Hexenliebe

Erschienen: Januar 2014

Bibliographische Angaben

  • Droste, 2014, Titel: 'Hexenliebe', Originalausgabe

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Volker Faßnacht
Hexenwahn und Inquisition

Buch-Rezension von Volker Faßnacht Jun 2014

Hexenliebe ist der erste historische Roman von Marita Spang.

Der Wahnsinn beginnt

1613. Unruhe herrscht im ganzen Land, aber Neuerburg versucht, sich dem Wahnsinn zu entziehen. Standhaft glaubt man nicht ans Hexenwerk. Während in allen umliegenden Grafschaften die Scheiterhaufen brennen, versucht man hier Krankheiten und schlechte Ernten als natürliche, auf wissenschaftlich erklärbare Umstände zurückzuführen.

Aber wie so oft ist es halt einfacher, die Schuld für ein Unglück bei anderen zu suchen. Wenn das geliebte Kind stirbt, weil man aus Geldnot in einer zugigen Hütte leben muss und kein sauberes Wasser verfügbar ist; wenn man nicht rechtzeitig nach der Heilkundigen ruft, sondern eine Pfuscherin ans Werk lässt, nur weil diese es wohl ein wenig billiger macht; man zu guter Letzt doch noch die Kräuterfrau um Hilfe bittet, diese dann aber, weil das Fieber schon zu lange wütet und den jungen, mageren Körper des Kindes schon zu sehr ausgemergelt hat, auch nicht mehr helfen kann, dann kann es doch wohl nur am bösen Werk der Heilerin gelegen haben. Denn dass das Kind stirbt kann ja nicht gottgewollt sein.

Um einen Aufstand der Leichtgläubigen zu verhindern, muss auch die Obrigkeit in Neuerburg Zugeständnisse machen. Glaubten sie zu Beginn, dass sich das in Bewegung gesetzte Rad der Hexenverfolgung von ihnen steuern ließe, so mussten auch die Neuerburger erkennen, dass das nicht klappen würde.

Hexenliebe beschreibt, eingerahmt in einen historischen Roman, wie der Hexenwahn im 17. Jahrhundert in Deutschland um sich greift. Wie konnte eine Welle der Gewalt entstehen, von wem wurde sie getragen und warum war sie selbst durch die Logik, Vernunft und wissenschaftliche Erkenntnisse, nachdem sie erst einmal losgelöst war, nicht mehr aufzuhalten?

 

"Die Frau heißt Magdalena Pirken. [...] Sie ist Wäscherin und Kräuterfrau in der Stadt." [...] "Ja, ja, ich erinnere mich." Tatsächlich blitzte so etwas wie Erkennen in den Augen der Frau auf. "Sie geht gebeugt und ist schon sehr alt. Sie wickelt Wachskerzen um die Köpfe der Kranken." [...] "Nein, das Weib das du meinst, heißt Luzia Schreiber. [...] Sie ist an die fünf Fuß groß, schlank von Gestalt und hat braune Haare und Augen." [...] "Also, hast du sie gesehen?" Verzweifelt nickte die Frau mit dem Kopf. "Was hat sie für Untaten begangen? Kindlein getötet und ihnen das Herz aus dem Leibe gerissen? Hexensalbe gekocht und verteilt? Dem Satan den Hintern geküsst?" Immerzu bejahte die gefolterte Frau die Fragen mit einem Kopfnicken. [...] "Was noch?" "Mit dem Satan selbst hat sie Unzucht getrieben." [...] Einen kurzen Moment hatte Scholer den Eindruck, dass die Frau alles sagen würde, was er hören wollte.

"Aber wird eine Besagung denn ausreichen, um Anklage zu erheben?", fragte Scholer. "Nun", antwortete Mey gedehnt. "Wie Ihr es in Neuerburg macht, weiß ich nicht." [...] "Aber", fuhr er mit einem Grinsen fort, das selbst Scholer abstoßend fand, "es ist alles eine Frage des Geldes. Wenn Ihr noch ein paar Gulden drauflegt, liefere ich Euch so viele Besagungen, wie Ihr nur haben wollt." [...] Damit drehte er sich um und ging pfeifend in Richtung des Burgtors voran.

 

Zusätzlich zu den bereits beschriebenen Naturereignissen und Krankheiten, die von der einfachen Bevölkerung als Hexerei identifiziert wurden, kamen die sogenannten Hexenkommissare ins Spiel, die oft unter unlauteren Beweggründe den Beschuldigten jegliche Geständnisse abzupressen wussten. Das Eigentum der Opfer wurde eingezogen, die Familien der Opfer mussten für die Kosten des Prozesses und der Hinrichtung aufkommen.

Die Hexenkommissare verdienten gut am Irrglauben der Leute. Da sie oft freie Hand hatten, konnten sie dafür sorgen, dass ihre Einnahmequellen so schnell nicht zum Versiegen kamen. Und dort wo es Widerstände gab, schafften es die Inquisitoren oftmals leicht, Kritiker ruhig zu stellen. Denn wer die Inquisition in Frage stellte, lief allzu leicht Gefahr selbst als Teufel in Verruf zu geraten.

Denunziation, oft ein gutes Mittel, einen ungeliebten Nachbarn oder Rivalen um ein Amt Bürgermeister, Stadtrat, Zunftmeister oder ähnliches loszuwerden oder sich dessen Besitz einzuverleiben. Die Gefolterten mussten auch immer weitere Leute beschuldigen, so dass sich das Rad der Inquisition immer weiter drehen konnte. Dazu natürlich auch religiöse Eiferer, die tatsächlich an den ganzen Hokuspokus glaubten.

