Unbedingt

Erschienen: Januar 2013

Bibliographische Angaben

  • Plöttner, 2013, Titel: 'Unbedingt - Van Gogh und Gaugin im gelben Haus', Originalausgabe

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24.12.1888. Völlig übernächtigt kommt Paul Gauguin früh morgens zurück nach Hause, wo der Maler von der Polizei verhaftet und an das Bett Vincent van Goghs geführt wird, der bewusstlos und halb verblutet mit verbundenem Kopf da liegt. Was war am Vorabend zur Weihnacht 1888 geschehen? Acht Wochen, die die Kunstgeschichte revolutioniert und zu einer Sternstunde der modernen Kunst geführt haben. Es geht um die Suche nach der modernen Malerei, um Freundschaft und Rivalität der beiden Maler Vincent van Gogh und Paul Gauguin, und um ein dunkles Geheimnis, das beide nach den Geschehnissen der Nacht vor Heiligabend fortan teilen sollten. Es geht aber auch um den unbedingten Freiheitswillen zweier grundverschiedener Charaktere, der sie vereint in ihrer Auflehnung gegen die Konventionen einer aus den Fugen geratenen Welt zum fin de siècle.

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Letzte Kommentare:
08.06.2014 15:48:29
Tobias J. Schmidt-Degenhard

Rezension „Unbedingt. Van Gogh und Gaugin im Gelben Haus“ von Jürgen Volk

Jürgen Volk legt mit seinem Romanerstling „Unbedingt“ ein besonderes und unbedingt lesenswertes Buch vor. Er reiht sich selbstbewusst in das nicht eben leicht verdauliche und künstlerisch anspruchsvolle Genre des „Künstlerromans“ ein und auch in der Wahl der prominenten und vielfach beleuchteten Protagonisten begibt er sich auf ein schon durchaus bestelltes und vermessenes Gelände, um mit Llosas Roman „Das Paradies ist anderswo“ nur einen bekannten Roman herauszugreifen.
Ungeachtet und vielleicht gerade wegen der gehaltvollen Wahl des Sujets gelingt es Volk in einer mitreißenden atmosphärischen und psychologischen Dichte ein einzigartiges Buch vorzulegen.
Schon im Eingangskapitel gelingt es ihm, den Leser mit einem packenden und zupackenden Erzählstil den unangefochtenen Protagonisten Paul Gauguin in einer meisterlich ausgestalteten Begegnung mit einem großbürgerlichen Kunsthändler, die zum weltanschaulichen Schlagabtausch gerät, hochauflösend und alltagsnah einzuführen. Es ist ein großes literarisches Vergnügen, diesem psychologisch tiefenscharfen und markant konturierten Doppelportät der beiden ungleichen Künstler zu folgen, des machohaft selbstbewussten und robust gebauten Gauguin und seinem dauerschwächelnden, psychisch angeschlagenen und von Selbstzweifel zerfressenen Freundes van Gogh. Ihre Freundschaftskultur und Begegnung mit allen Wonnestunden, Abgründen, Grundsatzdebatten, Zerreißproben und wahnhaften Verstiegenheiten ist der wahre Kondensations- und Kristallisationskern des Romans. Ihre sprachliche Bühne und ihr Medium ist der Dialog, den Jürgen Volk in kühner Anlagen und weit gefassten Spannungsbögen oft über viele Seiten entfaltet. Die erzähltechnische und dramaturgische Anlage des Romans, die vom Bordun und Vries eines kunstvoll gewirkten dialogischen Erzählbandes durchwoben ist, arbeitet an passender Stelle mit Rückblenden, verfolgt im Ganzen eine klaren chronologischen Zeitstrahl und wirkt in der Inszenierung mancher Szenenwechsel und Kapitelübergänge mancherorts wie ein Theaterstück.
Der bisweilen sokratische, kontroverse, überhitzte und angelegentlich dozierende Dialog ist der tragende Diskurs des Buches und in ihm wird ein enormes Hintergrund- und Detailwissen über die Zeit aus Kunst-, Kultur- und Zeitgeschichte eingewoben. Es ist ein solide und kennerhaft recherchiertes Buch, was historische Primärquellen und zeitgeschichtliche Dokumente zu verarbeiten weiß und auf einem historisch wahrheitsgetreuen Fundament steht, und von der quicklebendigen und wie aus Fleisch und Blut wirkenden Authentizität der Protagonisten lebt, die sich im freundschaftlichen Dialog erschaffen.
Jürgen Volks Sprache lohnt die Lektüre allemal. Er ist ein begabter und beredter Erzähler, der eine subtil nuancierte sprachliche Klaviatur jederzeit souverän beherrscht und vom Oberschicht-Bonzen bis zum gewalttätigen Plebejer allen einen standes- und zeitgemäßen Odem einzuhauchen versteht. Die Sprache kann im leichtfüßige plätschernde Parlando höchst unterhaltsam und geschmeidig schmeicheln, versteht es aber auch in existentieller Grundierung und starker Strichführung den Abgrund und jederzeit gähnenden Wahnsinns des „fou rouge“ van Gogh sprachlich zu fangen oder eine Hinrichtung mit johlendem Mob mit Gänsehautgarantie zu porträtieren.
Dabei ist es hochgradig faszinierend, wie Jürgen Volk die Entstehungsgeschichte mancher berühmter Bilder in seinen Roman einwebt und man so einen inspirierenden Blick in die Künstlerwerkstatt der beiden Hauptfiguren werfen kann. In den wiederum dialogisch angelegten und werkimmanenten Bildbeschreibungen des Romans finden sich teils die schönsten Landschaftsschilderungen. Jürgen Volks allerorts flüssige und gehaltvolle Sprache bringt im Roman auch sehr schöne metaphorische Bilder hervor, die den Leser wie rhetorische Blüten am Wegrand überraschen und zum sinnenden Verweilen einladen.
Dennoch muss man feststellen, dass die sehr episch angelegten und durchkonstruierten Dialoge in ihrer Opulenz und Länge passagenweise auch langatmig und ermüdend wirken können. Und ganz selten kommt es vor, dass das profunde kunst- und kulturgeschichtliche Hintergrundwissen ein wenig dozentenhaft präsentiert wird, was es gar nicht nötig hat. Das sind rein subjektive Leseerfahrungen und Beobachtungsbefunde, die aber ins Gesamtbild gehören sollten.
Jürgen Volks Roman „Unbedingt“, als der Erstling eines jungen Autors, kann ich nur wärmstens ans Herz legen. Es ist eine unerhörte Chance, von ihm an die Hand genommen zu werden auf seine literarische Bühne und quasi als Zeitzeuge und Werkstattbesucher den beiden Hauptakteuren zu lauschen in ihrer Zeit und dem lebendigen Lebens- und Begegnungsraum ihrer freundschaftlichen Dialoge. Es ist ganz bestimmt ein Stück zu literarischem Leben erweckte Zeit-, Kultur- und Kunstgeschichte und es darf gelesen werden als eine existenzielle romanhafte Geschichte zweier künstlerischer Freunde, die man ganz sicher nirgendswo anders in solcher gediegenen Gestalt finden kann.

