Alte Freunde, neue Feinde

Erschienen: Januar 1996

Bibliographische Angaben

  • Rowohlt, 1991, Titel: 'A German Requiem', Originalausgabe

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88

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Christina Wohlgemuth
Mörderisches Nachkriegswien

Buch-Rezension von Christina Wohlgemuth Aug 2014

Berlin, 1947. Bernie Gunther hat den Krieg überlebt - nach Ostfront und Gefangenschaft ist er wieder zu Hause und arbeitet als Privatdetektiv. Doch neben den Kriegsfolgen im zerstörten Berlin und der schlechten Nahrungsversorgung macht Bernie auch seine eigene Ehe zu schaffen - und so nimmt er das Angebot der sowjetischen Besatzer, in Wien die Unschuld eines alten Bekannten zu beweisen, an. Bernie reist nach Österreich und gelangt in eine Stadt, in der man weder vom Krieg noch von Hitler etwas wissen will. Doch die alten Nazi-Kader sind nicht alle tot oder vor Gericht gestellt. Und so gerät Bernard Gunther nicht nur in eine gefährliche Mordermittlung, sondern muss sich auch mit neuen Feinden auseinander setzen ...

Nachdem die ersten beiden Gunther-Krimis während der Nazizeit gespielt haben, verlegt der Autor die Handlung des dritten Teils ins Nachkriegsdeutschland bzw. -österreich. Der Hungerwinter 1947 und die Folgen der Besatzung sorgen für eine bedrückende Stimmung, die der Leser bereits - wenn auch mit anderen Ursachen - aus den vorherigen Bänden kennt. Passend dazu ist Bernie Gunther, soweit möglich, noch ein wenig düsterer geworden - eine konsequente Figurenentwicklung, die durch einzelne Erinnerungsfetzen an die Kriegszeit unterstützt wird. In seinen Ermittlungen ist Bernie jedoch nach wie vor der Alte - ein klassischer Noir-Ermittler.

Klassische Detektivgeschichte gewürzt mit Historie

Dass Philip Kerr Krimi-Handlungen erzählen kann, ist bekannt. Bernie muss unter Zeitdruck - der vermeintliche Mörder wartet auf seine Verhandlung - den Mörder finden und bedient sich dabei altbewährter detektivischer Maßnahmen. Selbstverständlich kommt eine solche Kriminalgeschichte auch nicht ohne die femme fatale - in diesem Fall ein gefallenes Mädchen - aus. Doch Kerr wäre nicht Kerr, wenn er nicht durch die intelligente und lesenswerte Verflechtung der Krimi-Handlung mit historischen Elementen sein Werk nicht zu etwas Besonderem machen würde: der Umgang der deutschen und österreichischen Bevölkerung mit dem Erbe der Nazizeit und der Shoa, das Untertauchen der Alt-Nazis in den Nachkriegswirren, Amerikaner und Sowjets, die den einen oder anderen gefassten Nazi lieber für ihre Zwecke nutzen, als ihn vor Gericht zu bringen.

All diese Themen fügen sich nahtlos in die Geschichte ein, ergänzen die Handlung und erklären Handlungsmotive. Der Leser erfährt und lernt somit im Vorüber"lesen" einiges über die damalige Zeit, ohne dass der Unterhaltungswert der Geschichte darunter auch nur eine Zeile leiden würde.

Stilistisch direkt und schnörkellos mit erinnerungswürdigen Figuren

Wie schon in den Vorgängerbänden zeichnet sich der Autor durch eine direkte und schnörkellose Sprache aus. Das macht den Autor zwar nicht zu einem Kandidaten für den Nobelpreis in Literatur, passt aber ausgezeichnet zur Geschichte und vor allem zum Ich-Erzähler Bernie Gunther. Der kommt, wie schon in den Vorgängerbänden, auf den ersten Blick düster und wortkarg daher, hat seine Heldennote aber auch im Krieg nicht verloren. Neben Bernie überzeugen auch die Nebenfiguren als dreidimensionale Gestalten, an die sich der Leser erinnern wird.

Wer die ersten beiden Bände um Bernie Gunther bereits kennt, kann auch hier bedenkenlos wieder zugreifen. Wer befürchtet, dass die Nachkriegszeit weniger Spannung bietet als der Aufstieg der Nazis, der irrt. Doch auch für Neulinge in der Gunther-Reihe ist diese Geschichte geeignet - einzelne Anspielungen werden erklärt und stören den Lesefluss nicht.

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