Das Vermächtnis des Ketzers

Erschienen: Januar 2013

Bibliographische Angaben

  • Goldmann, 2012, Titel: 'L'Eretico', Originalausgabe

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Ngo Ngo
Dekadente Grausamkeiten und üppige Gerüchtesammlung

Buch-Rezension von Ngo Ngo Nov 2013

 

"Nur derjenige, dessen Herz voller Weisheit ist, betrachtet das Unbekannte mit Neugier und ohne jedwede Furcht."

 

Rom im Jahre 1497: Alexander VI. ist Papst und weiß seine Macht gegen seine zahlreichen Widersacher zu verteidigen, nicht nur mit Hilfe seiner Kinder, sondern auch durch Gift und Mord. Währenddessen tobt in Florenz der gestrenge Mönch Savonarola, der nicht nur die Familie de Medici aus ihrem Palast vertrieben hat, sondern auch gegen den Papst geifert. Als plötzlich ein alter Mann und eine junge Frau in Rom auftauchen, nehmen die schicksalhaften Ereignisse ihren Lauf, denn sie sollen im Besitz der Tagebücher von Jesus Christus sein. Ein Wettlauf der Mächtigen und Gläubigen, der Erhalter und Zerstörer beginnt. Wer wird siegreich sein?

Brodelnde Gerüchteküche

In der christlichen Glaubenswelt bahnt sich im ausgehenden 15. Jahrhundert eine Revolution an. Wenige Jahre bevor Martin Luther seine Thesen wirkungsvoll und nachhaltig veröffentlicht, wettert Savonarola gegen die Dekadenz und die Kirchenoberen, während dazwischen Leonardo da Vinci an seinen avantgardistischen Ideen feilt. All das ist nichts im Vergleich zu der Behauptung, dass die Tagebücher von Jesus Christus existieren, die über die Jahre erzählen, über die die Bibel beharrlich schweigt. Dass er diese Zeit weitestgehend in China verbracht haben soll, ist allerdings sehr exotisch und etwas, an das man sich bei aller Offenheit für packende Darstellungen erst gewöhnen muss.

Zudem scheint der Autor alle Gerüchte, Geschichten und Sagen dieser Zeit zusammengetragen zu haben, um sie in diesem Roman genüsslich auszukosten. Darunter fallen vor allem die Spekulationen über die Familie Borgia, deren Oberhaupt Alexander VI. war, die hier nahezu auf die Spitze getrieben werden, aber auch die Templer oder Leonardo da Vinci als verschrobenes Genie, der auch Jünglingen nicht abgeneigt ist, dürfen nicht fehlen. Das offeriert ein breites Spektrum an Figuren, die aber auch sehr viele Szenenwechsel bedingen, so dass man wegen dieser Episodenhaftigkeit aus seinem Lese- und Gedankenfluss des Öfteren herausgerissen wird.

Sittenlos und despotisch

Manche Beschreibungen sind äußerst harsch und brutal. Wahrscheinlich waren die Menschen damals nicht zimperlich, aber hier häufen sich Intrigen, Morde, Vergewaltigungen und Überfälle in einer Vielfalt, dass das Gefühl erweckt wird, niemand hätte das (unbeschadet) überleben können. Eigentlich waren die meisten intrigant, unmoralisch oder gewalttätig, und wenn man nicht zu ihnen zählte, war man besser ein ausgefuchster und flinker Verteidiger seines Lebens.

Das war die Mona Lisa!

Dennoch gibt es ein paar witzige Einfälle, die die Handlung auflockern und sich in den geschichtlichen Kontext fiktiv einbinden. So erfährt man, wer "wirklich" die Mona Lisa war. Die Beschreibungen kleiner Details, die man nur am Rande wahrnehmen würde, liefern ein lebendiges Bild der Szenerie ab, ebenso wie die lateinischen Zitate, die Authentizität verleihen (sehr amüsant, als Cesare Borgia einen grammatikalischen Fehler begeht, der von seinem Vater umgehend korrigiert wird).

Die Lebensweisheiten, die der alte Mönch preisgibt, sind manchmal zu gewollt esoterisch-buddhistisch, aber der ein oder andere Satz regt zum Nachdenken an, so zum Beispiel: 

 

"Die Magie ist das, was wir nicht für möglich halten, solange wir es nicht ausprobiert haben. Wenn du es selbst versuchst, wirst du schnell merken, dass dies hier keine Magie ist."

 

Das Vermächtnis des Ketzers

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