Die Blutmesse von Florenz

Erschienen: Januar 2014

Bibliographische Angaben

  • Droemer-Knaur, 2014, Titel: 'Die Blutmesse von Florenz', Originalausgabe

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89

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Daniela Loisl
Pater Angelicos dritter Fall

Buch-Rezension von Daniela Loisl Mai 2014

Florenz zur Hochzeit der Renaissance. Pater Angelicos dritter Fall ist es, der hier präsentiert wird. Angelico arbeitet noch immer an der Ausmalung einer Hauskapelle, die dem gut situierten und einflussreichen Patrizier Petrucci gehört. Auf die Malerei kann er sich jedoch kaum konzentrieren, hat er doch ständig das Schicksal von Lucrezia, Petruccis Tochter, vor Augen. Gerade erst hat er sie aus den Fängen Henri de la Croix gerettet, mit dem sie auf den Weg war durchzubrennen, um nicht in ein Kloster abgeschoben zu werden. Aber nun ist Lucrezia erst recht zum Leben einer Nonne verdammt. Dass Angelico daran einen großen Anteil hat, macht ihm schwer zu schaffen. Damit nicht genug, wird auch noch einer der acht aus dem achtköpfigen Wachausschuss, der otto di guardia, getötet und Angelico soll für Scaletti, den Anführer der Geheimpolizei, recherchieren, steht er doch noch in seiner Schuld...

Mehr für Insider

Gleich zu Beginn erlebt der Leser wie von Schröder gewohnt eine grausige Szene mit, auf die erst später im Buch wieder Bezug genommen wird. Und gleich als nächstes jagt man mit Pater Angelico auf einem Berberhengst durch die Nacht auf der Suche nach Lucrezia.

Exakt dort wo Band zwei endet, setzt dieses Buch ein. Leser, die die ersten beiden Bände nicht kennen, werden sich wohl etwas schwer tun, dem Ganzen zu folgen, obwohl der Autor sich sehr bemüht hat, das Wesentliche der Vorgängerromane nochmals in die Erzählung mit einfließen zu lassen. Allerdings wird man emotional nur schwer nachvollziehen können, warum der Pater gar so erpicht darauf ist, die Patriziertochter wieder zurück nach Florenz zu holen und so sei es jedem angeraten, die ersten Bände zu lesen.

Flott erzählt

War Band eins noch etwas gemächlich vom Tempo, so legte Schröder in Band zwei schon etwas zu, aber in diesem Buch braucht man über ein zu langsames Fortkommen in der Geschichte nicht mehr klagen, denn es geht schon ziemlich rasant los und hält sowohl Tempo als auch die Spannung bis zum Schluss durch.

Etwas darauf achten sollte man bei Rainer M. Schröder stets auf die Details wie vermeintlich unwichtigen Anmerkungen von Figuren, die keine große Rolle spielen, letztlich aber zur Auflösung des Falles beitragen. Der aufmerksame Leser wird dadurch mit dem gewissen Aha-Effekt am Ende belohnt werden.

Stets gelungene Figuren

Die Stärken Schröders bestehen nicht nur darin, das berühmte Florenz mit unbestrittener Kenntnis der Stadt dem Leser so nahe zu bringen, dass dieser sollte das nicht schon der Fall gewesen sein beschließen wird, unbedingt einmal in die Toskana zu reisen, sondern auch die liebevollen und detaillierten Darstellungen seiner Figuren. Als besonderen Exkurs bietet der Autor diesmal die Ermordung von Giuliano de Medici (die Pazzi-Verschwörung), die dem Leser durch das Auftreten eines Darstellers rückblickend dargeboten wird.

Pater Angelico ist ein sympathischer Protagonist, den man eigentlich nicht unbedingt in einem Kloster sehen will. Seine innere Zerrissenheit, einerseits dem Herrn zu dienen, aber anderseits von seinen Gefühlen überwältigt und verraten zu werden, stellt der Autor ebenso anschaulich wie auch absolut nachvollziehbar und glaubwürdig dar. Man versteht seine Zweifel, möchte ihm aber auch gerne einen kleinen Schubs geben, um ihn in die (für den Leser) richtige Richtung zu lenken. Sämtliche Nebendarsteller wie der Oberen der Geheimpolizei Scaletti, Angelicos Schützling, den Novizen Bartolo, sowie das ganze Gelump, das stets Böses im Sinn hat, sind mit viel Gefühl fürs Wesentliche beschrieben.

Mit viel Humor gewürzt

Lässt Schröder in seinen Büchern auch immer auf sehr brutale Art morden, so kommt dennoch der feine und subtile Humor nicht zu kurz. Kleine Gustostücke sind die verbalen Abrechnungen Angelicos mit der katholischen Kirche und deren Auslegung der Bibel. Die erstaunte Mimik und das durch den Pater angeregte Nachdenken Bartolos, laden den Leser gern zum Schmunzeln ein.

Drei Bände, drei gänzlich unterschiedliche Fälle, aber dennoch eine gelungene Einheit in der  Grundgeschichte der Reihe, die einen gelungenen Rahmen bildet. Man darf gespannt sein, wie es mit Pater Angelicos Selbstzweifel weitergehen wird und welch grausamen Fall er noch zu lösen hat.

Die Blutmesse von Florenz

Die Blutmesse von Florenz

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Letzte Kommentare:
30.11.2014 16:49:56
Sina

Selten eine Buchreihe die ich so verschlungen habe. Gern würde ich mehr über Pater Angelico lesen auch wenn er kein Pater mehr sein sollte. Inhaltlich klar struckturiert und sehr bildlich geschrieben. Mehr braucht man da wohl nicht schreiben außer lesen Sie diese Reihe vom ersten Teil an um die Zusammenhänge besser zu verstehen.