Das Reich des Teufelsfürsten

Erschienen: Januar 2014

Bibliographische Angaben

  • Bookspot, 2014, Titel: 'Das Reich des Teufelsfürsten', Originalausgabe

Couch-Wertung:

81
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Christina Wohlgemuth
Eine blutrünstige Geschichte eines düsteren Herrschers

Buch-Rezension von Christina Wohlgemuth Sep 2014

Südosteuropa, mitten im 15. Jahrhundert. In der Walachei kämpft Vlad Draculea weiter darum, den Thron seines Vaters zu erobern. Derweil wartet seine Geliebte Zehra mit dem gemeinsamen Sohn in einem Kloster auf die Rückkehr des Fürsten. Doch über dem Glück ziehen schwarze Wolken auf, und auch Vlads Persönlichkeit verändert sich immer stärker. Während Sultan Mehmed darauf wartet, zum finalen Schlag gegen den hasserfüllten Feind auszuholen, leidet Zehras Bruder Utz in Ulm unter seiner unglücklichen Ehe ...

Der zweite Teil um die Lebensgeschichte des Dracula

Nach ihrem Buch Der Teufelsfürst, das sich mit der Kindheit und Jugend von Vlad Draculea beschäftigt hat, legt Silvia Stolzenburg nunmehr den Folgenroman vor, der die Erwachsenenzeit des Fürsten der Walachei beschreibt. Auch die Familiengeschichte derer von Katzenstein in Ulm wird nahtlos weiter erzählt - Kenntnisse des ersten Bandes werden hierbei selbstverständlich vorausgesetzt.

Nachdem in Band 1 die Handlungsstränge Ulm und Südosteuropa relativ gleich stark bedacht wurden, verlegt sich der Schwerpunkt der Handlung nun deutlich auf Vlad Draculea, Zehra, ihren Sohn Carol sowie auf den Sultan und Radu. Die Geschichte um Utz und seine Gemahlin läuft ein wenig nebenher und überzeugt auch inhaltlich weniger. Die unterhaltsame und interessante Geschichte leidet dort ein wenig unter Stereotypen, an einer etwas stagnierenden Handlung - umso mehr überzeugt die Autorin im anderen Teil ihrer Geschichte.

Blut und Leid ohne billige Effekthascherei

Die Geschichte dreht sich um Vlad den Pfähler - dementsprechend muss sich der Leser auf einige Grausamkeiten gefasst machen. Die Autorin verschweigt nichts -Vlads Grausamkeit gegenüber inneren und äußeren Feinden gehören ebenso zum Lesealltag wie die tiefgreifende psychische Wandlung, die im Woiwoden vorgeht. Das mag nicht jedem gefallen - in jedem Fall dient es der Geschichte und ist unentbehrlich, um die düstere, faszinierende Geschichte dieser Figur zu zeichnen, die als Dracula literarische Berühmtheit erlangen sollte.

Im Nachwort führt die Autorin aus, wie sie selbst zu ihrem Protagonisten steht und welche Quellen sie für die Darstellung der Grausamkeiten gewählt hat. Sensible Naturen könnten damit überfordert sein - doch handelt es sich hier nicht um Effekthascherei, sondern um eine leider wahrscheinlich höchst realistische Darstellung der Zeit.

Ein überzeugender Roman, der berührt und mitreißt

Das Reich des Teufelsfürsten ist die gelungene Fortsetzung und gleichzeitig das Finale des Zweiteilers um Vlad Dracuela. Abgesehen vom schwächelnden zweiten Handlungsstrang weiß die Autorin auch dieses Mal zu überzeugen: mit ihrem intensiven Stil, mit ihren lebendigen und dreidimensionalen Charakteren und mit einer Geschichte, die lange im Gedächtnis bleibt.

Eine Warnung zum Schluss: wer hier nach Vampiren sucht, dürfte enttäuscht werden.

Das Reich des Teufelsfürsten

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