Der Pestreiter

Erschienen: Januar 2014

Bibliographische Angaben

  • Goldmann, 2014, Titel: 'Der Pestreiter', Originalausgabe

Couch-Wertung:

90
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Karin Speck
Vom Kampf gegen die Pest

Buch-Rezension von Karin Speck Okt 2014

1652, die Pest geht um in Europa. Gerade erst ist der Dreißigjährige Krieg beendet und Susanna hofft, mit Urs Blatter ein neues Leben beginnen zu können, als der Schrecken der Pest alles zunichte zu machen scheint. Ein Reiter macht sich auf den Weg, er verkündet von diesem neuen Schreckgespenst. Er soll dafür sorgen, dass alles seinen rechten Gang geht. Auch Urs will helfen, dieser Krankheit ein Ende zu setzen. Gemeinsam mit seinem Onkel versucht er ein Heilmittel zu finden. Susanna und Urs scheint jedoch kein gemeinsames Glück vergönnt zu sein.

Ein geheimnisvoller Reiter, ein junger Mann auf der Suche nach einem Heilmittel und eine Frau, die für ihre Liebe kämpft

Der Erzählstil von Deana Zinßmeister ist leicht und flüssig zu lesen, allerdings hat sie ihre Handlung in mehrere Erzählstränge unterteilt und so ist der Leser mal bei dem einen Protagonisten und dann wieder bei dem Anderen. Ein wichtiger Strang ist der des Pestreiters. Hier erfährt der Leser, was sich im Land zuträgt, wie weit die Pest schon verbreitet ist und wie die Menschen versuchen, damit umzugehen. Der zweite wichtige Erzählstrang ist der von Susanna und Urs. Die beiden stehen für die Menschen dieser Epoche. Ihr Kampf gegen die Krankheit und gegen das tägliche Leben ist spannend zu lesen. Weitere Protagonisten sorgen für einiges an Spannung, da die Autorin ein paar Fährten und Spuren gelegt hat, um den Leser ein bisschen zu verwirren. Nicht zu früh soll gelüftet werden, wer der geheimnisvolle Pestreiter wirklich ist, dies ist ihr gut gelungen.

Nichts ist hier, wie es auf den ersten Blick scheint und erst zum Ende hin fügen sich die Handlungsstränge zu einem Gesamtbild zusammen. 

Historische Personen haben ebenfalls ihren Weg in die Handlung gefunden, allen voran Karl Kaspar von der Leyen, Kurfürst und Erzbischof zu Kurtrier. Er scheint alle Fäden in der Hand zu halten und den Ton anzugeben. Schnell stellt sich aber auch die Frage, auf wessen Seite er steht. Und für wen steht er ein? Für die einfachen Menschen, die Angst um ihr Leben haben, oder doch eher für sich selbst und seinen Reichtum?

Scheinbar nebenbei gewährt die Autorin einige Einblicke in das historische Geschehen in und um das Trier des 17. Jahrhunderts. Durch Susanna erfährt der Leser, wie schwer gerade diese Zeit für alle war. Die einzelnen Charaktere sind gut ausgearbeitet und nehmen den Leser mit in die Zeit von Susanna und ihrer Familie.

Eine gelungene Fortsetzung

Der Pestreiter ist bereits der zweite Band mit den Protagonisten Susanna und Urs. Bereits in Das Pestzeichen lernte der Leser sie kennen, allerdings hat die Autorin geschickt einige Rückblenden eingebaut, so dass diese zweite Geschichte auch problemlos einzeln lesbar ist. Das Cover ist ähnlich angelegt wie bei Band 1 und hat damit einen guten Wiedererkennungswert. Eine Karte, ein Personenregister und ein Nachwort vervollständigen das Buch.

Der Pestreiter

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