Eine Geschichte von Land und Meer

Erschienen: Januar 2014

Bibliographische Angaben

  • Insel, 2014, Titel: 'A Story of Land and Sea', Originalausgabe

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Rita Dell'Agnese
Starke Geschichte mit kleinen Abstrichen

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Aug 2014

In ihrem Debutroman Eine Geschichte von Land und Meer entführt die Autorin Katy Simpson Smith ihre Leserinnen und Leser ins 18. Jahrhundert, nach North Carolina. Dort ringt ein Vater um das Leben seiner Tochter. Tabitha ist alles, was John von seiner geliebten Frau Helen geblieben ist. Und auch sie droht ihm zu entgleiten. Während Tabitha gegen die tückische Krankheit kämpft ihr Vater John hat sie aufs Meer hinaus gebracht, weil er überzeugt ist, dass sie dort eher wieder gesund werden kann wird der Leser zurück geführt in die Jugendzeit von Tabithas Mutter Helen. Der Erbin einer großen Plantage scheint die Welt offen zu stehen. Sie hat ihre Jugend dazu verwendet, den Sklaven das Lesen und Schreiben beizubringen und sich um die Geschäfte ihres Vaters zu kümmern. Eine besondere Beziehung hat sie zur Sklavin Moll. Dennoch steht ihr Helen nicht bei, als Moll von Helens Vater Asa verheiratet wird. Mit einem Mann, den sie nicht möchte. Für sich selber zieht Helen vorläufig keine Heirat in Betracht. Bis der Soldat John aufkreuzt. Helen fühlt sich zu ihm hingezogen, muss aber bitter zur Kenntnis nehmen, dass John für ihren Vater nicht standesgemäß ist und er ihm das Haus verbietet. Helen, in ihrem Geist schon immer unabhängig, geht mit John. Sie fahren aufs Meer hinaus, wo Helen sich auf eine ganz besondere Weise frei und glücklich fühlt. Als Helen ein Kind erwartet, bringt John sie an Land.

Nüchterne Erzählweise

Von diesem Roman geht eine ganz besondere Faszination aus. Sie liegt unter anderem darin, dass die Autorin einen äußerst nüchternen Erzählstil pflegt. So gewinnt die Geschichte eine spezielle Dynamik. Denn auf diese ungeschönte, schnörkellose Art kommt die Dramatik des Ganzen zusätzlich zum Ausdruck. Katy Simpson Smith will sehr viel. Sie erzählt die Geschichte einer mutterlosen jungen Frau, die mit ihrem Hunger nach Leben an die Grenzen von Gesellschaft und Konventionen stößt. Als sie sich darüber hinweg setzt, nimmt ihr Leben eine tragische Wende. Sie selber schenkt nun einer Tochter - Tabitha - das Leben, die sie nicht aufwachsen sehen darf. Mit Tabithas Ringen um ihr Leben beginnt die Geschichte tragisch. Diese düstere Note legt sie über die ganze Zeit hinweg nicht ab. Auch wenn es mal nicht gerade um Leben und Tod geht, so ist doch immer Verzweiflung und Not mit im Spiel.

Sklaven und Weiße

Sehr schön stellt Katy Simpson Smith die verschiedenen Stellungen von Helen und der Sklavin Moll dar. Es ist letztlich auch die Geschichte Molls, die dem Buch Konstanz und eine besondere Tiefe gibt. Moll erweist sich als mindestens so stark,  wie es einst Helen war. Das, obwohl sie den Mächten der Weißen Männer wesentlich mehr ausgeliefert ist, als Helen. Quasi als Dreingabe erlebt der Leser das Ringen von Moll, ein lebenswertes Leben zu führen und erfährt, wie es um die Sklaven in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts bestellt war. Da dem Roman deutlich anzumerken ist, dass die Autorin noch nicht ganz so versiert ist, stellt sich die Frage, weshalb sie sich nicht auf beispielsweise Moll konzentriert hat, anstatt mehrere Erzählstränge in einen Roman zu verknüpfen. Mit der Zeit wird nämlich die Tragik des Romans etwas drückend - erdrückend. Der Leser sieht sich düsteren Gedanken, schlimmen Szenen und vielen negativen Ereignissen ausgesetzt. Gleichzeitig aber taucht er ein in das dunkle Kapitel der Sklaverei in den USA.

Es braucht etwas Biss, um den Roman durchzustehen. Und es braucht die Bereitschaft, sich auf das Thema einzulassen und vom Wunsch zu verabschieden, einen Happy End-Roman in den Händen zu halten. Dann findet der Leser jedoch ein Buch von rauer Schönheit, das zur Auseinandersetzung mit einigen düsteren Kapiteln der Vergangenheit einlädt.

Eine Geschichte von Land und Meer

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