird sie ihn dort wiederfinden? Zunächst einmal landet Anna nämlich als Schuldmagd auf der Huntley Plantation bei Williamsburg. Dort muss sie mit ansehen, wie der Plantagenbesitzer brutal und lieblos mit seinen schwarzen Sklaven umgeht. Auch sie selbst gerät in den Fokus des jungen Plantagenerben John Huntley und damit in Gefahr...

Währenddessen dient Lorenz weiterhin als Soldat und muss häufig um sein Leben kämpfen. Davon, dass Anna sich ebenfalls im „Land der Träume“ befindet, weiß er nichts. Für ihn und vor allem für Anna scheint der Traum von Freiheit nicht in Erfüllung zu gehen. Stattdessen geht es für beide immer wieder um Leben und Tod, Verfolgung, Gewalt und Angst. Und werden sich die beiden wiederfinden, in einem Land, das so groß ist?

Ich muss sagen, dass ich im ersten Moment ganz schön überwältigt war von dem Umfang dieses Schmökers! Aber fängt man erst einmal an zu lesen, kann man auch nur noch schwerlich aufhören. Das Buch liest sich sehr flüssig und das Schicksal von Anna und Lorenz ließ mich nicht mehr los. Bis zum Ende hin hoffte und bangte ich um die beiden. Immer, wenn ich dachte, nun müsse es doch endlich gut für sie werden, kam eine neue, überraschende Wendung. Mehrere Handlungsstränge (aber nicht zu viele) machen den Roman sehr spannend, da man immer wissen möchte, wie es bei den anderen Romanfiguren weiter geht.

Maria W. Peter lässt sehr viel Hintergrundwissen in die Handlung einfließen. Man erfährt nicht nur viel zum historischen Rahmen (der aufgrund der Kriegshandlung recht komplex ist), sondern auch über das Leben der Mennoniten/Amisch sowohl im deutschen Reich als auch in America, den Glauben und das Leben zur damaligen Zeit allgemein. Vorne und hinten sind Karten zu den Schauplätzen „heiliges römisches Reich deutscher Nation“ und „die 13 amerikanischen Kolonien“ enthalten. Ein ausführliches, interessantes Nachwort, ein Glossar und ein Verzeichnis historischer Personen machen diesen Roman komplett.

Wer historische Romane mag mit vielen Wendungen und einer Liebesgeschichte sollte sich von seinem Umfang nicht abschrecken lassen! Ich habe ihn sehr genossen!

23.06.2015 20:48:23
Jasmine A.

ch lese gern historische Romane. Besonders haben es mir in den letzten Monaten Bücher angetan, die sich mit der Geschichte der Sklaverei in den Südstaaten der USA beschäftigen. Diesmal beschäftigt sich das Buch jedoch neben der Schuldknechtschaft auch mit den Einflüssen deutscher Einwanderer vor dem Hintergrund einer traumhaften Liebesgeschichte.

Handlung
Anna ist Mennonitin ebensolchen und sehr strengen Gesellschaft. Als ein desertierter Soldat versucht Anna zu vergewaltigen wird sie vom jungen Leutnant Lorenz von Tannau gerettet. Bereits nach ihrer ersten Begegnung können die Beiden den jeweils Anderen nicht vergessen. Durch eine schicksalhafte Fügung findet Anna schließlich Lorenz, durch einen Angriff schwer verwundet, halbtot im Wald. Indem Sie ihn bei sich aufnimmt und gesund pflegt rettet sie ihm das Leben. Obwohl die Gemeinschaften der Mennoniten Nächstenliebe predigen und nicht einmal Gewalt anwenden um das eigene Leben zu retten, kommt ihnen Annas Handlung einem Tabubruch nahe, nicht zuletzt weil es sich bei Lorenz von Tannau um einen Papisten handelt. Schließlich wird Anna aus der Gesellschaft verstoßen. Lorenz erhält währenddessen einen Marschbefehl, der ihn in die Vereinigten Staaten von Amerika führen soll. Allein gelassen und ohne Gemeindeanschluss ist Anna schließlich so verzweifelt, dass Sie sich schließlich als Schuldmagd in die Vereinigten Staaten verkauft. So erhofft Sie sich ein besseres Leben voll Glück, Freiheit und vielleicht sogar mit Lorenz. Schon bald findet Sie sich auf einem Schiff mit weiteren deutschen Auswanderern wieder. In den USA angekommen muss sie jedoch feststellen, dass sich der Status einer Schuldmagd kaum von dem einer Sklavin unterscheidet...und schließlich ist auch Kurt Paulus, der desertierte Soldat, welcher versuchte Anna zu vergewaltigen und schließlich Lorenz im Wald niederschlug, nicht aus der Welt..