T. Schmidt-Degenhard
Freiburg, im April 2014

15.04.2014 19:44:21
Dirk Auberlen

Ein hervorragendes Buch! Dem Jürgen Volk gelingt es in diesem atmosphärisch sehr dichten Roman, die historischen Figuren van Gogh und Gauguin auf sehr authentische Art und Weise zum Leben zu erwecken. Die Szenen sind mitunter so bildhaft und lebendig beschrieben, dass der Leser am Ende des Buches das Gefühl hat, bei den künstlerischen und zugleich konfliktgeladenen Mußestunden der beiden grundverschiedenen Charaktere im Gelben Haus oder auf den Feldern von Arles selbst dabei gewesen zu sein. Gleichzeitig vermittelt der Autor dem Leser geradezu beiläufig eine geballte Ladung an Kunstwissen, historisch präzisen Fakten, sowie das Lebensgefühl der damaligen Zeit, ohne dabei in irgendeiner Form belehrend zu wirken, da die unglaubliche Informationsdichte geradezu nahtlos in die Handlung miteingesponnen ist.

Alles in allem ein hochinformativer und zugleich spannender Roman, der weit mehr als nur gute Unterhaltung zu bieten hat und auch Kunstinteressierten, die meinen schon alles über van Goghs Leben zu wissen, neue, überaus interessante Aspekte liefert, die die historischen Ereignisse in einem neuen Licht erscheinen lassen.
Alles in allem unbedingt empfehlswert!