Triumph des Himmels

Erschienen: Januar 2014

Bibliographische Angaben

  • Blanvalet, 2014, Titel: 'Triumph des Himmels', Originalausgabe

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Daniela Loisl
Unterhaltsame und innovative Erzählung über die ersten Langzeitprüfungen der Automobile

Buch-Rezension von Daniela Loisl Mär 2014

Die "Goldenen Zwanziger" in Deutschland geben in dieser Geschichte den zeitlichen Rahmen. In ganz Europa sind Land und Leute noch geprägt von den heftigen Kämpfen des Ersten Weltkriegs und so versucht man mit allen Mitteln, den entsetzlichen Geschehnissen der nahen Vergangenheit zu entkommen.

Die Automobilindustrie versucht nun mit allen Mitteln, auch im Alltag der "kleinen Menschen" Fuß zu fassen und zukunftsorientierte Firmeninhaber – europäische wie die aus Übersee – nutzen jede Chance, um den Namen ihres Unternehmens als unverzichtbar zu prägen. So sind nicht nur Kriegshelden und Motorbegeisterte von der Idee einer Autorallye durch halb Europa angetan, sondern auch mächtige Firmeninhaber.

Es soll eine Rallye von Paris nach Berlin organisiert werden, an der auch der Veteran Alastair MacAlan teilnehmen will. Aber auch die junge Journalistin Emma will mehr erreichen und hat so die Idee, die Rallye aus journalistischen Gründen auf ungewöhnliche Weise zu begleiten, nicht wissend, auf welche Schatten der Vergangenheit sie dabei stoßen wird…

Erzählerische Dichte

Andrea Schacht ist bekannt für ihre kurzweiligen, schlüssigen und bisweilen auch mit subtilem Humor versetzten historischen Romane. So ist auch dieses Buch von Beginn an flüssig und leicht zu lesen, wenngleich es – aufgrund der vielen Figuren, die der Roman enthält – auch etwas dauert, bis die Erzählung so richtig in Schwung kommt. Dennoch kommt nie Langeweile auf, da die Autorin ein sehr authentisches Bild der damaligen Zeit zeichnet und man sich so sofort in die Vergangenheit zurück versetzt fühlt. So ist der große Umbruch der Zeit spürbar, aber auch die in den Köpfen der Menschen verankerten Kriegsjahre und der Versuch des Vergessens derselben, versucht Schacht deutlich zu machen – was allerdings nur streckenweise gelingt. Denn nach wirklichem Tiefgang wird man in diesem Unterhaltungsroman vergeblich suchen, was aber aller Wahrscheinlichkeit nach auch gar nicht beabsichtigt ist.

Die ersten "Gehversuche", das Auto auch für die Masse interessant zu machen, hat dem amerikanischen Automobilhersteller Ford viele Jahre an Tests und Versuchen gekostet. Einen dieser Prototypen lässt die Autorin den Protagonisten MacAlan fahren. Aber auch Benz, Steyr, Bugatti, Alfa oder Citroën sind vertreten, wie auch heute unbekannte Marken wie Amilcar oder Horch. Dass die Recherche der Autorin Spaß bereitet hat, ist in jeder Zeile spürbar und ihr Wissen hat sie gekonnt eingesetzt, ohne in irgendeiner Weise belehrend zu wirken.
Die unterschiedlichen Erzählstränge die durch die Geschichte führen, tragen zur Spannung noch das ihrige bei, wobei durch die klare Strukturierung nie Verwirrung auftritt.

Eine Fülle an Figuren

Die lange und ausführlich erzählte Rallye will natürlich auch mit Fahrern und Begleitpersonen gefüllt sein, und da es auch so etwas wie einen Kriminalfall gibt, gibt es auch reichlich Verdächtige. Generell gibt es in der Geschichte jede Menge Ereignisse und Darsteller. Vom Krieg physisch und psychisch Gezeichnete, die Erlebtes zu vergessen suchen; Luxusweibchen, die ihre Netze nach männlicher Beute auswerfen; Ehefrauen, die ihren Männern die letzte Münze aus der Tasche stehlen; Siegesgewisse, die mit nicht ganz legalen Mitteln versuchen, das Rennen zu bestimmen; Journalisten, die für einen guten Artikel ihre Seele verkaufen und auch Intrigante, die Rache nehmen wollen. Und nicht zu vergessen diejenigen, die auf der Suche nach Liebe sind.

Für jeden Leser ist etwas dabei, denn alle Ereignisse und Geschichten der Figuren hat Andrea Schacht gekonnt verwoben und zu einem stringenten Ende geführt.

Wer etwas von der frühen Zeit der Automobile und deren Startschwierigkeiten erfahren will, gut gehüllt in eine packende Geschichte, wird mit diesem Buch kurzweilige Stunden finden.

Triumph des Himmels

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Letzte Kommentare:
19.02.2015 14:47:54
venatrix

Mitreißend geschriebener Roman, der in den sogenannten „goldenen Zwanziger Jahren“ spielt.
Wie man es von Andrea Schacht gewohnt ist, verknüpft sie eine Vielzahl von Schicksalen miteinander. Der rote, verbindende Faden ist diesmal die Rallye von Paris nach Berlin. Die Wettfahrt zwischen den beiden Weltkriegen bietet den Rahmen für vielschichtige Charaktere und persönliche Schicksale. Mit der Niederlage des Ersten Weltkrieges noch nicht wirklich abgeschlossen, zetteln Vertreter bestimmter Kreise Deutschlands bereits den nächsten Weltenbrand an.
Sehr glaubhaft finde ich die Schilderungen der Kriegsschauplätze und die Folgen des Giftgaseinsatzes.
Die Beschreibung der „Thin Lizzy“ und ihrer Fahrer ist recht sympathisch und gut gelungen.
Die „Fliegende Reporterin“ ist ihrer Zeit noch ein wenig voraus. Vermutlich hat Andrea Schacht Anleihe bei Melli Beese genommen, die bei den Rumpler-Werken ihren Flugschein machte. Die Flugzeughersteller hielten eine Pilotin für eine gute PR-Maßnahme.
Sehr gut ist auch die Darstellung der nicht aufgearbeiteten, persönlichen Konflikte der Teilnehmerinnen und Teilnehmer dieser Wettfahrt gelungen.