Sherlock Holmes und der Ritter von Malta

Erschienen: Januar 2014

Bibliographische Angaben

  • kbv, 2014, Titel: 'Sherlock Holmes und der Ritter von Malta', Originalausgabe

Couch-Wertung:

85

Leser-Wertung

-
Zum Bewerten, einfach Säule klicken.
1 50 100

Zum Bewerten, einfach Säule klicken.

Bitte bestätige - als Deine Wertung.

Gebe bitte nur eine Bewertung pro Buch ab, um die Ergebnisse nicht zu verfälschen. Danke!

1 x 91-100
0 x 81-90
0 x 71-80
0 x 61-70
0 x 51-60
0 x 41-50
0 x 31-40
0 x 21-30
0 x 11-20
0 x 1-10
B:93
V:0
W:{"1":0,"2":0,"3":0,"4":0,"5":0,"6":0,"7":0,"8":0,"9":0,"10":0,"11":0,"12":0,"13":0,"14":0,"15":0,"16":0,"17":0,"18":0,"19":0,"20":0,"21":0,"22":0,"23":0,"24":0,"25":0,"26":0,"27":0,"28":0,"29":0,"30":0,"31":0,"32":0,"33":0,"34":0,"35":0,"36":0,"37":0,"38":0,"39":0,"40":0,"41":0,"42":0,"43":0,"44":0,"45":0,"46":0,"47":0,"48":0,"49":0,"50":0,"51":0,"52":0,"53":0,"54":0,"55":0,"56":0,"57":0,"58":0,"59":0,"60":0,"61":0,"62":0,"63":0,"64":0,"65":0,"66":0,"67":0,"68":0,"69":0,"70":0,"71":0,"72":0,"73":0,"74":0,"75":0,"76":0,"77":0,"78":0,"79":0,"80":0,"81":0,"82":0,"83":0,"84":0,"85":0,"86":0,"87":0,"88":0,"89":0,"90":0,"91":0,"92":0,"93":1,"94":0,"95":0,"96":0,"97":0,"98":0,"99":0,"100":0}
Jörg Kijanski
Auch das sechste Abenteuer von Holmes und Tristram überzeugt

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Aug 2014

Bereits zum sechsten Mal dürfen wir an einem weiteren Abenteuer des Meisterdetektivs aus der Feder von Franziska Franke teilnehmen. Nach dem legendären Kampf mit Professor Moriarty war Sherlock Holmes zunächst nach Florenz geflüchtet, wo er David Tristram kennen lernte. Später führte ihn seine Reise über Tibet und Persien in den Sudan, von wo er nun nach Sizilien zurückkehrt, um sich erneut mit Tristram zu treffen. Dort angekommen trifft Holmes auch seinen ehemaligen Klienten Colonel Hayter, der mittlerweile sein Domizil in La Valetta, der Hauptstadt der Insel Malta, aufgeschlagen hat. Dort war er in der Bibliothek mit Peter OBrian, einem Mitarbeiter der Kolonialverwaltung, verabredet, doch OBrian erschien nicht. Stattdessen wurde Colonel Hayter von einem Fremden gefragt, ob er der Ritter von Malta sei? Von OBrian, der an einem Buch über den Maler Caravaggio arbeitete, fehlt indessen jede Spur. Kurzentschlossen nehmen Holmes und Tristram den Auftrag des Colonels an, den verschwundenen OBrian aufzuspüren&

Alte Ritterorden, ein skandalträchtiger Maler und eine sehenswerte Insel

Sherlock Holmes ermittelt einmal mehr inkognito als norwegischer Forscher Sven Sigerson zusammen mit seinem Freund David Tristram, der erneut die klassische Rolle des Dr. Watson übernimmt, also den Part desjenigen, der für die Laufarbeit zuständig ist und zudem ebenso voreilige wie falsche Schlüsse ziehen darf, damit anschließend der große Meister glänzen kann.

 

Ich halte nicht viel davon, dem Ergebnis einer Untersuchung gedanklich vorauszueilen.

 

Wie gehabt ist der Ich-Erzähler Tristram alles andere als erfreut, dass Holmes seine genialen Erkenntnisse oft bis zuletzt für sich behält, was Tristram mitunter etwas dumm aussehen lässt, jedoch hat dieser so langsam aber sicher die Hoffnung aufgegeben, dass sich hieran noch etwas ändern wird. Erneut muss sich Tristram wieder spöttische und ironische Kommentare von Holmes anhören, der an der Denkweise Tristrams seinerseits teilweise verzweifelt.