Eine unselige Allianz, die es den unter Verdacht Geratenen, aber auch den gebildeten Gegnern der Inquisition unmöglich machte, die Beschuldigten aus den Fängen des Hexenwahns zu befreien. Es galt nicht die Unschuldsvermutung. Sätze wie Gott erkennt die Seinen standen im Mittelpunkt. Also war es in Ordnung, den Beschuldigten umzubringen. Wenn er schuldig war, hatte er die verhängte Strafe sowieso verdient, wenn nicht, so würde Gott ja seine Seele aus der ewigen Verdammnis erretten. Der Leib war nicht wichtig, es ging um die Seele.

Flüssiger und anschaulicher Schreibstil - überzeichnete Charaktere und Ereignisse

Marita Spang fesselt ihre Leserschaft mit einem sehr detaillierten und flüssigen Schreibstil. Die Stadt Neuerburg im Mittelalter entsteht wahrhaftig vor den Augen der Leserinnen und Leser. Man hat förmlich den Gestank der Gassen in der Nase. Mit Hilfe des Gemäldes Norbert Klinkhammer's von der Stadt im Jahr 1630, des umfangreichen Personenverzeichnisses, dem Nachwort, den Begriffserklärungen und dem Quellennachweis zum Nachrecherchieren der historischen Begebenheiten machen den Einstieg in den Roman einfach.

Jedoch ist beispielsweise die Figur der fiktiven Adela von Manderscheid-Kail völlig überzeichnet. Zu brutal und böse ist das Miststück. Dass ihr dennoch immer wieder von ihren Mitmenschen Vertrauen entgegengebracht wird, ist daher einfach unglaubwürdig, zumal wenn es sich dabei um Personen aus ihrem unmittelbaren Umfeld handelt. Oder auch eine andere Person, die urplötzlich die Lager wechselt, obwohl sich für sie ihre persönliche Zwangslage nicht geändert hat.

Schließlich ist auch völlig unklar, weshalb bei einer der Hexerei Beschuldigten eine Teufelsaustreibung veranstaltet wird, während andere Beschuldigte gefoltert und verbrannt werden. Gerade die gesellschaftliche Stellung kann nicht für Rücksichtnahme herhalten, wäre doch gerade bei Höhergestellten am meisten zu holen.

Finstere Atmosphäre

Naturgemäß ist der Roman Hexenliebe recht düster. Glücklicherweise verzichtet Marita Spang auf allzu deftige Beschreibungen der Folter. Trotzdem sei darauf hingewiesen, dass die vorliegende Geschichte nichts für zartbesaitete Gemüter ist. Jedoch, wer die Romane des Autorenpaares Lorentz mag, wird sich mit Hexenliebe gut unterhalten.

Hexenliebe

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Letzte Kommentare:
30.03.2015 10:42:08
LettersFromJuliet

Meine Meinung

Viele werden bestimmt sagen, dass der Buchmarkt nicht noch einen Hexenroman braucht. Mag vielleicht auch stimmen, aber diesen sollte man lesen!

Der Schreibstil der Autorin ist geprägt von der zeitgemäßen Sprache, wodurch die Geschichte sehr authentisch wird. Wer Probleme mit einigen älteren Begriffen hat, kann diese in einem Glossar nachschlagen. Mir hat der Schreibstil auf jeden Fall richtig gut gefallen und allein schon deswegen freue ich mich auf weitere Bücher von ihr.

Claudia von Leuchtenberg ist eine starke und intelligente Frau, die das Herz am richtigen Fleck hat. Sie lässt sich nicht schnell einschüchtern und tritt für Ihre Meinung ein, was für die damalige Zeit ungewöhn war. Man muss sie einfach mögen!
Mit Sebastian de la Val wurde ich zuerst nicht richtig warm, da er auf mich einen recht unsicheren Eindruck machte. Letztlich ist er ein sehr gelungener Charakter.
Dafür fand ich Barbara ziemlich nervig, da sie mir zu naiv war.

Das Buch wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, wobei Claudia und Sebastian im Vordergrund stehen.

Marita Spang hat eine hervorragende Recherchearbeit geleistet. Es wird sehr gut veranschaulicht, dass die Hexenverfolgung damals nicht nur von der Kirche ausging, sondern auch von den Hexenkommissaren, die sehr gut an jeder Hinrichtung verdienten, sowie der Bevölkerung, die für ihre Mithilfe belohnt wurde. Die Menschen wurden dumm gehalten, um sie besser beeinflussen zu können. Natürlich konnte es gefährlich für die Kommissare werden, wenn sie wohlhabendere Bürger verdächtigten, aber durch “wohlhabende Hexen” verdienten sie mehr.
Außerdem beschreibt die Autorin die Folterszenen recht detailgetreu, ohne dabei reißerisch zu wirken.

Das Buch schafft es beim Lesen komplett abzuschalten und ehe man sich versieht, ist man mitten drin im Mittelalter. Durch die lebhafte Erzählweise und die genauen Beschreibungen kann man die Zeit vergessen und hat ganz schnell 50 Seiten gelesen.

Ich freue mich schon jetzt auf weitere Werke der Autorin!

Fazit

Marita Spang entführt den Leser ins düstere Mittelalter – Spannung, Liebe, gut durchdachte Dialoge und eine hervorragende Recherchearbeit – ein Muss für Histo-Liebhaber!

04.11.2014 20:22:12
cookie1511

Ich habe schon länger keinen historischen Roman mehr gelesen. Nachdem ich dieses Buch in einem Katalog entdeckt habe, hat mich der Klappentext so neugierig gemacht, dass ich wieder Lust auf die Vergangenheit bekam.

Auf dem Cover mit dem schwarzen Hintergrund ist eine Frau zu sehen, dargestellt als Dame aus dem späten Mittelalter. Weiter im Hintergrund ist eine Burg zu erkennen.

