Meisterin der Runen

Erschienen: Januar 2013

Bibliographische Angaben

  • Lübbe, 2013, Titel: 'Meisterin der Runen', Originalausgabe

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89

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Rita Dell'Agnese
Zerrissen zwischen zwei Welten

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Dez 2013

Im Jahr 962 landet eine kleine Schaar von Dänen in der Normandie. Sie wollen im unbekannten Land Fuß fassen, nachdem die Heimat kaum mehr Lebensgrundlage geboten hat. Genährt wird die Hoffnung auf ein besseres Leben durch den Umstand, dass der Herrscher der Normandie ebenfalls nordische Wurzeln hat. Kaum aber erreichen die Dänen die Küste, werden sie von einer Horde Krieger niedergemetzelt. Einzig Gunnora und ihre drei jüngeren Schwestern können dem Gemetzel entkommen. Für die junge Gunnora bedeutet das, eine große Verantwortung zu tragen. Sie versucht, sich im fremden Land zurecht zu finden, kann sich aber nicht richtig von ihrer nordischen Tradition lösen. Die Wut und der Hass auf die Mörder der Eltern halten Gunnora zunächst aufrecht. Als sie auf den Grafen Richard trifft, spürt Gunnora, dass ihr Schicksal mit dem seinen verbunden ist. Sie kämpft um ihr Glück und muss dabei erkennen, dass nicht alles so ist, wie sie zunächst gedacht hatte. Die junge Frau muss schwerwiegende Entscheidungen treffen.

Guter Einblick in die Geschichte

Julia Kröhn hat sich hier auf eine Zeit und einen Schauplatz konzentriert, die nur in wenigen historischen Romanen zu finden sind. Damit präsentiert sie ihren Leserinnen und Lesern auch eine Kultur, die vielen höchstens oberflächlich bekannt sein dürfte. Dadurch hebt sich ihr Roman Meisterin der Runen klar vom Mainstream ab. Ins Zentrum rückt die Autorin die junge Gunnora, die dabei war, das überlieferte Wissen - unter anderem im Gebrauch von Runen - zu erlernen. Der gewaltsame Tod ihrer Mutter bedeutet für die junge Frau einen Bruch in diesem Lernprozess. Insofern ist der Titel des Buches unglücklich gewählt - Gunnora ist es nicht vergönnt, Meisterin der Runen zu werden, da ihr elementares Wissen fehlt und sie oft Wissenslücken mit Interpretation überbrücken muss. Hier werden Erwartungen geweckt, die das Buch nicht einzuhalten vermag. Vor allem aber Erwartungen, die dazu führen, dass einige Leserinnen und Leser sich nicht richtig auf die  Geschichte und ihre Figuren einzulassen bereit sind. Das ist schade - denn Julia Kröhn erzählt nicht nur von einer starken jungen Frau, sie erzählt von verzweifelten Menschen auf der Suche nach einer neuen Heimat. Von Völkern unterschiedlicher Ethnie und Religion, die aufeinander treffen und einander nicht nur mit Misstrauen und Unverständnis gegenüber stehen, sondern sich mit Abneigung und oft gar Hass begegnen. Die Vermischung der unterschiedlichen Kulturen geschieht zwar unweigerlich, doch geht sie nicht ohne schlimme Erfahrungen ab. Mit dieser vertieften Auseinandersetzung gibt Julia Kröhn einen guten Einblick in die Geschichte der Normandie.

Starke Protagonistin

Dass die Heldin des Romans, Gunnora, leicht überzeichnet ist, versteht sich von selbst. Denn nur als starke Persönlichkeit hat sie die Möglichkeit, sich über alles hinweg zu setzen und Situationen zu meistern, an denen nahezu jeder andere zerbrochen wäre. Die Autorin versteht es jedoch, Gunnora so zu schildern, dass sie noch immer lebendig wirkt und den Lesern nahe kommt. Dass sie aufgrund ihrer oft etwas spröden Art nicht eine Figur ist, die man sofort und ohne Einschränkung ins Herz schließt, ist nicht schlimm. Nach und nach tastet man sich quasi an Gunnora heran, lernt sie kennen, achten und letztlich wohl auch auf eine ganz eigene Art zu lieben. Julia Kröhn leistet hier ganze Arbeit. Sie versteht es, ihre Protagonistin auch unangenehme Seiten haben zu lassen, ohne dass sie deswegen ihre Ausstrahlung verlieren würde.

Spannender Plot

Den Weg, den Gunnora und ihre Schwestern gehen müssen, zeichnet Julia Kröhn sehr schön nach. Schon von Anfang an vermag sie mit einem spannenden Plot zu überzeugen. Der bekommt zwar immer mal wieder leicht Schlagseite, da über weite Strecken hinweg der Erzählfluss etwas gehemmt scheint und der Spannungsbogen an Kraft verliert. Bevor aber Langeweile aufkommen kann, schafft es die Autorin zurück auf den Weg, dem sich die Leser nicht entziehen können. Würde nicht mit dem Titel eine falsche Erwartungshaltung geschaffen, so könnte dieser Roman vollauf überzeugen. Julia Kröhns Geschichte hat unglaublich viel Potenzial, kann mit wunderschönen Sequenzen aufwarten, hat Tiefgang und bietet viele versteckte Perlen. Dazu kommt eine süffige und ausgereifte Sprache, die den Roman zu einem guten Leseerlebnis macht.

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