 

Es ist eines der ältesten Cafés der Stadt, erläuterte er (Hayter), wieder ganz der alte, nüchterne Offizier.

Genauer gesagt wurde es im Jahr 1837 gegründet, ergänzte Holmes trocken und begann, seine Pfeife zu stopfen.

Woher wissen Sie das?, entfuhr es mir.

Das stand in großen Buchstaben über dem Eingang.

 

Die Handlung spielt, angesichts des Titels kein Wunder, im Wesentlichen auf der Insel Malta, die uns detailreich von Franziska Franke näher vorgestellt wird. Dort, wo historisch ein wenig geflunkert wird, weisen am Seitenende Fußnoten auf eventuelle dichterische Freiheiten hin und stellen diese richtig. So lernt man viel über die Insel und deren Geschichte, die natürlich eng mit den Ritterorden der Johanniter und der Malteser verbunden ist. Dazu gibt es noch ein paar Ausflüge in die englische Historie, so ist beispielsweise der Duke of Edinburgh, Prinz Alfred, der Admiral der Mittelmeerflotte und zu guter Letzt erfährt man einiges über den schon erwähnten Maler Caravaggio.

 

Vielleicht ist dieser Cavaliere ein Johanniter-Ritter, der die Rückkehr seines Ordens betreibt?

Sie sind mit einer blühenden Phantasie gesegnet. Ich fürchte, Sie werden bald feststellen, wie prosaisch die Wirklichkeit oft ist.

 

Neben den zahlreichen informativen Ausführungen vergisst die Autorin aber nicht den eigentlichen Kriminalfall, der in typischer Manier aufgeklärt wird. Franziska Franke ist wieder einmal sehr nah am Original, was insbesondere die Figur des großen Meisters der Deduktion betrifft, so dass Fans bedenkenlos zugreifen können. 

Sherlock Holmes und der Ritter von Malta

Sherlock Holmes und der Ritter von Malta

Deine Meinung zu »Sherlock Holmes und der Ritter von Malta«

Hier kannst Du einen Kommentar zu diesem Buch schreiben. Wir freuen uns auf Deine Meinungen. Ein fairer, respektvoller Umgang sollte selbstverständlich sein. Danke!

Letzte Kommentare:
13.01.2019 20:06:36
Historezensent

Sherlock Holmes … und der Ritter von Malta
Einmal mehr verwickelt Franziska Franke den unter dem Pseudonym Sven Sigerson weltenbummelnden Sherlock Holmes und den in der Toskana lebenden Kunsthändler David Tristram in einen skurrilen und sowie menschlich als auch kulturell komplexen Kriminalfall.
In diesem Fall wird der Meisterdetektiv im sizilianischen Taormina von einem Offizier der Royal Navy händeringend gebeten, einen vermissten befreundeten Kollegen aufzuspüren. Die Ermittlungen führen Holmes und Tristram auf einen strategisch wichtigen Marinestützpunkt : das zum damaligen Zeitpunkt zum britischen Empire gehörende Malta. So klein der Inselstaat und damit der Radius der verwickelten Personen auch ist – Holmes und Tristram scheinen zusehends in die Irre zu laufen dank immer komplexerer Verwicklungen der britischen Inselelite in die Geheimnisse einer weit zurückliegenden Vergangenheit und Kultur.
Die Handlung und die Personenstaffage lehnt Franziska Franke wie stets eng und damit vordergründig Vertrauen erweckend an den Erzählstil und die Charaktere von Sir Arthur Conan Doyle an. Selbstverständlich ist der Meisterdetektiv ein hochintelligenter Soziopath, der mittels der Triage von scharfer Beobachtung, Deduktion und Kombination am Ende eine kleine, aber hocheffiziente Verbrecherorganisation innerhalb der Militärbesatzung aufdeckt. Ebenso selbstverständlich hat Holmes ans einer Seite einen „Mann fürs Grobe“ – David Tristram, der sich als Kunsthändler damit nicht sonderlich gerne konfrontiert sieht, fallen prekäre, riskante und zum Teil abstoßende Aufgaben zu. Die Ermittlungen führen durch Festungen, adelige Stadtpalais, antike Bibliotheken, durch neolithische Tempel, durch Souks und auf steife Teegesellschaften der Besatzkaste.
So weit, so gut als in sich gerundeter Old School – Kriminalroman, der nicht nur atmosphärisch dicht und stilistisch gewandt erzählt wird und erfreulicherweise die modische Tristesse, Brutalität und Blutrünstigkeit zeitgenössischer Kriminalliteratur vermissen lässt, sondern wie beiläufig Sachkunde und Recherchearbeit der Autorin konsequent erkennen lässt. Was bei der Lektüre des „Ritters von Malta“ aufmerken lässt, ist die Allgegenwärtigkeit jenes Snobismus einer imperialen Elite, der sich einem seit Jahrtausenden funktionierenden kulturellen Schmelztiegel überstülpt und dessen erstarrte Arroganz sich für die Handlung als unabdingbarer Motor entpuppt. Was als „very britishe“ Tugend und Überlegenheit zelebriert wird, karikiert und entlarvt sich am Ende selbst. Was überlebt und neben Bestand hoffnungsvolles Potenzial bietet, ist das Modell einer Gesellschaft kultureller Offenheit und kreativer Verschmelzung: Ein kleiner Inselstaat am Rande der Europäischen Union, in dem in den katholischen Kirchen immer noch zu Allah gebetet wird, und wo britische Imperium nichts außer dem Linksverkehr und seiner Küche hinterlassen hat.

