Die Hure und der Spielmann

Erschienen: Januar 2014

Bibliographische Angaben

  • Lübbe, 2014, Titel: 'Die Hure und der Spielmann', Originalausgabe

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Stockholm, 1618. Die Kaufmannstochter Kristina Thott flieht vor einer Zwangsheirat. Ein Schiffbruch verschlägt sie nach Deutschland - und mitten hinein in die Wirren des 30-jährigen Krieges. Um zu überleben, muss die junge Frau Wege gehen, an die sie nicht einmal in ihren schlimmsten Träumen gedacht hat: Sie wird Mätresse eines Offiziers. Als Kristina sich in den Spielmann Tonda verliebt, scheint das Glück zum Greifen nahe. Was sie nicht ahnt: Tonda ist durch ein Gelübde an einen fanatischen Jesuitenpater gebunden und in geheimer Mission unterwegs. Sein Auftrag: Königsmord.

Die Hure und der Spielmann

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Letzte Kommentare:
31.10.2014 12:50:03
dorli

Stockholm, 1618. Um der Hochzeit mit dem viel älteren Sakarias Bonde zu entgehen, flüchtet die 17-jährige Kristina Thott in Richtung Prag. Sie will bei ihrer Tante Unterschlupf finden, gerät aber auf dem Weg dorthin in die Wirren des 30-jährigen Krieges. Für Kristina beginnt eine jahrelange Irrfahrt. Sie wird Offiziersmätresse – der einzige Weg für sie, um in dieser schrecklichen Zeit zu überleben. Aber sie lernt auch ihre große Liebe Antonin „Tonda“ von Waldau kennen. Doch Tonda hat einen ungeheuerlichen Auftrag zu erfüllen…

Thomas Ziebulas Roman „Die Hure und der Spielmann“ spielt in der ersten Hälfte des 30-jährigen Krieges. Die jahrelangen Querelen zwischen Katholischer Liga und Protestantischer Union sind die Grundlage für das gesamte Geschehen. Mit seinen detailreichen Beschreibungen und ausführlichen Schilderungen zeichnet der Autor ein für mich sehr glaubwürdiges Bild dieser barbarischen Zeit, man kann den Verlauf des Krieges in den Jahren 1618-1632 hervorragend mitverfolgen.
Thomas Ziebula wartet mit einer geballten Ladung an historischen Fakten auf, die aber so spannend und mitreißend verpackt sind, dass man schnell mittendrin ist in dieser Welt aus Machtgier, Intrigen und Verrat, Unterdrückung, Ausbeutung und Entbehrungen. Die sehr gelungene Mischung aus Historie und Fiktion lässt sich angenehm zügig lesen.

Der Aufbau der Handlung hat mir sehr gut gefallen. Es gibt zwei große, zunächst weitestgehend voneinander unabhängige Handlungsstränge und darüber hinaus eine Rahmenhandlung, die im Jahr 1632 in Meuchen spielt. In dieser Rahmenhandlung, bestehend aus Prolog und mehreren Zwischenspielen, belauscht Major Erik Thott die Beichte eines Gefangenen - der Inhalt der Beichte bildet den Part mit dem Geschehen rund um Tonda. Gleichzeitig liest Erik im Tagebuch seiner Schwester Kristina - der zweite große Handlungsstrang in diesem Buch.

Thomas Ziebula hat das Schicksal seiner beiden Hauptdarsteller eng in das Kriegsgeschehen eingebunden. Die beiden treffen erst ungefähr in der Mitte des Buches aufeinander und machen bis dahin ganz unterschiedliche Entwicklungen durch.

Kristina, das einst fröhliche, schwedische Mädchen aus gutem Hause, macht im Verlauf der Handlung eine enorme Wandlung durch. Ungestüm und wenig durchdacht verlässt sie ihr Elternhaus und bekommt die ganze Wucht des Krieges zu spüren. Geprägt von den Erfahrungen und Erlebnissen wird sie stärker, wächst schließlich über sich hinaus und hat mich am Ende mit ihrem Tun beeindruckt. Sehr berührend sind die Augenblicke, wenn ihr Heimweh die Oberhand gewinnt und sie sich fragt, wie es ihren Eltern und ihrem Bruder in der Heimat gehen mag. Die Sehnsucht nach ihren Lieben kann man gut nachempfinden.

Tonda ist der Sohn eines böhmischen Ritters und wächst in Prag auf. Er leidet unter seinem hartherzigen Stiefvater, wird ständig geprügelt, steckt die Prügel schweigend ein. Als Tonda dem angeblichen Magister Franz von Trient begegnet, ändert sich sein Leben völlig. Franz wird zu Tondas Lehrer und Beichtvater, er lobt und achtet den jungen Mann, beschützt ihn und erschleicht sich damit sein Vertrauen. Dass Franz ihn für ein ganz bestimmtes, grausiges Ziel ausbildet, bemerkt Tonda erst spät.

Auch alle anderen Figuren werden lebhaft und facettereich dargestellt, selbst kleinste Nebenfiguren wirken nicht oberflächlich, sondern bereichern die Szenerie außerordentlich.
Eine wichtige Rolle spielen auch einige Handpuppen – Erzengel, Tod und Teufel. Es ist sehr interessant zu beobachten, welche Wirkung das Puppenspiel auf die Menschen hat. Fast jeder wird zu einem willigen Zuhörer. Ein Effekt, den sich Franz von Trient zunutze macht.

Meine Begeisterung für dieses Buch hat schon vor dem Lesen begonnen – das Cover ist außerordentlich gut gelungen. Nicht nur die Farben sind hervorragend gewählt, die abgebildete Teufelsmaske ist mit Lack hervorgehoben und deutlich fühlbar.
Zudem ist für reichlich informatives Drumherum zur eigentlichen Geschichte gesorgt - eine Landkarte des Reiches zur Zeit des 30-jährigen Krieges, ein ausführliches Personenverzeichnis und ein Glossar mit den wichtigsten Begriffen runden den Roman ab.

Mir hat das Lesen dieses historischen Romans mit den nicht immer leicht zu durchschauenden politischen Verwicklungen, den ganzen Kriegswirren, dem Glaubensgerangel, den fiesen Machenschaften und der spannenden Liebesgeschichte sehr großen Spaß gemacht. Ein tolles, intensives Leseerlebnis.

15.09.2014 10:46:40
Tatjana

Als Fan von Noah Gordon und Richard Dübell war ich total angetan von diesem Roman. Die Geschichte um Kristina und Tonda ist sehr kurzweilig und spannend. Manchmal auch traurig. Neben den Lebensgeschichten der beiden erfährt man viel über die damalige Zeit.
Der Schreibstil des Autors ist flüssig und bildhaft und hält immer die nötige Authentizität aufrecht (zum Beispiel Maßeinheiten oder Dialekte). Da macht das Lesen nicht nur Spaß, man fühlt sich auch mittendrin. Toll! Ich freue mich schon auf den nächsten Roman.

12.09.2014 17:54:41
Luise J.

Das Buch erzählt die Geschichte einer schiffbrüchigen Schwedin und eines böhmischen Musikers, der eigentlich ein Jesuit ist. Beide begegnen sich im Chaos des 30jährgen Krieges.
Hochdramatisch, sehr gut recherchiert, tolle Figuren und unglaublich spannend. Bis zum Schluss fiebert man mit den Hauptfiguren und fragt sich, wie sie jemals aus ihrem Dilemma herauskommen sollen. Wie schon beim ersten historischen Roman des Autors („Der Gaukler“, verblüfft einen das Ende wieder total. So wünsche ich mir einen historischen Roman. Sehr lesenswert.