Das Sternenhaus

Erschienen: Januar 2014

Bibliographische Angaben

  • Droemer-Knaur, 2014, Titel: 'Ember Island', Originalausgabe

Couch-Wertung:

87

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Rita Dell'Agnese
Die Wahrheit heilt alles

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Sep 2014

Tilly ist glücklich. Sie ist nun mit Jasper verheiratet, einem charmanten jungen Mann, der ihr eine behütete Zukunft bieten soll. So wollte es Tillys Großvater. Der alte Mann aber bricht auf der Hochzeit seiner Lieblingsenkelin zusammen. Für Tilly bedeutet dies, dass sie bei ihm bleiben würde, bis er wieder gesund wäre. Ihr frisch angetrauter Ehemann indes muss aus geschäftlichen Gründen zurück auf die Insel im englischen Kanal fahren, wo er ein stattliches Haus sein eigen nennt. Es ist das Jahr 1891 und Tilly bleibt einzig die Möglichkeit, Briefe zu schreiben, um mit Jasper in Kontakt zu treten. Leicht beunruhigt wartet sie vergebens auf Antwort. Als der Großvater stirbt, reist Tilly ebenfalls auf die Insel. Dort erwartet sie eine unangenehme Überraschung. Weder das Anwesen noch ihr Ehemann präsentieren sich so, wie Tilly es erwartet hat. Nach und nach gerät die junge Frau in einen Strudel von Verzweiflung, Hass und Wut. Nach einer schrecklichen Nacht flieht Tilly von der Insel und baut sich im fernen Australien eine neue Existenz auf. Sie hat den Namen einer jungen, verstorbenen Französin angenommen und hofft, dass sie ihre Vergangenheit dadurch ganz abstreifen kann. Auf einer Gefängnisinsel unterrichtet sie Nell, die Tochter des Leiters. Als sie sich in den alleinstehenden Gefängnisleiter verliebt, gerät ihre Existenz neuerlich ins Wanken.

Nina lebt in der Gegenwart des 21. Jahrhunderts. Die erfolgreiche Autorin soll ein weiteres Buch schreiben, tut sich aber schwer damit. Vor dem drängenden Abgabeschluss in ihrem Nacken flieht sie auf eine Insel, wo sie das Haus ihrer Urgroßmutter bezieht. Dort findet sich in einem Versteck das Tagebuch einer jungen Schreiberin, deren eindringliche Worte Ninas Neugier wecken. Sie stößt auf das Schicksal Tillys und beginnt, sich mit deren Geschichte auseinander zu setzen.

Gut ineinander eingefügt

Kimberley Wilkins gelingt es, die beiden Zeitebenen, in denen ihr Roman angesiedelt ist, gut zu kombinieren. Sie legt dabei das Gewicht ganz klar auf die Vergangenheit und stellt über weite Strecken Tilly und ihr Schicksal in den Mittelpunkt des Geschehens. Das bekommt dem Roman ausgezeichnet. Die Mischung stimmt, der im Umfang eher etwas zurückhaltende Gegenwartsteil flacht nicht zu sehr ab, ist aber deutlich weniger tiefgründig und aussagekräftig, wie die Zeit des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Durch den Verzicht von zu starken familiären Bindungen und die Konzentration auf die beiden Erzählstränge ist Kimberley Wilkins ein feinfühliger Roman gelungen, der mit beiden Epochen gut harmoniert. Auch die Erzählstruktur wechselt sich leicht, passt sich der jeweiligen Epoche an. Dieser fast unmerkliche Wechsel gibt dem Roman eine schöne Rundung.

Starker Charakter

Während Nina bis zum Schluss eher eine blasse Figur bleibt, zeichnet sich Tilly durch Stärke und die Bereitschaft auf, sich für ihre Zukunft stark zu machen. Sie ist ein Kind ihrer Zeit und das ist in der ganzen Erzählung auch spürbar. So verzichtet die Autorin darauf, Tilly zu einer Superheldin hochzustilisieren. Sie lässt sie eine Frau mit Ängsten und Hoffnungen sein und begnügt sich damit, den Alltag der jungen Frau zu spiegeln und ihre Handlungen auf eine angenehme Weise zu erklären. Ganz vermag Kimberley Wilkins sich der Gefahr, die einen Figuren zu gut und die anderen zu böse zu zeichnen, nicht entziehen. Jasper etwa ist von Anfang an ein Charakter, mit dem man nicht warm werden mag. Auch die Gärtnerin Hetti auf der Gefängnisinsel kann sich nicht richtig in die Herzen des Publikums spielen, wenn sie es auch mühelos schafft, sich ins Herz der einsamen und naiven Tilly zu schleichen.

Nell bleibt eine ambivalente Figur. Sie ist das verwöhnte Kind eines Mannes, der nur noch seine Tochter hat und ihr jeden Wunsch von den Augen lesen will. Dadurch ist sie auch eine ungestüme und in vielen Bereichen egoistische Person, die ihrer Gouvernante ganz schön zusetzt. Obwohl Nell alle Anzeichen einer verwöhnten Göre aufweist, vermag man sich jedoch kaum, ihrem Charme zu entziehen.

Interessanter Handlungsort

Die Autorin schafft durch ihre Erzählung sehr viel Atmosphäre. Sie vermag es, die Gegebenheiten des ausgehenden 19. Jahrhunderts darzustellen und das Publikum auf eine Zeitreise mitzunehmen. Besonders die Schilderungen des Alltags auf der Gefängnisinsel sind aufschlussreich und dürften vielen Leserinnen und Lesern unbekannte Aspekte näher bringen. Damit kann Kimberley Wilkins mit Das Sternenhaus gut an ihre bisherigen Erfolge anknüpfen. Sie legt zwar keinen Roman vor, der sich über alle anderen erheben würde. Das Sternenhaus ist aber eine solide und facettenreiche Unterhaltung, die von einem wohltuenden Schreibstil und gut ausgearbeiteten Figuren lebt.

Das Sternenhaus

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