09.04.2015 17:05:38
tassieteufel

Eigentlich wollte sich Sherlock Holmes auf dem Rückweg aus dem Sudan nur mit seinem Freund und zeitweiligen Adlatus David Tristram in Italien treffen, doch als er seinen alten Klienten Colonel Hayter trifft, der inzwischen in Malta wohnt, schneit ihm ein neuer Fall zur Tür herein. Colonel Hayter macht das plötzliche Verschwinden seines Freundes Peter O’Brian Sorgen. Der Kolonialangestellte arbeitete nebenberuflich an einer Abhandlung über den skandalumwitterten Maler Caravaggio. Zu einem Treffen in der Bibliothek erschien O’Brian nicht, statt dessen tauchte ein dubioser Mann auf der Hayter fragte, ob er „der Ritter von Malta“ sei. Seit jenem Tag hat der Colonel das Gefühl beobachtet zu werden und flüchtete von Malta. Holmes, vielmehr Sven Sigerson reist unverzüglich nach Malta um sich des Falles anzunehmen und auch David Tristram ist mit von der Partie.


Erneut ist es Franziska Franke gelungen, einen Sherlock Holmes Krimi in der Tradition von Arthur Conan Doyle zu schreiben und einen kniffligen Fall zu konstruieren, der dem Meisterdetektiv würdig ist. Gleich am Anfang trifft Holmes eine alten Klienten, Colonel Hayter, den Holmes Fans aus einer der Originalgeschichten kennen, somit wird gleich zu Anfang eine Verbindung zu den Ursprungsgeschichten hergestellt und beim Lesen stellt sich ein vertrautes Gefühl ein.
Maltas Geschichte wird auf selbstverständliche Weise mit dem Krimifall verwoben, dabei gelingt es der Autorin wieder sehr gut, den historischen Hintergrund plastisch zu schildern, man durchstreift quasi mit Holmes und David Tristram die alten Gassen oder unternimmt einen Ausflug über die karge Insel.
Der Fall den Holmes untersucht ist gewohnt undurchsichtig konstruiert und wie man es vom Meisterdetektiv kennt, behält er einen großen Teil seiner Erkenntnisse für sich. Damit treibt er nicht nur David Tristram sondern auch den Leser ein wenig auf die Palme. Im Gegenzug brilliert er wieder mit seinen unvergleichlichen Deduktionen und löst Verwunderung aus, wenn er mal wieder kleinste Details bemerkt, die allen anderen entgangen sind und daraus seine logischen Schlüsse zieht. Durch Holmes Geheimniskrämerei bleibt aber die Spannung durchweg erhalten und der Leser wird am Ende mit einem überraschenden Schluß belohnt. David Tristram erfüllt auch diesmal perfekt die Rolle von Holmes Assistenten und vertritt damit auf würdige Weise den in England verbliebenen Dr. Watson.

FaziT: eine gelungene Sherlock Holmes Geschichte, die alles bietet, was man sich von diesem Genre wünscht, einen undurchsichtigen Fall, ein stimmiges Setting und 2 Hauptfiguren, die auf ihre charakteristische Art und Weise überzeugen.