Die Kerzenzieherin

Erschienen: Januar 2012

Bibliographische Angaben

  • Weltbild, 2012, Titel: 'Die Kerzenzieherin', Originalausgabe

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Karin Speck
Eine bewegende Geschichte aus dem Mittelalter

Buch-Rezension von Karin Speck Aug 2014

Hattingen im Jahre 1225. Auf den Kölner Erzbischof Engelbert I. wird ein Anschlag verübt. Die Novizin Ellin, die sich zufällig auf der Burg der Attentäter befindet, wird unfreiwillig Zeugin und somit Mitwisserin dieser Verschwörung. Sie flieht! Auf sich allein gestellt muss sie nun selbst für ihren Lebensunterhalt sorgen. Da sie im Kloster das Handwerk der Kerzenzieherin gelernt hat, kann sie sich damit ihr Auskommen sichern. Aber ihr Lauschen ist nicht verborgen geblieben, die Attentäter jagen sie genauso wie die Leute des Bischofs, da sie auch eine wichtige Zeugin ist. Ein gefährliches Versteckspiel beginnt.

Eine Novizin in Not

Caren Benedikt erzählt hier eine Geschichte die einen realen Hintergrund hat. Auf den Erzbischof ist tatsächlich ein Attentat verübt worden. Sie nimmt dieses Ereignis als Basis und hat die Lebensgeschichte von Ellin geschickt damit verwoben. Der Erzählstil ist leicht und flüssig zu lesen und dabei auch bildhaft und facettenreich. Es fällt leicht, mit Ellin mitzufiebern. Ihre Flucht ist gefährlich, aber auch spannend. Ellin erfährt sehr viel Hilfe von Menschen, die sie gar nicht kennt. Die Novizin muss einiges durchstehen und lernen sich in einer Welt zu behaupten, die nicht die ihre ist. Ist sie am Anfang noch das schüchterne Mädchen aus dem Kloster, wächst sie bald über sich hinaus und lernt nicht nur für sich selbst zu sorgen, sondern auch die Verantwortung für andere zu übernehmen. Von Seite zu Seite wird ihr Charakter gefestigter und der Leser lernt sie immer besser kennen oder besser: er erlebt mit Ellin ihre Wandlung von der schüchternen Novizin zu einer selbstbewussten Frau.

Das Leben im 13. Jahrundert

Benedikt hat diesen Lebensabschnitt gut dargestellt und glaubwürdig umgesetzt. Gleichzeitig erfährt der Leser einige Details zur Herstellung von Kerzen. Man hat irgendwie das Gefühl, den Duft von Bienenwachskerzen in der Nase zu haben. Die Menschen, die ihren Weg kreuzen, sind zwar immer hilfsbereit, aber auch sie haben ihre Probleme und Sorgen. Leider bringt ihnen die Begegnung mit Ellin nicht nur Glück, einige dieser freundlichen Helfer müssen dabei ihr Leben lassen. Aber mit Hilfe dieser Protagonisten lernt der Leser ausführlich das Leben im 13. Jahrhundert kennen.

Ein interessantes Nachwort

Fiktion und Wahrheit liegen dicht beieinander. Das Attentat ist historisch belegt, die Lauscherin Ellin leider nicht, sie ist ganz der Fantasie der Autorin entsprungen. Niemand kann wohl sagen wie es sich wirklich zugetragen hat, aber so wie Caren Benedikt es hier schildert, könnte es durchaus gewesen sein. Ihre Art zu erzählen klingt glaubwürdig und authentisch. In einem Nachwort klärt sie kurz Fiktion und Wahrheit, und ein Quellenverzeichnis gibt Anregungen, um die historischen Tatsachen vielleicht noch einmal ausführlicher nachzulesen.