Bevor die eigentliche Geschichte beginnt, ist am Anfang des Buches die Stadtansicht von Neuerburg im Jahr 1630 zu sehen. Die Stadt spielt in dem Roman eine zentrale Rolle. Danach folgt eine Liste der beteiligten Figuren in diesem Buch. Dabei sind wahre und fiktive Charaktere gekennzeichnet. Dies beides trägt zum leichteren Verstehen und Nachvollziehen der Handlung bei.
Schon der Prolog lässt auf eine interessante und spannende Geschichte hoffen. Dort werden die Erlebnisse von Anna, einer später wieder auftauchenden Figur, erzählt, welche eine Schlüsselrolle innehat. Dann wurde ich ins Jahr 1589 entführt. Zu diesem Zeitpunkt fanden in Deutschland zahlreiche Hexenverurteilungen statt.

In der kleinen Stadt Neuerburg lebt das Edelfräulein Claudia bei ihrem Onkel und ihrer Tante. Bis jetzt sind die Hexenverfolgungen und die dadurch unvermeidlichen Verbrennungen in ihrer direkten Umgebung noch kein akutes Thema. Aber die Unzufriedenheit der ungebildeten Bewohner wächst, es ist einfacher, Krankheiten und Unwetter Unschuldigen zuzuschreiben, als natürliche Erklärungen zu finden. Außerdem haben machtgierige Personen große finanzielle Vorteile von den Hinrichtungen, denn die Familien der Verurteilten müssen für die „Unkosten“ aufkommen. Und somit nimmt auch dort das Unheil seinen Lauf.

Die Story ist interessant geschrieben, mit viel Spannung, Hintergrundwissen und auch ein Wenig Erotik. Der Schreibstil ist sehr flüssig. Die historischen Hintergründe sind gut in einer spannenden Geschichte verpackt.

Ich vergebe diesem Buch fünf Sterne.

07.10.2014 10:51:00
Cappuccino-Mama

Im Kampf gegen Ungerechtigkeit und Hexenwahn

HEXENLIEBE – dieser Buchtitel machte mich bereits neugierig. Und da ich das Genre der historischen Romane so sehr liebe, mir die Buchbeschreibung ebenfalls zusagte und das Cover mir gefiel, freute ich mich sehr auf den Debüt-Roman von Marita Spang.


Das Cover:

Der Hintergrund des matt gehaltenen Covers wirkt schwarz, doch bei genauem Hinsehen entdeckt man, dass dieser Hintergrund hübsche Ornamente aufweist. Durch das sehr dunkle Anthrazit entdeckt man das Muster oft erst so richtig, wenn man das Buch draußen und bei Sonnenschein liest. Der Buchtitel selbst ist in mattgoldenen Buchstaben gestaltet, was dem Buch ein edles Aussehen verleiht. Der erste Buchstabe ist hierbei besonders hübsch gestaltet und wirkt recht altertümlich – insofern sehr passend für einen historischen Roman.

Auf dem Cover sieht man auf der rechten Seite eine junge Frau mit edler Kleidung – am auffälligsten dürfte hier der im 16. und 17. Jahrhundert verwendete weiße Kragen sein, die sogenannte Halskrause. Unter dem Buchtitel befindet sich die Zeichnung die einen Teil der Neuerburg zeigt, die in diesem Roman eine wichtige Rolle spielt.


Die Handlung:

Das Eifelstädtchen Neuerburg, in der Nähe von Trier über der Enz gelegen - man schreibt das Jahr 1613. Es ist die Zeit der Hexenverfolgung und (fast) überall in Deutschland lodern die Scheiterhaufen, unzählige Unschuldige fallen der Inquisition zum Opfer. Auch in der Eifelherrschaft Neuerburg hat dieser Hexenwahn Einzug gehalten – sehr zum Leidwesen von Claudia von Leuchtenberg. Die junge Frau, Nichte des regierenden Landgrafen, will verhindern, dass ihr Onkel die Verfolgung unterstützt. Doch dann taucht eines Tages zu allem Übel auch noch ein Hexenkommissar in Neuerburg auf.

Hilflos muss Claudia zusehen, wie Unschuldige ihr Leben verlieren, und skrupellose Richter und Henker sich an deren Eigentum bereichern. Diesen Zustand will und kann die junge Frau nicht hinnehmen und so beschließt sie, den Kampf gegen die Ungerechtigkeit aufzunehmen und die gewissenlose Justiz mit ihren eigenen Waffen zu schlagen...


Erster Eindruck / Buchaufbau:

Ich war erstaunt, als ich das Buch erstmals in Händen hielt – für ein Buch mit ca. 650 Seiten erschien es mir sehr dünn. Ich verglich es mit anderen historischen Romanen, sowohl vom gleichen Verlag, als auch mit Romanen anderer Verlage und stellte fest, dass dieses Buch sogar dünner ist, als eines mit ca. 450 Seiten. Schon beim Durchblättern fiel auf, dass das Buch sehr dünne Seiten besitzt, die Buchdeckel selbst auch relativ dünn sind (wobei ich mich in Bezug auf die Buchdeckel auch täuschen kann). Das Format des Buches war von den Maßen her eine übliche Größe, doch durch die dünnen Seiten und die geringere Dicke des Buches ist es schön leicht und auch recht handlich.

Ich war sehr skeptisch, das muss ich zugeben, was die Buchqualität anbelangt. Wie wird das Buch nach dem Lesen aussehen? Mein Fazit diesbezüglich ist erstaunlich, denn tatsächlich ist das Buch nach dem Lesen weder schief gelesen, noch weist es die geringste Leserille auf – das Buch sieht noch wie neu aus – Leserherz, was willst Du mehr?

