A Million Ways to Die in the West

Erschienen: Januar 2014

Bibliographische Angaben

  • Eichborn, 2014, Titel: 'A Million Ways to Die in the West', Originalausgabe

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Carsten Jaehner
Ein Western mit viel Humor

Buch-Rezension von Carsten Jaehner Jun 2014

Der Wilde Westen, 1882. Irgendwo in Arizona liegt der Ort Old Stump, und der Feigling und Schafzüchter Albert Stark duelliert sich mit dem Halunken Charlie Blanche. Doch er bricht das Duell ab, woraufhin ihn seine Freundin Louise verlässt, die er abgöttisch liebt. Als er sie kurze Zeit später mit dem Bartträger Foy zusammen turteln sieht, fordert er diesen zum Duell, obwohl er gar nichts schiessen kann.

Rettung erscheint in Gestalt von Anna, einer neuen jungen Frau im Ort, die ihn nicht nur auf andere Gedanken bringt, sondern ihm auch das Schiessen beibringt. Mit der Zeit denkt Albert nicht mehr so oft an Louise und verliebt sich in Anna, und er ist ihr auch nicht unsympathisch. Doch Anna hat ein Geheimnis in Form ihres verhassten Ehemannes, dem Banditen Clinch Leatherwood. Und der nähert sich der Stadt...

Aus Drehbuch mach Western-Roman

Wenn ein Roman aus dem Hause Eichborn kommt, sollte man schon hellhörig werden, denn der Verlag ist bekannt für seine ungewöhnliche Literatur. Wenn der Roman aus der Feder des Komikers und Schauspielers Seth MacFarlane kommt, kann man sicher sein, dass der Roman nicht jedermanns Geschmack finden wird, ist er doch der Erfinder der Cartoonserien Family Guy und American Dad, und nach seiner Moderation der Oscar-Verleihung 2013 beschloss die zuständige Academy, ihn künftig nicht mehr zu fragen.

Dennoch hat MacFarlane einen Western verfasst, basierend auf seinem eigenen Drehbuch zum gleichnamigen Film, das er zusammen mit Alec Sulkin und Wellesley Wild geschrieben hat. Somit sind die Vorzeichen für einen Roman abgesteckt, der mehr auf Unterhaltung denn auf Tiefgang aus ist. Doch das muss zunächst nichts schlechtes sein.

MacFarlanes Held, den er im Film auch selbst spielt, ist ein Feigling, wie es sie des öfteren im Wilden Westen gegeben hat, und doch gerät er immer wieder in Duelle, obwohl er gar nicht schiessen kann, und immer wieder schaut der ganze Ort zu. Als Schafzüchter sowieso nicht anerkannt, da Schafe sehr unbeliebt sind, hat er immerhin Louise, seine Freundin, die er über alles liebt. Doch als sie ihn verlässt, will er sie um jeden Preis wiederhaben und fordert daher sogar ihren neuen Freund Foy zum Duell.

Feiger Anti-Held

Albert Stark ist eine Art Anti-Held, und natürlich seine Entwicklung im Roman vorhersehbar, wie so vieles andere auch. Feigling wird verlassen, trifft neue Frau, die seine neue Freundin wird, muss aber deren Ehemann loswerden. Die einzig neue Frage ist letztlich, wie dies passiert, wenn der Feigling über sich hinaus wächst. Aber obwohl dieses Schema wohl auf den Großteil aller Western zutrifft, ist hier doch auch viel Humor im Spiel, und so fallen die ganzen abgearbeiteten Klischees nicht weiter auf. Wer sich dieses Buch zum Film kauft, weiß, was er zu lesen bekommt.

Dabei lässt MacFarlane nichts aus, was man nicht aus dem Wilden Westen kennt und dort erwartet. Duelle, einen unfähigen Doktor, Dorffeste mit Tanz. Auch hier beweist MacFarlane Humor, wenn er seinen Helden, der inzwischen täglich mit der schönen Anna unterwegs ist, wieder einmal in Pfanne haut:

 

"Okay, Leute, nehmt Aufstellung zum Liebestanz!”, brüllte der dicke, rotgesichtige Zeremonienmeister.

