Die Heimkehrer

Erschienen: Januar 2014

Bibliographische Angaben

  • Heyne, 2013, Titel: 'Mellan rött och svart', Originalausgabe

Couch-Wertung:

89
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Daniela Loisl
Gelungenes Ende der Brückenbauer-Trilogie

Buch-Rezension von Daniela Loisl Okt 2014

Berlin nach dem Ersten Weltkrieg. Alle drei Lauritzen-Brüder haben den Krieg mehr oder weniger gut überstanden. Oscar lebt mit seiner Familie in Berlin und auch Lauritz` Sohn Harald zog bei ihnen ein. Lauritz lebt mit dem Rest seiner Familie in Schweden und Sverre ist nach Albies Tod nach Deutschland zurückgekehrt und arbeitet als Grafiker. Trotz der immens hohen Inflation geht es finanziell allen sehr gut. Doch der Schatten der Nationalsozialisten schwebt schon über dem Land und anscheinend haben die Frauen der Lauritzen-Brüder mehr politisches Gespür als ihre Männer&

Ein Krieg ist vorbei und schon wirft der nächste seine Schatten voraus

Nachdem im ersten Band Die Brückenbauer mehr von Lauritzen und Oscar die Rede war und man im zweiten Teil Die Brüder eigentlich nur Sverre begleitete, handelt im dritten und letzten Band die Geschichte von allen drei Brüdern gleichermaßen. Oscar hat sich verspekuliert, Lauritz versucht in Schweden sein Bestes und Sverre trauert um seinen langjährigen Geliebten Albie.

Guillou hat schon in den ersten beiden Bänden die Atmosphäre der Zeit sehr gut eingefangen, wenngleich dem Leser manches etwas gar zu glatt lief. War vorher von den Frauen an der Seite der Brüder kaum die Rede bzw. traten sie mehr als Nebenfiguren in Erscheinung, so hat der Autor ihnen in diesem Band eine wesentlich größere Rolle zugedacht.

Gute Figurenentwicklung

Speziell die Figur des mittleren des Brüdertrios, Oscar, hat die wohl größte Entwicklung in der Reihe vollzogen. Obwohl seine Frau Christa sich viel mehr für Politik interessiert als er selbst, so hat er doch seinen Standpunkt, was das Kriegsgeschehen betrifft. Harald, Lauritz` Sohn, der bei Oscars Familie lebt, liest, durch seine Mitschüler beeinflusst, kriegsverherrlichende Romane und Oscar, der in Afrika die Grausamkeiten des Krieges an vorderster Front kennengelernt hat, sieht sich gezwungen, den Jungen die Wahrheit zu sagen, ohne selbst als Feigling dazustehen. Diesen Zwiespalt, einerseits das Dazu-gehören-wollen seines jungen Neffen zu seinen Mitschülern nachvollziehen zu können, aber ihn anderseits behutsam mit der Wirklichkeit zu konfrontieren, hat Guillou bravourös gemeistert. Man durfte die Brüder ja von Kindesbeinen an begleiten, sodass man die Entwicklung der Figuren hautnah miterleben konnte.

Passiert es leider allzu oft, dass mehrbändige Romane zunehmend schwächer werden und der letzte Band einem oft das Gefühl vermittelt, nur mehr aus dem Grund geschrieben worden zu sein, weil der Verlag noch eine weitere Geldquelle darin sah, so ist dies im Fall der Brückenbauertrilogie genau umgekehrt. Man hat das Gefühl, der Autor ist mit jedem weiteren Band an seiner Geschichte gewachsen.

Gelungener Spagat zwischen den Ländern

Man reiste mit den Brüdern durch halb Europa bis nach Afrika und verweilte mit ihnen, um Land und Gebräuche kennenzulernen. Waren im ersten Band noch so manche Klischees zu finden, verflüchtigten sich diese immer mehr.

Auch im letzten Teil reiste man mit den Protagonisten gedanklich noch zurück, sodass sich für Leser, die die ersten beiden Bände nicht gelesen haben, so manches klärt, wenngleich es empfehlenswert ist, die ganze Reihe zu lesen, um die eine oder andere Handlung der Figuren auch nachvollziehen zu können.

Die geschichtlichen Ereignisse der Zeit sind interessant mit der Fiktion verwoben und durch die unterschiedlichen Charaktere der Brüder, zeigen sich die Ereignisse auch in verschiedenen Perspektiven.

Diese Trilogie ist eine wirklich gelungene Reihe, in der sich der Autor von Band zu Band gesteigert hat, sodass man es bedauert, die Brüder Lauritzen und deren Familien verlassen zu müssen.

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