Das Rosenholzzimmer

Erschienen: Januar 2014

Bibliographische Angaben

  • Goldmann, 2013, Titel: 'Thornwood House', Originalausgabe

Couch-Wertung:

75

Leser-Wertung

-
Zum Bewerten, einfach Säule klicken.
1 50 100

Zum Bewerten, einfach Säule klicken.

Bitte bestätige - als Deine Wertung.

Gebe bitte nur eine Bewertung pro Buch ab, um die Ergebnisse nicht zu verfälschen. Danke!

1 x 91-100
2 x 81-90
0 x 71-80
2 x 61-70
0 x 51-60
0 x 41-50
0 x 31-40
0 x 21-30
0 x 11-20
0 x 1-10
B:80
V:4
W:{"1":0,"2":0,"3":0,"4":0,"5":0,"6":0,"7":0,"8":0,"9":0,"10":0,"11":0,"12":0,"13":0,"14":0,"15":0,"16":0,"17":0,"18":0,"19":0,"20":0,"21":0,"22":0,"23":0,"24":0,"25":0,"26":0,"27":0,"28":0,"29":0,"30":0,"31":0,"32":0,"33":0,"34":0,"35":0,"36":0,"37":0,"38":0,"39":0,"40":0,"41":0,"42":0,"43":0,"44":0,"45":0,"46":0,"47":0,"48":0,"49":0,"50":0,"51":0,"52":0,"53":0,"54":0,"55":0,"56":0,"57":0,"58":0,"59":0,"60":0,"61":0,"62":0,"63":0,"64":0,"65":1,"66":0,"67":0,"68":0,"69":1,"70":0,"71":0,"72":0,"73":0,"74":0,"75":0,"76":0,"77":0,"78":0,"79":0,"80":0,"81":0,"82":0,"83":0,"84":1,"85":0,"86":1,"87":0,"88":0,"89":0,"90":0,"91":0,"92":0,"93":0,"94":0,"95":0,"96":1,"97":0,"98":0,"99":0,"100":0}
Rita Dell'Agnese
Der etwas andere historische Roman

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Okt 2014

Die Fotografin Audrey Kepler steht an einem Wendepunkt ihres Lebens. Sie kann sich zwar mit ihren Aufträgen knapp über Wasser halten und sich mit ihrer Tochter Bronwyn durchs Leben schlagen. Da nimmt sich Bronwyns Vater Tony das Leben. Obwohl er sich schon vor einiger Zeit von Audrey getrennt hatte, um eine andere zu heiraten, ist sie fassungslos. Erst recht, als sie erfährt, dass er Audrey und seiner Tochter das Haus eines Großvaters in Queensland vermacht hat ein stattliches Anwesen, von dem Audrey und ihre Tochter leben können. Gegen ihre ursprüngliche Absicht, das Haus sofort zu verkaufen, ist Audrey so von dem Anwesen fasziniert, dass sie beschließt, ihr Leben in Melbourne aufzugeben und sich in Queensland eine neue Existenz aufzubauen. Bronwyn ist begeistert. Sie ahnt nicht, dass ihre Mutter auch deshalb so auf Thornwood House konzentriert ist, weil sie spürt, dass das alte Haus ein besonders Geheimnis verbirgt. Besonders das etwas abseits gelegene Rosenholzzimmer scheint von einem Geist durchdrungen. Audrey findet nicht nur eine Fotografie, die sie nicht mehr los lässt, sie entdeckt auch einen Liebesbrief und fällt immer wieder in Trance, in deren Verlauf sie Szenen aus der Vergangenheit erlebt. Als Audrey erfährt, dass Bronwyns Urgroßvater beschuldigt wurde, eine junge Frau getötet zu haben, will sie unbedingt mehr über die Vergangenheit erfahren. Helfen sollen ihr dabei ihre neuen Freunde, besonders aber die Pilotin Corey. Nicht allen aber gefällt es, dass Audrey in der Vergangenheit wühlt.

Rückblende in die Kriegsjahre

Anna Romers Roman ist kein klassischer historischer Roman. Die meiste Zeit spielt der Roman in der Gegenwart einer australischen Kleinstadt. Und dennoch passt zumindest teilweise das Genre. Denn die Autorin schafft es, die gesellschaftlichen Zwänge der früheren Jahrzehnte sichtbar zu machen. Die Geschichte der jungen Aylish ist in der Zeit des Zweiten Weltkriegs angesiedelt. Die Tochter eines weißen Predigers und einer Aborigine-Frau hat es nicht leicht, ihre gesellschaftliche Stellung zu behaupten. Erst recht, als sie ein uneheliches Kind zur Welt bringt der Vater des Kindes ist an der Front und kehrt schließlich als gebrochener Mann in seine Heimat zurück. In der Nacht, nachdem es zwischen ihm und seiner Geliebten in der Öffentlichkeit zu einer Auseinandersetzung gekommen ist, stirbt die junge Frau. Obwohl diese Szene selber nur eine kurze Sequenz im Roman ist, ist sie das tragende Element, auf dem sich fächerförmig eine tragische Geschichte ausbreitet. Anna Romer lässt dabei kaum etwas aus. Und damit schießt sie leider auch etwas über das Ziel hinaus und befrachtet ihren Roman etwas zu stark. Sie mischt alle möglichen Elemente. Zwar tut sie das virtuos und verliert bei keinem einzigen Strang den roten Faden aber sie nimmt durch die Fülle dem Detail das gewisse Etwas.

