Korallenfeuer

Erschienen: Januar 2014

Bibliographische Angaben

  • Rowohlt, 2014, Titel: 'Korallenfeuer', Originalausgabe

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Rita Dell'Agnese
Die andere Seite des Paradieses

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Apr 2014

Anfang des 19. Jahrhunderts. Noëlle ist mit ihrem Leben im Reinen. Zwar ist sie eine Sklavin, doch sie hat es mit ihren Besitzern gut getroffen. Von der französischen Familie, bei der sie auf den Seychellen lebt, wird sie fast wie eine Tochter des Hauses behandelt, hat viele Freiheiten und kann sich entfalten. Nach und nach hat sich Noëlle auch medizinisches Wissen angeeignet und ist in der Lage, dort zu helfen, wo der stets betrunkene Arzt versagt. Nach dem Unfall eines älteren Sklaven ist jedoch auch Noëlle ratlos. Um nicht zusehen zu müssen, wie der Mann stirbt, wagt sich die junge Sklavin auf ein französisches Schiff, das eben angelegt hat. Dort trifft sie auf den jungen Schiffsarzt Thierry, der sich nach kurzem Zögern bereit erklärt, dem Mann zu helfen. Schnell stellt sich heraus, dass Thierry nicht nur wesentlich mehr von Medizin versteht, als der ansässige Doktor – er pflegt auch einen ganz anderen Umgang mit den Menschen. Von Noëlle unterstützt, setzt sich Thierry für die Bevölkerung von Mahé ein, während sein Schiff vor Anker liegt. Das aber gefällt nicht allen. Missgunst macht sich breit. Ins Schussfeld gerät aber auch Noëlle, die beschuldigt wird, bei der Tochter des Gouverneurs eine Abtreibung versucht zu haben. Thierry, der ein düsteres Geheimnis mit sich herum trägt und ständig auf der Furcht vor Entdeckung lebt, sieht sich plötzlich vor eine weitaus größere Herausforderung gestellt, als geahnt. Denn er erkennt, dass Noëlle ohne seine Hilfe verloren ist – und dass er ohne Noëlle nicht sein möchte.

Geschicktes Konzept

Ein exotischer Schauplatz – und doch kein Auswanderer-Roman: Isabel Beto erzählt in Korallenfeuer die Geschichte der Seychelleninsel Mahé am Anfang des 19. Jahrhunderts. Sie schildert, wie sich die Gesellschaft langsam zu verändern beginnt. Der Konflikt zwischen Frankreich und England spiegelt sich darin, dass die Insel sich selber als französische Kolonie versteht, die Engländer sie jedoch schon vor einiger Zeit übernommen haben, allerdings nur sporadisch auftauchen. Abgeschottet vom tatsächlichen Weltgeschehen lebt es sich damit zu jener Zeit ganz gut. Und doch liegt Konfliktpotenzial in der Luft, was die Autorin Isabel Beto anhand ihrer Protagonisten auch sehr schön zum Ausdruck bringt. Die geschickte Konzeption lässt der Autorin viel Spielraum, auf die Geschichte einzugehen, ohne den Erzählfluss damit zu überlasten. So erfährt die Leserschaft letztlich viel über ein Gebiet, das in der Welt des historischen Romans bisher noch weitgehend brach liegt. Dass die Autorin ein geschultes Auge für die Umgebung besitzt, zeigt sich in einer feinfühligen Schilderung von Details, die nach und nach ein üppiges Portrait einer vermeintlich paradiesischen Insel ergeben und auch nicht außen vor lassen, dass sich hinter dem ersten Schein oft ein recht harter Überlebenskampf abzeichnet.

Etwas viel Gefühl

Bei der Ausgestaltung ihrer Charaktere hat Isabel Beto sich stark auf klar zuzuordnende Charaktere konzentriert. Hier hätte durchaus mehr Facettenreichtum sein dürfen, dennoch mag man sich schnell an Noëlle und Thierry gewöhnen und findet auch den Zugang zu den beiden Protagonisten. Dass hier etwas viel Gefühl ins Spiel kommt, mag man der Autorin verzeihen, denn letztlich ist Korallenfeuer auch ein Liebesroman, der jedoch klare historische Schwerpunkte setzt. Wer für die Figurenzeichnung der Autorin offen ist, wird in ihrem Roman auf zahlreiche interessante Charaktere treffen, die oft zwar keine tragende Rolle einnehmen, doch aber eine Bereicherung für die Geschichte darstellen. Isabel Beto spielt mit den Möglichkeiten der allzu menschlichen Gefühlswelt und macht damit ihre Erzählung höchst lebendig.

Mühelos beweist Isabel Beto, dass sie sich nicht in eine bestimmte Schublade einordnen lässt. Sie legt einmal mehr einen Roman vor, der verschiedenste Ansprüche zu befriedigen vermag und der den Wunsch auslöst, bald mehr von der Autorin lesen zu können.

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