Die verschwundene Bibliothek des Alchimisten

Erschienen: Januar 2014

Bibliographische Angaben

  • Emons, 2012, Titel: 'La biblioteca perduta dell'alchimista', Originalausgabe

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Dirk Jaehner
Eine weitere mittelalterliche Schnitzeljagd - düster und spannend

Buch-Rezension von Dirk Jaehner Mär 2019

Ignazio da Toledo ist wieder im Einsatz. Diesmal soll er im Auftrag des spanischen Königs Ferdinand III. die französische Königin Blanca von Kastilien befreien. Ein mysteriöser Graf von Nigredo soll sie, einen päpstlichen Gesandten und weitere Würdenträger auf seiner Burg Airagne in den französischen Cevennen gefangen halten. Die Mission ist schwierig, denn Ignazio muss durch Kriegsgebiet: Im Süden Frankreichs hinterlässt der Feldzug gegen die Katharer verbrannte Erde, Ruinen und unzählige Tote und Heimatlose. Doch damit nicht genug: Ignazios ehemaliger Lehrer Galib beauftragt ihn, nebenbei noch ein Buch zu beschaffen. Die "Turba philosophorum" kann Ignazio bei der Bewältigung der Aufgabe helfen. Denn diese Schrift soll die wichtigsten Informationen zur Verwandlung unedler Metalle in Gold enthalten - die Grundlagen der Alchemie also. Der Graf von Nigredo ist als Alchemist berüchtigt.

Mittelalter-Action-Thriller

Fast könnte man sich zu dem Jubel versteigen, Simoni habe den ultimativen Mittelalter-Action-Thriller zum Thema Alchemie geschrieben. Aber auch nur fast. Zwar spürt man in jeder Zeile und in jedem Dialog, dass er sich ausgiebigst mit der Alchemie und ihren Schriften auseinandergesetzt hat. Er hat umfangreiche Quellenforschung betrieben und sogar eine historische Erwähnung seiner Hauptfigur entdeckt. Er hat sich in die Prozeduren der Alchemie eingearbeitet und könnte wahrscheinlich sogar selbst zum Alchemisten werden. Auch übertreibt er wohl nicht, wenn er die Folgen des Albigenser-Kreuzzuges als verheerend beschreibt. Die Truppen haben auf der Suche nach Ketzern tatsächlich ganze Landstriche in Südfrankreich in Schutt und Asche gelegt. Bezogen auf die historische Korrektheit ist ihm sicher kein Vorwurf zu machen.

Auch nicht, dass er diesen Rahmen nimmt und seine Geschichte hineinstellt. Das gibt einen vielschichtigen Hintergrund und reichlich Konfliktpotenzial für seine Figuren. Dass Simoni auch sein erzählerisches Handwerk versteht, sei anhand der Plot-Verdichtung und die Wanderschaft seiner Hauptfiguren in drei Gruppen parallel zum Schauplatz des Showdowns - eben jene geheimnisvolle Burg Airagne - führt, belegt. Dabei denkt er eher filmisch und so ist dieser Teil der Handlung trotz Längen durchaus spannend.

Was den Genuss dieses Buches jedoch trübt, ist sein Versuch, literarische Referenzen einzubauen. Geradezu ärgerlich ist seine reichlich ungelenke Verbeugung vor Umberto Eco. Fast wörtlich übernimmt Simoni den Schluss von Ecos Erfolgsroman "Der Name der Rose", indem er von der Zerstörung einer Bibliothek berichtet und Ignazio den Versuch starten lässt, wenigstens einen Teil der Bücher für die Nachwelt zu sichern. William von Baskerville verzweifelte auch an dem Versuch, etwas von dem Wissen der Welt für zukünftige Generationen zu erhalten. Was Simoni jedoch vielleicht als Reminiszenz an Eco verstanden wissen wollte, wirkt lediglich platt und epigonal.

Fazit:

Wer jedoch darüber hinwegsehen kann (oder wer vielleicht den "Namen der Rose" gar nicht gelesen hat), kann in die düstere Welt des christlich-mittelalterlichen Aberglaubens über die Alchemie eintauchen und Ignazio durch dunkle Burgen folgen, Figuren begegnen, die nicht immer sind was sie scheinen und zudem Zeuge der wahrscheinlich größten Umweltverschmutzung vor dem industriellen Zeitalter werden.

Die verschwundene Bibliothek des Alchimisten

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