Die kulinarischen Anwendungsmöglichkeiten einer Kanonenkugel

Erschienen: Januar 2014

Bibliographische Angaben

  • Droemer-Knaur, 2013, Titel: 'Cinnamon and Gunpowder', Originalausgabe

Couch-Wertung:

85

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Carsten Jaehner
Humorige Piratenpistole

Buch-Rezension von Carsten Jaehner Nov 2014

1819. Der Koch Owen Wedgewood arbeitet seit acht Jahren in Diensten Lord Ramseys, einem Mitglied der Handelsorganisation Pendleton Trading Company. Doch das Anwesen Ramseys wird von einer Piratenbande überfallen, alle getötet und nur er, der Koch, wird als Geisel mitgeschleppt. Er findet sich an Bord der Flying Rose wieder, einem Piratenschiff, dass von einer Frau angeführt wird, der berüchtigten Mad Hannah Mabbot.

Seine Aufgabe, um am Leben zu bleiben, ist, der Kapitänin jeden Sonntagabend ein richtiges Mahl zu kochen, das sie von der Besatzung abhebt und nicht nur aus Hafergrütze besteht. Zudem darf sich das Mahl nicht wiederholen. Wedge, wie er inzwischen genannt wird, erfreut sich wegen dieser Ausgabe nicht der Beliebtheit der Mannschaft, und so hat er das Problem, dass er eine unzureichende Kombüse hat mit nur wenigen Zutaten und somit einem Haufen Problemen.

Wedge muss sich mit der Crew anfreunden, um selber überleben zu können, und zudem plant er den einen oder anderen Fluchtversuch. Doch gleichzeitig findet er auch Gefallen an den wöchentlichen Diners, zu denen er selbst immer als Gast geladen ist. Ist Hannah Mabbot doch nicht die fürchterliche Piratenbraut? Angriffe von anderen Schiffen bringen Wedges Pläne ordentlich durcheinander, und allmählich kommt er hinter Hannahs Geheimnis ...

Ein Koch als Geisel

Mit seiner Piratenpistole Die kulinarischen Anwendungsmöglichkeiten einer Kanonenkugel ist Eli Brown nicht nur ein aussichtsreicher Kandidat um den ungewöhnlichsten Buchtitel des Jahres. Cinnamon and Gunpowder (dt. Zimt und Kanonenpulver), wie der Roman im englischen Original heisst, versetzt den Leser in die Zeit der grossen Seefahrerromane, wie man sie vielleicht noch mit Commander Hornblower oder Master and Commander in Erinnerung hat. Zwar spielt Browns Buch später als die genannten Reihen, doch findet man sich nicht nur in der Kombüse wieder, sondern wird auch in die reale Welt der Seefahrer geholt, mit ihren Problemen, ihrem harten Leben und ihren Pflichtaufgaben. Dies wird vom Autor gut dargestellt als Kontrast zu den Diners, die wöchentlich in der Kabine des Käptns stattfinden.

Überhaupt schafft es der Autor, dem vermeintlich lockeren Roman mehrere Erzählebenen zu verpassen, die gegensätzlich zueinander sind. Neben dem gängigen Piratenleben ist da Hannahs Vergangenheit, die nach und nach ans Licht kommt, vor allem ihre Familiengeschichte, aufgrund derer all dies überhaupt stattfindet. Ihre Diners mit dem Koch bilden einen Ruhepol in ihrer anstrengenden Woche, zu dieser Zeit kann sie einfach eine Frau sein, die sich in ein schickes Abendkleid wirft, um ihr opulentes Drei-Gänge-Menü zu geniessen. Das Leben an Bord und die Ausflüge an Land, zu denen der Koch normalerweise nicht mit darf, bilden zu allem anderen den Rahmen.

