Hostienfrevel

Erschienen: Januar 2014

Bibliographische Angaben

  • Rowohlt, 2014, Titel: 'Hostienfrevel', Originalausgabe

Couch-Wertung:

80

Leser-Wertung

-
Zum Bewerten, einfach Säule klicken.
1 50 100

Zum Bewerten, einfach Säule klicken.

Bitte bestätige - als Deine Wertung.

Gebe bitte nur eine Bewertung pro Buch ab, um die Ergebnisse nicht zu verfälschen. Danke!

0 x 91-100
1 x 81-90
0 x 71-80
0 x 61-70
1 x 51-60
0 x 41-50
0 x 31-40
0 x 21-30
0 x 11-20
1 x 1-10
B:45.333333333333
V:2
W:{"1":1,"2":0,"3":0,"4":0,"5":0,"6":0,"7":0,"8":0,"9":0,"10":0,"11":0,"12":0,"13":0,"14":0,"15":0,"16":0,"17":0,"18":0,"19":0,"20":0,"21":0,"22":0,"23":0,"24":0,"25":0,"26":0,"27":0,"28":0,"29":0,"30":0,"31":0,"32":0,"33":0,"34":0,"35":0,"36":0,"37":0,"38":0,"39":0,"40":0,"41":0,"42":0,"43":0,"44":0,"45":0,"46":0,"47":0,"48":0,"49":0,"50":0,"51":1,"52":0,"53":0,"54":0,"55":0,"56":0,"57":0,"58":0,"59":0,"60":0,"61":0,"62":0,"63":0,"64":0,"65":0,"66":0,"67":0,"68":0,"69":0,"70":0,"71":0,"72":0,"73":0,"74":0,"75":0,"76":0,"77":0,"78":0,"79":0,"80":0,"81":0,"82":0,"83":0,"84":1,"85":0,"86":0,"87":0,"88":0,"89":0,"90":0,"91":0,"92":0,"93":0,"94":0,"95":0,"96":0,"97":0,"98":0,"99":0,"100":0}
Daniela Loisl
Ein weiterer Fall für die Begine Serafina

Buch-Rezension von Daniela Loisl Sep 2014

Freiburg Anfang des 15. Jahrhunderts. Nachdem Serafina den vermeintlichen Selbstmord eines Kaufherrnsohns als Mord erkannt und gelöst hat, scheint endlich Ruhe in der Stadt eingekehrt zu sein. Serafina hat sich gut eingelebt bei den Beginen und sie ist zufrieden mit ihrem Leben. Doch dann kommt es zu einer schlimmen Untat im Münster. Hostien werden entweiht und der Kreuzbruder ermordet. Sofort sind die meisten Bewohner sich einig, dass nur die Juden dahinter stecken können. Und so wird der Judenschuster Mendel verhaftet und peinlich befragt. Unter der Folter gesteht er alles, aber Serafina und auch ihr Bekannter, der Stadtarzt Adalbert Achaz, glauben nicht an seine Schuld&

Solider Plot

 Das Aschenkreuz war der Beginn einer neuen Reihe von Astrid Fritz, in der die Begine Serafina ermittelt. Wie schon der erste Band ist auch dieses Buch von Beginn an flott erzählt und man ist schnell im Geschehen. Sind dies die ersten Bücher der Autorin die man liest, wird man feststellen, dass die Serafina-Reihe kurzweilige Stunden mit solider Krimiunterhaltung bietet. Kenner von Astrid Fritz´ Büchern jedoch wird auffallen, dass die Autorin weit hinter ihrem eigentlichen Potential schreibt. Denkt man z.B. an Die Bettelprophetin oder auch an Der Pestengel von Freiburg, so sind diese Bücher auf einem gänzlich anderen, einem leichteren, Niveau.

Doch man darf nicht unfair sein, denn mit Sicherheit ist die leichte Unterhaltung dieser Reihe auch gewollt. So lässt sich auch dieses Buch schnell weglesen und die Protagonistin und auch der Medicus sind sympathische Figuren, mit denen man sich identifizieren kann.

Gewohnt ausgefeilte Charaktere

Wenngleich die Autorin hier eine einfachere Erzählweise gewählt hat, so kommt ihr Talent zum Schreiben gerade bei der Figurenzeichnung zum Tragen. Nicht nur bei ihren Protagonisten hat Astrid Fritz ein besonderes Augenmerk auf die lebendige und realistische Darstellung gelegt, sondern auch bei sämtlichen Nebenfiguren, und sei deren Auftritt auch noch so unbedeutend. Dies verleiht der Geschichte eine große Portion an Lebendigkeit und Authentizität.

Mit viel Feingefühl hat Fritz diesmal eine Unstimmigkeit zwischen Serafina und dem Medicus Achaz mit eingebaut und die Gedanken die Serafina zu dieser Trübung ihrer Beziehung durch den Kopf gehen, sind sehr nachvollziehbar.

