Mamsellenmord in der Friedrichstadt

Erschienen: Januar 2012

Bibliographische Angaben

  • , 2012, Titel: 'Mamsellenmord in der Friedrichstadt', Originalausgabe

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Annette Gloser
Dicke Mädchen sterben früher

Buch-Rezension von Annette Gloser Mär 2014

Im Jahr 1846 wird die politische Atmosphäre in Berlin immer angespannter. Dies spürt auch Christian Philipp von Gontard, Lehrer an der Vereinigten Artillerie- und Ingenieurschule, Major der Königlich Preußischen Artillerie und seines Zeichens leidenschaftlicher Hobbydetektiv. Aber während immer mehr Menschen die autokratische Herrschaft Friedrich Wilhelms IV. ablehnen und eine Verfassung fordern, während ganz besonders Mutige sogar von einem einigen Deutschland träumen, muss Gontard sich auf die Suche nach einem Mörder machen.

Zuerst hat dieser Mörder seine Wut offenbar an einem Schwein abreagiert, das er aufgeschlitzt im Stall des Besitzers zurück ließ. Aber dann werden in Berlin besonders wohlgenährte und möglichst voluminöse Küchenmädchen ermordet. Mamsellen nennen die Berliner diese in den Küchen betuchter Bürger tätigen Dienstmädchen und Köchinnen. Die Mamsell des Schriftstellers Willibald Alexis ist das erste Opfer des Mamsellenmörders. Gontard selbst gerät kurzzeitig unter Mordverdacht, denn er ist auf einer Geburtstagsfeier des Autors anwesend, als der Mord geschieht. Für ihn wird es eine Frage der Ehre, den wahren Mörder zu finden.

Berliner Panorama anno 1846

Auch in diesem Krimi aus der Reihe Es geschah in Preußen führt Horst Bosetzky seine Leser mit viel Detailtreue und umfangreichem Wissen in das Berlin des Jahres 1846. Altbewährte Protagonisten wie Christian Philipp von Gontard mit seiner Familie, sein Freund Dr. Kußmaul, Commissarius Waldemar Werpel und Constabler Krause agieren gemeinsam mit immer wieder wechselnden Personen. Horst Bosetzky beschreibt nicht nur die Atmosphäre in Berlin und bekannte Persönlichkeiten, die 1846 in der Stadt lebten. In diesem Krimi werden auch all jene Neuheiten beschrieben, die in der Stadt für Aufregung sorgten. Dazu gehören der Zoo und die Eisenbahn, die den von Gontards das Leben sehr erleichtert. Werner von Siemens hat einen Auftritt und träumt von einer Elektrifizierung der Bahn, während in Berlin gerade erst eine Pferdebahn den Linienbetrieb aufgenommen hat.

Zudem führt Gontards Weg ihn auch in literarische Gesellschaften, so dass man als Leser schnell eine recht genaue Vorstellung davon bekommt, welche Schriftsteller und Dichter in dieser Zeit in Berlin lebten oder zumindest die Gemüter der Berliner erhitzten. Jedoch darf man nicht erwarten, dass hier tiefer in die Charaktere der einzelnen Persönlichkeiten eingedrungen wird. Vielmehr läuft das alles wie ein schneller Film vor den Augen des Lesers ab, es gibt viele einmalige Begegnungen, Schnappschüsse sozusagen, und weiter geht es im Text. So ist es nur den wenigen Protagonisten, die zur ständigen Besetzung dieser Krimireihe gehören, vergönnt, etwas mehr Tiefe und Charakter zu erlangen.

n Hang zum Küchenpersonal

Den Mamsellenmörder könnte man bei so vielen wichtigen Menschen und Ereignissen, mit denen sich der Leser konfrontiert sieht, fast aus den Augen verlieren. Der Autor findet jedoch immer wieder seinen Weg zum Kriminalfall zurück, auch wenn wie im richtigen Leben die Ermittlungen einmal im Sande verlaufen oder überhaupt nicht vorankommen wollen. Der Wettbewerb zwischen Gontard und Werpel ist dabei durchaus amüsant, das Motiv für die Morde vielleicht nicht sonderlich überraschend, die letztendliche Lösung jedoch interessant. Warum es nun ausgerechnet die Mamsellen trifft und von ihnen auch nur die Damen mit ausgeprägtem Übergewicht - das ist die Frage, die sich Gontard immer wieder aufs Neue stellt. Die ihn letztendlich aber gar nicht zum Mörder führt, jedoch zu interessanten Diskussionen. Hier bekommt man als Leser einen guten Blick auf den damaligen Stand der Psychiatrie.

Historische Fakten und Spannung

Mamsellenmord in der Friedrichstadt ist Gontards vierter Fall. Wer schon andere Bücher aus der Reihe gelesen und für gut befunden hat, dem muss man diesen Krimi nicht ans Herz legen. Aber wenn jemand noch auf der Suche nach Büchern zur Geschichte Berlins ist, dann ist er bei diesem Buch und generell bei dieser Reihe absolut richtig. Dieser Roman hat einen anspruchsvollen Kriminalfall ebenso zu bieten wie viele, viele Fakten, auf das Genaueste recherchiert. Daher sei er all jenen empfohlen, die sich für die Berliner Geschichte interessieren. Unterhaltung und sachliche Information, kombiniert mit einem Schuß Spannung, das könnte eine angenehme Urlaubslektüre sein. Mit Mamsellenmord in der Friedrichstadt kann man genauso gut in die Reihe einsteigen wie mit jedem anderen Buch aus der Reihe. Mehr Spaß macht es aber vielleicht, wenn man sich die drei vorhergehenden Bände zuerst vornimmt. Dann hat man auch in einem etwas längeren Urlaub immer etwas zu lesen.

Mamsellenmord in der Friedrichstadt

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