Der Spiegel der Medici

Erschienen: Januar 2013

Bibliographische Angaben

  • Insel, 2013, Titel: 'The Medici Mirror', Originalausgabe

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Rita Dell'Agnese
Viel Mystik, wenig Historie

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Feb 2014

Architekt Johnny Carter hadert mit dem Leben. Nichts lief so, wie er es sich gewünscht hätte. Da bietet sein Compagnon ihm an, sich mit dem Umbau einer alten Fabrik in ein feudales Stadthaus zu befassen. Johnny ist fasziniert. Es ist genau das, was seine Kreativität beflügelt. Doch da ist Tara, die er im Verdacht hat, die Geliebte seines Geschäftspartners zu sein – und die dieser ihm als Assistentin ungefragt zur Seite gestellt hat. Johnny kann sich nur schwer damit abfinden. Er weicht aus und verzieht sich in den nahen Park, um alles auf sich wirken zu lassen. Dort begegnet ihm die Fotografin Ophelia, zu der er sich sofort hingezogen fühlt und die seine Gefühle zu erwidern scheint. Kurz darauf entdeckt Tara in der alten Schuhfabrik einen geheimen Keller, in dem ein großer Spiegel hängt. Johnny spürt, dass von diesem Spiegel eine geheime Anziehungskraft ausgeht. Der Spiegel scheint die Menschen zu verändern. Auch ein geheimnisvolles Paar grüner Schuhe beschäftigt Johnny. Er will ergründen, was es mit dem allen auf sich hat, denn immer stärker wird ihm bewusst, dass hier ein großes Unglück geschehen ist.

Kraft enttäuschter Liebe

Die Autorin Melissa Bailey packt ihre Geschichte nur am Rande in einen historischen Mantel. Sie nimmt die tragische Geschichte von Katharina von Medici und ihrer unerfüllten Liebe zu ihrem Mann zur Grundlage und baut darauf einen Mystery-Roman auf. Zwar sind die historischen Elemente sowohl überzeugend dargestellt als auch spannend geschrieben – doch scheinen sie so weit entfernt vom übrigen Teil des Romans zu sein, dass sich die Verbindung nur äußerst zögernd erschließt. Und selbst nach Aufdecken aller Geheimnisse wirkt das Ganze noch so konstruiert, dass man sich gewünscht hätte, Melissa Bailey hätte sich dafür entschieden, die beiden Handlungsstränge zu einer jeweils eigenen Geschichte zu machen. Denn dass sie stark und überzeugend zu erzählen vermag, kommt in den einzelnen Passagen durchaus zum Ausdruck. Ihre Darstellung der enttäuschten Liebe von Katharina von Medici ist hervorragend gelungen und weist viel mehr Tiefe auf, als dass sie nur zum schmückenden Beiwerk taugen würde. Allerdings geht Bailey leider mit einer Art Zeitraffer ans Werk und so erfährt der Leser nur verhältnismäßig wenig über die unglückliche Liebe der Regentin.

Keine Identifikationsfigur

Schwierig wird es, sich in die Situation von Architekt Johnny Carter hinein zu finden. Zunächst geht man davon aus, dass es die bei solchen Romanen eher ungewohnte männliche Perspektive ist, die leicht irritiert. Doch gerade Leserinnen und Leser, die sich der historischen Literatur verschrieben haben, sind sich durchaus gewohnt, auch mal einen männlichen Protagonisten im Zentrum eines Romans zu haben. Erst wer sich länger mit dem leichten Unbehagen befasst, wird entdecken, dass dies wohl eher davon kommt, dass die Figur von Johnny eben gerade nicht als männlicher Protagonist auftritt, sondern seine ganze Handlungs- und Denkweise eher an eine weibliche Heldin gemahnen. Diesen Konflikt gilt es, während des ganzen Romans auszuhalten. Leider trägt die Situation dazu bei, dass Johnny nicht zur Identifikationsfigur werden kann, es also einige Anstrengungen braucht, sich in die Handlung des Protagonisten hinein zu versetzen. Dies umso mehr, als dass auch Ophelia ein Geheimnis mit sich herum trägt und so bis fast zum Ende des Buches nicht richtig greifbar ist.

Mäßige Spannung

Vor dem Hintergrund, dass wohl falsche Erwartungen geweckt werden, kann sich die Geschichte kaum je richtig entfalten. Sie bleibt konturenlos und wirkt konstruiert, hat kaum Tempo zu bieten und lässt sich in keiner der beschriebenen Epochen einwandfrei ansiedeln. Dadurch wirkt der Roman letztlich irgendwie unfertig und die Leser müssen sich darum bemühen, zu verstehen, was ihnen Melissa Bailey denn letztlich wirklich erzählen wollte. So ist Der Spiegel der Medici ein zwar in Ansätzen geglücktes, im Ganzen aber wenig spektakuläres Leseereignis, das man zur Unterhaltung genießen kann, aber kaum ein zweites Mal zur Hand nehmen dürfte.

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