Ich gehe sowieso sorgfältig mit meinen Büchern um, dennoch lassen sich Leserillen oft nicht vermeiden und mitunter ist der Buchrücken nach dem Lesen oft durchgebogen oder das Buch schiefgelesen. Dieses Buch ist regelrecht geschmeidig und so bleibt es, hat man das erste Viertel gelesen (und das letzte Viertel noch nicht), offen liegen, da wo andere Bücher sich mitunter schließen oder „verblättern“. Das ist sehr angenehm – nichts ist schlimmer, als Bücher, die stets den Drang haben, dann zuzuklappen, sobald man sie gerade mal nicht mehr festhält.

Der Aufbau des Buches gefiel mir sehr gut. Zu Beginn wird die Autorin kurz vorgestellt, allerdings nur mittels eines kurzen Textes – ein Foto wäre da schön gewesen. Ich mag es immer, wenn die Quelle vermerkt ist, aus der das Coverbild stammt, denn so kann man das Bild auch mal, dank Internet, als Ganzes betrachten.

Schade, dass sich keine Karte der Umgebung im Buch befindet, da ich gerne immer nachsehe, wo sich die Handlungsort / Schauplätze befindet, welche Wege die Protagonisten zurücklegen oder wie weit die jeweiligen Orte voneinander entfernt sind. Manchmal reicht auch ein einfacher Stadtplan für die Orientierung aus. Hier befindet sich zwar keinerlei Plan im Buch, doch dafür die Stadtansicht Neuerburgs um das Jahr 1630, nach dem Gemälde des Malers Norbert Klinkhammer. Dazu gibt es eine Bildbeschreibung, sowie einige Erklärungen zu den örtlichen Gegebenheiten.

Es folgen auf den nächsten beiden Seiten einige Zitate, darunter auch eines aus dem sogenannten „Hexenhammer“, der „Leitfaden“, bzw. die Richtlinien, für die Hexenverfolgung. Danach folgt ein Personenverzeichnis (Dramatis Personae). Sinnvollerweise wurde dieses Verzeichnis vorne im Buch untergebracht, so dass der Leser automatisch darauf stößt und es auch leicht wiederfindet. Mitunter werden diese Personenverzeichnisse im Anhang des Buches untergebracht und so vom ein oder anderen Leser erst entdeckt, nachdem das Buch bereits gelesen wurde. Das Personenverzeichnis wirkt durch eine Unterteilung sehr übersichtlich und die historisch belegten Figuren wurden, wie in historischen Romanen meist üblich, durch einen Stern gekennzeichnet.

Die Handlung selbst ist nicht nur in Prolog, 34 Kapitel, sowie Epilog unterteilt, sondern zusätzlich in vier Teile. Es zieht sozusagen ein Gewitter auf im Laufe des Buches. Teil 1 beginnt relativ harmlos (wobei es nicht lange so bleibt) und wurde betitelt mit „Dunkle Wolken“, Teil 2 heißt „Wetterleuchten“, Teil 3 lässt mit „Blitz und Donner“ nichts Gutes ahnen, wohingegen der 4 Teil, der mit „Regenbogen“ überschrieben ist, Grund zur Hoffnung gibt. Dass auch Claudias Freundin Barbara verhaftet wird, das verrät bereits der Klappentext – wobei dies erst sehr spät im Buch thematisiert wird. Ob man dies dann bereits im Klappentext verraten muss, ist wohl Ansichtssache – wirklich Spannung genommen wurde dem Buch dadurch jedenfalls glücklicherweise nicht.

Im Anschluss an die Handlung befinden sich in einem Nachwort die Danksagung der Autorin, sowie einige Anmerkungen. Ich gehöre zu den Lesern, die auf ein Nachwort Wert legen, da hier oft die ein oder andere Frage geklärt wird, sei es zur Handlung, zu Ereignissen der damaligen Zeit, oder eben zu fiktiven Handlungen. Es folgt ein Glossar, das vor allem für Leser nützlich ist, die mit dem Lesen eines historischen Romans Neuland betreten. Aber auch für „alte Hasen“ ist dieser Abschnitt lehrreich. Den Abschluss bildet ein Quellenverzeichnis, das vor allem für all diejenigen nützlich ist, die sich weiter dem Thema des Buches widmen möchten. Zum Schluss folgen weitere Buchempfehlungen mit historischen Romanen.


Meine Meinung:

Das fängt ja gut an, das war mein erster Gedanke, als ich den Prolog der Geschichte las. Dieser erinnerte mich an den Beginn des Romans DIE SÄULEN DER ERDE von Ken Follett, ein Buch, das mich voe vielen Jahren von der ersten Seite an fesselte und das noch heute eines meiner Lieblingsbücher ist. Das Buch fing nicht nur gut an, es blieb auch spannend bis zur letzten Seite. HEXENLIEBE – der Titel verspricht Spannung, aber eben auch eine Liebesgeschichte.

Es ist keine leichte Kost, die Marita Spang mit diesem Roman ihren Lesern vorsetzt – Hexenverfolgung und die damit verbundenen Folterungen jagen dem Leser Schauer über den Rücken. Hilflos steht man den Ereignissen des 17. Jahrhunderts gegenüber, muss mit ansehen, wie Protagonisten, die man ins Herz geschlossen hat, in die Mühlen des Gerichts geraten – und das ohne eine wirkliche Chance, dieser Ungerechtigkeit zu entkommen.

Claudia von Leuchtenberg ist selbst vom Schicksal gebeutelt. Die äußerst intelligente junge Frau wächst im Haushalt ihres Onkels Wilhelm von Leuchtenberg auf, der der Landgraf ist. Während der Onkel die Tochter seiner verstorbenen Schwester fast schon wie eine eigene Tochter behandelt, erntet Claudia von dessen Frau und deren Nichte nur Verachtung. Claudias Aufgabe besteht darin, Elisabeth, ihre Cousine, zu erziehen und sie für eine anstehende Ehe vorzubereiten. Für mich war Claudia eine adlige Rebellin, die ihr Schicksal nicht einfach hinnehmen will.

