Sherlock Holmes und der Ritter von Malta

Erschienen: Januar 2014

Bibliographische Angaben

  • kbv, 2014, Titel: 'Sherlock Holmes und der Ritter von Malta', Originalausgabe

Couch-Wertung:

85
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Jörg Kijanski
Auch das sechste Abenteuer von Holmes und Tristram überzeugt

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Aug 2014

Bereits zum sechsten Mal dürfen wir an einem weiteren Abenteuer des Meisterdetektivs aus der Feder von Franziska Franke teilnehmen. Nach dem legendären Kampf mit Professor Moriarty war Sherlock Holmes zunächst nach Florenz geflüchtet, wo er David Tristram kennen lernte. Später führte ihn seine Reise über Tibet und Persien in den Sudan, von wo er nun nach Sizilien zurückkehrt, um sich erneut mit Tristram zu treffen. Dort angekommen trifft Holmes auch seinen ehemaligen Klienten Colonel Hayter, der mittlerweile sein Domizil in La Valetta, der Hauptstadt der Insel Malta, aufgeschlagen hat. Dort war er in der Bibliothek mit Peter OBrian, einem Mitarbeiter der Kolonialverwaltung, verabredet, doch OBrian erschien nicht. Stattdessen wurde Colonel Hayter von einem Fremden gefragt, ob er der Ritter von Malta sei? Von OBrian, der an einem Buch über den Maler Caravaggio arbeitete, fehlt indessen jede Spur. Kurzentschlossen nehmen Holmes und Tristram den Auftrag des Colonels an, den verschwundenen OBrian aufzuspüren&

Alte Ritterorden, ein skandalträchtiger Maler und eine sehenswerte Insel

Sherlock Holmes ermittelt einmal mehr inkognito als norwegischer Forscher Sven Sigerson zusammen mit seinem Freund David Tristram, der erneut die klassische Rolle des Dr. Watson übernimmt, also den Part desjenigen, der für die Laufarbeit zuständig ist und zudem ebenso voreilige wie falsche Schlüsse ziehen darf, damit anschließend der große Meister glänzen kann.

 

Ich halte nicht viel davon, dem Ergebnis einer Untersuchung gedanklich vorauszueilen.

 

Wie gehabt ist der Ich-Erzähler Tristram alles andere als erfreut, dass Holmes seine genialen Erkenntnisse oft bis zuletzt für sich behält, was Tristram mitunter etwas dumm aussehen lässt, jedoch hat dieser so langsam aber sicher die Hoffnung aufgegeben, dass sich hieran noch etwas ändern wird. Erneut muss sich Tristram wieder spöttische und ironische Kommentare von Holmes anhören, der an der Denkweise Tristrams seinerseits teilweise verzweifelt.

 

Es ist eines der ältesten Cafés der Stadt, erläuterte er (Hayter), wieder ganz der alte, nüchterne Offizier.

Genauer gesagt wurde es im Jahr 1837 gegründet, ergänzte Holmes trocken und begann, seine Pfeife zu stopfen.

Woher wissen Sie das?, entfuhr es mir.

Das stand in großen Buchstaben über dem Eingang.

 

Die Handlung spielt, angesichts des Titels kein Wunder, im Wesentlichen auf der Insel Malta, die uns detailreich von Franziska Franke näher vorgestellt wird. Dort, wo historisch ein wenig geflunkert wird, weisen am Seitenende Fußnoten auf eventuelle dichterische Freiheiten hin und stellen diese richtig. So lernt man viel über die Insel und deren Geschichte, die natürlich eng mit den Ritterorden der Johanniter und der Malteser verbunden ist. Dazu gibt es noch ein paar Ausflüge in die englische Historie, so ist beispielsweise der Duke of Edinburgh, Prinz Alfred, der Admiral der Mittelmeerflotte und zu guter Letzt erfährt man einiges über den schon erwähnten Maler Caravaggio.

 

Vielleicht ist dieser Cavaliere ein Johanniter-Ritter, der die Rückkehr seines Ordens betreibt?

Sie sind mit einer blühenden Phantasie gesegnet. Ich fürchte, Sie werden bald feststellen, wie prosaisch die Wirklichkeit oft ist.

 

Neben den zahlreichen informativen Ausführungen vergisst die Autorin aber nicht den eigentlichen Kriminalfall, der in typischer Manier aufgeklärt wird. Franziska Franke ist wieder einmal sehr nah am Original, was insbesondere die Figur des großen Meisters der Deduktion betrifft, so dass Fans bedenkenlos zugreifen können. 

Sherlock Holmes und der Ritter von Malta

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