Im Dienst der Gräfin

Erschienen: Januar 2014

Bibliographische Angaben

  • , 2014, Titel: 'Im Dienst der Gräfin', Originalausgabe

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Birgit Borloni
Gräfon Báthory - Eine Gräfin Dracula?

Buch-Rezension von Birgit Borloni Jun 2014

Besonders grausame Fürsten und Herrscher haben schon immer Mythen und Legenden im Volksmund hervorgerufen. Man denke z.B. an Vlad III. Draculea, auch mit dem Beinamen Tepes (dt. "Der Pfähler") bedacht, der Bram Stoker zu seinem weltberühmten Roman Dracula inspirierte.

Doch Dracula hat auch ein weibliches Gegenstück, die Vorbild für weibliche Vampirgestalten war: Erzsébet Báthory, die Blutgräfin. Ihr werden unsägliche Grausamkeiten und Gräueltaten nachgesagt, welche besonders ihre Untergebenen getroffen haben sollen. Verlässliche Quellen gibt es dazu wenig, dafür umso mehr Schauermärchen. Tereza Vanek verwebt beides gekonnt, um ihre Version der Gräfin Báthory zu erzählen.

Gelungene Figurenzeichnung

Anfang des 17. Jahrhunderts lebt die junge Emilia Sternerin bei ihrem Onkel und ihrer Tante in Augsburg, nachdem eine Seuche sie zur Waise machte. Doch das Verhältnis zu ihrer Tante ist mehr als schwierig und so wird Emilia gezwungen, mit dem Hausierer Kurt umherzuziehen und für ihn als Näherin zu arbeiten. Obwohl Kurt kein völliger Unsympath ist, ist er doch ein Mann seiner Zeit und Emilia muss sich seinen Avancen immer wieder erwehren. Auf einem Markt in Wien fällt der jungen Adeligen Ilona Hertz ihr Talent als Gewandschneiderin auf und so gelangt Emilia in die Dienste der Gräfin Báthory und genießt bald deren Vertrauen. Doch auch wenn sich ihr Leben nun deutlich verbessert hat, so merkt sie bald, dass ihre neue Dienstherrin auch dunkle Seiten hat – immer wieder sterben Mägde und Gerüchte machen die Runde. Auch Emilias Liebe zu István, der ebenfalls in Erzsébets Diensten steht, macht die Sache nicht einfacher – ganz im Gegenteil.

Tereza Vanek großes Talent ist die differenzierte Figurenzeichnung und das gelingt ihr auch in diesem Roman wieder hervorragend. Die Grenze zwischen Gut und Böse verläuft fließend und fast jeder Figur ist sowohl etwas Positives als auch etwas Negatives abzugewinnen. Besonders Erzsébet Báthory ist eine schillernde Persönlichkeit und auch wenn sie erbarmungslos und grausam wirkt, erkennt man als Leser doch auch sympathische Züge an ihr – insbesondere, wenn man sie als Kind ihrer Zeit betrachtet und nicht mit heutigen Maßstäben misst.

Allein Emilia ist als eindeutig gut gezeichnet und darüber hinaus teilweise schon sehr naiv – aufgrund ihrer Erfahrungen sollte man meinen, dass sie schneller misstrauisch anderen gegenüber wird. Und sie verzeiht recht schnell – teilweise etwas zu schnell.

Interessante Fakten

Man erfährt zudem viel über die damalige Zeit – besonders die Stellung der Leibeigenen und die der Frau sind glaubhaft und überzeugend herausgearbeitet. Für uns heutzutage nicht mehr vorstellbar, was damals als völlig normal galt. Die Stellung einer Frau war beileibe nicht einfach – auch nicht, wenn sie reich und mächtig war. Ganz im Gegenteil, wie die Intrige des Palatin von Ungarns, Graf Thurzó, zeigt, welche gleichzeitig auch noch das Spannungsmoment erhöht.

Lediglich die gehäuft auftretenden Rechtschreib- und Grammatikfehler stören den Lesefluss immer wieder. In diesem Bereich erreicht Im Dienst der Gräfin nicht die gewohnte Qualität von Tereza Vaneks Büchern. Auch das Cover ist etwas irritierend, weckt es doch eher die Erwartung eines (erotischen) Vampirromans und nicht eines spannenden und glaubhaft erzählten historischen Romans.

Lobend erwähnt werden muss hingegen das Personenverzeichnis am Ende des Romans sowie das ausführliche Nachwort der Autorin, in welchem sie Quellenlage erörtert und erklärt, warum sie sich für ihre Ansicht der Figur Erzsébet Báthorys entschieden hat.

Mit wenigen Abstrichen ist auch dieses Werk Tereza Vaneks wieder ein äußert gelungenes Buch, welches den Leser fesselt und in eine faszinierende, widersprüchliche und spannende Welt eintauchen lässt.

Im Dienst der Gräfin

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Letzte Kommentare:
23.03.2015 07:29:31
Zabou1964

Tereza Vanek sucht sich für ihre Romane immer außergewöhnliche Frauenfiguren aus, deren Leben und Wirken noch nicht in unzähligen Werken beschrieben wurden. In „Im Dienst der Gräfin“ bringt sie Elisabeth Báthory, die sogenannte Blutgräfin, dem Leser näher. Geschickt verwebt sie Fakten um die einst mächtige Ungarin mit einer fiktiven Geschichte um eine junge Deutsche, die zu Beginn des 17. Jahrhunderts als Gewandschneiderin im Dienst der Gräfin steht.

Die Waise Emilia ist gerade 17 Jahre alt, als sie von ihrer Tante und ihrem Onkel dem fahrenden Händler Kurt als Hilfe mitgegeben wird. Dieser behandelt sie mehr oder weniger gut, aber Emilia träumt von einem Leben als Gewandschneiderin, denn auch ihr Vater, der durch eine Seuche ums Leben kam, hat diesen Beruf bereits ausgeübt. Auf einem Markt in Wien lernt sie die Sängerin Ilona Hertz kennen, die sie am Hof der Gräfin Báthory einführt. Diese ist begeistert von Emilias Fertigkeiten und beauftragt sie, das Brautkleid ihrer Tochter sowie die Gewänder der Brautjungfern zu schneidern. Dazu begleitet Emilia ihre neue Herrin nach Ungarn.

Sehr schnell wird ihr bewusst, dass im Haus der Gräfin raue Sitten herrschen. Die Dienstmägde werden brutal bestraft, wenn sie auch nur kleine Fehler begehen. Einige junge Frauen kommen dabei sogar zu Tode. Der Leser bekommt Einblick in die Verhältnisse der damaligen Zeit, insbesondere in die Rolle der Frauen, die praktisch keine Rechte hatten. Selbst die reiche und mächtige Gräfin ist als Frau den Intrigen der männlichen Herrscher ausgeliefert.

Die Geschichte der Blutgräfin war mir bisher unbekannt. Am Ende des Buches erklärt die Autorin die Fakten, soweit sie bekannt sind. Ein ausführliches Personenregister, in dem vermerkt ist, welche Charaktere tatsächliche gelebt haben, rundet das Buch ab.

Emilias Geschichte hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt. Einzig eine Vielzahl von Rechtschreib- und Grammatikfehlern haben meinen Lesefluss empfindlich gestört. Hier sollte der Verlag sorgfältiger arbeiten.

Fazit:
Die Geschichte einer außergewöhnlichen Frau wird in diesem Roman spannend und authentisch erzählt.