Schattenmann

Erschienen: Januar 2014

Bibliographische Angaben

  • Aufbau, 2014, Titel: 'Brotherhood of Fear', Originalausgabe

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Jörg Kijanski
Actionreich, aber arg konstruiert

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Jul 2014

1933. Der bekannte jüdische Kommissar Willi Kraus musste aus Deutschland fliehen und fand Zuflucht in Paris, wo sich bereits der verbliebene Rest seiner Familie aufhält. Doch trotz des Wiedersehens mit seinen Söhnen vermisst er seine Heimat, zumal er in Frankreich zur Untätigkeit verdammt ist. Eine Arbeitserlaubnis hat er nicht und wenn er sich bei einer nicht genehmigten Tätigkeit erwischen lässt, droht die Deportation ins Reich, wo im Zweifel die Gestapo auf ihn wartet. Dennoch nimmt er einen Job bei einem Privatdetektiv dankbar an. Er soll einen Studenten bewachen, dessen reiche Eltern sich sorgen, ob er seinem Studium nachgeht. Ein langweiliger Job - bis besagter Student direkt vor seinen Augen ermordet wird. Kraus verfolgt geradezu besessen den Fall, der ihn auch in die Arme der jungen Vivi treibt, der äußerst hübschen Freundin des Ermordeten. Zudem lernt er durch einen Zufall den in ganz Frankreich berühmten Finanzier André Duval kennen, der trotz der wirtschaftlichen Notlage sehr begehrte Anleihen mit hohen Zinsen auf den Markt gibt. Doch die Ereignisse drohen sich plötzlich zu überschlagen, als ein weiterer Mord geschieht. Kraus gerät in ein gigantisches Netz aus Intrigen und Verrat. Schon bald bekommt er es mit mehr als einem übermächtigen Gegner zu tun&

"Schattenmann" ist ein bisschen "too much"

Der dritte Teil der Kommissar-Willi-Kraus-Reihe beginnt sechs Wochen nach dessen dramatischer Flucht aus Berlin nach Paris. Hier findet Kraus wieder, was von seiner Familie übriggeblieben ist, allen voran seine beiden Söhne, seine reichen Ex-Schwiegereltern und Ava, die Schwester seiner verstorbenen Frau. Doch die Sehnsucht nach Berlin ist stärker und zudem treibt ihn um, dass er keiner regulären Arbeit nachgehen kann, da er keine amtliche Erlaubnis hat. Diese wird monatelang auf sich warten lassen und so nimmt er (natürlich inoffiziell) einen eher langweiligen Job an. Er, der berühmte Berliner Ermittler, soll einen Studenten bewachen, tiefer kann ein sozialer Abstieg kaum sein. Gut, dass sich wenigstens sein Privatleben positiv entwickelt und sei es nur auf rein sexueller Ebene in Form einer Beziehung zu der deutlich jüngeren Vivi.

 

"Hören Sie zu, Willi, die Deutschen sind vielleicht zu stolz, um gegen ein paar Banknoten Informationen auszuspucken, aber nicht wir Franzosen. Hier ist niemand zu stolz, sondern hat höchstens zu viel Angst."

 

Umso mehr freut sich Kraus in dem zwielichtigen Finanzjongleur André Duval einen Freund gefunden zu haben, aber Kraus wäre nicht Kraus, wenn sich nicht auch hier Probleme aufzeigen würden. Im dritten Teil der lesenswerten Reihe übertreibt es Paul Grossman aber ein wenig. Anfangs hat der Roman einige Längen, denn wie sich die grandiosen Finanzgeschäfte Duvals entwickeln ist vorhersehbar und was anschließend geschieht, verschlägt einem mitunter den Atem. Undurchsichtige Machenschaften am Quai des Orfevres 36, dem Sitz der Kriminalpolizei, sowie in der Rue des Saussaies 11, dem Sitz der Sureté Générale, des Nationalen Geheimdienstes, fordern Kraus alles ab. Eine groß angelegte Verschwörung will von ihm aufgeklärt werden, was angesichts der übermächtigen Gegenseiten "ein wenig" unrealistisch erscheint. Da hilft es auch nicht, dass ein Clochard zum Einbrecherkönig mutiert und den modernsten Tresor des Landes knackt. Nein, hier sind dem Autor stellenweise leider die berühmten Pferde durchgegangen, was schade ist, denn die beiden Vorgänger waren ein Lesegenuss auf sehr hohem Niveau. "Schattenmann" ist durchaus lesenswert, um Missverständnisse zu vermeiden, aber es wirkt halt alles arg konstruiert. Fast möchte man fragen, wer zum Teufel ist James Bond im Vergleich zu Willi Kraus?

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