Elisabeth von Leuchtenberg, Claudias Cousine tat mir leid. Ein Kind von gerade mal dreizehn Jahren soll mit einem jungen Mann eine arrangierte Ehe eingehen. Sorgen und Ängste lasten auf dieser unschuldigen Kinderseele. Das Mädchen fühlt sich der Situation nicht gewachsen, soviel dürfte klar sein. Der eigenen Mutter kann sie sich nicht anvertrauen. Wie tröstlich ist es da, dass ihre Betreuerin Claudia ein offenes Ohr für sie hat, sie zu unterstützen versucht. Doch nicht jeder ist dem Mädchen wohlgesonnen...

Erika von Manderscheid-Virneburg ist die Gemahlin des Landgrafs Wilhelm von Leuchtenberg. Sie ist einige Jahre älter als ihr Mann und gesundheitlich nicht besonders auf der Höhe. Es war keine Liebesheirat zwischen den Eheleuten und das macht sich auch bemerkbar, denn die Stimmung zwischen den beiden ist unterkühlt. Dass Claudia bei ihnen lebt, ist Erika ein Dorn im Auge, stammt die Nichte ihres Mannes doch aus einer nicht standesgemäßen Verbindung – die Eltern heirateten aus Liebe, führten ein kärgliches Leben, aber waren dennoch glücklich. Noch dazu bewunderte und verehrte Wilhelm seine Schwester sehr, nicht zuletzt deshalb will er Claudia ein gutes Zuhause bieten. Erika hingegen betrachtet die Nichte ihres Mannes eher als Dienstbotin und behandelt sie zudem auch herablassend. Ich denke, sie ist eifersüchtig auf ihre verstorbene Schwägerin, zu der ihr Mann aufsah, und diese Eifersucht beherrscht nun auch das Verhältnis zu Claudia.

Barbara Dietz ist die Tochter von Heinrich Dietz, dem Bürgermeisters, Ratsherrn und Zunftmeister der Wollwebergilde. Auch Barbara musste ohne ihre längst verstorbene Mutter aufwachsen. Trotz des Standesunterschiedes sind Barbara und Claudia enge Freundinnen. Doch während Claudia selbstbewusst und ein richtiger „Wirbelwind“ ist, sich nicht für eine Partnerschaft interessiert, wünscht die brave und bodenständige Barbara sich nichts mehr, als ein anständiges und geordnetes Leben an der Seite eines Mannes.

Sebastian de la Val ist Sohn des Amtsmanns der Herrschaft Neuerburg und mit Claudias bester Freundin Barbara verlobt. Er hat Jurisprudenz studiert, ist mit erst dreiundzwanzig Jahren bereits Doktor beider Rechte. In Claudia findet Sebastian eine adäquate Gesprächspartnerin, mit der er sich in „gleicher Augenhöhe“ unterhalten kann, während er Barbara zwar achtet, aber ansonsten wenig mit ihr gemeinsam hat. Zu seinem Vater hat Sebastian nicht gerade das beste Verhältnis, so steht unter anderem der Tod von Sebastians Bruder zwischen Vater und Sohn – eine schwere Bürde, die schwer auf dem jungen Mann lastet.

Überhaupt war Sebastians Vater ein Mensch, den ich bis zum Schluss nicht richtig einschätzen konnte, was der Handlung eine zusätzliche Spannung verlieh. Oft rätselte ich, ob er auf Seiten seines Sohnes stand, oder eher dessen Widersacher war. Die Zeit der Hexenverfolgung fordert auch Sebastian viel ab, kann er diese doch nicht mit seinem Gewissen vereinbaren und ist überzeugt davon, dass weder Hexen noch Zauberer existieren.

Magdalena Pirken ist die ehemalige Amme von Barbara. Sie war einst mit Barbaras verstorbener Mutter befreundet, musste aber das Haus des Bürgermeisters verlassen. Dennoch haben Magdalena und Barbara ein sehr inniges Verhältnis zueinander. Magdalena ist eine sehr kluge und auch schöne Frau, die sich ihr Geld als Wäscherin und Kräuterfrau verdient. Ich fand Magdalena sehr sympathisch, und sie war eine meiner Lieblingspersonen in diesem Roman. Leider hat sie es nicht leicht als Kräuterfrau, denn als solche ist man schnell Anschuldigungen ausgesetzt, die einem gefährlich werden können. Zudem schweigt sie über ihre Vergangenheit. Was geschah, bevor sie eines Tages bei der Familie des Bürgermeisters auftauchte? WER ist Magdalena wirklich?

Es kommt, wie es kommen muss: Natürlich wird Magdalena schon allein aufgrund ihres Berufes als Kräuterfrau sehr schnell als vermeintliche Hexe ins Visier genommen. Obwohl sich viele gegen sie stellen, darunter auch eine andere Kräuterfrau, hat sie dennoch auch Menschen, die in schweren Zeiten zu ihr halten. Magdalena ist eine sehr geheimnisvolle und starke Frau, die über einen wachen Geist und einen guten Charakter verfügt – ich hoffte und bangte, dass sie die Hexenverfolgung überleben würde.

Adela von Manderscheid-Kail ist die Nichte der Landgräfin. Sie ist Gast der Grafenfamilie. Nein, Adela fand ich alles andere als liebenswert. Sie war hinterhältig und abgebrüht, setzte Leute für ihren Zweck ein, lenkte sie nach ihrem Willen – ob nun durch Androhung von Gewalt, oder aber mit Hilfe ihrer weiblichen Reize. Adela spielte ein falsches Spiel, handelte oft äußerst brutal und grausam – und vor allem war sie eine sehr gefährliche Person, die ihre Machtstellung gerne ausnutzte. Vor allem ihre Zofe Kathrin leidet unter ihrer Herrin, fürchtet gar um ihr Leben.

