Das Vermächtnis von Granada

Erschienen: Januar 2014

Bibliographische Angaben

  • Blanvalet, 2014, Titel: 'Das Vermächtnis von Granada', Originalausgabe

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Bettina Weiß
Gelungene Zeitreise

Buch-Rezension von Bettina Weiß Okt 2014

Ulrike Schweikerts neuer Romane schlägt einen Bogen aus der Gegenwart in das Spanien des 15. Jahrhunderts zu Isabel von Kastilien. Die deutsche Journalistin Isaura ist mit ihrem Freund Marco auf Recherchereise in Spanien unterwegs. Die alten Gemäuer üben eine merkwürdige Faszination auf sie aus. Sie sieht altertümlich gekleidete Menschen und fühlt sich ihnen seltsam verbunden. Bei dem Besuch des historischen Palastes zu Córdoba erleidet Isaura einen folgenschweren Unfall und sie verliert das Bewusstsein. Als sie wieder zu sich kommt, scheint die Welt um sie herum eine völlig andere zu sein: Sie findet sich als Hofdame am Hof von Isabel von Kastilien wieder. Es scheint keine Rückkehr aus dieser vergangenen Zeit zu geben, Isaura muss in dieser fremden Welt für sich einen Weg und ihr Glück finden.

Die Reise in die Vergangenheit geht weiter

Bei diesem Roman handelt es sich um den zweiten Teil einer Trilogie um die Münchner Journalistin Isaura, die eine besondere Gabe hat. Sie hat Visionen und eine besondere Verbindung zu einer Hofdame von Isabel von Kastilien. Isaura hat die Gabe für sich inzwischen akzeptiert und angenommen. Sie wohnt in dem von der Großtante geerbten Haus und plant ihren weiteren Lebensweg. Hierbei hilft ihr ein Auftrag der Zeitung: für eine Spanien-Serie soll sie vor Ort in den historischen Orten recherchieren. Die Isaura der Gegenwart befindet sich an einem Scheitelpunkt des Lebens. Die Geschehnisse aus dem ersten Teil wirken nach, die Trennung von ihren Mann ist vollzogen und mit dem spanischen Arzt Marco wartet eine neue Liebe. Doch ist sie schon bereit dafür? Sie fühlt sich voller Zweifel und die Zukunft ist ungewiss. Die Isaura der Vergangenheit dagegen ist trotz der völlig anderen Zeit und der Lebensumstände eine starke Persönlichkeit, die ihren Weg findet. Sie ist der Königin eine treue Freundin und Ratgeberin. In der Hofdame Jimena hat sie eine Verbündete am Hof und in dem arabischen Leibarzt der Königin Abu Amin bin Sinaa einen Gefährten.

Kampf um Granada

Die Handlung des Buches bewegt sich auf zwei Zeitebenen, wobei der Schwerpunkt auf den Geschehnissen am spanischen Hof im 15. Jahrhundert liegt. Die Gegenwart bildet den äußeren Rahmen der Handlung und bleibt daher deutlich hinter den historischen Ereignissen zurück und somit auch ein wenig blass. Die geschichtlichen Ereignisse um die Einrichtung der Inquisition, der Kampf um und schließlich Fall von Granada werden farbenprächtig und detailreich geschildert. Die Leserin begleitet Isabel, die katholische Königin, und ihre Hofdamen auf den beschwerlichen Reisen durchs Land, in die prächtigen Paläste, wie die maurische Alhambra, und durch die Kümmernisse des Alltags. Die Protagonisten, allen voran Isaura und Jimena, wachsen der Leserin ans Herz und lassen sie in den Geschehnissen mitfiebern. Das Auftauchen in die Gegenwart fällt schwer und lässt somit erahnen, wie schwierig es auch für Isaura ist, die Vergangenheit zu verlassen und in die Gegenwart zurückzukehren.