Gut recherchiert, nachvollziehbar und mit einem interessanten Handwerk ausgestattet

Die Kerzenzieherin ist ein historischer Roman, der gut recherchiert ist, dies ist deutlich beim Lesen zu spüren. Das Handwerk der Kerzenzieherin ist nachvollziehbar beschrieben, die Charaktere gut ausgearbeitet und zwar beide Seiten, Gut genauso wie Böse. Einmal mit dem Lesen begonnen, kann man schwerlich wieder aufhören, die Seiten blättern sich quasi von allein. 

Die Kerzenzieherin

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Letzte Kommentare:
14.10.2014 14:26:09
LettersFromJuliet

Meine Meinung

Auf die Autorin Caren Benedikt bin ich durch die Autorenvereinigung HOMER aufmerksam geworden. Ich muss leider gestehen, dass ich vorher noch nichts von ihr gehört hatte. Nach diesem tollen Buch, warten immerhin noch zwei weitere darauf von mir gelesen zu werden. Und Caren wird uns bestimmt auch in Zukunft mit weiteren Werken beglücken.

Wenn man ein Buch zuklappt und traurig ist, dass es zu Ende ist, dann ist es ein sehr gutes Buch! Genau das war hier der Fall. Ich wollte mich nicht von den liebgewonnen Charakteren verabschieden, ich wollte noch viel mehr über sie erfahren und selbst Tage später wollte ich weiterlesen, bis mir dann eingefallen ist, dass das Buch ja zu Ende war.
Trotz beachtlicher 624 Seiten, habe ich das Buch regelrecht verschlungen. Kaum hatte ich mit dem Lesen begonnen, schon war ich in die Geschichte abgetaucht und in einer ganz anderen Welt. Ich konnte alles um mich herum vergessen, weshalb ich auch so schnell vorankam.
Die Autorin hat so einen lebendigen und mitreißenden Schreibstil, dass es einem wirklich schwerfällt das Buch beiseite zu legen.

Die Protagonistin Ellin ist in einem Kloster aufgewachsen und hat keine Erinnerungen an ihre Eltern. Sie ist recht unbedarft was die Welt außerhalb der Klostermauern angeht und findet sich deshalb nicht direkt zu Recht. Nur gut, dass sie immer wieder auf Menschen trifft, die ihr wohlgesinnt sind und ihr gerne helfen. Ellin lernt schnell dazu, weiß was sie will und kann sich behaupten. In ihr steckt ein starker Charakter, der erst nach dem Ablegen des Novizen Gewandes hervorkommt.
Berblin war mir von Anfang an sympathisch. Sie hat so eine mütterliche Art, beschützt Ellin zwar, kann aber auch hart durchgreifen. Sie weiß ganz genau worauf es im Leben ankommt und sie versprüht sehr viel Wärme.
Na ja, dass Friedrich von Isenberg kein besonders freundlicher Mann ist, muss ich wohl nicht extra erwähnen, denn schließlich möchte er den Erzbischof von Köln überfallen. Er und seine Männer werden immer skrupelloser und grausamer. Es muss ein sehr großer Druck auf Ellin während ihrer Flucht gelastet haben, wenn solche Kerle hinter ihr her waren.
Natürlich kommen noch viel mehr Charaktere in dem Buch vor. Manche sind eher nebensächlich, andere dann doch wichtiger, aber ich möchte an dieser Stelle dann lieber nichts vorwegnehmen. Ich fand auf jeden Fall einen gewissen Gewürzhändler richtig klasse, ebenso wie seine kleine Tochter, in die man sich direkt verlieben muss.

Das Cover wurde sehr ansprechend gestaltet und ich finde die Ornamente auf dem Kleid wunderschön. Ein ganz großes Lob an dieser Stelle an den Weltbild Verlag!

Ich freue mich schon sehr auf die anderen Bücher von Caren Benedikt.

Fazit

Ein historischer Roman voller Spannung, mit wundervollen Charakteren, fesselnd geschrieben und mit einem Funken Liebe versehen. Caren Benedikts “Die Kerzenzieherin” sollte man sich nicht entgehen lassen!