Und natürlich Todesfälle

Wie es sich für einen Krimi gehört, kommt natürlich auch in diesem Band ein Verbrechen vor und Serafina steckt wie könnte es anders sein wieder ihre Nase in die Ermittlungen. Dass nicht alles so ist wie es auf den ersten Blick scheint, versteht sich von selbst. Obwohl die Aufklärung nicht mit einem großen Aha-Effekt überrascht, so ist sie dennoch gekonnt und stringent. Etwas mehr Raffinesse wäre allerdings wünschenswert, denn wenn die Krimihandlung auch zuweilen spannend ist, so fehlt ihr doch - zumindest bei der Aufklärung des Täters - der letzte Pfiff.

Wesentlich mehr Augenmerk hat die Autorin auf ihre Protagonisten gelegt und schön langsam, wenn auch noch nicht völlig, lüftet sich auch das Geheimnis um Serafinas Vergangenheit. Man darf auf weitere Fälle der Begine und des Stadtarztes gespannt sein.

Hostienfrevel

Hostienfrevel

Deine Meinung zu »Hostienfrevel«

Hier kannst Du einen Kommentar zu diesem Buch schreiben. Wir freuen uns auf Deine Meinungen. Ein fairer, respektvoller Umgang sollte selbstverständlich sein. Danke!

Letzte Kommentare:
06.11.2014 15:25:45
hasirasi2

Als im Freiburger Münster Hostien entweiht und ein alter Kreuzbruder ermordet werden, ist für die Bevölkerung sofort klar, dass die Juden schuld sind. Kurz darauf sollen diese auch noch versucht haben, einem Betteljungen bei lebendigem Leib das Herz herauszuschneiden!
Nur die Begine Serafina glaubt nicht an deren Schuld und versucht mit Hilfe des Stadtarztes Achaz, des Zwerges Barnabas und ihrer Mitschwestern, den wirklich Täter zu finden. Doch ihr läuft die Zeit davon, denn die Christen wollen Blut sehen, Judenblut …

Ich habe das Buch regelrecht verschlungen, weil ich von der ersten Seite an mit Serafina mitgefiebert habe. Der Roman ist unglaublich spannend, mit zum Teil sehr erstaunlichen Wendungen und der Täter und sein Motiv haben mich am Ende dann doch überrascht.
Die Protagonisten werden sehr natürlich und lebensnah geschildert. Da ist zuerst natürlich Serafina, eine gestanden Frau, erfahren und mitten im Leben; Barnabas, ein seltsamer Kauz, der sich irgendwie durchs Leben schlägt und der Stadtarzt Achaz (wahrscheinlich in Serafina verliebt?!), welcher versucht, in Freiburg Fuß zu fassen und sein Leben neu zu ordnen. Mir hat auch die Begine Adelheid sehr gut gefallen, die irgendwie vergeistigt ist und ihrer Zeit weit voraus, wobei sie leider oft übers Ziel hinaus schießt.
Durch diese tollen Charaktere erfährt man auch viel über das Leben und die Sitten und Gebräuche des Mittelalters (Mahlzeiten, Kleidung, Tagesablauf etc.), die sehr gut recherchiert sind.

Astrid Fritz hat mit „Hostienfrevel“ wieder einen wundervollen Mittelalter-Krimi geschrieben. Echte Fans kennen bestimmt schon den ersten Teil „Aschekreuz“, aber man versteht „Hostienfrevel“ auch, ohne den ersten Teil gelesen zu haben.
Gut fand ich auch das Personenverzeichnis am Beginn und die Begriffsklärung am Ende des Buches, falls man doch mal den Faden verliert oder etwas nachschlagen will.
Ich freue mich schon sehr auf die hoffentlich noch folgenden Bände und vergebe 5 Sterne. „Hostienfrevel“ bekommt von mir eine unbedingte Leseempfehlung!

31.10.2014 12:51:37
dorli

Freiburg 1415. Die Stadt ist in Aufruhr - die Hostien im Münster wurden entweiht, der niedergeschlagene Kreuzbruder stirbt! Ein Verdächtiger ist schnell gefunden, der jüdische Schuster Mendel soll die Tat begangen haben. Doch die Begine Serafina hat Zweifel an der Schuld des Schusters und macht sich auf Spurensuche…

„Hostienfrevel“ ist der zweite Band der historischen Krimiserie um die scharfsinnige Begine Serafina. Auch ohne Kenntnis des ersten Bandes habe ich sehr schnell in diese Geschichte hineingefunden. Dank einiger geschickt platzierter Rückblenden in das bewegende Leben vor ihrer Beginenzeit, lernt man Serafina schnell und gut kennen.