Bernhard Josten, den Burgkaplan, empfand ich als sehr unangenehmen Menschen, und das liegt nicht nur daran, dass sich Läuse auf ihm wohl fühlten – er wirkt sowohl körperlich, als auch seelisch einfach schmierig und war mir äußerst unsympathisch. Nächstenliebe ist für ihn ein Fremdwort, vielmehr ist er in hohem Maße fasziniert von der Hexenverfolgung. Andreas Mohr, der Stadtpfarrer, war mir hingegen sofort sehr sympathisch, wirkte er doch sehr warmherzig und hilfsbereit. Er ist ein vom Schicksal gebeutelter Mann, der keinesfalls tatenlos dem Treiben der Hexenjäger zusehen will.

Die Hexenverfolgung ist ein Thema, das mich immer wieder emotional sehr berührt und mich wieder einmal an meine mentale Schmerzgrenze brachte. Unschuldige geraten in Verruf und müssen sich einem „peinlichen Verhör“ unterziehen, also der Folter. Es reicht die Kuh, die keine Milch mehr gibt, eine Missernte, ein tot geborener Säugling, um jemanden der Hexerei zu verdächtigen. Was man sich nicht erklären kann, man schiebt einer angeblichen Hexe die Schuld zu – sei es durch einen „bösen“ Blick, ein falsches Wort, oder ein angeblich auffälliges Verhalten. Man vermutet Schadzauber und Ähnliches, denn es kann ja nicht sein, was nicht sein darf – sucht Erklärungen für Schicksalsschläge zulasten der Nachbarn, oder Leuten, die einfach nicht der gängigen Norm entsprechen, gerne auch den Kräuterfrauen – unterstellt ihnen, sie würden Hexenkräuter verwenden.

Nicht genug damit, werden die angeblichen Hexen unter Schmerzen noch dazu genötigt, andere Leute ins Verderben zu stürzen, indem sie weitere Hexen benennen müssen. Die Hexenverbrennung zieht Scharen von Menschen an – das Spektakel will sich keiner entgehen lassen, man ergötzt sich vielmehr an den Qualen der vermeintlichen Hexen. Schockierend zu lesen, man steht als Leser sozusagen wieder einmal hilflos daneben, muss alles hinnehmen. Wie erbaulich ist es da, dass Claudia einen Plan schmiedet, um das System (die Richter, den Hexenkommissar,...) mit seinen eigenen Waffen zu schlagen, natürlich ist dies auch sehr risikoreich. Und dies wurde von der Autorin auch perfekt in Szene gesetzt.

Mehrfach begegnete mir im Buch der Vorwurf, der mir auch im Gedächtnis blieb: „...es waren eure Nachbarinnen und Freundinnen!“ - Da werden Mutter und Tochter getötet, wegen eines einzigen falschen Ratschlags. Ein Mädchen von gerade mal zwölf Jahren wird von der rachsüchtigen Meute gesteinigt! - Da lief es mir wirklich eiskalt den Rücken hinunter. Und das ist erst der Anfang, denn die Hexenjagd ist eröffnet und rollt wie eine Lawine durch das einst so beschauliche Städtchen.

Aber nicht nur arme Leute werden bezichtigt, Hexen zu sein, schon so manch Reicher verlor sein Leben, denn da konnten sich die ach-so-feinen Herren so richtig am Nachlass bereichern. Besonders perfide ist hierbei, dass die Hinterbliebenen der unschuldig Hingerichteten auch noch finanziell für die Prozesskosten aufkommen mussten, wodurch sie oft auch noch verarmten.

Ein ewiges Diskussions- oder auch Streitthema: Wieviel Gewalt muss in einem historischen Roman vorkommen? Müssen Folterszenarien und ähnliche schockierende Dinge detailliert beschrieben werden? Auch in diesem Buch wurden solche unschönen und brutalen Szenen thematisiert und beschrieben. Aber durch Einsatz solcher Szenen wirkt ein Buch erst so richtig authentisch und führt den Leser vor Augen, wie abartig und unmenschlich gehandelt wurde. Das kann dem Leser mitunter ganz schön an die Nieren gehen, gehört aber meiner Meinung nach eben zu einem historischen Roman dazu, um diesen so richtig glaubwürdig erscheinen zu lassen.

Marita Spang, Jahrgang 1959 und in Trier aufgewachsen, las bereits als Kind begeistert historische Romane. Als Psychologin (inzwischen arbeitet sie als Unternehmensberaterin) erhielt sie Einblick in so manche Seele, was sie beim Schreiben ihres Romans inspirierte. Mit ihrem flüssigen und mitreißenden Schreibstil, der erzeugten Spannung und Szenenwechsel fesselt sie die Leser. Man bangt und hofft – ein Wechselbad der Gefühle.

Die Wortwahl ist der jeweiligen Situation hervorragend angepasst – von feinfühlig bis derb. Trotz der altertümlichen Begriffe, die im Glossar erklärt werden, ist das Buch in relativ moderner, leicht verständlicher Sprache geschrieben, die dennoch der damaligen Zeit entspricht, so dass der Roman durchaus auch für jüngere Leser geeignet ist. Meine Bewunderung für Autoren historischer Romane ist besonders groß, setzt das Schreiben hier doch eine enorme Menge an Recherchearbeit voraus, um den fertigen Roman letztendlich authentisch wirken zu lassen.

