Das Gold der Mühle

Erschienen: Januar 2014

Bibliographische Angaben

  • Goldmann, 2014, Titel: 'Das Gold der Mühle', Originalausgabe

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Rita Dell'Agnese
Krieg, Liebe und Abenteuer

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Jan 2014

Im Lüneburger Land tobt ein erbitterter Erbfolgekrieg. Im Jahr 1372 sind die in den Dörfern lebenden Menschen immer wieder mit marodierenden Söldnern oder rücksichtslos agierenden Rittern konfrontiert. Brida, die nach dem frühen Tod ihres Mannes mit den Kindern zu ihrem Bruder in die Mühle gezogen ist, ist deshalb sehr vorsichtig, als sie in einem Straßengraben einen schwer verletzten Ritter findet. Dennoch nimmt sie ihn mit zur Mühle, versteckt ihn und pflegt ihn dort gesund. Kaum geht es Ritter Ulrich etwas besser, langweilt er sich. Er schäkert mit Bridas Tochter Ann Durt, die ihn hingebungsvoll betreut und in ihrem Ritter die große Liebe sieht. Ann Durt beschließt, mit Ulrich weiterzuziehen, denn sie ist fest davon überzeugt, dass er sie trotz des Standesunterschieds heiraten wird. Als Brida erkennt, dass Ann Durt weg ist, macht sie sich sofort auf die Suche nach ihrer Tochter. Sie ahnt Schlimmes für das Mädchen, das bis dahin behütet in der Mühle aufgewachsen ist. Brida begegnet auf ihrer Suche dem Abenteurer Brose und fühlt sich von ihm unwiderstehlich angezogen. Im Nacken aber sitzt ihr die Angst, sie könnte die Spur von Ann Durt verlieren.

Vielschichtige Geschichte

Einfach hat es sich Autorin Martha Sophie Marcus mit ihrer Geschichte nicht gemacht. Sie konzentriert sich nicht auf ein Schicksal, sondern verwebt verschiedene Schicksale ineinander. Zum einen ist es die Geschichte der naiven und verliebten Ann Durt, die sie erzählt. Zum anderen aber ist es Hauptprotagonistin Brida, mit deren Schicksal sich die Leser auseinandersetzen. Doch auch die Familienfehde von Ritter Ulrich und andere weniger im Vordergrund stehende Geschichten machen den Roman zu einem lebendigen Leseerlebnis mit zahlreichen Facetten. Durch die auf unterschiedlichen Ebenen angesiedelten Erzählungen kann sich die Autorin Martha Sophie Marcus ausgezeichnet mit den verschiedenen Gesellschaftsschichten beschäftigen, die für das 14. Jahrhundert typisch sind. Ohne das Gefühl zu bekommen, belehrt zu werden, erfährt der Leser, mit welchen Konventionen sich die verschiedenen Gruppen auseinanderzusetzen haben und wie deren Alltag sich gestaltet.

Stimmige Charaktere

Sehr viel Sorgfalt hat die Autorin auch auf die Ausarbeitung ihrer Charaktere gelegt. Sie präsentiert der Leserschaft mit Brida eine starke und gereifte Persönlichkeit, die unter der Oberfläche aber über eine empfindsame Seele verfügt und unter ihrer Einsamkeit mehr leidet, als sie zugeben mag. In Bridas Tochter Ann Durt findet sich das Erwachsenwerden eines jungen Mädchens, das trotz eines nicht ganz einfachen Lebens behütet aufwächst und stark in die Familie eingebunden ist. Ann Durt bleibt über weite Strecken hinweg das naive Kind, das mit staunenden Augen auf die ungewohnte Umgebung reagiert. Genau das ist jedoch stimmig und nachvollziehbar. Wäre aus der sanften und hilfsbereiten jungen Frau plötzlich eine Heldin geworden, die über allem steht, könnte leicht ein schaler Geschmack entstehen. Doch so bleibt Martha Sophie Marcus bei den Menschen, die sie zu Beginn des Romans zeichnet und lässt sie sich langsam entwickeln und durch ihre Erfahrungen wachsen.

Es kommt etwas viel zusammen

Dass sich Bridas jüngere Kinder auf die Suche nach der Mutter machen und dabei in die Hände einer Söldnertruppe fallen, mag dem Roman durchaus zusätzlich Tempo verleihen. Jedoch bringt es nicht ganz die Spannung, die wohl beabsichtigt ist doch einzig deshalb, weil damit die Ebene der verschiedenen Schicksale doch etwas gar stark ausgereizt wird. Es wirkt dadurch immer wieder etwas so, als würde die Autorin mit ihren Figuren und deren Schicksal jonglieren und man mag dem Einzelnen gar nicht mehr die richtige Aufmerksamkeit schenken. In dieser Hinsicht gälte wohl: weniger wäre mehr.

Mit ihrem Roman Das Gold der Mühle legt Martha Sophie Marcus ein unterhaltsames Lesevergnügen vor, das auch abseits von Ritter, Krieg und Kämpfen viel über das Mittelalter verrät und sich leicht lesen lässt. Sehr schön ist das Personenverzeichnis, das sich zum Ende des Buches findet und den Lesern eine ideale Basis gibt, um die Übersicht zu behalten. Wohltuend ist auch das Glossar, das ungewohnte Begriffe erklärt. 

Das Gold der Mühle

Das Gold der Mühle

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Letzte Kommentare:
18.04.2014 23:13:30
Baljit Kaur

Ich habe in diesem Buch sehr mitgefiebert und gelacht.
Es war wirklich wundervoll, vorallem weil es so realistisch geschrieben war. Es hat solch super Charaktere in einer Welt eingebracht, die so weit in der Zeit zurückliegt!!
Das Herzblut, dass die Autorin in einzelnen Szenen gesteckt hat, konnte man eindeutig herauslesen.

Ich kann das Buch nur weiterempfehlen !!

Zeitpunkt.
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