Eine Blume für die Königin

Erschienen: Januar 2014

Bibliographische Angaben

  • Lübbe, 2014, Titel: 'A Flower for the Queen', Originalausgabe

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Rita Dell'Agnese
Die Suche nach der Blume zieht sich in die Länge

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Jul 2014

Nachdem Francis Massons Vater auf See geblieben ist, leben der Junge und seine Mutter in bitterer Armut. Erst die Möglichkeit, als Gärtner zu arbeiten, gibt dem aufgeweckten und wissbegierigen Jungen die Möglichkeit, es zu einem besseren Leben zu bringen. Zufrieden mit seinem Schicksal zögert er zunächst, als er dazu berufen wird, sich für die englische Königin auf die Suche nach einer höchst seltenen Blume zu machen. 1770 reist Masson nach Afrika, um die Orangenblüte zu suchen. Er geht davon aus, dass er bald zurückkehren wird. Doch auf den jungen Mann wartet in Afrika eine exotische Welt voller Abenteuer und Gefahren. Francis Masson sammelt in seinen Tagebüchern eifrig Eindrücke und Erlebnisse. Auf seiner Reise erkennt Masson auch, dass die Pflanzer sich durch gezielte Intrigen versuchen, gegenseitig das Leben schwer zu machen oder die Existenz der anderen zu vernichten. Masson versucht, all die Eindrücke einzuordnen. Da begegnet ihm der Botaniker Carl Thunberg. An seiner Seite lernt Masson eine weitere Facette des Lebens in Südafrika kennen und gewinnt zunehmend an persönlicher Reife. Viel e Jahre später stößt der junge ehrgeizige Journalist Jack Grant auf Masons Lebensgeschichte.

Es dürfte mehr Tempo haben

Die Idee, über die Suche nach der seltenen Orangenblüte die Geschichte von Südafrika zu erzählen, ist nicht schlecht. Und auch am fachlichen Hintergrund scheitert es nicht. Es ist spürbar, dass Ryan von Ruben, der selber in Südafrika aufgewachsen ist, seine Heimat und deren Vergangenheit gut kennt und sein Wissen in Szene setzen kann. Also an sich die ideale Kombination zu seiner Frau, der Autorin Caroline Vermalle, die sich bisher vor allem im Bereich der feinfühligen belletristischen Romane einen Namen machen konnte. Doch obwohl sowohl der fachliche Hintergrund als auch die schreiberischen Fähigkeiten vorhanden sind, bleibt der Roman Eine Blume für die Königin hinter den Erwartungen zurück. Die Geschichte dümpelt vor sich hin, nimmt kaum Fahrt auf und wenn sie doch mal kurzzeitig an Tempo gewinnt, wird sie schnell wieder gedrosselt. Man würde sich wünschen, die beiden Autoren wären hier etwas weniger auf die geschichtlichen Details bedacht und gäben der Geschichte damit mehr Entwicklungspotenzial.

Gestelzte Charaktere

Wer die Werke von Caroline Vermalle kennt, weiß, welches Geschick sie darin hat, vielschichtige Charaktere zu formen. Diese Fähigkeit bringt sie hier wenn überhaupt nur ansatzweise zur Geltung. Sowohl Francis Masson als Hauptperson wie auch die anderen Protagonisten aus dem 18. Jahrhundert bleiben distanziert, gestelzt, farblos. Es ist schwierig, einen richtigen Zugang zu den handelnden Personen zu finden. Einzig der ehrgeizige Journalist Jack Grant tritt hier etwas facettenreicher auf, wobei durch seine eher bescheidene Rolle im ganzen Roman nicht viel gewonnen ist. Im Bestreiben, die Zeit möglichst authentisch erleben zu lassen, hat das Autorenpaar auf die Karte der längst vergangenen Umgangsformen gesetzt, was sich wie ein träger Film über das Geschehen legt und die Entwicklung von Gefühlen hemmt.

Viele Themen angesprochen

Dem Autorenpaar gelingt es, in ihren Roman eine Fülle von verschiedenen Themen zu integrieren. So etwa die Armut der Familien, wenn der Ernährer ausfällt oder die Missgunst der Pflanzer in Südafrika, bis hin zum Thema Sklaverei und die Grundzüge der Apartheid. Bei genauerem Hinsehen wird der Leser noch weitere Problemkreise entdecken, noch weitere Welten erfahren. Doch muss er dazu die notwendige Geduld aufbringen. Denn Geduld wird vor allem in der ersten Hälfte des Buches viel verlangt. Erst nach rund zwei Dritteln des Romans wird der Leser ernsthaft dazu verleitet, sich in die Geschichte fallen zu lassen, ohne durch zu viele Details überfüttert zu werden. Eine Blume für die Königin ist letztlich ein solider, historischer Roman, der über eine bisher weitgehend unbeachtete Region berichtet. Trotz solider Machart fehlt aber das eine Quäntchen Pfiff, das den Roman aus der breiten Masse hervorgehoben und zu was Besonderem gemacht hätte.

Eine Blume für die Königin

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Letzte Kommentare:
24.02.2018 20:00:41
-Ginger-

Eher unfreiwillig stolpert der junge Gärtner Francis Masson in ein Abenteuer: er soll für den englischen König eine seltene Blume in Afrika finden - und auf dieser Reise dürfen wir ihn begleiten. Das Buch hat mir Spaß beim Lesen bereitet, auch wenn es nicht vor gerade vor Spannung trotzt. Trotzdem möchte man wissen, wie es weitergeht, und vor allem, ob die Mission gelingt, die nicht immer einfach ist. Die unbekannte, wilde Natur, die fremden Menschen und natürlich auch Intrigen machen dem jungen Francis zu schaffen. Für mich war es ein Buch, dass sich angenehm "mal eben weglesen" lässt, ohne dass ich enttäuscht oder genervt war, oder vor Spannung an den Nägeln geknabbert habe :)