Der Schluss des Romans ist ganz anders, als ich es erhofft hatte, aber ich bin zufrieden mit der Lösung, die die Autorin gewählt hat. Ansonsten bleibt nur noch zu schreiben: Ich kann diesen Roman uneingeschränkt empfehlen. So ernst er auch von der Thematik her ist, es gibt doch die ein oder andere Stelle, an der ich schmunzeln musste, sei es eine lebhafte Diskussion mit dem Burgkaplan oder auch eine „Teufelsaustreibung“ der besonderen Art. Und soviel sei verraten: Auch wenn es keine Hexen gibt, so treibt im Buch doch eine ihr Unwesen. Interessant fand ich in diesem Zusammenhang die Beschreibung der Halluzinationen, welche durch die Verwendung der sogenannten Hexensalbe hervorgerufen werden. Und obwohl ich bereits sehr viele historische Romane gelesen habe, lernte ich auch hier wieder einiges dazu. Geschichte kann eben auch spannend vermittelt werden.


Fazit:

Ein Roman, der von der ersten bis zur letzten Seite durch seine spannende Handlung überzeugen konnte und mich emotional berührt hat. Man fieberte mit, war entsetzt über so manche Handlungsweisen, amüsierte sich bei einigen kleinen Begebenheiten – man war also bestens unterhalten. Der Roman wurde in einem sehr angenehmen, leicht zu lesenden Schreibstil verfasst, das Buch überzeugte durch seine Aufmachung – Personenregister und Glossar schufen den passenden Rahmen für die Handlung.

Der Debüt-Roman von Marita Spang ist in meinen Augen ein perfekter Auftakt für weitere Bücher dieser Autorin – gerade schreibt sie an einem Mittelalter-Roman, der als Schauplatz die Umgebung von Bad Kreuznach hat. Von mir erhält das Buch eine absolute Leseempfehlung und somit die Höchstwertung von 5 Sternen.

19.09.2014 14:24:42
Jadwiga

Die Lektüre dieses historischen Romans hat mir sehr viel Spaß gemacht. Eine tolle, spannende Geschichte, "Dichtung und Wahrheit", wahre und erfundene Personen, Kulissen aus mir bekannter Umgebung. Wunderschöne Sprache der Autorin. Ich würde dieses Buch jedem empfehlen, der historische Romane gerne liest.

15.09.2014 11:48:43
Uwe

Ein durchgehend spannender Historienroman mit allem, was ein guter Roman sonst noch braucht. Dabei wird die Sparache der Zeit durchgängig wunderbar verwendet. Über Hexenverfolgungen weiß man manches, aber auch hier ergeben sich interessante neue Aspekte, die gut recherchiert dargestellt werden. Prima!

05.09.2014 08:04:58
Sigrid Betz

Ein großartiger, spannender und historisch gut recherchierter Roman. Die Spannung ist von der ersten bis zur letzten Seite gegeben. Über den Inhalt wurde schon in den vorangehenden Kommentaren so viel geschrieben, dass dies nur noch eine Wiederholung ist. Dies ist aber ein Buch, dass man auf alle Fälle mehrmals lesen kann und sollte. Ich freue mich schon auf weitere Bücher von Frau Spang.

03.09.2014 22:21:16
Karin R.

Großartig! Ich mag das Buch wirklich sehr. Die Szene mit Claudia, als sie über Adam und Eva spricht, hat noch lange nachgewirkt. Welch eine Kraft darin liegt. Welch eine Resonanz!
Ich finde, dass kein Wort, kein Satz zu viel ist. Bei manchen Romanen überlese ich manchmal Passagen, doch hier wollte ich kein Wort verpassen. Die Art, wie Marita Spang über die Zeit und die Menschen schreibt, hat mir sehr gefallen. Sie hat mir ermöglicht, mich wirklich hineinzugeben in die Geschichte. Es stecken so viele interessante Aspekte darin. Ich habe mir vorgenommen, es nochmal zu lesen.

25.07.2014 10:36:15
Doris Gura

Ein unglaublich spannender, psychologisch fein ausgeklügelter, bestens recherchierter historischer Roman zum Thema Hexenverfolgung, der das Nebeneinander und die Interaktion unterschiedlichster Charaktere aus den unterschiedlichen sozialen Schichten auf glaubwürdige und mitreissende Weise schildert.

22.07.2014 12:38:22
BS

Ein sehr gutes Buch zum Thema, dass die Hexenverfolgung einmal aus einer anderen Perspektive darstellt. Die gesellschaftlichen Umstände werden so gut beschrieben, dass vor dem inneren Auge ganz leicht BIlder der damaligen Lebensumstände entstehen. Bis zur letzten Seite ein spannendes Buch, dessen Ende für mich überrraschend stimmig war.

21.07.2014 20:59:47
Sagota

Das cover des historischen Romans ist sehr ansprechend und bezeichnend für die "dunkle Zeit" der Hexenverfolgungen. Sowohl ein Abbild der "Neuerburg" (Eifel, als Handlungsort) als auch ein Personenregister (mit historisch belegten Personen, die die Autorin kennzeichnete) und Quellenangaben weisen auf die sehr gute Recherche Marita Spang's hin. Die knapp 600 S. sind in 4 stimmige Romanteile aufgeteilt und hochspannend sowie informativ zu lesen (der Inhalt wurde bereits ausführlich in vorigen Rezensionen benannt, daher verzichte ich auf dieser Stelle darauf - zudem sollte der Leser der Rezi ja zum Selber-Lesen animiert werden ;-)

