Die Rose von Florenz

Erschienen: Januar 2014

Bibliographische Angaben

  • Scm Hänssler, 2014, Titel: 'Die Rose von Florenz', Originalausgabe

Couch-Wertung:

86
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Daniela Loisl
Eine fromme Florentinerin und eine leidenschaftliche Venezianerin ergänzen sich

Buch-Rezension von Daniela Loisl Apr 2014

Florenz 1563. Malfada wird von ihrem Vater gegen ihren Willen in das Kloster Abbazia di Praglia gebracht. Nur mühsam findet sie sich im Klosteralltag ein. Ein frisch vermähltes Paar auf der Durchreise macht Halt im Kloster und so begegnet Malfada das erste Mal der schönen Bianca Capello, nicht wissend, dass die Zukunft sie noch auf einen langen gemeinsamen Weg schicken wird.

Durch eine Intrige soll Malfada in ein anderes Kloster verlegt werden, als auf der Reise dahin sie und ihre Begleiter überfallen werden. Malfada entkommt und zurück in Florenz trifft sie auch Bianca wieder, die alles andere als glücklich scheint. Malfada und Bianca freunden sich an und als eines Tages der Herzog bei einem Prunkzug auch durch ihre Straße kommt, trifft sein Blick Bianca und das Leben der beiden Frauen ändert sich radikal.

Fiktion und Wirklichkeit

Ingrid Kretz zeichnet in diesem historischen Roman das Leben von Bianca Capello nach, einer in Italien bekannten und umstrittenen Persönlichkeit der Renaissance. Geschickt verknüpft die Autorin wahre Begebenheiten mit  fiktiven Ereignissen, was im Gesamten ein komplexes und gelungenes Porträt dieser schönen Venezianerin ergibt. Mit Malfada an ihrer Seite, die Ingrid Kretz so absolut gegensätzlich in Charakter und Ansichten zu Bianca geschaffen hat, bekommt der Leser ein sehr intimes, aber doch auch differenziertes Bild von ihrer Person.

Bianca, schön, aus einflussreichem Haus, liebt Prunk und Pracht, hat sich aber mit ihrer überstürzten Heirat den Weg in die gehobene Gesellschaft selbst verbaut. Der Autorin gelingt es, diese schöne, junge Frau trotz ihrer doch ziemlich egoistischen Art, sympathisch wirken zu lassen. Durch die an ihre Seite gestellte Freundin und späteren Dienerin, die charakterlich im krassen Gegensatz zu ihr steht, werden nicht nur die Persönlichkeiten nochmals unterstrichen, sondern auch die gesellschaftlichen Hierarchien zeigen sich noch deutlicher.

Malfada ist der bescheidene und gefühlvolle Gegenpart, mit der man sich wohl in den meisten Handlungen und Denkweisen identifizieren kann.

Farbenfrohe und lebendige Darstellung

Erzählt ist die Geschichte durchwegs spannend und flüssig. Allerdings kann man nicht verhehlen, dass sich zeitweise beim Lesen das Gefühl einschleicht, auf der Stelle zu treten, denn als Bianca Francesco, den späteren Herzog von Florenz,  kennen und lieben lernt und in einen eigenen Palast zieht, stagniert die Geschichte kurzzeitig. Alles dreht sich nur mehr darum, ob und wann Francesco kommt. In der Zwischenzeit sehnt sich Bianca nach ihm und wartet... Wenngleich keine wirklichen Längen aufkommen, so hätte das eine oder andere Geschehen die Erzählung noch kurzweiliger gemacht.

Sehr gut gelungen ist die Szenerie um den Betrug, den Bianca begeht. Malfadas Ansicht über Biancas Handeln ist absolut konträr und durch den Einblick in die Gedanken beider Frauen, bietet die Autorin dem Leser die Gelegenheit, selbst Stellung zu beziehen und urteilt nicht selbst. Das Geschehen rund um Biancas gefährliches Tun ist wohl einer der Höhepunkte und auch der spannendste Teil des Buches, da man stets darauf wartet, ob dies alles gut ausgehen wird.

Die Stärke der Autorin liegt darin, ihren Figuren Authentizität zu verleihen. Bis in die kleinste Nebenrolle sind alle Darsteller charakterlich gut ausgeleuchtet. Etwas mehr sprachliche Raffinesse  wäre ab und zu wünschenswert, was aber im Gesamten gesehen nur ein kleiner Makel ist.

Wer sich für italienische Geschichte, speziell für Florenz, interessiert, bekommt mit diesem Buch gute Unterhaltung geboten.

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