Im Schoß der Familie

Erschienen: Januar 2013

Bibliographische Angaben

  • Jaron, 2013, Titel: 'Im Schoß der Familie', Originalausgabe

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Jörg Kijanski
Düsterer Abschluss einer ansprechenden Serie

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Nov 2014

Dezember 1932. Im Nobelviertel von Dresden trifft sich die bessere Gesellschaft zum Empfang bei Kunstmäzen Heimar von Weitershausen. Der Großindustrielle möchte sein jährliches Stipendium an einen Künstler übergeben, doch bevor es zu der mit Spannung erwarteten Verleihung kommt, wird die Party jäh gestört. In einem der Gästezimmer findet das Zimmermädchen Gerlinde die Leiche der ermordeten Mireille Loliot, dem Mündel der Familie Weitershausen. Kommissar Fritz Ganter übernimmt die Ermittlungen eher widerwillig, denn in den elitären Kreisen, in denen er nun einen Mörder aufspüren soll, fühlt er sich sichtlich unwohl.

 

Mein Gott, Ganter, diesen Fall kriegst du nie gelöst. Diese Leute fühlen und handeln völlig anders als du! Neben einem Mordopfer stehend, denken die nicht an den Schmerz des nächsten verwandten, sondern an die Geschäftsbeziehungen, die nicht zerstört werden sollen, mahnte seine innere Stimme, und ein schwarzer Verdacht keimte in ihm auf: Er war in der letzten Zeit einige Male hart bei seinen Vorgesetzten angeeckt - hatte man ihm diesen Fall zugewiesen, damit er scheiterte? Sollte so seine Laufbahn beendet werden?

 

Daher bittet er kurzentschlossen seinen alten Freund Konrad Katzmann, ihn bei seinen Ermittlungen zu unterstützen. Katzmann wurde vor zwei Jahren bei der Leipziger Volkszeitung, deren Chefreporter er war, aus wirtschaftlichen Gründen entlassen und langweilt sich seitdem zutiefst. Trotz Frau und zweijähriger Tochter fehlen ihm die Abenteuer, welche die Recherchen zu seinen Artikeln boten. Sein Jagdfieber ist dementsprechend sofort erweckt und schon bald stellt er fest, dass in der vermeintlich so wohlsituierten Familie Weitershausen einiges im Argen liegt&

Franziska Steinhauer vollendet die Serie, die sie auch begann.

1918 begann die als Kettenroman angelegte Serie um den Journalisten Konrad Katzmann und spielte seitdem im zwei-Jahres-Rhythmus. Franziska Steinhauer begann die Serie, die sie nun mit dem achten Band Im Schoß der Familie zu einem gelungenen Abschluss bringt. Der Plot spielt kurz vor Weihnachten des Jahres 1932. Die wirtschaftliche Lage ist katastrophal, die Stimmung düster-aggressiv und nicht wenige Menschen schauen mit Bangen auf das kommende Jahr, in dem erneut Reichstagswahlen anstehen. Ein Sieg Hitlers scheint nicht mehr unmöglich. In Katzmanns Elternhaus spielte Politik schon immer eine große Rolle und führte zumeist zu großen Konflikten mit seinem Vater. Dieser hat nie überwunden, dass sein Sohn wegen eines Asthma-Leidens nicht in den Krieg ziehen musste. Dort hätte er ein ruhmreicher Held werden oder zu Ehren des Vaterlandes fallen können. Da ist Johannes, der Ehemann von Konrads Schwester Lotte, schon eher nach Vaters Geschmack, denn Johannes ist genauso reaktionär eingestellt und inzwischen sogar bei der SA aktiv.

 

Die letzten Meldungen im Radio verkündeten, in Dresden seien vierzehn Prozent der Bevölkerung ohne Anstellung. Eine unglaubliche Zahl! Ganter war sich im Klaren darüber, dass sie nur die Spitze des Eisbergs bedeutete, denn junge Männer und Frauen waren nicht erfasst, sie hatten keinen Anspruch auf Unterstützung, und die vielen, die in der Landwirtschaft brotlos geworden waren, meldeten sich meist gar nicht.

 

Alles in allem ist die Stimmung der damaligen Lage angepasst und so geschehen recht unschöne Dinge; auch innerhalb der Familie Katzmann. Der eigentliche Krimiplot ist als klassischer Whodunnit sehr gut aufgebaut. Es gibt mehrere Verdächtige und zum ersten Mal ist Konrad nicht die einzige Hauptfigur, da ihm Fritz Ganter diesen Rang streitig macht.

Im Gesamtfazit der Serie Es geschah in Sachsen lässt sich festhalten, dass die Serie durch einen sympathischen Helden getragen wird und die Weimarer Republik (in Dresden und Leipzig) lebendig werden lässt. Die politischen Ereignisse werden ansprechend vermittelt und auch zahlreiche Nebenfiguren mit ihren Ecken und Kanten hat man gerne begleitet. Dies alles ist mal mehr, mal weniger gelungen, aber insgesamt passt der Mix, so dass die kurzweiligen Abenteuer lesenswert sind.

Doch jetzt, im Dezember 1932, ist die Weimarer Republik - und damit auch diese Reihe - vorbei. Eine neue Regierung und eine noch dunklere Zeit stehen unweigerlich vor der Tür, auch wenn viele Menschen davon noch nichts wissen (wollen).

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