Figuren sind zu oberflächlich

Die zweite Schwäche des Romans ist die Figurenzeichnung. Natürlich gibt es auch hier gute Ansätze. Besonders Luelle, Tonys Mutter, bekommt im Laufe der Geschichte unerwartet viel Tiefe. Lasch bleibt hingegen Audrey, die als Hauptperson etwas mehr Konturen haben dürfte. Ihre Lebens- und Liebesgeschichte ist eher durchschnittlich und lässt keinen großen Spielraum der Phantasie. Sehr schnell ist klar, worauf Audrey zusteuert und danach empfindet man sie bestenfalls noch als Transportmittel, um den Rest der Geschichte vernünftig erzählen zu können. Anna Romer hätte sich absolut auf den Vergangenheitsteil beschränken können, und dabei einen sehr spannenden, vielschichtigen Roman vorgelegt. Sowohl von der Figurenzeichnung her als auch von der Tiefe der erzählten Geschichte ist da nämlich viel zu holen.

Die Frage, wie die Gesellschaft mit den ledigen Aborigine-Müttern umgeht und welchen Stellenwert Mischlingskinder haben konnten, ist gut beleuchtet und weckt Neugier auf mehr. Auch die gespannte familiäre Situation bei Tony und dessen Schwester Glenda, die bei einem mysteriösen Unfall ums Leben kommt, ist ein typisches Zeichen der Nachkriegszeit, in der es vor allem darum geht, den Schein nach außen zu wahren und ein Zerbrechen der Idylle nicht zuzulassen. Letztlich ist es aber vor allem das Schicksal des später als Mörder verdächtigten Großvaters von Bronwyn, das einen sehr komplexen Themenkreis erschließt. Er gerät im Zweiten Weltkrieg in japanische Gefangenschaft und muss dort unter schwierigen Verhältnissen eine schwere Zeit überstehen was nicht ohne Auswirkungen auf seine Psyche bleibt. Vor diesem Hintergrund kann Das Rosenholzzimmer durchaus als historischer Roman verstanden werden.

Das Rosenholzzimmer

Das Rosenholzzimmer

Deine Meinung zu »Das Rosenholzzimmer«

Hier kannst Du einen Kommentar zu diesem Buch schreiben. Wir freuen uns auf Deine Meinungen. Ein fairer, respektvoller Umgang sollte selbstverständlich sein. Danke!

Letzte Kommentare:
02.04.2018 17:24:30
ElbPsi

Mit der rotagonistin konnte ich nicht warm werden. Wer ein altes Haus erbtund statt zu renovieren in Tagträumen versinkt.... Dazu ist sie nicht offen zu ihrer Tochter.

Ich finde Audrey zu dämlich. Anstatt sensibel mit neuen Bekannten umzugehen, stellt sie ihre Bedürfnisse in den Vordergrund und tritt in einge Fettnäpfchen.

Ich habe das Buch quer gelesen und viele Seiten übersprungen. Zum Glück war es aus derBibliothek.

02.02.2015 07:21:16
Vivi

Bereits nach wenigen Seiten zieht „Das Rosenholzzimmer“ den Leser in seinen Bann. In diesem Buch handelt es sich um eine bewegende Familiengeschichte um düstere Familiengeheimnisse über mehrere Generationen, um Rätsel, die auf eine Lösung, um Geister, die auf eine Erlösung und um Mörder, die auf eine Überführung warten.
Die Kulisse dazu bietet hauptsächlich Queensland, Australien. Anna Romer bleibt jedoch nicht nur bei einer sachlichen Umgebungsbeschreibung, ihre Darstellung ist die reinste Liebeserklärung der Natur gegenüber, ihre detailreichen Naturbilder sind atemberaubend. Ebenso beeindruckend ist ihr einfühlsamer Schreibstil und die Kombination aus diesen Aspekten erlaubt es, dieses Buch mit allen Sinnen zu genießen.

Aus der Sicht der Protagonistin Audrey erfährt man eine ergreifende Geschichte. Durch ihre Erlebnisse, Träume und Visionen entfaltet sich eine teils reale, teils übernatürliche Welt der Gegenwart und geht bis in weitere vier Generationen in die Vergangenheit zurück. Teilweise gibt es Einblendungen in Form von Erinnerungen der mittlerweile verstorbenen Urgroßmutter Aylish. Einiges gilt aus alten Tagebucheinträgen und Briefen zu erahnen. Anna Romer verbindet die wirklichen und imaginären Ereignisse meisterhaft und gibt es auf diese Art zu verstehen, wieso Audreys Nachforschungen an einer unerklärlichen Besessenheit grenzen, die oft sogar ihre Wahrnehmung trübt. Sie sieht Schatten, riecht Rosenduft und erlebt Halluzinationen.