Astrid Fritz hat einen flüssigen, angenehm zügig zu lesenden Schreibstil. Die tollen Beschreibungen des mittelalterlichen Freiburgs haben mich sofort in das Geschehen hineingezogen und es hat mir großen Spaß gemacht, Serafina bei ihrer nicht immer ungefährlichen Suche nach dem wirklichen Täter zu begleiten.

Da die Begine in ihrer Vergangenheit selbst schon einiges an Unrecht erfahren musste, hat sie es sich zur Aufgabe gemacht, unschuldig in Bedrängnis geratenen Menschen zu helfen. Bestürzt über den plötzlichen Hass auf den Schuster Mendel und die anderen jüdischen Familien, macht sich Serafina beherzt ans Werk und beginnt Nachforschungen anzustellen und unangenehme Fragen zu stellen.
Sehr gut vermittelt Astrid Fritz die hitzige Atmosphäre in der Stadt. Man spürt, wie es in der Bevölkerung brodelt, fast jeder will die Juden als Schuldige am Hostienfrevel sehen, wittert man doch eine willkommene Möglichkeit, die ungeliebten Geldverleiher loszuwerden.

Die Krimihandlung ist fesselnd und spannend, der Blick des Lesers wird in unterschiedliche Richtungen gelenkt und man kann bis zum Schluss über die Identität des Täters grübeln.

Ausgesprochen gut gefallen haben mir auch das ausführliche Personenverzeichnis und das umfangreiche Glossar.

„Hostienfrevel“ ist ein unterhaltsamer historischer Krimi, der mir ein paar spannende Lesestunden beschert hat.

01.10.2014 16:51:33
mabuerele

Wir schreiben das Jahr 1415. Im Münster in Freiburg wird der alte Kreuzbruder niedergeschlagen. Am nächsten Tag findet man am Altar entweihte Hostien. Sofort kommt das Gerücht auf, der Schuster Menzel könne der Schuldige sein. Menzel ist Jude.
Serafina, die seit etwa einem halben Jahr bei den Beginen lebt, findet die Anschuldigungen falsch und ermittelt. Eigentlich wollte ich schreiben, dass sie vorsichtig ermittelt, aber das trifft nicht den Kern.
Es ist der zweite historische Krimi mit Serafina. Die junge Frau hat ein hartes Schicksal hinter sich. Bei den Beginen konnte sie neu anfangen und zur Ruhe kommen. Doch ihre Neugier und ihr Wille, der Gerechtigkeit zum Siege zu verhelfen, führt sie erneut in lebensgefährliche Situationen.
Das Buch ist spannend geschrieben und lässt sich zügig lesen. Es fiel mir schwer, es zwischendurch aus der Hand zu legen. Historische Fakten und fesselnde Ermittlungen wurden geschickt miteinander verknüpft. Notwenige Informationen aus dem ersten Teil wurden gekonnt in die Handlung integriert. Dabei hat die Autorin genau das richtige Maß gefunden.
Der Schreibstil orientiert sich an den heute gebräuchlichen Begriffen. Ab und an werden historische Worte eingeflochten. Die Kapitel sind relativ kurz gehalten. Freiburg wird detailliert mit all seinen Besonderheiten beschrieben. Das bot sich automatisch an, wenn sich die Beginen in der Stadt bewegt haben. So formte sich nicht nur das Markttreiben zu einem Bild in meinem Kopf.
Bald wurde klar, dass die Juden als Sündenböcke für das Geschehen herhalten sollten. Deutlich wird herausgearbeitet, welche Vorteile sich manch Bürger davon versprach, aber auch, dass es vernünftige Stimmen gab, die das Verhalten ablehnten. Der Mob der Straße ließ sich leicht negativ zu beeinflussen. Leider hat sich über die Jahrhunderte da nicht viel geändert.
Besonderen Wert legt die Autorin auf aussagekräftige Dialoge. Wenn sich Serafina mit dem Stadtarzt anlegt, passt jedes Wort.
In der eigentlichen Geschichte sind andere kleine Erzählungen versteckt. Ich denke unter anderen an das Verhalten von Adelheid. Gleichzeitig wird deutlich, dass das Verhalten der Beginen festen Regeln unterworfen werden musste, um diesen Lebensstil aufrechterhalten zu können.
Ein Personenverzeichnis zu Beginn und ein Glossar am Ende vervollständigen das Buch.
Vor jedem Kapitel befindet sich ein stilisiertes Kreuz. Der erste Buchstabe des Kapitelanfangs wurde in geschwungene, über zwei Zeilen gehende Schrift gesetzt.
Das Cover wirkt in seiner unterschiedlichen Gestaltung edel. Die junge Frau und der Ausschnitt der Stadt sind glänzend gehalten, während der Rand mit dem Namen der Autorin in Gold eher griffig ist.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Die exakte Darstellung des mittelalterlichen Lebens zeugt von genauer Recherche. Der hohe Spannungsbogen und die sympathische Ermittlerin sorgten dafür, dass das Lesen zum Vergnügen wurde.