Das Mädchen mit den Smaragdaugen

  • Blanvalet
  • Erschienen: Januar 2014
  • Blanvalet, 2012, Titel: 'La Tabla Esmeralda', Originalausgabe
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Karin Speck
90

Histo-Couch Rezension vonAug 2014

Liebe kennt keine Grenzen, ist immerdar und gegenwärtig

Carla Montero schildert das Leben der Menschen in Paris im Jahre 1942. Sie erzählt vom Widerstand und vom Überleben. Sie erzählt die Geschichte des jüdischen Mädchens Sarah Bauer, die ein Gemälde besitzt, "Der Astrologe von Giorgione", das der Sturmbannführer Georg von Bergheim unbedingt besorgen soll. Sein Leben hängt davon ab und auch das von Sarah. Die Suche nach diesem Bild liest sich wie ein Krimi. Dabei ist der Erzählstil von Montero fesselnd und mitreissend. Schnell ist der Leser bei Sarah, leidet mit ihr und verliebt sich auch mit ihr. Der Erzählstrang in der Vergangenheit ist zwar von der Anzahl der Seiten kürzer gehalten als der Gegenwartspart, dafür aber intensiver und vielleicht auch ein bisschen spannender und interessanter.

Auf Spurensuche im Jahre 1942 und auf der Suche nach diesen Spuren in der Gegenwart

In der Gegenwart jagt die Kunsthistorikerin Ana Garcia Brest nach eben demselben Gemälde, das im Zweiten Weltkrieg verloren ging. Ana wird als eine eigentlich selbstbewusste Frau beschrieben. Sie weiß, was sie will, wie sie bei so einer Suche vorgehen muss und doch ist sie mit einem Mann zusammen, der sie unterdrückt und klein hält. Konrad ist ein reicher Unternehmer, der seine Freundin, eben Ana, bittet, dieses Bild für ihn zu finden. Er schickt sie nach Paris und dort trifft sie auf unerwartete Hilfe. Alain ist ebenfalls auf der Suche nach dem Gemälde und so begeben sie sich gemeinsam auf Spurensuche, ohne zu ahnen, was sie finden werden. Eigentlich ist auch dieser Part spannend erzählt. Nur die Beziehung zwischen Ana und Konrad ist nicht wirklich schlüssig, irgendwie scheint sie nicht zu passen. Erst ganz zum Schluss, als sich die beiden Handlungsstränge treffen, klärt sich auch die Beziehung zu Konrad. So manches Rätsel wird erst auf den letzten Seiten geklärt.

Bei beiden Handlungssträngen sind die Protagonisten gut ausgearbeitet. Sie haben ihre Ängste, Sorgen und Nöte. Vor allem in der Vergangenheit stehen die Protagonisten eigentlich auf unterschiedlichen Seiten. Der Sturmbannführer Georg ist Deutscher und Sarah nicht nur Französin, sondern auch eine Jüdin. Sie beide sind Feinde, und doch treiben sie unaufhaltsam aufeinander zu, diese Gefühlswelt schildert die Autorin glaubwürdig und nachvollziehbar. Zugleich gewährt sie dabei Einblicke in der Not der Menschen und erzählt auch, wie der Widerstand damals arbeitete und funktionierte. Parallel dazu läuft die Dreiecksbeziehung Ana, Konrad und Alain. Bei ihrer gemeinsamen Suche kommen Ana und Alain sich näher, sie kommen aber auch einem Geheimnis auf die Spur, welches ein ganz anderes Licht auf das Bild wirft als vermutet.

Das Buchcover ist in schwarz/ weiß gehalten und zeigt eine nachdenkliche junge Frau. Im unteren Drittel ist eine Stadt zu sehen, vermutlich Paris. Es ist ein bisschen nebelverhangen und drückt dadurch auch ein wenig die Stimmung der Geschichte aus. Ein Nachwort gibt es leider nicht, und so muss der interessierte Leser selbst schauen, wie viel der Geschichte er glauben möchte oder eben selbst nach dem Maler Giorgione Ausschau halten. Es lohnt sich.

Von Kunstraub in der Vergangenheit und von Liebe die alles aushält

Das Mädchen mit den Smaragdaugen ist ein Roman über ein Gemälde, über Kunstraub im Zweiten Weltkrieg, über Liebe und Leid und vieles mehr. Es liest sich wie von selbst, einmal begonnen kann man sich unschwer wieder davon abhalten. Beide Zeitebenen sind fesselnd und spannend. Sie gehören zusammen, brauchen aber ihre Zeit, um zueinander zu finden. 

Das Mädchen mit den Smaragdaugen

, Blanvalet

Das Mädchen mit den Smaragdaugen

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