Die geschickten Täuschungsmanöver der Autorin lassen die Charaktere mit der Zeit wandeln: Ross, der Lehrer gewinnt trotz negativer Ankündigung an Sympathie, Hobe, der Nachbar erweist sich anstatt schroff und unfreundlich doch als ein liebenswerter, aufmerksamer Mann, Luella, die verwirrte, wilde Einsiedlerin „mutiert“ zur liebevollen und vorsorglichen Oma und selbst Nancy, erwartungsgemäß eine böse Nebenbuhlerin, erscheint wider Erwartungen als eine angenehme Person.

Hinter der Fassade des australischen Farmidylle werden alte Konflikte enthüllt, während sich die Details klug zusammen fügen.
Die geheimnisvolle, teils bedrückende Grundstimmung, die Vorahnungen und Gespenstererscheinungen, sowie die wilde Natur – die Autorin lässt sie gern durch die Augen einer Fotografin sehen – sorgen für zusätzlichen Nervenkitzel. Anna Romer spielt gekonnt mit den Wörtern, mischt die Emotionen auf und hält die Spannung dauerhaft aufrecht: Mal entnimmt man Erleichterung, Vorfreude und Hoffnung (Erbschaft, Umzug, neue Perspektiven), nach einer Welle von Traurigkeit (Tod, Enttäuschung, Einsamkeit), mal ist alles gespenstisch und still (Alpträume, Vorahnungen), danach kommen Zweifel auf. Ganz nebenbei schließt Audreys Tochter eine innige Freundschaft und es entwickelt sich eine solide Liebesgeschichte.

Nicht zuletzt muss eine rührende und bodenständigste Liebeserklärung erwähnt werden, die sich über Generationen wiederholt: „So eine wie sie gibt es nur ein Mal auf der Welt.“

Anna Romer schuf mit einfachen und treffsicheren Formulierungen, mit einer gut bedachten, spannenden Geschichtsführung ein hochwertiges, anspruchsvolles Werk mit hervorragendem Unterhaltungswert.

01.11.2014 19:49:47
Lese-Bienchen

Das Rosenholzzimmer, leider nicht ganz so überzeugend wie erhofft aber trotzdem ein netter Unterhaltungswert. An sich geht es um die Familientragödie von Bronwyns Vater. Dieser vererbt seiner Tochter und dessen Mutter das Haus seiner Großeltern. Brons Mutter Audrey verliebt sich sofort in das Anwesen und ist von der Familiengeschichte ihrer großen Liebe total gefangen. Nach dem sie sich entschlossen haben, in den Australischen Busch zu ziehen, erfahren sie das erste Geheimnis, Tonys Großvater Samuel soll Tonys Großmutter Ashley umgebracht haben. Was ist an diesem Mord dran und dann werden weitere mysteriöse Todesfälle in dieser Familie bekannt. Hat dies auch zu Tonys Selbstmord geführt.
Was den Leser erst mal verwundert, Audrey versucht den Mord an Ashley zu lösen bestimmt will beweisen, dass Samuel kein Mörder war. Diese Geschichte spielte jedoch schon zwei Generationen in der Vergangenheit warum ist sie davon mehr besessen als von dem Selbstmord. Auch passieren einige Sachen sehr schnell, die Tonys Mutter eine Frau die seit dem verschwinden Ihres Mannes zurück gezogen lebt, nimmt die nicht bekannte Enkelin sofort auf. Vieles läuft zu rund und anderes ist meines Erachtens unnötig in die Länge gezogen. Auch wenn ich mir vorstellen kann, dass die Landschaft atemberaubend ist, muss sie nicht ständig aufs neue beschrieben werden. Auch die Seitenweise Liebesbriefe die Audery findet und zwar das ein oder andere Geheimnis lüften sind aber etwas zu viel des guten. Zu dem muss man leider sagen, dass nicht alle Fragen am Schluss aufgeklärt werden. Trotz Happy End und Entwicklungen die leicht voraussehbar sind behält das Buch doch einiges zurück. Was der Geschichte die so spannend anfängt und wirklich gut hergeleitet ist einen etwas u glücklich zurück lässt.
Ich kann das Buch jedem empfehlen, der Familiengeheimnisse mag, die über verschiedene Generationen läuft. Zu dem Lesern die Landschaftsbeschreibungen lieben und nicht die Geduld verlieren, wenn diese sich auch mal über eine ganze Seite hinziehen und man nicht gerade erfährt wie es weiter geht.

Zeitpunkt.
Menschen, Schicksale und Ereignisse.

Wir schauen auf einen Zeitpunkte unserer Weltgeschichte und nennen Euch passende historische Romane.

mehr erfahren