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Charaktere
Für ihren Roman kreirt die Autorin absolut authentische Personen. Anna, die Protagonistin des Romans, ist Anhängerin des mennonitischen Glaubens und richtet Leben und Handlungen streng nach diesen Grundsätzen. Dies spiegelt sich bereits zu Beginn des Buches in ihrem dargestellten Charakter wieder. Anders als viele Mitglieder ihrer anfänglichen Gesellschaft kümmert sich Anna hingebungsvoll um die Bedürftigen und gibt wortwörtlich ihr letztes Hemd für deren Rettung und Linderung. Schon auf den ersten Seiten war mir Anna sehr sympathisch. In einer nicht wirklich frauenfreundlichen Zeit beweist Sie, so empfand ich als Leser zumindest, mittels vieler kleiner und großer Taten Charakterstärke, Mut und Durchhaltevermögen.

Auch Lorenz von Tanau ist der Autorin wirklich gut gelungen. Authentisch stellt er in meinen Augen einen höher gestellten Leutnant dar, welcher bereits in frühen Kindertagen Wohlstand, eine gute Kinderstube und einen gewissen Stand in der Gesellschaft genießen konnte. Dies ist sicherlich auch der Grund, weshalb er mir zumindest zu Beginn des Buches (und auch ein wenig weiter) überhaupt nicht sympathisch war. Diese Figur verkörpert besonders zu Beginn der Handlung ein gewisses Maß an Arroganz der normalen Bevölkerung gegenüber, die für die damalige Zeit den Angehörigen der höheren Ständen sicherlich ein maßgebliches Charakteristika war. Doch ich muss zugeben, dass sich der tapfere Lorenz nach den über 800 Seiten auch meine Sympathie erschlichen hat. Schließlich kann ein Soldat, der eine Jungfrau in Nöten rettet doch garnicht so übel sein ;)

Neben den beiden Protagonisten werden dem Leser natürlich noch viele weitere Figuren vorgestellt, die jeder auf seine Weise von der Autorin authentisch dargestellt werden und dem Leser so einen aussagekräftigen und gut recherchierten Einblick in die Strukturen der damaligen Gesellschaften zeigen.

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Schreibstil
Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und angenehm zu lesen. Die vielen Perspektivwechsel, ein wichtiges Charakteristika des Buches, ermöglichen es dem Leser Handlungen aus dem Blickwinkel unterschiedlicher Personen zu betrachten. Durch einen daraus resultierenden "umfassenden" Blick auf das Geschehen wird so in meinen Augen die Spannung nur noch gesteigert, sodass es wirklich schwer fällt das Buch aus der Hand zu legen, auch wenn die Spannung zwischendurch mal stagnieren sollte.