Bunter Roman

Wenn Wedge jede Woche in der Küche steht und quasi aus Nichts ein gehaltvolles Drei-Gänge-Menü zaubern muss, schaut man ihm als Leser gespannt und gebannt über die Schultern. Man bekommt tatsächlich Appetit, und man fragt sich, warum die Rezepte nicht noch einmal zusammengefasst im Anhang auftauchen. Mit der Zeit wird es für Wedge leichter, seine Zutaten in der Mannschaft zusammen zu bekommen, wenngleich er ihnen dafür einen Ausgleich geben muss. Allein der Duft, der allsonntäglich aus seiner Kombüse über das Deck strömt, lässt ihn auf Dauer beliebter werden, zumal sich auch Hannah gelegentlich etwas entspannter zeigt jedoch nicht, wenn es daran geht, gegen die Company vorzugehen.

Eli Brown zeichnet neben dem Leben an Bord einen bunten Strauß an Charakteren, von Asiaten über den gemeinen Bordpiraten bis zu den Feinden und natürlich Hannah und Wedge. Beide sind die zentralen Figuren, und der Roman, der aus der Ich-Perspektive von Wedge erzählt wird, lebt letztlich von der Interaktion der beiden. Doch darf man nicht meinen, dass man gleich alles durchschaut. Bis zur letzten Seite bleibt das Buch originell und spannend und hält einige Überraschungen für die Leser parat. Der Roman nimmt immer mehr an Tempo auf und bietet auf rund 380 Seiten einige Stunden amüsantes Lesevergnügen.

Leider hat der Roman keinerlei Anhang, weder mit Rezepten, Fahrrouten, historischen Einordnungen oder sonst etwas. Immerhin wird im Roman tatsächlich erklärt, wofür Sie in Ihrer eigenen Heimküche eine Kanonenkugel verwenden könnten. Wir wünschen viel Spaß beim Ausprobieren. Das Buch eignet sich hervorragend als originelles Geschenk und verspricht eine spannende und amüsante, dabei leichte und lockere Lektüre. Geht doch.

Die kulinarischen Anwendungsmöglichkeiten einer Kanonenkugel

Die kulinarischen Anwendungsmöglichkeiten einer Kanonenkugel

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Letzte Kommentare:
27.07.2017 14:36:20
Airley

Das Buch habe ich beim stöbern auf dieser Seite entdeckt. Ich bin begeistert und schließe mich den Ausführungen von Herrn Jaehner an.
Meine Hobbies sind das Meer, die Geschichte und das Kochen. In diesem Buch ist alles wunderbar vereint. Besonders gelungen finde ich die Beschreibungen des Bord-Lebens wie z B. den täglichen Toilettengang oder das zubereiten der normalen Bordverpflegung.
Aufschlußreich ist die Darstellung der Machenschafter britischer Handelsgesellschaften (die anderer Nationen dürften in nichts nachgestanden haben) über die sonst wenig bekannt ist. Weiterspinnend kann man sagen, dass der Anschlag auf das britische Handelshaus ein Ursprung für die nachfolgenden Opiumkriege und den Boxeraufstand waren. Ein tolles Buch und wie Herr Jaehner vermisse ich einzig eine Zusammenstellung der Rezepte im Anhang oder auch Zwischendurch wie zB in Simmels "Es muss nicht immer Kaviar sein".

09.12.2016 08:44:33
Bernhard

Das Buch habe ich beim stöbern auf dieser Seite entdeckt. Ich bin begeistert und schließe mich den Ausführungen von Herrn Jaehner an.
Meine Hobbies sind das Meer, die Geschichte und das Kochen. In diesem Buch ist alles wunderbar vereint. Besonders gelungen finde ich die Beschreibungen des Bord-Lebens wie z B. den täglichen Toilettengang oder das zubereiten der normalen Bordverpflegung.
Aufschlußreich ist die Darstellung der Machenschafter britischer Handelsgesellschaften (die anderer Nationen dürften in nichts nachgestanden haben) über die sonst wenig bekannt ist. Weiterspinnend kann man sagen, dass der Anschlag auf das britische Handelshaus ein Ursprung für die nachfolgenden Opiumkriege und den Boxeraufstand waren. Ein tolles Buch und wie Herr Jaehner vermisse ich einzig eine Zusammenstellung der Rezepte im Anhang oder auch Zwischendurch wie zB in Simmels "Es muss nicht immer Kaviar sein".