Eine Liebe über dem Meer

Erschienen: Januar 2014

Bibliographische Angaben

  • Diana, 2013, Titel: 'Letters from Skye', Originalausgabe

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Almut Oetjen
Transatlantischer Briefwechsel

Buch-Rezension von Almut Oetjen Mär 2014

Im März 1912 schreibt David Graham, Student an der Universität in Urbana, Illinois, einen Brief an die 24-jährige schottische Dichterin Elspeth Dunn, die auf der Isle of Skye lebt und erstaunt ist, auf einem anderen Kontinent einen Leser zu haben. Damit beginnt eine Korrespondenz, die zu einer Liebe auf Distanz führt. In ihren Briefen vertrauen sich David und Elspeth bald private Dinge an. Er hält sich für einen Versager, sie ist unglücklich verheiratet und fühlt sich auf der Isle of Skye einsam. So trösten sie einander und glauben bald, in dem hoffentlich sich irgendwann ergebenden Zusammensein das wahre Glück zu finden. David wird während des Ersten Weltkriegs Kraftfahrer bei den Sanitätern, Elspeth sorgt sich um ihn und ihre gemeinsame Zukunft. Der Briefwechsel gibt beiden die Kraft, diese Zeit durchzustehen, bis er plötzlich abbricht.

Nach einem Bombenangriff auf Edinburgh im Jahr 1940 findet Elspeths Tochter Margaret im Schlafzimmer ihrer Mutter Briefe eines ihr Unbekannten und will wissen, von wem sie stammen. Elspeth reagiert sehr emotional und verschwindet überraschend. Margaret, die nicht einmal etwas über ihren Vater weiß, bleibt zurück mit einem der Briefe, der ihr einen Schlüssel zur Vergangenheit ihrer Mutter bietet.

Eine Liebe in Briefen

Jessica Brockmoles Debüt trägt im Original den Titel Letters from Skye, der bereits auf die Form der Erzählung hinweist und klarer ist als der deutsche Titel Eine Liebe über dem Meer. Erzählt wird ausschließlich in Briefwechseln, die zwei Kontinente und einen Ozean umspannen. Brockmole feiert zugleich mit der Liebe das mit dem Füllfederhalter auf schönes Papier geschriebene Wort. Der Briefroman spielt auf zwei Zeitebenen. In den Jahren von 1912 bis 1917 gibt es den Briefwechsel zwischen David und Elspeth. Im Zweiten Weltkrieg kommen Margaret und Paul (und andere Personen) hinzu. So gibt es zwei Lebens- und Liebesgeschichten, zwei Weltkriege und zwei Generationen, zwischen denen gewechselt wird.

Der Charakter des Briefromans erlaubt einerseits eine große Intimität, andererseits gibt es viele Beschränkungen, darunter die Auslassung langer beschreibender Passagen und umfangreicher Personencharakterisierungen, die in einem Brief eher unwahrscheinlich sind. Schwierig für einen Autor oder eine Autorin wird es jedoch, weil die Briefschreiber grundsätzlich einen unterschiedlichen Stil haben. Dies dürfte umso eher zutreffen, als die Verfasser der Briefe aus zwei Sprachräumen, den USA und aus Schottland, kommen und zwei verschiedene Zeitalter mit sprachlichen Unterschieden nachgestaltet werden müssen. Ob Jessica Brockmole dies gelungen ist, kann nur ein Blick in das Original zeigen. Im Deutschen ist der sprachliche Ausdruck der Briefeschreiber ähnlich.

Familiengeschichte

David und Elspeth sind auf Anhieb sympathisch. Sie verlieren ihre anfängliche Scheu und kommen einander in den Briefen näher, von Brockmole behutsam und glaubhaft entwickelt. Der Leser erfährt manche Dinge über die Zeit, in der die Schreibenden leben. Die Briefe erwecken den Eindruck, die 24-jährige Poetin, die gesteht, die Isle of Skye nie verlassen zu haben, sei weiser und lebenserfahrener als ihr, wie sie ihn nennt, Fan aus Illinois.

Jedes zweite Kapitel enthält die Briefe aus dem Zweiten Weltkrieg, die Aufschluss geben über Margarets Bemühungen, mehr über Elspeth und die Vergangenheit, wenn nicht das Mysterium ihrer Familie zu erfahren. Nach dem Verschwinden ihrer Mutter, das sehr früh in einem Brief angesprochen wird, schreibt Margaret an ihren Verlobten Paul, der sie ermutigt, mit ihrer Suche fortzufahren. Weiter sucht sie Kontakt zu ihrem Onkel Finlay, der seiner Schwester entfremdet ist. Schließlich fährt sie von Edinburgh nach Skye und spricht mit der Großmutter, die sie zum ersten Mal sieht. Brockmole choreografiert die verschiedenen Briefe zu ineinander greifenden Stücken.

Die oberflächlich verschiedenen Margaret und Elspeth ähneln sich nicht nur sehr, wie man im Verlauf der Brieflektüre erfährt. Sie leben auch in wichtigen Momenten übereinstimmende Leben, vor allem in der Liebe während eines Krieges.

Romanze wird zum Melodram

Jessica Brockmole erzählt in ihrem Romandebüt eine Romanze im historischen Gewand, die sich zum Melodrama entwickelt. In einer sprachlich einfach gehaltenen Liebesgeschichte mit einigen überflüssigen Begebenheiten im Inhalt gibt es ein Mysterium aus der Vergangenheit aufzuklären, das auf die Gegenwart der Erzählung dramatische Auswirkungen hat. Der kürzeste Weg herauszufinden, ob man die richtige Leserin für diesen Briefroman ist, besteht in der Lektüre von Elspeths Gedicht auf S. 234f.

Eine Liebe über dem Meer

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Letzte Kommentare:
25.02.2017 11:48:18
Elsa Engstle

Ich bin fasziniert von dieser liebevollen Schreibart, die in JEDEM unglaubliche Gefühle wecken kann. Auch gut recherchiert was den Krieg betrifft, von dem ich nur wenig weiss, da in meiner Schulzeit in den 45 er Jahren nichts vermittelt wurde. Für mich ist es nicht nachvollziehbar , wie man so grossartig schreiben kann. Die Autorin hat bestimmt eine liebevolle und grossartige Seele.
Dank AN DIE AUTORIN für die spannenden und unterhaltsamen Stunden des LESENS, SIE HABEN MEIN LEBEN BEREICHERT