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Mein Fazit
"Die Küste der Freiheit" ist ein wirklich gut recherchierte Roman, der den Leser auf den Spuren deutscher Auswanderer wandern lässt. Das Buch zeigt deutlich die Einflüsse, welche auf deutsche Einwanderer zurückzuführen sind. Vor der Kulisse des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges erlebt der Leser eine dramatische Liebesgeschichte, die einen von Anfang an mitreißt, jedoch zeitgleich etwas kitschig wirkt. Mit Anna, Lorenz und vielen weiteren Figuren erhält man trotzdem ein authentisches Bild damaliger Gesellschaften und historischer Ereignisse ohne das Gefühl zu haben in einem trockenen Geschichtsbuch zu lesen. Neben der Sklaverei wird hier auch die Schuldknechtschaft thematisiert, über die ich im Vorfeld bisher nur wenig erfahren konnte. Auch nehmen die Konflikte der christlichen Religionen, hier im besonderen zwischen den Mennoniten und den Papisten, einen wichtigen Raum in der Handlung des Buches ein. Die Perspektivwechsel und die unterschiedlichen Figuren führen zudem dazu, dass das Bild des Lesers nicht einseitig geprägt ist. Man hat so gut die Möglichkeit sich in die verschiedenen Personen und Lebensweisen hinein zu versetzen. So betrachtet man auf der einen Seite die Geschehnisse aus den Augen einer Sklavin, um Sie im nächsten Moment zum Beispiel mit den Augen und Gedanken eines Leutnants oder wahrzunehmen. So sehr wie mir die Idee des Perspektivwechsels so vieler Personen auch gefallen hat, an einigen Stellen war es dann doch manchmal etwas anstrengend zu lesen, da ich doch ab und an das Gefühl hatte ein wenig zwischen den vielschichtigen Handlungssträngen hin und her geworfen zu werden. Auch hätte ich mir für dieses Buch vielleicht auch ein ansprechenderes Cover gewünscht, welches in einer Buchhandlung auch ein wenig mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen würde. Dennoch tut dies alles dem wunderbaren Buch keinen Abbruch. Auch wenn ich die "Ideale" der heutigen USA keinesfalls als Freiheit ansehe, hat mir dieses Buch wirklich gefallen. Bekennende Leser historischer Romane sollten es also keinesfalls versäumen dieses Buch zu lesen und mit Anna und Lorenz in fernen Zeiten wandeln.

17.05.2015 20:24:29
tigerbea

Als die Wiedertäuferin Anna den Soldaten Lorenz von Tannau trifft, ahnt sie noch nicht, wie sehr diese Begegnung ihr Leben verändern wird. Weil Anna in ihrer Heimat keinen Ausweg aus der Armut mehr sieht und auch Lorenz mit seinem Regiment nach Amerika geschickt wurde, beschließt sie ihm zu folgen. Was sie aber in Amerika erwartet, ist schlimmer als sie sich je hätte träumen lassen. Der Krieg und die Sklaverei fordern Anna alle Kraft, die sie aus ihrem Glauben schöpft, ab. Als sie Lorenz schließlich findet, ist das Glück nur von kurzer Dauer. Anna fragt sich, ob der Krieg wohl nie endet und betet für Lorenz, damit er dieses Inferno überlebt.

Ich habe es geschafft! Ich habe 852 Seiten in Rekordzeit gelesen! Vor diesem Buch kann ich nur warnen. Wer einmal anfängt es zu lesen, kann nicht mehr aufhören. Es ist nicht nur die spannende Geschichte, die einen nicht mehr los läßt, auch die Sprache in den Beschreibungen ist wirklich schön. Im Moment fällt mir das Wort "blumig" dazu ein. Am Besten, jeder liest es selber und macht sich ein eigenes Bild. Die Themen Wiedertäufer und Sklaverei begegnen einem nicht so oft in historischen Romanen. Deshalb ist dieses Buch etwas ganz besonderes. Ich kann mir vorstellen, daß die Recherchen dazu sehr zeitaufwändig und mühsam waren. Das ist Geschichtsunterricht, der einem im Gedächtnis bleibt. Es ist ja wirklich etwas anderes, Personen durch ihre Zeit zu begleiten, als einfach nur trockene Jahreszahlen auswendig zu lernen. Dieses Buch wird für mich immer zu den besonders guten gehören und bekommt im Regal einen Platz zwischen meinen Lieblingsbüchern.

30.01.2015 20:16:00
Hans Joachim gross

Bisher war mir die Autorin nur als Verfasserin von historischen Kriminalromanen bekannt.
Aber dieses buch. 'Die Küste der Freiheit'
War für mich der beste historische Roman,den ich 2014 gelesen habe.
Der Roman ist sehr gut recherchiert
10 Jahre wie die Autorin selbst mitteilt.
Und präzise geschrieben.
Ich würde das Buch zum Historikus 2014
wählen und hoffe, das es eine Fortsetzung
gibt