Der vergessene Strand

Erschienen: Januar 2013

Bibliographische Angaben

  • Rowohlt, 2013, Titel: 'Der vergessene Strand', Originalausgabe

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Rita Dell'Agnese
Unterhaltsamer Bogen über ein Jahrhundert

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Nov 2013

Liebe, Verrat, Busse – und eine gehörige Portion Unentschlossenheit: Ob im 19. Jahrhundert oder in der Gegenwart, die Grundvoraussetzungen bleiben sich für die Protagonisten gleich. Julie Peters schafft in ihrem Roman "Der vergessene Strand" zwei Parallelwelten, die sich hauptsächlich dadurch unterscheiden, dass sie in zwei unterschiedlichen Epochen angesiedelt sind. Zum einen – und das macht an sich den aktiveren Teil des Buches aus – geht es um Amelie, die durch ein Ultraschallbild aus ihren Gedanken über die Hochzeitsvorbereitungen gerissen wird. Die junge Frau muss erkennen, dass ihr Verlobter sie nicht nur betrogen hat, sondern auch demnächst Vater wird. Um sich über ihre eigenen Gefühle klar zu werden, flüchtet Amelie in die Recherche zu einem Buch. Die junge Deutsche ist dabei, eine Biographie über die Countess Beatrix, die im ausgehenden 19. Jahrhundert im Küstenstädtchen Pembroke in Wales lebte. Um sich vor Ort mit dem Leben der geheimnisvollen Countess vertraut zu machen, reist Amelie nach Wales. Sie entdeckt eine seltsame Affinität zur Countess und gleichzeitig muss sie erkennen, dass ihre Recherchen bei der Bevölkerung von Pembroke nicht gerade auf Gegenliebe stoßen. Nur ein junger Apotheker scheint ihr gut gesinnt. Er hilft Amelie dabei, sich darüber klar zu werden, was sie mit ihrer Zukunft anfangen soll.

Spannende Figur

Julie Peters liefert mit ihrem Roman solide Unterhaltung. Besonders der historische Teil, das Leben von Countess Beatrix kann mit viel Atmosphäre aufwarten und die Leserinnen und Leser von historischen Romanen wünschten sich, dass dieser Part noch wesentlich ausführlicher gestaltet worden wäre. Auch wenn Beatrix´ Leben leider nicht ganz so ausführlich aufgearbeitet ist, wie man es hätte beschreiben können, berührt die Countess als Figur doch weit mehr, als die unentschlossene und in vielen Bereichen etwas schwammig gestaltete Amelie.  Auch Beatrix Schwester Anne ist eine Bereicherung für den Roman und berührt die Leser. Julie Peters zeigt sehr schön auf, wie groß die Diskrepanz zwischen Pflicht und Gefühl in jener Zeit war. Geschickt beleuchtet die Autorin auch den Bereich zweier jungen Frauen, die sich gegen die Pflicht auflehnen und ihr Leben selber gestalten – allerdings mit dramatischen Folgen. Es ist dieser Teil des Romans, der nicht nur unterhält, sondern auch Stoff zum Nachdenken gibt und die bigotte Haltung der Gesellschaft sichtbar macht.

So vielschichtig sich die Protagonisten des 19. Jahrhunderts darstellen, so blass bleiben Amelie und der Apotheker Dan. Die junge Deutsche kann sich über den ganzen Roman hinweg kaum entscheiden, was sie denn jetzt tun soll. Mehr als einmal ist der Leser geneigt, der jungen Frau den Kopf zu waschen – oder aber den Roman angenervt aus den Händen zu legen. Denn Amelies Zweifel laufen sich mit der Zeit tot – sie wirken als ein mehrfaches Aufwärmen desselben Gefühls und lassen irgendwann etwas Langeweile aufkommen.

Leider vorhersehbar

So feinfühlig und gut aufgebaut der historische Teil des Buches ist, so bleibt der Gegenwartsteil leider weit dahinter zurück. Der Verlauf der Geschichte liegt von Anfang an sehr offen und bietet nur ganz wenig Raum für Überraschungen. Hier hätte Julie Peters durchaus mehr mit den gewählten Charakteren spielen dürfen und ihre Handlungen nicht ganz so vorhersehbar aufbauen sollen. So bleibt der Roman als nette Unterhaltung stehen, schafft aber den Sprung in die Liga jener Bücher nicht ganz, die man immer mal wieder zur Hand nehmen mag, um von Neuem in den Stoff zu versinken.  Trotz allem hat Julie Peters aber sowohl sprachlich als auch vom Plot her gezeigt, dass sie als Erzählerin durchaus ernst genommen werden sollte und ein breites Themenspektrum zu bieten hat, obwohl ihre bisherigen Romane vom Stil her viele Gemeinsamkeiten aufweisen. 

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