Eine besondere, nicht fantastische Gabe

Die Autorin kann sehr schön erzählen, was sich in dem flüssigen Schreibstil und den spannenden Erlebnissen der Protagonisten wiederfindet. Ihr gelingt es, mit der Gabe Isauras nicht ins Fantastische abzugleiten, sondern diese als ein besondere, nicht alltägliche Fähigkeit stehen zu lasen. Die Verbindung in die Vergangenheit wird über die Großtante geschaffen, die auch für Marco eine besondere Rollte spielen wird. Der historische Erzählstrang wird schlüssig aufgelöst und auch die gegenwärtigen Ereignisse finden einen stimmigen Abschluss dieses Bandes, doch der Ausblick auf die folgenden Ereignisse wird bereits eingeführt.

Abgerundet wird der Roman durch ein Personenregister und Anmerkungen der Autorin zu Dichtung und Wahrheit sowie einem geschichtlichen Ausblick. Die Karte Spaniens um 1480, die im Buchdeckel abgebildet ist, verschafft einen Überblick über die Reisewege und politischen Verhältnisse der Zeit.

Vorfreude auf den Abschluss der Trilogie

Insgesamt ein schöner Roman über eine spannende Zeit der europäischen Entwicklung, der Teil einer Trilogie ist, aber durchaus für sich allein gelesen werden kann. Ungeachtet dessen weckt die Geschichte jedoch die Lust, an Isauras Seite zu stehen, wenn sie ihren Auftrag, noch eine Königin zu begleiten, vollendet. 

Das Vermächtnis von Granada

Das Vermächtnis von Granada

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Letzte Kommentare:
24.04.2017 07:27:28
venatrix

Das vorliegende Buch ist das zweite der „La Caminata“-Trilogie von Ulrike Schweikert.

Die Autorin entführt ihre Leserinnen in das Spanien des 15. Jahrhunderts. Es regiert Isabella von Kastilien. Wir erleben Palast- und Hofintrigen, das noch nicht so steife Spanische Hofzeremoniell und kluge Frauen. Zwei ihrer Hofdamen Teresa und Jimena haben das „zweite Gesicht“. Immer wieder blitzen Träume bei ihnen durch, die sie Isabella als Warnung zukommen lassen. Doch solch Frauen sind in Gefahr – die Inquisition unter Torquemada steht vor den Toren.

Gleichzeitig mit diesem historischen Handlungsstrang lässt uns Ulrike Schweikert an der Geschichte der deutsch-spanischen Journalistin Isaura, die im 21.Jahrhundert lebt, teilhaben. Isaura hat Albträume und wird, nach einem Sturz von der Balustrade im Palast von Cordoba in die Zeit Isabellas katapultiert.

In Teresas Körper erlebt Isaura die Zeit der Kriege gegen die Mauren, die Inquisition und die Intrigen des Spanischen Königshofes mit. Hin und wieder bringt sie ihre Hinweise über die Zukunft an, immer auf der Hut vor den „Hunden des Herren“, der Dominikaner. Sie begegnet z.B. Cristoforo Colon, dem sie erklärt, dass er zwar reiche Länder entdecken wird, aber sich bei der Navigation ein wenig verrechnet hat.

Die echte Isaura liegt im Spanien des 21. Jahrhunderts im Koma. Wird sie wieder daraus erwachen?

Meine Meinung:

Ich habe schon einige Zeitreiseromane gelesen. Diesen hier finde ich besonders gelungen. Es wird alles plausibel erklärt, hat Hand und Fuß. Man kann den zweiten Band (wie ich) vor dem ersten lesen. Dennoch bin ich neugierig auf den ersten Teil („Das kastilische Erbe“) geworden.

Der Erzählstil ist dem Genre angepasst. Opulente Beschreibungen der Kleidung, des Palastes und eine geschmeidige Sprache – so muss ein historischer Roman sein, damit ich ihn gerne lese. Die historischen Details sind sorgfältig recherchiert und meisterhaft in die Erzählung integriert.

Fazit:

Wer gerne in opulente Historienschmöker abtaucht, wird viele schöne Lesestunden vorfinden. Gerne gebe ich 5 Sterne.