Hostienfrevel

Erschienen: Januar 2014

Bibliographische Angaben

  • Rowohlt, 2014, Titel: 'Hostienfrevel', Originalausgabe

Couch-Wertung:

80
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Daniela Loisl
Ein weiterer Fall für die Begine Serafina

Buch-Rezension von Daniela Loisl Sep 2014

Freiburg Anfang des 15. Jahrhunderts. Nachdem Serafina den vermeintlichen Selbstmord eines Kaufherrnsohns als Mord erkannt und gelöst hat, scheint endlich Ruhe in der Stadt eingekehrt zu sein. Serafina hat sich gut eingelebt bei den Beginen und sie ist zufrieden mit ihrem Leben. Doch dann kommt es zu einer schlimmen Untat im Münster. Hostien werden entweiht und der Kreuzbruder ermordet. Sofort sind die meisten Bewohner sich einig, dass nur die Juden dahinter stecken können. Und so wird der Judenschuster Mendel verhaftet und peinlich befragt. Unter der Folter gesteht er alles, aber Serafina und auch ihr Bekannter, der Stadtarzt Adalbert Achaz, glauben nicht an seine Schuld&

Solider Plot

 Das Aschenkreuz war der Beginn einer neuen Reihe von Astrid Fritz, in der die Begine Serafina ermittelt. Wie schon der erste Band ist auch dieses Buch von Beginn an flott erzählt und man ist schnell im Geschehen. Sind dies die ersten Bücher der Autorin die man liest, wird man feststellen, dass die Serafina-Reihe kurzweilige Stunden mit solider Krimiunterhaltung bietet. Kenner von Astrid Fritz´ Büchern jedoch wird auffallen, dass die Autorin weit hinter ihrem eigentlichen Potential schreibt. Denkt man z.B. an Die Bettelprophetin oder auch an Der Pestengel von Freiburg, so sind diese Bücher auf einem gänzlich anderen, einem leichteren, Niveau.

Doch man darf nicht unfair sein, denn mit Sicherheit ist die leichte Unterhaltung dieser Reihe auch gewollt. So lässt sich auch dieses Buch schnell weglesen und die Protagonistin und auch der Medicus sind sympathische Figuren, mit denen man sich identifizieren kann.

Gewohnt ausgefeilte Charaktere

Wenngleich die Autorin hier eine einfachere Erzählweise gewählt hat, so kommt ihr Talent zum Schreiben gerade bei der Figurenzeichnung zum Tragen. Nicht nur bei ihren Protagonisten hat Astrid Fritz ein besonderes Augenmerk auf die lebendige und realistische Darstellung gelegt, sondern auch bei sämtlichen Nebenfiguren, und sei deren Auftritt auch noch so unbedeutend. Dies verleiht der Geschichte eine große Portion an Lebendigkeit und Authentizität.

Mit viel Feingefühl hat Fritz diesmal eine Unstimmigkeit zwischen Serafina und dem Medicus Achaz mit eingebaut und die Gedanken die Serafina zu dieser Trübung ihrer Beziehung durch den Kopf gehen, sind sehr nachvollziehbar.

Und natürlich Todesfälle

Wie es sich für einen Krimi gehört, kommt natürlich auch in diesem Band ein Verbrechen vor und Serafina steckt wie könnte es anders sein wieder ihre Nase in die Ermittlungen. Dass nicht alles so ist wie es auf den ersten Blick scheint, versteht sich von selbst. Obwohl die Aufklärung nicht mit einem großen Aha-Effekt überrascht, so ist sie dennoch gekonnt und stringent. Etwas mehr Raffinesse wäre allerdings wünschenswert, denn wenn die Krimihandlung auch zuweilen spannend ist, so fehlt ihr doch - zumindest bei der Aufklärung des Täters - der letzte Pfiff.

Wesentlich mehr Augenmerk hat die Autorin auf ihre Protagonisten gelegt und schön langsam, wenn auch noch nicht völlig, lüftet sich auch das Geheimnis um Serafinas Vergangenheit. Man darf auf weitere Fälle der Begine und des Stadtarztes gespannt sein.

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