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Das Rheintal Mitte des 19. Jahrhunderts: Die evangelischen Preußen regieren zwischen Mainz und Köln. Das behagt den katholischen Rheinländern nicht, noch dazu, wo große wirtschaftliche Not herrscht. Als die Leiche einer jungen Frau gefunden wird, sind sich alle einig: Der Mörder ist einer der Evangelischen! Tischlermeister Michael Thonet beschäftigt ihn in seiner Werkstatt. Schon versammeln sich die Burschen der Stadt , um den vermeintlichen Mörder zu stellen...

Thonets Gesellen

Thonets Gesellen

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Letzte Kommentare:
05.12.2014 11:11:39
venatrix

Eine interessante Geschichte! Über die Anfänge der Familie hatte ich mir bislang keine Gedanken gemacht, da Thonet-Möbel der Inbegriff der Wiener Kaffeehauskultur und der untergehenden Donaumonarchie sind. Die Einbettung eines Mordes in einen „kleinen“ Religionskrieg, hier die protestantischen Preußen da die katholischen Rheinländer, finde ich sehr spannend. Die Vorurteile, die im Zeitalter der Aufklärung überwunden schien, schlagen zurück.

16.02.2009 19:45:27
anath

Ein hochinteressantes Buch. Es führt in eine Zeit, in der ich mich bisher eher selten (literarisch) umgetan habe und in eine Gegend, die mir als Berlinerin eher fern ist.
Die Suche nach dem Mörder war nicht sonderlich spannend, eigentlich war auf den ersten 30 Seiten schon klar, daß nur zwei Leute in Frage kommen, und welcher der beiden es dann wirklich war wurde auch sehr schnell deutlich.
Wirklich spannend dagegen die Schilderung des Ortes, die Haltung der Leute, die lokalpolitische Ranküne. Mehrfach war ich versucht, das Buch zur Seite zu legen. Nicht etwa, weil es langweilig wurde, sondern weil ich entnervt war von der Borniertheit der Leute, von ihrer Engstirnigkeit, von der alles überschattenden Prüderie. Da hatte die emanzipierte Frau von heute ganz schön dran zu kauen. Aber das war auch ganz gut so, das hat so manches Nachdenken angeregt.

Alles in allem ein lesens- und empfehlenswertes Buch.

22.10.2007 18:37:06
K.-G. Beck-Ewerhardy

Wir befinden uns im Rheintal um das Jahr 1840. In einer Werkstatt in Boppard versucht Meister Michael Thonet mit einigen evangelischen Hilfsarbeitern die Produktion für eine neue Form der Möbelherstellung anzukurbeln, bei der Möbel in großen Mengen und zerlegbar für den Transport hergestellt werden sollen. Dabei ergeben sich für ihn ganz unterschiedliche Probleme. Zum Einen durch seine Geldgeber, die gerne ihr Risiko mehr streuen möchten. Dann durch die Nachbarn, die den Geruch des Leims, der zum Biegen des Holzes benötigt wird nicht mögen und dann durch die anderen Bewohner Boppards, die die hinzugezogenen Evangelischen aus preußischem Gebiet nicht besonders leiden können, da ihnen bereits die evangelisch-preußische Verwaltung, die seit der Vertreibung der Franzosen in Boppard die Zügel in der Hand hat nicht sonderlich zusagt. Und dann ist da noch sein Sohn Franz, der sich durch den Gesellen Martin Altdorf in der Gunst des Vaters zurück gesetzt fühlt, was auch auf diesem Level für Unfrieden in der Werkstatt selbst sorgt.

Als eine junge Frau tot im Eisbrech gefunden wird, wird die Situation für die Evangelischen in Boppard wirklich unangenehm. Während unter der Regie des Polizeidieners Müller die Ermittlungen sehr behutsam – aber auch sehr gründlich und vorurteilsfrei – vonstatten gehen, bilden sich die Bürgerinnen und Bürger sehr schnell eine eigene Meinung über den Fall. Denn kein ortansässiger Katholik hätte die junge Frau zuerst schwängern und dann töten können. Es muss also jemand anderes gewesen sein und da bieten sich die ungeliebten Evangelische, die gerade versuchen, eine Kirchengemeinde in Boppard einrichten zu lassen, als Übeltäter hervorragend an. Besonders da Martin Altdorf vor einigen Monaten mit der Getöteten auf einem Dorffest sehr ausgiebig und leidenschaftlich getanzt hatte. So kommt es zu einem Auflauf mit Schlägerei in der Thonetschen Werkstatt, bei der auch ein Teil der Produktion zu Bruch geht.

Kurz darauf ist Martin Altdorf verschwunden und der gegen ihn aufgekommene Verdacht erhärtet sich dadurch noch. Doch der Polizeidiener ist nicht so ganz überzeugt und gefangen zwischen den Interessen seiner Nachbarn, seines Bürgermeisters und der preußischen Verwaltung muss er sich nun tiefer in die Abgründe der Politik begeben, als er dies jemals geplant hatte um einen Aufstand in seinem friedlichen kleinen Boppard – und damit einhergehende Lynchjustiz, die er bereits früher erlebt hatte – zu verhindern.

Ein anregend geschriebener Roman, der die Spannung im Rheintal zwischen der französischen Besetzung und dem Vormärz einfängt und einen Teil der Hintergründe dieser Spannungen gut illustriert. Außerdem wird auch deutlich, wie das „Prinzip Ikea“ entstanden sein könnte und man erfährt etwas über den Weg zum Stuhl Nr. 14, der der Wiener Kaffeehausstuhl schlechthin werden sollte.