Das Blut der Schande

Erschienen: Januar 2006

Bibliographische Angaben

  • Heyne, 2005, Titel: 'The Italian Secretary', Originalausgabe

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Jörg Kijanski
Glaubt Sherlock Holmes an Geister?

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Sep 2014

Holyroodhouse in Edinburgh ist die offizielle Residenz der britischen Königin in Schottland. Ein äußerst geschichtsträchtiger Ort, denn hier wurde 1566 der Italiener David Rizzio, von mehreren Adeligen mit zahlreichen Messerstichen ermordet. Rizzio war der persönliche Sekretär von Königin Mary Stuart von Schottland, die eine langjährige Fehde mit Königin Elisabeth I. um den englischen Thron austrug. Seitdem soll es in Holyroodhouse spuken, manche glauben sogar, dass der Geist von Rizzio sein Unwesen treibt. Dessen Ermordung ist inzwischen rund 300 Jahre her, da werden Sherlock Holmes und Dr. Watson nach Edinburgh gerufen. Zwei mysteriöse Todesfälle binnen zwei Wochen versetzen die königliche Belegschaft in helle Aufregung, zumal die Todesursachen verblüffende Ähnlichkeiten mit dem Tod Rizzios aufweisen.

 

"Darüber hinaus ist die Königin und daran erinnert sie mich bei jeder Audienz aufs Neue mit fast jedem königlichen Herrschaftshaus auf dem Kontinent familiär verbunden und kommuniziert regelmäßig mit allen von ihnen. Gäbe es, abgesehen von diesen Ereignissen, die von einigen fehlgeleiteten Jugendlichen in die Wege geleitet wurden, eine Verschwörung, die ihr nach dem Leben trachtet, so behauptet sie, wüsste sie davon als Erste. Ich möchte nicht respektlos wirken, Sherlock, aber deine Anwesenheit hier, wie auch die von Dr. Watson und der Geheimdienstoffiziere, zeigt deutlich, wie sehr ich dieser Einschätzung vertraue."

 

Auf ihrer Fahrt nach Schottland treffen sie auf Mycroft Holmes, der von mehreren Anschlägen auf die Königin zu berichten weiß. Er befürchtet eine Verschwörung, an der womöglich der Enkel der Königin, der deutsche Kaiser, und nationalistische schottische Kräfte beteiligt sein könnten. Für Sherlock Holmes klingt dies ähnlich ungläubig wie die Erscheinung eines Geistes&

Am Original orientiert, aber mit einigen Schwächen

Caleb Carr sollte man als Autor unbedingt kennen, allerdings wegen seines Bestsellers Die Einkreisung. Mit Das Blut der Schande hat sich Carr des berühmtesten Detektivs der Literaturgeschichte angenommen und bleibt weitgehend am Original. Dr. Watson fungiert als Ich-Erzähler und wird wie üblich nur selten über dessen Erkenntnisse informiert. Mycroft Holmes spielt eine größere Rolle, so dass es vermehrt zu Sticheleien zwischen den Brüdern kommt.

 

"Dies sieht mir immer weniger nach der Aufklärung eines Mordfalles aus und viel eher nach einem nun ja, es fällt einem schwer, ein Wort dafür zu finden!"

"Man kann es schon finden, aber man möchte es nicht aussprechen."

 

Mehrere Punkte sind dann allerdings doch überraschend, zum Beispiel die Zugfahrt von London nach Edinburgh, die sage und schreibe rund 75 Seiten in Anspruch nimmt. Am Zielort angekommen geht es im Mittelteil des Romans dann plötzlich ganz schnell, wer nicht aufpasst, verpasst die Auflösung. Anschließend erfolgen noch viele Seiten bis zu einem für Sherlock Holmes-Verhältnisse sehr actionreichen Showdown in Holyroodhouse. Und am Ende des Romans sieht selbst Dr. Watson einen Geist. Oder doch nicht?

Zwischendurch und vor allem auf der langen Zugfahrt erfährt man einiges über die englische Geschichte, insbesondere üben den oben erwähnten Mord an David Rizzio. Außerdem werden die Versuche Mary Stuarts, die Macht im Königreich an sich zu reißen und die Staatsreligion zu ändern, ebenso thematisiert wie deren wechselhaftes und unbeständiges Liebesleben. Insgesamt ein lesenswerter Roman für Freunde des Meisterdetektivs, der allerdings nicht an die Originale herankommt. Wer zudem Die Einkreisung von Caleb Carr gelesen hat, sollte zur Vermeidung einer Enttäuschung nicht mit einem ähnlich grandiosen Meisterwerk rechnen.

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