Anna reagierte sofort, nahm Alberts Arm und zerrte ihn Richtung Tanzfläche. "Komm schon!”, sagte sie voller Vorfreude.

"Oh Gott, nein! Ich kann nicht tanzen!”

"Na und? Alles andere kannst du ja auch nicht.”

 

Doch MacFarlane hat keinen platten Western geschrieben, sondern verpasst seinen Charakteren Entwicklungen und sogar ein wenig Tiefgang, der vielleicht in einer Filmklamotte nicht unbedingt zu erwarten gewesen wäre. Und er beweist Kenntnisse der Westerngeschichte, indem er seinen Sheriff Arness nennt, als Hommage an den Schauspieler James Arness, der über 400 den Sheriff Matt Dillon in der Fernsehserie "Rauchende Colts” gegeben hat. Solche und ähnliche Anspielungen zeigen, dass der Autor sich bei seiner Niederschrift mehr Gedanken gemacht hat als vermutet.

Originelle Charaktere

Mit Clinch Leatherwood hat er einen schönen, verhassten, unsympathischen Schurken geschaffen, dessen Revolver sehr locker sitzt und dessen Warnung mehr aus Blei denn aus Worten bestehen. Dass dieser Anna bereits geheiratet hat, als sie neun Jahre alt war, macht ihn noch unsympathischer als sowieso schon.

Doch auch nie Nebencharaktere sind originell gestaltet, allen voran das Pärchen Edward, Alberts bester, aber etwas tumber Freund, und dessen Freundin Ruth, die zwar im Bordell arbeitet (Vorsicht! Running Gags in Sachen Arbeit und Freizeit!), aber noch nie mit Edward geschlafen hat, weil sie sich für die Ehe aufsparen will. Eine kuriose, ganz eigene Logik, aber immer wieder überraschend und originell. Das Treffen mit den Apachen (!) und die (zu lang geratene) Traumsequenz runden den Roman ab, da nun alle Kriterien eines Westerns auch noch mit dem Auftauchen der Indianer erfüllt sind.

Der Roman umfasst nur knappe 207 Seiten und wurde vom Verlag als Hardcover herausgegeben. Er lässt sich sehr schnell und flüssig lesen, so dass es eine Ausgabe als Taschenbuch auch getan hätte. Es gibt ein wenig Tiefgang, einen sympathischen Helden, einen unsympathischen Bösewicht und viele bunte Charaktere drum herum. Der Roman beschert seinen Lesern ein paar Stunden vergnügliche Unterhaltung, ohne zu tief zu gehen und präsentiert am Ende doch noch einen ungewöhnlichen von vielen Millionen Wegen, seinen Gegner zu töten. Gelegentlich schiesst der Autor mit seinen Nebengeschichtchen und Situationen ein wenig über das Ziel des "guten Geschmacks” hinaus, aber damit muss man eben rechnen, wenn man ein Werk gerade dieses Autors in der Hand hat. Gute, aber unterm Strich harmlose Unterhaltung!

A Million Ways to Die in the West

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Letzte Kommentare:
11.04.2015 13:49:22
Alain Kremer

Das Buch ist sehr kurzweilig und witzig. Ich habe es mit großem Vergnügen gelesen. Die Pointen sind gut gesetzt und die Wendungen in der Geschichte sind wirklich nicht vorhersehbar.

Albert Stark ist nicht nur ein Feigling, weil er sich vor jedem Duell drückt und das Leben vorzieht, sondern auch ein Looser. Daran verzweifelt er auch. Auch mit den Frauen hat er so seine Probleme, aber so nebenbei entwickelt sich die Geschichte auch zu einer Liebesgeschichte, die aber wirklich nicht kitschig ist.

Ich kann dieses Buch allen empfehlen, die mal ein gutes Buch lesen und sich dabei köstlich amüsieren wollen.