Aufruhr am Alexanderplatz

Erschienen: Januar 2013

Bibliographische Angaben

  • , 2013, Titel: 'Aufruhr am Alexanderplatz', Originalausgabe

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Annette Gloser
Kein Krimi

Buch-Rezension von Annette Gloser Mär 2014

Am Anfang des Jahres 1848 brodelt es überall in Berlin. Das Volk fordert vom König Reformen, fordert Presse- und Gedankenfreiheit, eine Verfassung, ein Parlament. Der König jedoch reagiert nicht auf diese Forderungen. Zwar möchte er auch nicht militärisch gegen die "Aufrührer" vorgehen, aber er überlässt die Befehlsgewalt seinem Polizeipräsidenten Minutoli und seinem Bruder, Prinz Wilhelm. Beide sind nicht gewillt, die Forderungen des Volkes zu akzeptieren. Sie kennen nur einen Weg: Mit Gewalt gegen die Revoluzzer vorgehen. Derweil heizt sich die Stimmung in Berlin immer weiter auf.

Aber auch in revolutionären Zeiten schläft das Verbrechen nicht. Oberst-Lieutenant Christian Philipp von Gontard und auch Criminal-Commissarius Waldemar Werpel haben Verbrechen aufzuklären. Ein Toter wird gefunden, entpuppt sich dann jedoch als recht lebendig, eine Tänzerin wird angegriffen und ein Geheimer Kriegsrath findet sich mit eingeschlagenem Schädel in einem Fass wieder an. Genug zu tun eigentlich für die Detektive. Die sind allerdings erst mal mit der Revolution beschäftigt. Und der königlich-preußische Offizier landet hinter den Barrikaden am Alexanderplatz.

Who is who, Berlin 1848

Horst Bosetzky ist bekannt für seine peinlich genau recherchierten Romane, aber auch dafür, dass er unbedingt seine Leser bilden möchte. Und so wird es geübte Bosetzky-Leser auch nicht verwundern, wenn hier ein Berliner "Who is Who" des Jahres 1848 als Krimi getarnt daher kommt. Sowohl von Gontard als auch alle anderen Protagonisten begegnen ständig neuen wichtigen Persönlichkeiten, die alle im Jahre 1848 tatsächlich in Berlin lebten und wirkten. Die Rolle der meisten dieser Persönlichkeiten beschränkt sich auf eine kurze Begegnung mit einem Protagonisten, gefolgt von mindestens einer halben Textseite, auf der diese historische Persönlichkeit vorgestellt wird. Das kann interessant sein, wenn man sich für Berliner Geschichte interessiert - und genau das ist ja auch der Sinn dieser einzigartigen Romanreihe aus dem Jaron-Verlag. Ausnahmsweise steht auch mal keine technische Neuheit im Mittelpunkt des Geschehens, sondern ein wichtiges historisches Ereignis. Minutiös zeichnet Bosetzky den Verlauf des Geschehens nach, führt seine Protagonisten mitten hinein in die Revolte. Kein Wunder, dass sie dabei eigentlich keine rechte Lust auf das Lösen von Kriminalfällen haben und sich die Lösung eher zufällig ergibt.

Volles Programm

Der Roman punktet auch durch die Genauigkeit, mit der die Rolle historischer Persönlichkeiten wie Prinz Wilhelm oder Polizeipräsident Minutoli beim Verlauf der Revolution geschildert wird. Zusätzlich gibt es jede Menge Informationen über Theaterprogramme, Veranstaltungen in Ballhäusern und sonstige Freizeitvergnügen der amüsierwilligen Berliner. Und natürlich müssen von Gontard und (fast) alle anderen Protagonisten permanent irgendwelche halbwegs passenden Zitate aus Theaterstücken oder Gedichten unter die Leute bringen. Speziell diese Zitate wirken oft sehr aufgesetzt und nicht unbedingt organisch in die Handlung eingewoben.

Bei diesem vollen Programm bleibt praktisch kein Spielraum, um an der Entwicklung der "Standardbesetzung" zu arbeiten. Die einzelnen Protagonisten sind gesetzt, ihre Charaktere halbwegs aus früheren Romanen der Reihe bekannt, mehr aber auch nicht. Das ist schade, denn so wird aus dem Krimi mit eigentlich spannender Ausgangslage immer mehr eine historische Abhandlung mit Romanfassade. Zumindest aber lernt man Gontard als einen Mann kennen, der nicht nur fortschrittlich denkt, sondern der auch bereit ist, seinem Herzen zu folgen.

Ein Liebhaberstück

Aufruhr am Alexanderplatz sollte man als Liebhaber der Gontard-Reihe unbedingt mit im Regal haben. Vielleicht ist dieser Roman nicht der literarische oder kriminalistische Glanzpunkt der Reihe, aber wenn man die Gontard-Krimis vor allem mit Blick auf die Berliner Geschichte liest, dann hat man hier ein sehr interessantes Buch. Wer allerdings Wert auf einen spannenden Krimi legt, der wird wohl eher enttäuscht werden.

Aufruhr am Alexanderplatz

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