Meine Meinung:
Die Autorin hat einen sehr sensiblen und spannungsgeladenen Schreibstil, der stilistisch sehr ausgeprägt und auch anspruchsvoll - von Romanbeginn bis -ende zum Tragen kommt und den geneigten Leser direkt in das Handlungsgeschehen hineinzieht.
Durch präzise Beschreibungen sowohl der Protagonisten (Claudia und Sebastian u.a.) als auch der Landschaft, den sozialen Bräuchen und Sitten zu Anfang des 17. Jhd. in der Eifel und Umgebung (Mosel, Trier) ist alles durch die bildhafte Sprache sehr gut vorstellbar. Sehr gut herausgearbeitet ist die (weniger bekannte) Tatsache, dass die Verleumdungen gegenüber z.B. kräuterkundiger Frauen, aber auch Hebammen ("Wehmüttern") zu dieser Zeit auch vom Volke selbst ausgingen und nicht nur vom Klerus; jedoch taten sich nach Folter und Verurteilung der sog. "Hexen" der Klerus, die Richter und Schöffen an den Vermögen der zum Tode Verurteilten "gütlich" - ein gutes Bsp. hierfür ist die historisch belegte reiche Frau aus Trier, die ebenfalls den Hetzkampagnen zum Opfer fiel.
Der Roman geht auf soziale Hintergründe der oft wenig gebildeten Bevölkerung ein, die durch Sozialneid (geschürt durch Mangel, Elend, Missernten, Hunger, Kälte) und Vorurteile denunzierten Frauen gerne die Schuld für alle Unglücke (Wetter, Hagel, Gewitterstürme, Ernteausfälle, Kindstod) in die Schuhe schoben...
Exemplarisch steht für diese Frauen die Romanfigur Magdalena, die mit Claudia und Barbara befreundet ist und für die sich beide (Adelige und Kaufmannstochter) einsetzen; eine zarte Liebesgeschichte zwischen Sebastian (der als Jurist ebenfalls auf der Seite der "peinlich Befragten" Frauen steht und nicht an Hexen glaubt) und Claudia hat längst begonnen, die in die düstere Handlung lichtvoll eingebaut wurde.
Teile III und IV entwickelten sich für mich zum "Histo-Thriller", so dass ich das Buch kaum aus der Hand zu legen vermochte....
Fazit:
Ein sehr gut recherchierter Histo-Roman, in flüssigem Stil geschrieben, mit Detailgenauigkeit und präziser, bildhafter und zeitgemäßer Sprache, die das Interesse des Lesers an dem düsteren Kapitel der mittelalterlichen Hexenverfolgungen zu wecken vermag. Begeistert war ich über die Sprache, die der Zeit angemessen und mit großer Sorgfalt und Stimmigkeit ins 17 Jhd. transportiert wurde, dies machte das Buch u.a. für mich zum Lesegenuss. Sehr gelungen fand ich auch die Nachbemerkungen der Autorin mit den entsprechenden Infos, die zum Nachdenken anregen. Ein spannender, gut recherchierter und atemberaubend gut geschriebener Roman, dem ich gerne das Prädikat lesens- und sehr empfehlenswert gebe! Viel Spaß beim Lesen und ein herzliches Dankeschön an Marita Spang und den Knaur-Verlag!
(5 * von 5, 95 Punkte von 100 (HC)

01.07.2014 20:47:30
Mohnblume

Eine bewegende Geschichte während des Hexenwahns

Deutschland anfangs des 17. Jahrhunderts , im ganzen Land verfolgt man wehrlose und unschuldige Menschen , die man der Hexerei bezichtigt . Es ist der reinste Wahnsinn , man foltert und quält sie aufs unmenschlichste. Nur um sie brennen zusehen. Scheiterhaufen um Scheiterhaufen lodert auf.
Richter, Henker und gewissenlose Menschen , nutzen dies Schamlos aus, um sich an deren Hab und Gut zu bereichern und sich an deren Qualen zu ergötzen.
Auch im Eifelstädchen Neuerburg , nahe bei Trier gelegen , das bisher verschont blieb , greift nun der Hexenwahn um sich.
Betroffen ist auch die Heilkundige Kräuterfrau Magdalena , die ehemalige Amme von Barbara und Pfarrer Mohr und weitere unschuldige bezeichnet man der Hexerei.
Claudia von Leuchtenberg ,die Nichte des regierenden Landgrafen Wilhelm von Leuchtenberg versucht alles um ihren Onkel , von dem Irrsinn zu überzeugen und die Bevölkerung zu schützen.
Im Gegenteil dazu ihre Intrigante Cousine Adela , die an dem ganzen gefallen findet und hinterhältige und perfide Pläne schmiedet.
Claudia , findet Unterstützung bei dem Verlobten ihrer besten Freundin Barbara, dem Rechtsgelehrten Sebastian de la Val, der ebenfalls nichts dem Hexenwahn abgewinnen kann.
Als man auch noch eines Tages ihre beste Freundin Barbara der Hexerei anklagt und in den Kerker sperrt , schmieden Claudia und Sebastian einen riskanten Plan um Barbara zu befreien.
Sie wollen die Richter mit ihren eigenen Waffen schlagen .
Sie sind sich aber auch bewusst , das sie sich in höchste Gefahr begeben, sollte der Plan nicht gelingen.........


Die Autorin Marita Spang , ist mit ihrem Historischen Debütroman , ein meisterliches Werk gelungen .
Sie hat eine hervorragende und überzeugende Recherche geleistet. Sie nimmt einem mit in eine mit der dunkelsten und Grauenvolle Epoche , der Menschheit. In der man Menschen der Hexerei anprangerte , grausam und unvorstellbar folterte. Spannend , flüssig , facettenreich und fesselnd erzählt sie von ihren Protagonisten. Sie lässt sie lebendig werden und man hat das Gefühl mitten im Geschehen dabei zu sein, es läuft einem ab und zu kalt den Rücken herunter.
Mit einer klaren , kraftvollen und feinfühligen Sprache übt sie in ihrer Historischen Geschichte eine ungeheure Magie auf einem aus,sie versteht es einem in den Bann zu ziehen......


„Eine fesselnde , bewegende Geschichte , voller Hoffnung auf Gerechtigkeit und Liebe“

Ein Buch das man so schnell nicht vergisst !