Der Garten über dem Meer

Erschienen: Januar 2014

Bibliographische Angaben

  • Blanvalet, 2014, Titel: 'The Ruby Ring', Originalausgabe

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Rita Dell'Agnese
Eine Ansammlung von Klischees

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Mai 2014

Mary Rose erlebt das Sterben ihrer Mutter nach der Geburt des ersehnten Geschwisters. Es ist das Jahr 1866. Noch auf dem Sterbebett vertraut die Mutter ihrer geliebten, elfjährigen Tochter einen wertvollen Rubinring an und nimmt ihr das Versprechen ab, gut darauf acht zu geben. Denn fällt der Ring in falsche Hände, wird er Unglück über alle bringen. Zunächst versucht das verstörte Mädchen, den Besitz des Ringes vor ihrem Vater geheim zu halten, doch er entdeckt ihn und zeigt sich von der Unehrlichkeit seiner Tochter sehr enttäuscht. Nach einer langen Phase des Trauerns heiratet der Vater die lebenslustige Französin Véronique. Bald schon entpuppt sich Véronique als böse Stiefmutter, die Mary Rose den Platz an der Seite des Vaters missgönnt und sie systematisch mit Intrigen in die Ecke drängt. Als ein Baby stirbt, wird Mary Rose bezichtigt, dafür verantwortlich zu sein. Jahrhunderte später kämpft die junge Künstlerin Laura Marchmont mit ihrer eigenen Geschichte. Auf einer Ausstellung verliebt sie sich Hals über Kopf in den charmanten Architekten Charles. Obwohl Charles Töchter aus erster Ehe sich mit der neuen Situation schwer tun, bittet er sie, seine Frau zu werden. Laura wirft alle Bedenken über Bord und stürzt sich in die Ehe, wird aber bald von großen Zweifeln heimgesucht. Mehr und mehr spürt sie, dass sie zu ihrem neuen Wohnort in Devon eine besondere Beziehung haben muss, denn immer stärker drängen sich dunkle Schatten in ihr Leben. Schatten, die etwas mit der Vergangenheit zu tun haben müssen. Laura beginnt, sich mit der Geschichte des geheimnisvollen Ortes auseinander zu setzen. Und kommt dabei einer schrecklichen Sache auf die Spur.

Es bleibt alles an der Oberfläche

Der Plot des Romans verspricht einige Spannung. Doch diese fällt schnell in sich zusammen. Autorin Jane Corry erzählt eine Geschichte, der jeder Tiefgang fehlt. Zum einen bemüßigt sie sich einer solch einfachen Sprache, dass man sich mehr als einmal die Frage stellen muss, ob der Roman sich tatsächlich an ein erwachsenes Publikum richtet. Besonders augenfällig ist dies in jenen Bereichen, die sich mit Mary Rose auseinander setzen. Zum anderen wimmelt es von klischeehaften Bildern, die ganz und gar dem aus Grimm’schen Märchen bekannten Mustern entstammen könnten. Die böse Stiefmutter, die dem kleinen, herzensguten Mädchen den Platz streitig macht, um ihre eigenen Kinder als Erben des Vermögens einzusetzen. Dass die Stiefmutter dabei den blind verliebten Vater und seine Tochter entzweit, versteht sich von selbst. Und auch, dass Véronique ihrem Mann vor allen Augen Hörner aufsetzt ohne dass er das selber erkennen würde, passt in dieses Muster. Um die Geschichte anzureichern, greift die Autorin noch auf eine gehässige Tante zurück, die ihre eigenen Pläne mit der naiven Mary Rose verfolgt und sie zu einer Ehe mit ihrem Sohn bewegen möchte, damit das Erbe in der Familie bleibt, sollte es der Französin nicht gelingen, einen Erben zur Welt zu bringen. Im Gegenwartsteil kehrt die Autorin die Geschichte dann um: Laura will nichts lieber, als sich mit den Töchtern ihres Mannes anzufreunden, doch stößt sie vor allem bei der älteren der beiden auf erbitterte Ablehnung.

Schwache Protagonisten

So klischeehaft die Geschichte, so schwach ist auch die Figurenzeichnung. Mary Rose bleibt ein naives Geschöpf, das sich von anderen leiten lässt und einzig ein Talent hat: schöne Stickereien anzufertigen. Eine Kunst übrigens, die sie in Rekordzeit durch ihre Stiefmutter erlernt. Die arglose Mary Rose vermag sich in ihrer leicht dümmlichen Art nicht so recht in die Herzen der Leser zu stehlen. Sie bleibt farblos und mit ihrer grenzenlosen Verehrung für ihren Vater, die verstorbene Mutter und Babys kann sie kaum punkten. Ebenso wird es die nüchterne Laura, die sehr auf sich selber bezogen ist, schwer haben, Sympathien zu erringen. So ist es letztlich unerheblich, auf welcher Zeitebene die Geschichte gerade spielt, weder die eine noch die andere vermag richtig zu überzeugen.

Kaum historischer Hintergrund

Obwohl die Geschehnisse des 19. Jahrhunderts viel Raum einnehmen, kommen hier Freunde von vergangenen Zeiten nicht auf ihre Kosten. Das Jahrhundert ist einzig Kulisse, um die Geschichte zu erzählen. Bis auf vereinzelte kleine Details erfährt der Leser weder etwas über die gesellschaftlichen Strukturen noch über die Entwicklung der damaligen Zeit. Es wird aus dem Roman nicht ersichtlich, wie stark sich Jane Corry tatsächlich mit der Epoche, über die sie schreibt, auseinander gesetzt hat. Es macht den Anschein, als hätte die Autorin das 19. Jahrhundert einzig deshalb gewählt, um den Plot zeitlich passend zu den Generationen ansiedeln zu können.

Empfehlen kann man Der Garten über dem Meer nur jenen Leserinnen, die sich nicht intensiv mit einem Roman auseinander setzen möchten, sondern sich auf eine tragische Geschichte stürzen, die große Gefühle verspricht. Jane Corry baut in ihren Roman alle Komponenten ein, die es braucht, um eine Geschichte von Liebe, Verrat und Geheimnis zu erzählen.

Der Garten über dem Meer

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